[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 6. Januar 2009
In der Ruhe liegt die Kraft (Sydney, Australien)
Nach einer verdammt kurzen Nacht, ich glaube ich hatte maximal 2 Stunden geschlafen, kamen wir nach nur fünf Stunden Flug in Sydney an.
Willkommen in der ersten Welt. Alles sauber, alles aufgeräumt, anständig alles "überbeschildert", kostenlose saubere Toiletten mit Babywickelraum und so weiter. Das sah schon ganz anders aus. Der Flughafen sah aus wie ein Flughafen. Keine Leute, die sinnlos herumlungerten um Touristen abzuschleppen und hygienisch einwandfreie Kaffees, von denen es lecker duftete.
Bei der Gepäckkontrolle mussten wir erst unsere ganzen Essensreste wegwerfen, bis auf den Müsliriegel, den wir im Flugzeug bekommen hatten, den sollten wir, wie uns ein Flughafenangestellter im Vertrauen sagte, einfach in die Hosentasche stecken, da er sonst auch weggenommen würde. Da wir Schuhe dabei hatten, mussten wir einmal durch die Quarantäne, war aber nichts wildes. Es wurde nur gefragt, wo wir die Schuhe das letzte mal an hatten und das konnten wir wahrheitsgemäß beantworten. In Deutschland! Heftig, ein halbes Jahr ohne feste Schuhe.
Da wir immer noch keinen Plan hatten, was wir eigentlich machen wollten und wie wir jetzt weiter machen sollten, wir hatten nichtmals einen Führer, gestaltete sich der späte Vormittag auch dementsprechend.
Wir schauten hier bei den Infos und shoppten dort die Autovermieter ab. Übrigens als einzigste. Alle anderen hatten entweder vorgebucht oder gingen nur zu einer Firma. Dabei satßen die Autovermieter alle nebeneinander, so dass man sich ruhig durchfragen konnte. War aber wohl eher ein Phänomen von Südostasien dieses zu tun.
Nachdem wir das günstigste Angebot für uns eingeholt hatten, haben wir uns nach guter Asiensitte hingesetzt und über das Ganze nachgedacht. Carmen aus Vietnam hatte uns noch ein paar Tipps für Sydney geschickt gehabt, die wir nochmals anschauen wollten und mussten dabei feststellen, dass unsere Speicherkarte komplett leer war. Ich hätte ja fast geheult. Nicht nur, dass mir fast die Augen zufielen, ich absolut planlos war und dann auch noch meine kompletten Datensätze einfach weg. Der Blog, Bilder, Adressen, Pins, einfach alles. Ich wollte es nicht glauben. Wie konnte das passieren. Diese Speicherkarte war unser Leben.
Als ich dann nach Babywickeln im extra vorhandenen Wickelraum mit Einwegunterlagen und sogar Mikrowelle für die Milchflasche wieder auftauchte, hatte Christian tatsächlich den Fehler gefunden und alles war wieder da.
Wir sind zur Autovermietung unserer Wahl und haben ein Auto für unsere Zeit in Australien gemietet, womit Farm und Tasmanien nun endgültig gestorben waren. Es ging halt nicht alles und wir mussten uns jetzt und hier entscheiden, was wir machen wollten. Die Dame von der Autovermietung hat uns sogar ein größeres Auto für den Preis des Kleinwagens gegeben und den Kindersitz, den wir nur für Florian brauchten, hatte sie auch nicht berechnet. Warten half anscheinend auch in Industrienationen.
Total übermüdet, mit Linksverkehr und daher rechtsgesteuertem Auto haben wir zuerst einen Supermarkt in der Nähe gesucht. Die Wegbeschreibung des Angestellten der Autofirma stimmte nicht ganz, aber nach ein bisschen hierhin und dorthin fahren tauchte doch noch ein Schild auf und wir kamen in den Genus einer Mall, wo es wieder alles gab. Nur leider keine Reiseführer. Dafür haben wir im Woolworths tolles Essen gekauft, sind irgendwo hingefahren und haben den Schokoladenkuchen verputzt. Wir mussten feststellen, dass wir falschherum auf dem Parkplatz standen, denn es gab ein Schild, welches die korrekte Parkposition mit Heck zur Wand vorgab. Schöne zivilisierte Welt. Jetzt hieß es wieder Schilder lesen.
Ohne Plan, wo wir eigentlich schlafen sollten, es war mittlerweile schon Nachmittag, nutzten wir die uns ausgehändigten Sydneykarten und entschieden uns zu versuchen, in der Innenstadt unser Paket abzuholen, welches dort Postlagernd schon auf uns warten sollte.
Also rein in den Verkehr, der eigentlich so langweilig und überschaubar war, dass es kaum ein Problem für uns darstellte, es in unserem Zustand mit einer 4,5 Millionenmetropole aufzunehmen.
Es gab sogar Parkplätze, wenn auch nicht kostenlos. Machte aber nichts, da ich ja nur schnell rausspringen wollte, um das Paket zu holen. Leider brauchten wir vier Anläufe, um das richtige Postamt zu finden. Kurz vor Feierabend hatten wir es dann aber doch noch geschafft.
Während Christian panisch vor dem Mann mit dem Notizblock davon fuhr und eine Runde nach der anderen drehte, meinte die nette Dame im Postamt, das Paket sei zu groß für mich, um es mitzunehmen. Wie groß konnte das schon sein? Wir wollten doch nur unser Dreimannzelt, Christians Wanderschuhe und ein paar Bücher.
Ich hatte dabei meine Mutter vergessen. Ich konnte die Dame dennoch überzeugen, dass ich das Paket schon packen würde. Also verschwand sie und kam mit einem Drehstuhl hinter sich herziehend wieder zum Vorschein. Ich schaute wohl doch etwas verdutzt beim Anblick des Paketes, denn die Dame grinste und rollte mir das Monster extra vor die Tür. Das Paket war echt riesig und über 10 Kilo schwer.
In Bali am Flughafen hatten wir sehen können wie schwer unsere Rucksäcke eigentlich waren. Lydia hatte fast 11, Christian fast 17 und ich fast 19 Kilo und das, nachdem wir unsere fünf Kilo abgeschickt hatten und jetzt hatten wir schon wieder über 10 Kilo zusätzlich. Wobei die Haribos, die im Paket waren, wohl eher auf unseren Hüften als auf dem Rücken landeten.
In der Stadt gab es auch endlich einen Buchladen, so dass wir auch noch zu unserem Führer gekommen sind. Second Hand war in Bali gar nichts zu machen.
Jetzt saßen wir im Auto und schauten, wo wir denn am besten in Sydney unterkommen könnten und haben uns dann für Glebe entschieden. Mit dem Auto war das ja alles kein Problem. In Glebe mussten wir feststellen, dass für uns alles voll war, da wir wohl auf Grund von gesetzlichen Regelungen nicht mehr alle in ein Zimmer durften. Schöne zivilisierte Welt.
Man hat uns aber empfohlen, wir könnten ja mal auf den Campingplätzen in den Nationalparks nachfragen. Mit unserem gerade abgeholten Zelt waren wir zum Glück jetzt auch flexibel.
Mit der Karte in der Hand haben wir schließlich unseren Weg in den Norden von Sydney gemacht. Mittlerweile rund 18 Uhr oder später, und bekamen ohne Probleme einen Platz auf dem Campingplatz im Lane Cove National Park.
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| Our home down under. (Sydney, Australia) |
Nachdem unser Zelt stand ging es nochmal los zum Supermarkt, wo wir begeistert richtiges Fleisch, Milch, Müsli, Brot und Schokolade gekauft haben. Jetzt hatten wir so lange verzichtet und in Indonesien erst recht, dass wir das so genossen haben. Was war das Steak mit den Kartoffeln zur nächtlichen Stunde lecker.
Jetzt war es aber wirklich höchste Zeit, endlich ins Bett zu kommen, da ich die Augen nicht länger offen halten konnte. Josua schlief im Auto, sodass der Rest genug Platz im Zelt hatte.
Dass das mal wieder alles so problemlos geklappt hat, war ein echtes Wunder.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 7. Januar 2009
Kulturschock (Sydney, Australien)
Wir hatten nach dem gestrigen Tag keine Lust, heute groß was zu unternehmen. Auch wenn die Zeitverschiebung nur drei Stunden waren, waren wir einfach platt. Das hieß, ich war total grogi. Christian und die Kinder waren irgendwie fitter, womit die Kinder nach über drei Wochen auch mal wieder Schule machen mussten. Lydia hatte in der kurzen Zeit echt viel vergessen und Josua hatte endlich ein schönes Deutscharbeitsheft aus Deutschland bekommen, mit dem er jetzt nach der Alphabetisierung arbeiten konnte.
Mensch war das alles ruhig hier. Nach Südostasien schon fast langweilig. Und ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber mir fehlte irgendwie der ganze Trubel, Lärm und Chaos.
Sydney war eine wirklich wunderschöne Stadt. Ich verstand jetzt, warum so viele hier her wollten. Eine Stadt wie aus dem Ei gepellt. Wunderschön gelegen am Wasser, mit Förden, Stränden und Klippen. Wenn man von oben schaute, war Sydney ein grünes Meer aus Bäumen und die Skyline war wirklich perfekt gestaltet, ohne störende Hochhausblocks in unmittelbarer Nähe, wie so oft in anderen Großstädten.
Es gab Bürgersteige, wo man nicht alle drei Meter in ein Loch fiel, über verschobene Betonplatten stürzte, in einer Mülltüte hängen blieb, überfahren wurde, weil man auf die Straße ausweichen musste, da der Bürgersteig zugeparkt war, durch eine Kloake waten musste, da die Kanalisation verstopft war und der Scheiß aus dem Gulli quoll und man auch keine Step-Aerobic machen musste, weil man ständig die riesigen Bordsteine hoch und wieder runter musste. Mach das mal mit fast 20 Kilo auf dem Rücken. Da wusstest du, was du getan hast.
Mensch ich vermisste diesen Scheiß wirklich.
Hier standen so viele Schilder an der Straße, dass ich total überfordert war. Was galt denn nun ab welcher Uhrzeit bis wann an welchen Tagen. Ach ja, nur an Schultagen. Jetzt waren doch aber Ferien, also galten sie jetzt nicht? Und wie war das mit den Busspuren? Parken erlaubt außer Mo-Fr zwischen 6 und 10 und 15 bis 18 Uhr, oder sollte das heißen, das ich in dieser Zeit parken durfte? Verstehe einer die zivilisierte Welt.
Und obwohl Sydney eine Großstadt war mit viel Verkehr, war sie so viel leiser als schon Kuta in Bali mit seinen paar Einwohnern. Es gab keine dröhnenden Busse und auch keine Mofaschwärme mehr, die meinten über die Bürgersteige fahren zu müssen und dann wild hinter dir hupten, da du gefälligst Platz machen solltest.
Der Kontrast konnte nicht größer sein, aber am meisten Probleme hatten wir alle mit dem Essen. Kaum zu glauben, aber war. Wir schienen weder Milch noch Getreideprodukte mehr gewöhnt zu sein. Da konnte dich ein banales Müsli schon mal total aus der Bahn werfen. Die einen litten entweder unter Durchfall oder Verstopfung und Florian genoss Milch. Die fand er total klasse, genauso wie Wheatabix, richtiges Fleisch und Schokolade.
Florians Kindersitzerfahrung, lang lang war es ja her, ein drittel seiner gesamten Lebenszeit, dass er das letzte mal in einem Kindersitz gesessen hatte, fand er überhaupt nicht gut. So eingeengt und festgeschnallt. Er zeterte und wollte raus zu uns. Es war echt ungewohnt, ihn nicht mehr so dicht bei sich zu haben. Auch mir fiel das schwer. Überhaupt wirkte es nach dem halben Jahr Asien total befremdlich, die Kinder in den Kinderwagen weit, weit weg von den Eltern zu sehen. Es wirkte so steril und unpersönlich. In Asien waren die Kinder immer auf dem Arm der Eltern, oder auf sonst einem Arm.
Der Campingplatz war sehr aufgeräumt, aber dennoch super kinderlieb. Florian konnte endlich mal auf eigene Erkundungen gehen, ohne dass wir gleich panisch hinterher rennen mussten und Josua steckte ja sowieso alle in die Tasche. Der verschwand und tauchte dann irgendwann im Wägelchen eines Rangers wieder auf, mit dem er ein Ründchen durch den Park gedreht hatte. Oder der Müllmann mit dem Minimüllauto der ihn gut gelaunt, mit seinen kurzen Hosen aufforderte, doch mal das Müllauto zu betätigen. Josuas Tag war gerettet, dass durfte er ja noch nie.
Was uns aber wirklich geschockt hat, obwohl wir vorgewarnt wurden, war die Erkenntnis, warum wir in Südostasien kaum Deutsche getroffen haben. Die waren alle, aber auch wirklich alle, in Australien. Wir waren besser dran, die Leute auf dem Campingplatz erstmal auf Deutsch anzusprechen. In rund 90 Prozent lagen wir damit richtig.
Der Campingplatz war voll mit "work-and-travel-Kids". Nicht, dass das eine schlechte Sache war, aber in der Masse, wie die hier auftauchten, wurde das ja schon wieder gewöhnlich. Zumal sie sich auch suchten und fanden. Die blieben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, total unter sich.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 8. Januar 2009
Bondi Beach (Sydney, Australien)
Carmen aus Vietnam hatte uns geschrieben, dass ihre Tante Donnerstags auf dem Markt in Bondi Junction arbeitete, wir könnten ja mal vorbei fahren. Gesagt, getan. Endlich haben wir Maria und Erika mal persönlich treffen können. Mit denen hatten wir im Vorfeld öfters kommuniziert in der Hoffnung, dass das mit unserer Farm doch noch klappen würde. Leute treffen war mittlerweile zu unserem Reisemotto geworden. Wer wusste schon, vielleicht schafften wir es ja noch bis Brisbane, um Susan und Pete wieder zu treffen. Die hatten wir doch in Hue in Vietnam kennen gelernt. Mittlerweile waren sie in Australien eingetroffen, nachdem sie auf dem Landweg von Europa gereist waren.
Da Erika und Maria leider schwer beschäftigt waren, sind wir weiter zum Bondi Beach und der war wirklich Wow! Da konnte Kuta echt nicht mithalten.
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| This is the nicest Bondi Beach we have ever been to. (Sydney, Australia) |
Blaues Wasser, feiner weicher Sand und wahnsinns Wellen. OK, das Wetter war etwas überschaubar. Hieß, wir froren uns den Arsch ab. Es waren hier im Moment nur 20 Grad.
Sydney hatte etwas von England und Irland. Nur halt auf der anderen Seite der Welt. Christian glaubte nicht nur nachhaltig, an unseren Platz auf dieser Welt, sondern träumte jetzt stärker denn je, wieder davon nach Irland oder Schottland zu gehen. Wenn wir gewusst hätte, dass nach der Weltreise unser Traum noch nicht zu ende geträumt sein sollte, es hätte vieles vereinfacht.
Die Menschen sahen soviel gesünder hier aus. Auch hatte ich den Eindruck, dass die Vielfalt viel höher war. Es gab nicht nur "den Einheitslook". Stylisch, trendy waren die Mädels, mit hautengen Sachen unterwegs, oder schoben sich mit unglaublich vielen extra Kilos durch die Straßen. Hier hatte man wieder die volle Bandbreite von zivilisatorischen Erkrankungen. Auf der einen Seite die Adipösen, auf der anderen die Magersüchtigen, hier die aufgepumpten Krafttrainingstypen, dort die tief gebräunten, zukünftigen Hautkrebspatienten. Die Menschen schauten nicht mehr leer aus der Wäsche und standen sinnlos auf der Straße, sondern sie schienen alle was vor zu haben, beschäftigt, wenn nicht sogar gestresst zu sein. Ein Zustand, den sich die Indonesieer, wenn es ihn denn gab, nicht anmerken ließen.
Die Menschen sind hier wieder anständig gekleidet. Weiße T-Shirts sind auch weiß und nicht grau. Die paar Kinder, die es gibt, scheinen so übertrieben hip gekleidet und aufgebretzelt zu sein. Das mag aber auch nur daran liegen, dass die Kids in Asien einfach viel homogener sind in Kleidung und Frisur. In Sydney ist es wohl ein Anliegen der Eltern, ihre Kinder herzurichten. Das mag auch an dem Viertel gelegen haben, wo wir waren, dass dort extrem wohlhabenden Australier unterwegs waren. Es gibt natürlich auch ganz normal ausschauende Kinder und Erwachsene.
Und was in Südostasien an Tierwelt fehlte gab es hier direkt vor der Tür. Wir interessierten uns wirklich nicht sehr für Vögel, aber hier waren sie nicht nur unüberhörbar, sondern echt beeindruckend bunt, genauso wie das Opossum, welches unsere Spagetti einfach gefressen hat, oder die riesigen Flughunde, die mitten in Sydney im Park an den Bäumen baumelten.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 9. Januar 2009
Sightseeing (Sydney, Australien)
Nachhaltig fertig haben wir uns dennoch aufgerafft, wenigstens "die Spots" von Sydney anzuschauen. Ich hatte zwar das Gefühl, dass wir durch unsere Fahrerei mittlerweile eine ganze Menge gesehen hatten, aber wie immer noch nicht die eigentlichen Sights, wo irgendwann mal jemand gesagt hat, dass man sie sich anzuschauen hätte. Wie mich das nervte.
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| Sydney's central business district looks like Dublin; maybe a bit bigger, though. (Australia) |
Weit draußen geparkt, um die horrenden Parkgebühren zu sparen und den kurzen Parkzeiten in der Innenstadt zu entgehen, ging es quer durch die Stadt zum Opernhaus. Ohne Zweifel eines der attraktiveren Spots dieser Welt, dennoch war ich etwas enttäuscht, da die Bilder, die ich immer vom Opernhaus gesehen hatte, mir irgendwie eine etwas andere Umgebung vorgegaukelt hatten. Vielleicht fand ich es deshalb so sinnlos, diese ganzen großen Highlights dieser Welt abzuklappern.
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| Tidy lawn in Sydney. (Australia) |
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| Yes, we are really in Sydney! (Australia) |
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| The habour bridge seen from the opera house. (Sydney, Australia) |
Auf dem Rückweg, Christian war schon vorgerannt, um das Auto umzustellen, da wir auf einer Busspur standen, die irgendwann wieder freigegeben werden musste, sind wir noch zu dem Block, wo endlich, endlich ein Outdoorladen neben dem anderen war. Es gab auch endlich Sandalen für Josua. Nach denen hatten wir schon seit Thailand gesucht. Und auch für Christian hatten wir schon gestern durch Zufall in unserer Supermarkt-Mall welche gefunden.
Ich konnte einfach nur jedem empfehlen, im Vorfeld vernünftiges Equipment zu kaufen. Dieses Theater der letzten Monate. Wir ärgerten uns die ganze Zeit mit unseren Isomatten rum. Die tolle Halti Matte war schon wieder im Arsch. Da löste sich wieder die Membran und warf nicht komfortsteigernde Blasen. Überhaupt machten sich zunehmends unsere Fehlplanungen bemerkbar. Für Australien hätten wir im Norden ankommen sollen, um dann nach Süden durchzureisen und von dort weiter zu fliegen. In Thailand hatten wir sowieso viel zu viel Zeit vergeudet und unser nächster Trip würde in Europa starten und auf dem Landweg bis nach Australien gehen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 10. Januar 2009
Wie heißt die Stadt doch gleich, wo wir jetzt sind? (von Sydney in die Blue Mountains)
Obwohl ich eigentlich noch viel zu fertig war und wir nachhaltig keinen Plan hatten, wo wir eigentlich hin wollten, wollten wir zumindest in die Blue Mountains. Den Führer kaum gelesen, die waren so langweilig und ich konnte sie einfach nicht mehr sehen, sind wir einfach mal los gefahren. Außerhalb von Sydney sahen die Städte dann nicht mehr durchweg so tidy aus. Auf dem Weg sollte es ein großes Outdoorgeschäft geben, wo wir unbedingt noch hin wollten, da Lydia und Josua feste Schuhe brauchten. Die alten, durch Asien geschleppten, waren beiden zu klein. Außerdem brauchte Josua unbedingt noch eine anständige Jacke. Seine trug jetzt nämlich Florian und ich wollte endlich eine vernünftige Hose.
Der Outdoorladen war was Kindersachen anging besser als in der Stadt. Lydia und Josua bekamen richtige Schuhe und alle drei Thermounterwäsche, was uns unnötige Pullies etc. ersparte. Nicht nur das die Dinge billiger als in Deutschland waren, fragte man nach einem Rabatt bekam man diesen in der Regel auch.
Eine Hose habe ich leider nicht gefunden. Diese Outdoorhosen litten immer an echt unergonomischen Schnitten und dazu waren sie alle viel, viel zu weit. Dabei hatte ich doch noch einen schönen Keksbauch aus Indonesien. Dreimal täglich Kekse war nicht förderlich für die schlanke Bali-Figur. Die hatte ich da aber gar nicht gebraucht. Nicht, dass man da sonst mit seinem Astralkörper in einen Müllberg fiel. Dann lieber einen weniger schönen Astralkörper, dafür aber etwas an, wenn ich in einen Müllberg falle.
Danach ging es weiter, bis wir in der unglaublich unschönen Stadt Paramatta mit seinen typischen grauen Wohnblocks ein Aldi-Süd-Schild sahen. Süd schien für Australien echt treffend. Das mussten wir uns unbedingt anschauen. Wir brauchten sowieso noch Sachen wie Waschmittel, denn jetzt mussten wir ja wieder selber waschen. Kaum zu glauben, aber der Aldi sah wirklich wie in Deutschland aus. Die selbe Anordnung und selbst die Produkte waren die selben, nur mit englischem Aufdruck. Ich hätte nicht gedacht, dass man ein Marktkonzept eines Landes einfach so eins zu eins auf ein anderes kopieren konnte.
Nach Aldi ging es weiter und da wir nicht wussten, wo wir denn eigentlich hin wollten, haben wir mal an der Touri-Info in Glenbrook, der ersten Stadt auf der Straße durch die Blue Mountains, nachgefragt. Die haben uns erklärt, was wir denn so machen könnten und haben uns weiter nach Katoomba geschickt.
In Katoomba haben wir unseren Weg zum Campingplatz gefunden, wo die Campsite für die Zelte zwischen zwei Cricket-Feldern lag und auch gerade bei unserer Ankunft viel los war. Es wirkte alles sehr unwirklich. Die weiß gekleideten Herren, die da die ganze Zeit rumstanden und jemand schmiss einen Ball, dann wurde mal wieder geklatscht, irgend jemand rief was und ganz, ganz selten setzt sich die Gruppe auf dem fein gemähten Rasen in Bewegung und hier und da fing einer an zu rennen.
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| Sleeping between the cricket patches. (Katoomba, Australia) |
Am Abend sind Christian und ich noch mal los, da unser Kocher ja noch nicht betankt war, wir aber dennoch gerne was essen wollten. In Sydney hatte der Campingplatz nicht nur BBQ zu bieten, sondern richtige Gasplatten zum kochen.
Hier auf dem Platz waren jede Menge ältere Deutsche unterwegs und während Christian, Florian und ich Benzin holen waren, müssen Lydia und Josua allen auf dem Platz von unserer Weltreise erzählt haben, denn als wir wieder kamen, sprachen uns ständig Leute an, wie es denn so sei mit Kinder so lange unterwegs zu sein. Einige schenkten uns auch ihre ganzen restlichen Essensreserven plus Kochutensilien, da sie wieder zurück nach Deutschland mussten.
Der Sonnenuntergang in dieser unglaublich klaren Luft war spektakulär.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 11. Januar 2009
Der dringend benötigte Tag Pause (Katoomba, Australien)
Ich wusste am Morgen immer noch nicht, wie die Stadt hieß, wo wir eigentlich waren, aber ich wusste, dass wir überhaupt kein Bargeld mehr hatten, um eine weitere Nacht hier zu bezahlen.
Trotz Kleingeldmangel haben wir gemütlich mit einem deutschen Pärchen aus Köln gefrühstückt und somit auch die Checkout-Zeit verpasst. Christian wurde dafür geschimpft.
Apropos Christian, er kämpfte immer noch mit der blöden Hautinfektion. Am Bein war es gerade weg, aber jetzt hatte er es schon wieder ganz schlimm unterm Arm. Ich fragte mich, ob unsere Creme überhaupt noch wirken konnte, nach längerer Lagerung im Rucksack bei über 30 Grad.
Josuas Schneidezahn wackelte bedenklich und hing schon ganz schief.
Wir sind Geld holen gefahren und es war eigentlich eine Schande, dass wir jetzt überall mit dem Auto hinfuhren. Da würden meine kleinen Monsterwaden, die sahen wirklich heftig aus, am Ende von Australien wieder zu normal-size Beinen geschrumpft sein. Vor allem würden wir mit der Rückenmuskulatur wieder ganz neu anfangen müssen.
Beim ausgiebigen Shoppen im Supermarkt haben wir Sandalen für Flo gefunden. Die anderen Schuhe waren zu klein und stanken durch den Schweiß ganz fürchterlich. Er fand das total klasse und hielt sie uns die ganze Zeit bis zur Kasse, wissend das sie für ihn sind, hin.
Das Australien eine extra Wurst brauchte, was die Steckdosen anging, war echt nervig. Sie hätten doch einfach die Englischen nehmen können, aber nein, es mussten die Englischen Stecker sein, die aber ein bisschen gedreht waren.
Den Rest des Tages gab es für Flo einen langen, langen Mittagsschlaf, für Lydia und Josua Schule und für mich viel Blog-Arbeit.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 12. Januar 2009
Von den Blauen Bergen kommen wir - jetzt nur nicht träge werden (Katoomba, New Sourth Wales, Australien)
Nach dem gestrigen Tag der Erholung und erster Orientierungsansätze wollten wir heute unbedingt doch mal schauen gehen, wo wir uns hier eigentlich befanden und was denn das Besondere an diesem Platz war, außer dass man zwischen Cricket-Spielern campte.
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| The lookout is right under the cable car, so it isn't worth to spend that much money for it. (Katoomba, Australia) |
Wie wir von unserem Kölner Pärchen hörten, sollte man die Bustour auf keinen Fall machen. Sie waren doch etwas enttäuscht von den albernen Stopps, die der Bus machte.
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| The famous Three Sisters. (Katoomba, Australia) |
Wie gut, dass wir sowieso so gut wie nie Touren buchten, da wir das meiste gut alleine machen konnten und das was ich von dieser Bustour gelesen hatte, hatte mich schon im Vorfeld zu der Überzeugung kommen lassen, dass das für uns definitiv das Falsche sei.
Wir wollten etwas von dem Abenteuer Australiens mitbekommen und sind zu einer kleinen Wanderung gestartet. Florian freute sich total, als er sah, wie ich das Tragetuch anlegte und kam sofort gerannt.
Zwei drei Stündchen hatten wir uns vorgenommen, raus kamen sechs Stunden strammen Laufens.
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| Blue Mountains. (Katoomba, Australia) |
Vor allem der Weg von der Felskante runter Richtung Tal hatte viele, viele Treppen, die ja am Ende auf der anderen Seite auch wieder hoch gestapft werden wollten.
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| Step aerobic. Our legs were hurting badly the day after. (Katoomba, Australia) |
Penang Hill in Malaysia war dagegen für Warmduscher. Nach so vielen Tagen nur noch Auto und keinem anständigen Marsch mit Gepäck mehr war die Muskulatur schon erschlafft.
Die Route, die wir gelaufen sind, war oben an der Abbruchkante des Plateaus, sehr touristisch, aber die Aussicht auf die Blue Mountains war grandios. Diese Weite.
Als wir uns dann entschieden noch in Richtung Tal zu laufen, hörte es mit den Menschen schlagartig auf und wir waren die meiste Zeit alleine. Da die Wege hier alle sehr gut ausgebaut und beschildert waren, war in unmittelbarer Nähe zu Katoomba das Wandern easy going und wir konnten uns voll und ganz auf die Umgebung konzentrieren.
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| Isn't it gorgeous? (Katoomba, Australia) |
Am Abend kam ich noch mit einem Herren aus Österreich ins Gespräch und er war mächtig beeindruckt von unserer Reise. Erst holte er seine Frau, um sie mir vorzustellen, denn die sollte mich wohl auch unbedingt kennen lernen und dann fragte er sie, warum sie so etwas denn nicht machten. Als Rentner hätten sie doch alle Zeit und Geld der Welt.
Später tauchte er nochmal bei unserem Zelt auf, weil er das alles einfach nicht fassen konnte. Süß!
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 13. Januar 09
There are no kangoroos in Austria! (Katoomba nach Abercrombie, New South Wales, Australien)
Da es in Australien nicht ganz einfach war, Internet zu finden, oder zumindest bezahlbares, 12 Dollar pro Stunde war für mich nicht existent, sind wir weiter nach Bathurst in die Bibliothek, wo es tatsächlich kostenloses Internet gab.
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| There are no kangoroos in Austria. There are so many in Australia, though. (Abercrombie, Australia) |
Wir haben uns dann spontan entschieden, zu den Abercombie Höhlen zu fahren. Wenn uns mehr als zwei Autos begegneten, dann war es schon voll auf den Straßen. Ansonsten waren wir komplett allein auf Landstraßen, die bis zum Himmel reichten.
Der Campingplatz lag in einer Schlucht, wildromantisch. Und endlich haben wir auch unsere ersten Kängurus gesehen. Kleine, große und mit Baby im Beutel.
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| Big brother is watching you. (Abercrombi, Australia) |
Auch hörten hier die work-und-traveler Ströme, wie auch die deutschen Reisemassen, auf. Abgesehen von uns natürlich, wir gehörten ja auch dazu. Aber wir wollten eigentlich gar nicht hier her. Wir wurden gezwungen, denn wenn man mit Qantas reiste, musste man über Australien. Wie man sah, wir litten schrecklich. Und diese unglaubliche Ruhe überall.
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| Abercrombie cave from the outside. (Australia) |
Die Höhle, oder vielmehr der größte Tunnel der südlichen Hemisphäre, wurde vom Campingplatz aus betrieben und war von dort zu Fuß erreichbar. Trotz schwerem Muskelkater watschelten wir los durch tolle Eukalyptuswälder und dann durch den wirklich großen und nicht ganz unbeeindruckenden Tunnel.
Am Ende befand sich eine Tanzbühne, die schon seit 1860 (glaube ich) da war und damals als lokale Unterhaltung für die Minenarbeiter und ihre Mädels diente. Mitten in der Höhle wohl gemerkt. Schon seltsam sich vorzustellen, dass vor knapp 150 Jahren dort voll die Post abging.
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| Abercrombie cave from the inside. (Australia) |
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| Abercrombie cave inside out. (Australia) |
Abendbrot gab es in Anwesenheit viel zu vieler Fliegen, die wohl lieber uns Menschen mochten als alles andere. Wenigstens waren die Mücken nicht so penetrant, so dass wir eine kleine DEET-Pause machen konnten, ohne Angst um Leib und Leben zu haben.
Florian war hier so glücklich. Er spazierte die ganze Zeit mit gefundenen Stöcken und Steinen durch die Gegend und sein Radius erweiterte sich zunehmend.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 14. Januar 2009
Go West (Abercrombie nach Griffith, New South Wales, Australien)
So schön es hier auch war, unsere kurze Zeit hier in Australien hat uns weiter getrieben. Immer Richtung Westen.
Durch endlose, wenig bewachsene Hügellandschaft mit hier und da mal einem Kaff von 60 Einwohnern war unsere Tagesetappe Griffith. Die Käffer sahen zum Teil echt trostlos aus. Quadratisch, praktische, einstöckige Bretterbuden mit Wellblechdach auf mehr oder weniger grünen Wiesen. Meistens auch ohne Bäume oder sonst etwas adrettem. Dafür waren die Straßen in den größeren Käffern so breit, dass es immer alles etwas verlassen und verloren wirkte. Hatte aber was. Wirkte ein bisschen wie Westernstädte auf uns. Die zweistöckige Bauweise auf den Hauptstraßen unterstützten diesen Eindruck noch.
Da wir nicht auf dem Highway unterwegs waren, sondern eine Nebenstrecke genommen hatten, gab es auch größere Abschnitte reine Schotterpiste, die aber ohne Probleme mit 80 bis 100 km/h befahren werden konnten.
Auf Grund der großen Distanzen mussten die Kinder jetzt während des Fahrens Schule machen, was nicht immer ganz einfach war, da man sich kaum verstand und für Josuas weiteres Schreiben lernen war es etwas wackelig.
Auf dem Weg nach Griffith tauchten irgendwo große Schilder mit "No Fruit Flys" und "Quarantene Zone. Throw all fruits away" auf. Dabei hatten wir doch gerade erst ganz viel leckere Sachen gekauft und das alles jetzt wegwerfen? Sollten wir es einfach ignorieren und schauen was passierte? Wir dachten, dass diese Sicherheitszonen viel weiter westlich lägen und nicht schon in New South Wales. Als wir weiter fuhren wurden wir von Autos angeblinkt, woraus wir schlossen, dass kontrolliert wurde. Also sind wir wieder umgekehrt, haben einen unfreiwilligen Stopp in Ardlethan und ein Obstpicknick gemacht. Alles haben wir dennoch nicht geschafft und haben es schweren Herzens weggeworfen. Als wir dann zur Kontrollstation kamen, war schon keiner mehr da.
Diese blöden Fruit Flys sollten uns durch den ganzen Westen von New South Wales begleiten. Ständig fuhr man hier in die Sicherheitszonen und wieder raus und nie durfte man Obst mitnehmen. Also haben wir gar keines mehr gekauft.
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| To the horizon. (somewhere in Australia) |
Griffith war angeblich die Stadt, wo alle Backpacker hingeschickt wurden, da es hier jede Menge Plantagenarbeit gab. Bis auf einen 21 jährigen, echt coolen Typen für das Alter haben wir aber niemanden getroffen.
Wir sind erst zur kostenlosen Campsite am See gefahren, aber hier hat es uns gar nicht gefallen und die 44 Grad haben selbst uns zu schaffen gemacht. Zurück in der Stadt sind wir in den Caravan-Park, wo es einen Pool gab, der richtig gut tat bei den Temperaturen.
Hier schienen vor allem Saisonarbeiter zu leben mit einem Mangel an weiblicher Gesellschaft, denn jede Frau, egal welchen Alters und Aussehens, wurde beim Betreten des Pools auf schärfste gemustert.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 15. Januar 2009
Das Heulen des Windes (von Griffith in den Mungo Nationalpark, New South Wales, Australien)
Am Morgen ging es nochmals zum Einkaufen und Tanken und dann durch endlose Ebenen Richtung Meldura. Ich fragte mich wirklich, ob es sich lohnte, hier Landwirtschaft zu betreiben, da mir total unklar war, wie die hier es schaffen, über die gesamte Trockenzeit hin ihre Obstplantagen zu bewässern.
Als wir zwischendurch nochmal tanken waren, sind wir ja fast erfroren. Nur noch 23 Grad. Der Tankwart grinste uns in seiner dicken Fließjacke an und meinte, dass es gestern hier 47 Grad gewesen seien, aber das würde sie nicht stören.
Kurz vor Meldura sind wir zur Touri-Info, um zu erfragen, wie das mit dem Mungo Nationalpark so funktioniert. Das war echt praktisch hier in Australien. Man konnte dieses Land total unvorbereitet bereisen, denn jedes Kaff besaß eine Touristeninformation, die immer jede Menge Broschüren da hatte und einem alles erklären konnte. Uns wurde eine Karte vom Mungo Nationalpark ausgehändigt, etwas über die Straßenverhältnisse mitgeteilt und schon waren wir auf dem Weg zu unserer ersten Outback-Erfahrung.
Vor uns lagen rund 110 Kilometer Schotterpiste und im selben Radius keine Stadt mehr.
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| Gravel roads are so much fun. (Mungo Nationalpark, Australia |
Als wir den Campingplatz im Park erreicht hatten, fühlten wir uns etwas verloren. Außer uns und einer Gruppe Kängurus war niemand hier.
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| Somewhere in the middle of nowhere. (Mungo Nationalpark, Australia) |
Die Landschaft war karg, dennoch gab es ein paar Bäume und kleine Sträucher. Der Wind, der über die Ebene peitschte war das einzige Geräusch, welches wir hörten. Zwei Kilometer entfernt befand sich das Visitor-Center, wo wir unsere Eintrittsgebühr in einem Briefumschlag stecken und dann in einen Kasten werfen mussten. Das Center war nicht besetzt aber dennoch offen, so dass man sich die kleine Ausstellung anschauen konnte, die etwas über die Geschichte des Lake Mungo erzählte, der vor rund 20.000 Jahren ausgetrocknet war und wo man die ältesten menschlichen Funde außerhalb von Afrika gemacht hat. Man datierte diese auf rund 46.000 bis 60.000 Jahre zurück. Beeindruckend!
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| Lake Mungo. Where has all the water gone? (Australia) |
Da es ein totales Feuerverbot für heute im Park gab, haben wir das BBQ genutzt, welches hier zur Verfügung stand. Und die ganze Zeit während unseres Abendbrotes wurden wir von Kängurus belagert. Waren die eigentlich gefährlich?
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| Hungry? (Mungo Nationalpark, Australia) |
Eins saß die ganze Zeit vor dem Regensammelbehälter, so dass ich nicht abwaschen konnte.
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| Be brave! (Mungo Nationalpark, Australia) |
Als wir die Viecher endlich dazu bewegt hatten wenigstens einen Meter zu rücken und ich das Wasser an machte, wurde klar, was die Kängurus wollten. Sie stürmten auf mich zu und wollten an das Wasser. Es entstanden regelrechte Kämpfe zwischen den Tieren, da jedes etwas haben wollte.
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| They are really thirsty. (Mungo Nationalpark, Australia) |
Selbst Vögel tauchten auf, um wenigstens einen Tropfen abzubekommen. Dies zeigte uns, wie lebensfeindlich und unbarmherzig das Outback sein musste.
Ich fühlte mich schon etwas unwohl. Nach dem vollen Südostasien so viel Einsamkeit.
Der Wind heulte weiter. Irgendwann tauchte noch eine weitere Familie auf, die aber am anderen Ende der Campsite ihr Lager aufschlug, so dass wir sie weder sahen noch hörten. Wir wussten nur um ihre Existenz.
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| A camper. (Mungo Nationalpark, Australia) |
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| Total solitude. (Mungo Nationalpark, Australia) |
Für den Sonnenuntergang sind wir auf den ausgetrockneten See rausgefahren, um mit einem farblichen Spektakel belohnt zu werden. Die Farben hatten eine Brillanz, wie sie mir in Südostasien immer gefehlt haben. Da war alles immer verwaschen und milchig.
Der absolute Wahnsinn!
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| Sunset on Lake Mungo. (Mungo Nationalpark, Australia) |
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| Romantic.(Mungo Nationalpark, Australia) |
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| Happy sunset.(Mungo Nationalpark, Australia) |
In der Nacht rüttelte der Wind heftigst am Zelt. Und ich war froh über unser Arktis 3 Zelt von Tatonka, welches unglaublich schnell warm wurde und die Wärme hielt. Kalt wurde es hier nämlich nachts.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 16. Januar 2009
Sanddünentag (Lake Mungo nach Broken Hill, New South Wales, Australien)
Ganz früh morgens sind Christian und ich los, um den Sonnenaufgang hinter dem See zu beobachten. Der Wind peitschte weiterhin über die kahle Ebene und es war schweinekalt, aber der Sonnenaufgang mit dem ganz warmen und brillanten Licht war umwerfend.
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| Incredible sunrise. (Mungo Nationalpark, Australia) |
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| Speechless. (Mungo Nationalpark, Australia) |
Mittlerweile hatte ich mich an die sonderbare Situation und Umgebung gewöhnt, so dass ich es nicht mehr so unheimlich fand, sondern vielmehr den Nervenkitzel genoss, welchen dieses unwirkliche Land erzeugte.
Während des Frühstücks wurden wir von einem Schwarm Vögel belagert, die nicht im geringsten vor unseren Verscheuchversuchen zurückschreckten. Jeder Krümel, den sie ergattern konnten, zählte hier.
Dann ging es auf die Autotour über den See und um die existierenden Sanddünen herum. Uns wurde dann auch klar, warum die Dünen "Walls of China" hießen. Aus der Ferne bildeten die Luftspiegelungen unglaublich hohe Wände.
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| Walls of China. (Mungo Nationalpark, Australia) |
Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht diese hinunterzurollen. Auf der anderen Seite trafen wir noch zwei weitere Fahrzeuge. Ich würde sagen, prope voll hier.
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| Small scale topography, ie just a picture of the ground. (Mungo Nationalpark, Australia) |
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| In the desert. (Mungo Nationalpark, Australia) |
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| So much sand. (Mungo Nationalpark, Australia) |
Nach dieser beeindruckenden Tour am Morgen sind wir wieder Richtung Zivilisation, da die limitierenden Faktoren hier Wasser und Sprit waren. Und obwohl wir einen 10 Liter Kanister gekauft hatten und die drei Liter Milchkanister gesammelt und ebenfalls mit Wasser gefüllt hatten, so dass wir rund 19 Liter dabei hatten, hätten wir eine weitere Nacht nicht geschafft, wie wir Abends feststellen mussten. Denn auch ohne Kochen war das Wasser alle. Wir mussten einfach unglaublich viel trinken. Dabei schwitzten wir so gut wie gar nicht vom Gefühl her.
Zurück in der Zivilisation, oder so etwas ähnlichem, haben wir in Wentworth getankt und uns entschieden, die 250 Kilometer nach Broken Hill noch zu fahren.
Wir fuhren hier einfach sehr gut mit rund 100 bis 110 Km/h über diese endlosen Straßen und wunderten uns, dass die Vegetation sich immer mal wieder spontan änderte. Ja, ja das tat sie wirklich, auch wenn auf den ersten Blick alles kahl und trocken wirkte. Mal gab es Bäumchen, dann wieder nicht. Dann mal ein bisschen Präriegras und im nächsten Moment nur noch kleine Büsche und Sträucher. Wir fuhren über endlose Weiten und plötzlich tauchten Hügel auf.
Beim passieren von Creeks (Flüsse, die während der Trockenzeit zum großteil ausgetrocknet waren) gab es immer Messlatten, damit man in der Regenzeit wusste, wie tief die Brücke unter Wasser lag. War jetzt etwas schwer vorstellbar, aber es musste hier unglaublich regnen im Winter.
In Broken Hill (ca. 20.000 Einwohner) angekommen waren wir schwer beeindruckt von dieser Western-Bergbaustadt. Am Anfang erschienen diese Städte so leer und einsam, aber wenn man sich ein bisschen eingeschaut hatte, dann hatten sie einen ganz eigenen Charme. Wobei Broken Hill die Stadt der Übergewichtigen zu sein schien. Australien schien an sich ein riesen Problem damit zu haben. Und nach dem schlanken Südostasien fielen diese Mengen an Matronen stark auf. So auch in Broken Hill.
Wir haben uns wieder für die Campsite mit Pool entschieden und zum Abend gab es lecker Fleisch. Das Rind- und Lammfleisch war billiger als Schwein, so dass wir uns nicht zweimal bitten ließen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 17. Januar 2009
Das war wohl nichts! (Silverton, New South Wales, Australien)
Wir wollten uns die alte Mienen- und jetzt Geisterstadt Silverton anschauen, aber das war wohl nichts. Geisterstädte sahen anders aus. Es war eine Ansammlung von Häusern, wo jetzt angeblich Künstler die Touristen beehrten. So ein Scheiß.
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| Where is the saloon? (Broken Hill, Australia) |
Nach White Cliffs, um dort noch diese Häuser, die unter die Erde gebaut sind, anzuschauen, war es uns mit 250 Kilometern eine Strecke zu weit. Also sind wir zurück zum Campingplatz, wo überhaupt keine Traveller-Kids mehr unterwegs schienen, zurück. Vorher haben wir noch einen kleinen Spaziergang durch das City Center gedreht und gesehen, dass im Kino Madagaskar II lief. Das schien uns genau das Richtige für einen Samstagnachmittag in der Metropole Broken Hill und um das Geldgeschenk der Oma für Weihnachten einzulösen.
Um 17:30 Uhr haben wir die Kids ins Kino verfrachtet, um festzustellen, dass die Hauptstraße schon komplett zu hatte, mitsamt aller Cafés. Toll!
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 18. Januar 2009
Wo kommen denn plötzlich die Berge her? (von Broken Hill in den Warrumbungle Nationalpark, New South Wales, Australien)
Das meiste, was wir hier machten, war Autofahren. Somit passierte de facto nicht wirklich viel, da Australien einfach durch seine Landschaft bestach und die ließ sich nicht wirklich beschreiben. Die musste man sehen und vor allem fühlen. Diese Weiten konnten süchtig machen.
Wir waren recht früh aufgebrochen, da wir rund 700 Kilometer zurücklegen wollten, was sich ohne Stress machen ließ. In Deutschland war man danach gerne mal fix und fertig, da man mindestens zwei Stunden in irgendwelchen Staus oder Baustellen zugebracht hatte.
Jetzt bloß nicht vergessen, die Uhr wieder eine halbe Stunde zurück zu stellen. Seltsam aber wahr, Brocken Hill hatte südaustralische Zeit und die war eine halbe Stunde zurück.
Kurz hinter Broken Hill verließen wir auch endlich die Obstschutzzone und passierten ein interessantes Schild, welches einem untersagte umzukeheren ohne vorher sein Obst wegzuschmeißen. Moment mal, das hatte man doch in Broken Hill gekauft. Durfte man aber nicht wieder einführen.
Dann gab es Geschwindigkeitskontrollen, wobei uns nicht ganz klar war, für wen die eigentlich waren. Der Trick dabei war, dass man fotografiert wurde und in hundert Kilometern wieder. Die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit entschied dann, ob man zu schnell war oder nicht. Das war in sofern fies, als dass man die ganze Zeit auf die Geschwindigkeit achten musste und nicht nur für den kurzen Moment wie bei Radarfallen.
Manchmal fragte ich mich, für wen hier eigentlich die Zäune gebaut waren. Damit keine Passanten, wo immer die herkommen sollten, rein oder aber keine Tiere raus kamen. Die meisten Tiere befanden sich sowieso vor und nicht hinter dem Zaun. Solange sie uns nicht vors Auto hopsten war es wohl eine rein hypothetische Frage, wer denn nun drinnen und wer draußen war.
Die Kids hatten sich auf die Schule im Auto gut eingestellt und wir konnten die verlorene Zeit aus Indonesien wieder wett machen.
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| A koala bear in its natural habitat. (Warrumbungle Nationalpark, Australia) |
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| Koala bears are not very energetic animals. (Warrumbungle Nationalpark, Australia) |
Den ganzen Tag fuhren wir durch relativ plattes Land, erst in den letzten 30 Minuten tauchten, frag mich nicht woher, auf einmal richtige grüne Berge auf. Das sah echt klasse aus, wenn sich aus einer Ebene plötzlich ein neckisches Gebirge erhob. Wir waren trotz zügigem fahren zu spät. Das Visitor Center im Warrumbungle Nationalpark war schon zu. Also bezahlten wir die 5 Dollar pro Erwachsener 3 Dollar pro Kind, Florian war frei, sowie die 7 Dollar für das Auto wieder per Briefumschlag und Postkasten. Ich fand diese Preise phänomenal, dafür dass man normalerweise eine spitzen Infrastruktur zur Verfügung gestellt bekam. Alles was man brauchte war genug Wasser und Essen. Hätte uns irgend jemand vorher mal gesagt, dass ein Zelt in Australien essentiell ist und mit Abstand die günstigste Reiseform hier vor Ort, dann hätten wir vielleicht nicht so einen Stress im Vorfeld gehabt. Und dass wir unser Zelt hier Punktgenau in Empfang nehmen konnten war absolutes Idiotenglück, da es eigentlich nach Südamerika geschickt werden sollte.
Und während andere einen Tierpark nach dem anderen ansteuerten, um mal Koalas und Kängurus zu sehen, saß in einem Baum auf der Campsite ein fetter Koala und pennte.
Ein Emu schaute auch vorbei, wobei wir die schon draußen im Outback gesehen haben. Das lauteste hier waren aber die Kakadus. Und zwar nicht nur ein oder zwei, sondern dutzende belagerten die Bäume und machten einen höllen Lärm. Die Papageien waren dagegen ruhiger.
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| Of course there are kangoroos, too. (Warrumbungle Nationalpark, Australia) |
Sowie die Sonne hinter dem tollen Bergpanorama, welches wir von unserem Zelt aus genossen, untergegangen war, wurde es von jetzt auf gleich leise. Auch der größte Kakadu, und die waren echt groß, brauchte wohl seinen Schönheitsschlaf, um uns morgens in voller Schönheit, vor allem aber in voller Lautstärke, wieder voll zudröhnen.
Da der Warrumbungle Nationalpark schon wieder näher an der Küste lag, waren auch noch andere Camper da, aber die Kapazitäten waren bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Campen schien hier ein echter Volkssport. Mich beeindruckte vor allem die illustre Vierergruppe von alten Herrschaften, die bestimmt alle stramm über 70 waren.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 19. Januar 2009
Das lässt sich hier aber auch schön wandern (Warrumbungle Nationalpark, New South Wales, Australien)
Gefrühstückt wurde im Kreise der Lieben - Kängurus - und dann ging es erst zum Visitor Center eine Karte holen plus der Info, welche Route man denn gut laufen könne. War das bequem.
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| Bushwalking in Warrumbungle. (Australia) |
Die Strecke hatte 14,5 Kilometer und rund 400 Höhenmeter, aber das sollte zu schaffen sein, da die Wege hier gut aufbereitet waren. Es gab auch wieder jede Menge Treppen, aber dennoch waren wir nach den 5 1/2 Stunden nicht so fertig wie in den Blue Mountains.
Und wenn ich dachte, in Krabi in Thailand könne man schön Klettern, dann war ich bis dahin noch nicht in Australien gewesen. Was für Kletterfelsen!
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| Scenic. (Warrumbungle Nationalpark, Australia) |
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| Even more scenic.(Warrumbungle Nationalpark, Australia) |
Während ich mit unserem Computer rüber zu den Stellplätzen mit Strom wanderte, um diesen endlich wieder aufzuladen, kochte Christian im guten Khmer-Style alles was noch übrig war. Also Kartoffeln mit Reis und asiatischen Nudelsuppen.
Da es hier im Park kein Trinkwasser gab, waren wir die ganze Zeit beschäftigt, Wasser abzukochen. Bei den Litermengen, die man hier so brauchte, war das durchaus eine Aufgabe. Zumal wir auch keine wirklich großen Kochtöpfe zur Verfügung hatten.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 20. Januar 2009
"Country roads..." (vom Warrumbungle Nationalpark nach Armidale, New South Wales, Australien)
Unser primäres Ziel war es eigentlich, endlich mal wieder einen Internetzugang zu finden, dabei sind wir in das grottenscharfe Country-Festival von Tamworth geraten.
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| Partner look. (Tamworth, Australia) |
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| Fans. (Tamworth, Australia) |
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| Cowboy. (Tamworth, Australia) |
Das Tamworth die Country-Metropole Australiens war, wussten wir, was wir aber nicht wussten war, dass hier gerade die Post abging. Die Stadt war rappel voll und in Großteilen gesperrt. Also ist Christian zu Fuß zur Bücherei los und die Kinder und ich zu Woolworths, unsere nicht existenten Vorräte wieder auffrischen.
In der Mall war die Hölle los. Der Tamworth bekannte Mr.-ich-wusste-nicht-wie-er-hieß unterhielt den ganzen Laden. Unzählige Zuhörer, die begeistert und entzückt den meiner Ansicht nach etwas fragwürdigen Klängen mit der noch fragwürdigeren Stimme lauschten. Aber die Stimmung war gut. So gut, dass Fans, die sich mit Campingstühlen zu der Masse gesellen wollten, vom Sicherheitspersonal des Einkaufszentrums verscheucht wurden. Nur die Stühle, die zu den Cafés gehörten, waren hier erlaubt.
Christian kam gefrustet zurück, da der eigene Computer nicht erlaubt und unser USB-Stick sonst wo vergraben war. Also kein Blog und bei den e-Mails gab es immer noch keine Antwort von Susan und Pete aus Brisbane. Am Abend stellte sich dann heraus, dass ich die falsche Adresse benutzt hatte. Misst, wir waren doch fast da und es wäre so Schade, sie nicht zu treffen.
Wir entschieden uns spontan, hier zu bleiben, denn dieses Event wollten wir nicht verpassen. Als wir den extra für das Festival erweiterten Campingplatz anfuhren blieb uns aber der Mund offen stehen. 100 Dollar für die Nacht. Das war uns dann doch zu teuer. Also sind wir nur schauen gegangen, aber schon das war der absolute Knaller.
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| Boots are mandatory. (Tamworth, Australia) |
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| Yeehaa! (Tamworth, Australia) |
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| Even more girls with boots. (Tamworth, Australia) |
Die Innenstadt war nicht nur voll mit kernigen Burschen, die karierte Hemden und Cowboyhüte trugen und Mädels in viel zu knappen Jeansröcken und Cowboy-Stiefeln, sondern alle paar Meter stand jemand und gab seine Country-Sangeskunst zum Besten.
inige Bands waren gar nicht so schlecht, andere Sänger dagegen so amateurhaft, dass sie mir fast Leid taten. Da gab's zum Beispiel den "Singing Farmer", so sah er auch aus. Total süß. Mutter und Tochter, wo sich bei mir die Frage auftat, wer denn nun von den beiden der größere Anfänger war.
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| The singing farmer. (Tamworth, Australia) |
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| Mother and daughter. (Tamworth, Australia) |
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| They were really good.(Tamworth, Australia) |
Dann gab es einen Sänger, der war gar nicht so schlecht. Eine ganze Menge von Leuten standen dort, um ihm zuzuhören. Das einzig Befremdliche war, dass er im Eingang eines Geschäftes stand und im Hintergrund die Kunden an den Wühltischen dem normalem Shoppen nachgingen.
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| Buy one get one free! (Tamworth, Australia) |
Es gab ein Mädel in Lydias Alter, welches die Straße rockte. Und ich wollte ja nichts sagen, aber die Menschen die hier zum Teil rumliefen sahen anders aus. Zum einen tat ihnen ihre europäische Herkunft, soll heißen die englische und irische Abstammung, gar nicht gut. Die Haut war einfach viel, viel zu weiß für diese Sonneneinstrahlung. Und wenn sie nicht weiß war, war sie rot. Viele der Mädels hatten Klamotten an, die nicht hautnah, auch nicht hauteng, sondern Presswurst gleich waren und das bei den ohnehin sehr seltsamen Proportionen. Unglaublich viele sehr stark Übergewichtige. Und ungesund sahen viele der Besucher hier aus. Zähne, wenn vorhanden, dann in einem sehr schlechten Zustand. In Kambodscha hatten ja so auffallend viele, so gut sanierte Zähne.
Es war somit nicht nur ein Akustisches Highlight, sondern auch optisch wurde viel geboten.
Weiter ging es nach Armidale, in der Hoffnung, dass es hier Internet geben könnte. Aber auch hier war der eigene Computer nicht gewollt. Und da es zu spät war, um weiter zu fahren, sind wir hier geblieben. Der Campingplatz war spitze. Mit tollem Pool, sehr guten Einrichtungen und endlich auch Internet.
Während Christian und ich endlich den Blog machen konnten, kam eine Frau zu uns und fragte uns, ob wir einen Sohn hätten der Josua hieße. Josua muss wohl im Auto gesessen und die ganze Zeit "Mamma" gerufen haben. Nach dem Kinofilm hatte er unglaubliche Angst vor Löwen und traut sich nicht mehr alleine zu sein.
Ich habe ihn ins Bett gebracht, während Christian den Blog machte und Florian wieder einen seiner Frustanfälle hatte. Heulend kroch er in die hinterste Ecke des Zeltes und wollte bloß nicht angefasst, geschweige denn angesprochen werden. Das war ein Vogel.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 21. Januar 2009
Überbevölkerung (Armidale nach Lismore, New South Wales, Australien)
Also, wenn man auch nur so kurze Zeit in der Pampa war wie wir, dann erschien einem die Küstenregion und das Hinterland total überfüllt. Mensch, was war es hier eng, voll und erst der Verkehr.
Wir haben uns gegen den viel beworbenen Waterfall Way und dafür für eine Nebenstraße entschieden, die sich über Kilometer die urwaldbewachsenen Berge hoch und runter kurvte. Sehr schön, nur leider hatten wir versäumt vollzutanken, so dass die circa 120 Kilometer lange Strecke durch den Wald zu einer Zitterpartie wurde, ob das Benzin denn noch reichen würde. Teu, Teu, Teu! tat es.
Josua lass durch das tägliche Lesen mittlerweile schon ganz gut. Und Lydia hatte endlich das fünfte Klasse Deutschbuch beendet.
In Lismore angekommen sind wir wieder beim Visitor Center vorbei, haben uns Karte und Campsite-Adressen geben lassen und sie wirklich alle abgefahren. Der letzte Campingplatz den wir anfuhren, hatte dann endlich alles was wir wollten - einen tollen Pool. Florian war davon auch immer sehr begeistert. Zum Glück waren die Pools immer gut eingezäunt und hatten Öffnungsmechanismen, die selbst für den Josua nicht bedienbar waren.
Durch unsere ständigen Verzögerungen bezüglich des Blogs kam letztens eine besorgte Mail aus Jakarta, von Marion mit der wir auch Weihnachten zusammen gefeiert hatten. Total süß, da sie sich Sorgen machte, ob es uns denn noch gut gehe, da keine Blogeinträge mehr kamen. Mich freute es immer wieder zu hören, wer mittlerweile alles den Blog laß und das auch so viele persönlich Anteil daran nahmen. Hier mal ein ganz großes Dankeschön an alle unseren treuen Leser.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 22. Januar 2009
Wo war das Bad noch? (Lismore, New South Wales, Australien)
Wir waren jetzt soviel und schnell von einem Platz zum nächsten gehopst, dass einfach nichts mehr ging. Morgens wachte ich auf und wusste nicht mehr, wo wir eigentlich waren.
Ich wollte bei der Uni vorbei schauen, da die Verhaltenswissenschaftler der Southern Cross University möglicherweise auf meinem Gebiet tätig waren.
Optimistisch machte ich meinen Weg auf den Campus, um nach längerem Suchen von jemandem die Frage gestellt zu bekommen: "Ist die entsprechende Person denn hier oder in Coffs Harbour auf dem Campus?"
"Was!?"Es gab noch einen Campus. Da fuhren wir extra nach Lismore wegen der Uni und dann musste ich feststellen, dass ich auf dem falschen Campus gelandet war. So konnte es gehen.
Der Tag war dennoch schön erholsam. Nachmittags waren wir noch in der Bücherei um den Blog fertig zu machen und uns anständig diesmal auf die Brisbane Uni vorzubereiten. Leider gab es hier kein kostenloses Internet. Dafür hatte Lismore einen riesigen freien Gemeindepool. Ich fand all die kostenlosen Angebote enorm.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 23. Januar 2009
Ziel unserer Tour! (von Lismore, New South Wales, nach Brisbane, Queensland, Australien)
Ohne Hast sind wir morgens aufgebrochen. Vorher hatten wir noch nett mit einer älteren Dame geschnackt, die stolze Besitzeren einer Opalmine war. Ich habe mir diese Leute irgendwie anders vorgestellt. Nicht um die achtzig und wesentlich verstaubter. Sie war eine quirlige, unglaublich kommunikative alte Lady, die uns für unseren Tripp sehr bewunderte und stolz von ihren sechs Kindern, 19 Enkeln und 19 Urenkeln berichtete. Das nannte ich mal Familie. Und meine Oma glaubte schon mit drei Enkeln und drei Urenkeln viele Nachkommen zu haben.
Die Strecke nach Brisbane über den Highway war nicht nur langweilig, sondern schon fast nervig. Je näher wir Brisbane kamen, um so voller wurde es und trotz vierspuriger Autobahnen plus Standstreifen durfte man nur 110 km/h fahren.
Eigentlich wollten wir an der Küste entlang fahren, doch wir haben uns total verfranzt, so dass wir letztendlich bestimmt 20 Kilometer wieder zurück mussten. Das hatte nicht wirklich zu meiner Erheiterung beigetragen, da ich wenn überhaupt nur heute jemanden an der Uni noch treffen konnte.
Susan und Pete hatten sich leider bis zum Schluss nicht gemeldet. Wie wir später erfuhren lag Susan wegen einer schweren Erkrankung für viele Wochen im Krankenhaus.
In Brisbane sind wir dummerweise zu dem Campingplatz, der im Lonely Planet stand, gefahren und da uns die Zeit im Nacken saß, haben wir die schlechten Konditionen akzeptiert. Es war mit 46 Dollar der teuerste und mit Abstand der schlechteste. Die Abstände zwischen den Zelten waren erdrückend eng. Es gab für den Preis nichtmals einen Pool und die Küche hatte keinen regensicheren Sitzplatz. Und weil es mal wieder regnete bei freundlichen 35 Grad, sind wir zum Shoppingcenter gefahren, um was zu essen. Dabei stellte sich raus, dass es dort kostenloses WLAN gab. Das entschädigte für diesen scheiß Campingplatz.
Das Krasse schien bei diesen Plätzen immer, sobald sie hässlich und teuer waren, tauchten die Traveller-Kids wieder auf. Von denen gab es reichlich und wer hätte es gedacht, auch mal wieder fast nur Deutsche. Ich fragte mich echt, was es war, dass Traveller-Kids in der breiten Masse immer die hässlichsten Plätze anfuhren. Mir sollte es recht sein. Das hatte ich glaube ich schon mal gesagt, dann blieben die schönen Spots für uns, aber verstehen tat ich das nicht, auch dass die sich immer so ausnehmen ließen. Nicht nur, dass der Platz total überteuert war, sonder sie saßen alle dort mit ihren Laptops und zahlten die horrenden zusätzlichen Internetgebühren. 50 Meter weiter gab es dieses umsonst, da konnte man nur nicht so cool mit nacktem Oberkörper im Camper sich rumlümmeln. Meine Fresse und das sollte die Generation von Morgen sein? Das musste aber noch deutlich besser werden.
Jetzt aber genug mit diesem altklugen Geschwätz.
Ich wollte doch zur Uni. Die war direkt um die Ecke und es war auch gleich das erste Gebäude, in welches ich reingerannt bin. Selbst der Institutsleiter war da und hat sich sogar Zeit genommen, mir genaustens seine Forschungsschwerpunkte darzulegen. Es passte leider nicht ganz mit meinen Interessen zusammen.
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| Community pool in Brisbane. (Australia) |
Nach gut 1.5 Stunden intensivstem Zuhören in einer eins zu eins Situation auf einer fremden Sprache war ich durchaus platt.
Während der ganzen Zeit versuchte Christian dem Parkscheinkontrolleur zu entgehen. Erst täuschte er vor, er würde einen Parkschein lösen und bei der zweiten Runde blieb ihm dann nichts anderes übrig, als wegzufahren.
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| The skyline. (Brisbane, Australia) |
Da es noch nicht so spät war, nachdem ich das ganze Institut abgeklappert hatte, sind wir noch in die Stadt. Queensland hatte nämlich eine Stunde Zeitverschiebung zu New South Wales, was wir total übersehen hatten.
Brisbane war nett. Nicht spektakulär, dafür sehr tropisch.
Brisbane enthüllte seine schönen Seiten erst auf den zweiten Blick. Es gab zum Beispiel ein super tolles, öffentliches Poolangebot.
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| Tree in the Botanical Gardens of Brisbane. (Australia) |
Wenn wir das gewusst hätten, dann hätten wir natürlich die Badesachen mitgenommen. Eines der Becken war komplett mit Sand ausgestattet, so dass es sich wie im Meer anfühlte. Ein Stück weiter gab es am Flussufer Steilfelsen mitten in der Stadt, wo man klettern konnte.
Wir sind noch durch den Botanischen Garten geschlendert, der ebenfalls am Fluss lag, und wir mussten feststellen, dass Brisbane richtige Mangrovenwälder mitten in der Innenstadt besaß. Ein Wunder, dass es anscheinend keine Probleme mit Malaria und Dengue gab.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 24. Januar 2009
Wet'n'Wild Water Park (von Brisbane nach Mount Tamborine, Queensland, Australien)
Es war einfach grotesk, da waren wir in Australien am anderen Ende der Welt und nur Deutsche um uns herum. Vielleicht fuhren wir mal nach Deutschland, um endlich ein paar Australier zu treffen.
Während wir frühstückten mussten wir wohl das dämlichste und stereotypischste Gespräch mitverfolgen, was wir bis dato hatten. Ein junger Typ unterhielt sich mit einem älteren Pärchen aus dem Spreewald übers Reisen an sich und das man ja nur reisen könne, wenn man ungebunden sei. Ich vermutete, dass sollte soviel heißen keine Kinder und nach Möglichkeit auch kein Partner, der nur störte, wenn man mit all den anderen coolen Travellern abhing oder op Jök ging. Bei Mädels war es ja immer die Aussage, dass sie nochmal einen drauf machen wollten, bevor die Hölle auf Erden los ginge oder so ähnlich. Ich hatte das immer noch nicht so richtig verstanden.
Die Kids spielten derweil Hund. Das hieß, Florian bekam eine Schnur um den Bauch und musste wohl oder übel den anderen beiden folgen. Das konnte schon ganz schön scheiße sein, wenn man der Jüngste war. Aus Solidarität banden sich Lydia und Josua das Seil auch mal um den Bauch, änderte aber nichts daran, dass Florian wenig Wahl hatte, wo es hin ging.
Da Susan und Pete leider nicht erreichbar waren, wollten wir auch nicht unnötig lange in Brisbane bleiben, sondern den vermiedenen Freizeitpark in Jakarta an der Gold Coast nachholen. Meine Mutter hatte uns extra ein kleines Weihnachtsgeschenk auf unserem Konto zukommen lassen, welches jetzt seine Bestimmung finden sollte.
Durch die Zeitverschiebung, waren wir super früh. Und obwohl wir nur eine halbe Stunde nach Öffnung des Parkes da waren, war dieser schon brechend voll und die Wartezeiten betrugen gerne mal eine Stunde pro Attraktion. Umgerechnet hieß das, dass man in fünf Stunden gerade mal fünf verschiedene Wasserrutschen nutzen konnte zu je fünf Euro die Rutsche pro Person. Ein stolzer Preis, wie ich fand. Ich war über das schlechte Preis-Leistungs-Verhältnis mal wieder total frustriert. Dazu kam, dass wir ja auch nichts zusammen machen konnten. Florian durfte zum einen nirgends drauf und zum anderen vertrug sich Wasser mit unserem Elektrorucksack nicht. Also musste einer immer warten. Und da ich keine Lust hatte, mir eine Stunde lang die Beine in den Bauch zu stehen, um dann 30 Sekunden zu rutschen, hatte ich es gleich am Anfang aufgegeben zu glauben, dass an diesem Tag irgend etwas für mich drin sei.
Außerdem nervte das totale Überangebot an Sicherheitspersonal. Selbst bei einem harmlosen Strömungskanal, der mit Ringen durchfahren wurde, standen zwischen fünf und zehn Leuten im ständigen Funkkontakt am Rand verteilt. Ich wusste beim besten Willen nicht, was die kontrolliert haben. Dass man nicht in der Nase bohrte, oder was? Demnächst schickten sie aus Sicherheitsgründen noch jemanden mit dir die Rutsche runter.
Florian hat der Tag verhältnismäßig gut getan, da er die halbe Nacht gehustet hatte. Diese tropischen Temperaturen, besonders im Auto, und dazu ständig Fahrtwind durch die offenen Fenster...
Komisch, ich hatte den Eindruck, in Südostasien hat diese Kombination in den Bussen meistens funktioniert.
Ich habe derweil die kostenlos zur Verfügung gestellten Zeitungen studiert und bin dabei über einen interessanten Artikel gestoßen, der darüber berichtete, dass Brisbane etwas an seinem Übergewicht tun wollte und jede Menge Studien von der Uni aus liefen. Wenn ich mal wieder Internet haben sollte, wollte ich da mal genauer nachschauen, das könnte ja ganz interessant sein.
Was mich hier im Schwimmbad besonders beeindruckt hat waren unglaublich viele Muslime und gerade die Frauen, die hier ihrem Freizeitvergnügen nachgingen.
In Deutschland gab es immer höllisches Theater, wenn die Mädels mit zum Schwimmunterricht mussten, anstatt wie hier sich einfach diese Ganzkörperbadeanzüge anzuziehen, die zum einen eine integrierte Kapuze hatten und zum anderen sehr weit geschnitten waren. Diese Badeanzüge hatten wir schon in Malaysia und Indonesien gesehen, nur das in Deutschland wieder so ein Theater wegen dem Schwimmen gemacht wurde verstand auch keiner.
Gegen 16 Uhr sind wir dann gegangen, ohne Plan, wo wir eigentlich übernachten könnten. Wir haben unseren Führer studiert und uns dann entschieden, von der Küste wieder wegzufahren Richtung Berge. Der Tamborine Mountain mit seinem Campingpark sollte es sein. Und ob man es glaubte oder nicht, es waren wirklich nur rund 20 Kilometer und schon schienen wir wieder nur unter Australiern. Ich verstand die Traveller-Kids echt nicht. Dabei war es hier so schön. Wir haben einen spektakulären Sonnenuntergang zwischen den Bergen hindurch geboten bekommen, sind somit aber im Dunkeln beim Park angekommen.
Und der war wirklich voll. Am Montag war Australia Day und es schien das sämtliche Australier über den Australia Day mit Sack und Pack campen gingen. So sah der Campingplatz auch aus. Riesige Gruppen von Familien, die ganze Zeltfestungen aufgebaut hatten und Kinder, Kinder, Kinder.
Der Campingplatzbetreiber ließ sich aber nicht erweichen. Voll war voll. Also sind Chris und ich gegangen und konnten es nicht ganz glauben, da um das Volleyballfeld doch noch so viel Platz war. Christian wieder rein und dann war er für fast eine Stunde weg. Als er wieder auftauchte, hielt er mir triumphierend die Rechnung unter die Nase.
Wow! Da hat der Campleiter Christian zum Nachbarplatz geschickt, dem das Volleyballfeld gehört. Die waren natürlich auch voll. Die Dame telefonierte alle umliegenden Plätze ab, die ebenfalls alle voll waren. Christian redete auf die Dame ein und betonte die Kinder und dass wir wirklich nicht viel Platz bräuchten. Wir waren hier übrigens mitten im Urwald. Ich fand das hier alles total beeindrucken. Vom Säugling bis zum Greis fuhr hier einfach alles zum Campen.
Was war ich froh, dass die Aussies so viel lockerer gerade mit ihren Kindern schienen. Vielleicht lag es auch nur an uns, da wir keinem Gruppendruck mehr unterlagen, ob unsere Kinder denn auch schon dies und das könnten, ob sie denn auch schon in der Flötengruppe, beim Ballett oder dem Chinesischkurs seien. Nein, waren sie nicht. Sie spielten keine Instrumente, konnten nicht Tanzen und wussten wohl auch nicht mehr mit Messer und Gabel zu essen. Dafür wussten beide aus "Nichts" kreativstes Spielzeug zu basteln und konnten einem sagen, wo Luang Nam Tah lag und was man in den verschiedenen Ländern so aß. Wer wusste das schon mit sechs oder zehn. Sie wussten mittlerweile, dass man sein Leben überall auf der Welt organisiert bekam. Leider konnte man dieses Wissen so schlecht benoten, noch abfragen oder als Vergleich für den Entwicklungsstand heranziehen.
Schade, dabei war es ein Wissen auf das ich sehr, sehr stolz war, meinen Kindern mitgeben zu können. Und ich glaubte sie wussten sehr genau, dass es ein Privileg war, auch wenn es manchmal schwer schien.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 25. Januar 2009
Durch das Traveller Paradies - Wie hässlich! (von Mount Tamborine zurück nach Lismore, Australien)
Alle Welt fuhr die Ostküste hoch und runter und erzählte, wie toll sie doch sei. Das wollten wir wissen und haben heute Küsten-Sightseeing gemacht. Schon gegen 7, vielleicht 7:30 Uhr, waren wir an der Küste, genauer gesagt in Labrador an der Goldküste. Hier schien im Gegensatz zu den Bergen, wo es regnete, die Sonne. Und trotz der frühen Stunde waren erstaunlich viele Menschen unterwegs. Neben dem schmalen Strand an dem wir hielten, folgte eine nette grüne Promenade mit eingezäuntem Spielplatz, so dass Flo nicht abhauen konnte. Das war echt praktisch hier. Und überall gab es Bänke, Tische und BBQs. Alles in einem Zustand, dass man es ohne Probleme nutzen konnte. Warum gab es in Deutschland nicht solche öffentlichen Angebote. Und wenn es sie gab, waren sie meistens Vandalismus zum Opfer gefallen. Ich hatte den Eindruck, dass die Menschen hier mehr auf solche Dinge achteten und sorgsamer damit umgingen.
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| The skyline of Surfers Paradise. (Australia) |
Wir haben gemütlich in der Sonne gefrühstückt, Christian war mittlerweile super schnell im bedienen unseres Kochers, so dass es auch immer Kaffee gab. Dann ging es weiter die Küste hinunter.
Irgendwie wurde ich mit den Küstenstädten nicht richtig war.
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| Mainland Australias east most point. (Byron Bay, Australia) |
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| The beach at Byron Bay. (Australia) |
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| Take off. (Byron Bay, Australia) |
Sicher, gegen Bali war das ein Traum hier. Die Strände waren sauber mit tollem Sand und das Wasser war türkisfarben mit tollen Wellen. Aber der ganze Rummel und die Abzockerei bei den Preisen fehlte auch hier nicht. Wobei Parkplätze fast immer kostenlos waren.
Wir zockelten also gemütlich die Küste hinunter durch den ganzen langen Wochenendverkehr, als wir in der Ferne eine richtige Skyline auftauchen sahen.
Ich wollte ja nichts sagen, aber so hatte ich mir Surfers Paradise nicht vorgestellt. Die Stadt hieß wirklich so!
Vielmehr hatte ich an einen kleinen verschlafenen Ort gedacht, wo auch Surfer sind. So hörte sich die Beschreibung im Lonely Planet an. Das, was uns hier begegnete, war aber alles andere als verschlafen.
Ein Hochhaus neben dem anderen, Restaurants, Cafés, Bars. Ich musste dennoch gestehen, dass die Hochhäuser erstaunlich hübsch, architektonisch gestaltet waren und keine fiesen Betonklötze. Es erschloss sich mir durchaus, warum einige dieses Ambiente für attraktiv hielten.
Und im Gegensatz zu Südostasien passten auch die ganzen Bikini- und Shorts-Tragenden hier in das Stadtbild.
Beim Danger Point, irgendwo weiter die Küste entlang, hatten wir einen schönen Blick übers Meer auf Surfers Paradise und konnten die Skyline betrachten.
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| BBQ. (Lismore, Australia) |
Wir hatten letztendlich den ganzen Tag nach einem schönen Fleckchen am Wasser gesucht, wo wir endlich in den Pazifischen Ozean hüpfen konnten. Sollte aber nicht sein.
Byron Bay war so ein weiterer Ort, den ich nicht gesehen haben musste, aber nicht schadete, wenn man vorbeikam. Der hiesige Aussichtspunkt, also der östlichste Punkt vom australischen Festland, war ganz nett. Da es leicht regnete und windete fühlte es sich wie in Schottland oder Irland an. Ich mochte solche Wetterverhältnisse total gerne. Diese tropischen Saunaaufgüsse waren nicht wirklich meins.
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| Sausages for approximately 3 Euro. (Lismore, Australia) |
Und wie immer auf den australischen Trampelpfaden, Deutsche. Deutsche, Deutsche, Deutsche. Wir waren echt eine Pest hier.
Nach so viel Küste und Rummel haben wir uns entschieden, wieder ins Hinterland zum schlafen zu fahren. Da Lismore nur 30 Kilometer entfernt war, haben wir unseren alten Campingplatz angesteuert. Und trotz Australia Day morgen war der Platz leer. Bis auf der fest dort Wohnenden, aus denen der Platz hauptsächlich bestand. Auch viele Kinder und Jugendliche die hier lebten. Eigentlich gar nicht so schlecht, wenn es nicht gesellschaftlich so stigmatisiert wäre.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 26. Januar 2009
Die wenig überfüllte Crowdy Bay! (von Lismore zur Crowdy Bay, New South Wales, Australien)
Es ging unspektakulär gemütlich weiter. Da heute Australia Day war, hatte sich der Besuch des Unicampus in Coffs Harbour auch erledigt und wir fuhren über den furchtbar langweiligen Küstenhighway, Richtung Süden.
Diese Geschwindigkeitskontrollen. Überall standen Blitzen. Wenigstens wurden sie normalerweise immer angekündigt. Aber es nervte trotzdem tierisch, immer nur zwischen 80 und 110 km/h fahren zu dürfen und das bei den Straßen. Und wehe, du fuhrst auch nur 7 km/h zu schnell, dann kostete es dich gleich 200 Dollar. Ist uns zum Glück nicht passiert, aber andere haben von diesen drakonischen Strafen erzählt. Man war hier so mit dem Schilderwald beschäftigt, dass die Konzentration fürs Fahren und den restlichen Verkehr etwas eingeschränkt war. Im Klartext hieß das, dass das Autofahren durch all die Regelungen gefährlicher wurde, als wenn man ein bisschen Spielraum gehabt hätte.
Wenn einem auf einer achtspurigen Straße, die proppe voll ist, ein dutzend von kleinst bedruckten Schildern anlächelt, plus elektronischer Mitteilungssysteme, dann wusste ich auch nicht mehr, auf was ich denn nun achten sollte. Und was stand da gleich noch? "Clearway" zwischen 7am bis 10am und zwischen 3pm bis 5pm ansonsten "Transit Lane" zwischen 10am bis 11am und zwischen irgendwas ist es noch "Bus Lane" und wenn man all diese Zeiten verstanden hatte, war die verbleibende Zeit für freie Bürger zum parken. Aber bloß nicht Vertun, wenn du mit 60 Sachen an all den Schildern vorbeirauschst. Und dann gab es ja noch die Unmengen an absolut sinnlosen Schildern, die einen darauf hinwiesen Pausen zu machen, beim Abbiegen aufzupassen, die Anschnallgurte anzulegen und die Geschwindigkeitsbeschränkungen auch in Baustellen einzuhalten.
Einen ähnlichen Wahnsinn fanden wir beim Geld. Das hatten wir ja in Südostasien auch schon. Es gab keine ein und zwei Centmünzen, dennoch gab es bei der Preisauszeichnung ungerade Beträge. Ich fand so etwas unverschämt. Da stand dann so was wie 1 Dollar 47 und zahlen musste man aber 1 Dollar 50. Und wehe, man gab nur 1 Dollar 45, dann wurde aber mit den Augen gerollt.
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| A huge lonely beach. (Crowdy Bay, Australia) |
Was ich Australien dennoch zu Gute halten musste waren die Nationalparks. Während in Thailand es nur um reine Abzocke von Touristen ging, war es hier wirklich eine Möglichkeit, toll an und in die Natur zu kommen. In Australien kosteten die Nationalparks zwar auch etwas, es war aber deutlich billiger als in Thailand, sogar für Asiaten. Die zahlten hier nämlich das selbe wie alle anderen, da es ja schließlich Gesetze gegen rassistische Diskriminierung gab.
Gegen 15:30 Uhr haben wir uns auf die Suchen nach einem Schlafplatz gemacht. Im Lonely Planet nur ein unscheinbarer Nebensatz, in unserem Campingführer als exzellent klingender Nationalpark beschrieben, sind wir in den Crowdy Bay Nationalpark direkt am Strand gefahren. Ob das wirklich was sein konnte, da die Gold Coast nur bedingt uns lag ?
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| Playing until sunset. (Crowdy Bay, Australia) |
Über Schotterpisten und mit einem freundlichen Schild am Eingang, dass auf Grund des Feiertages der Eintritt frei sei, sind wir auf einem spitzen Campingplatz gelandet. Wie gut, dass wir die ganze Zeit unseren 10 Liter Wasserkanister dabei hatten und auch genug zu essen, denn das brauchten wir fast immer in den etwas unzugänglicheren Parks.
Empfangen wurden wir von der größten Känguruherde, die wir bis jetzt gesehen hatten und hinter den Dünen tat sich ein kilometerlanger, feinster, weißer Sandstrand auf.
Der Strand war nicht nur sauber, sonder auch ohne Steine, Muscheln oder sonstige Meeressachen, so dass man wirklich perfekt ins Wasser konnte.
Es gab tolle Wellen im kristallklaren, angenehm kühlen Wasser, mit kaum Menschen. Die paar, die da auch noch waren, störten nicht. Man konnte sogar mit dem Auto über den Strand heizen, vorausgesetzt man hatte das entsprechende Auto.
Das war mein Strand und mein Wasser. Ich wollte da gar nicht mehr raus. Die Kids haben begeistert gebuddelt und gebaut, bis das Licht weg war.
Warum das nicht im Lonely Planet drin stand als echter Traumstrand, denn das war er, wusste ich nicht.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. Januar 2009
Mir fällt keine Überschrift ein (von Crowdy Bay nach Sydney, New South Wales, Australien)
Da die Kängurus handzahm waren, hieß es Kängurustreicheln während des Frühstücks, nur füttern sollte man tunlichst unterlassen. Nicht nur, weil sie Darmkoliken von unserem Essen bekämen, sondern weil sie wohl auch aggressiv werden konnten und wegen beider Ursachen erschossen werden mussten. Naja, irgendwo musste das Kängurusteak ja herkommen.
Dann ging es über den kleinen Umweg Newcastle nach Sydney. Newcastle konnte man sich echt schenken. Wenn ich nicht zur Uni gewollt hätte, wären wir auch nicht hier hergefahren. Bei der Uni war nur leider niemand anzutreffen.
Apropos, dieses Ausfindigmachen von Adressen und Orten war echt 'ne lustige Sache. Das war so ähnlich wie Geo-Caching.
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| Parrots in Sydney's Lane Cove NP are not shy. (Sydney, Australia) |
Danach ging es ohne spektakuläre Ereignisse zurück nach Sydney auf unseren alten Campingplatz. Und weil Christian es mittlerweile voll drauf hatte mit den Leuten zu schnacken, musste Lydia diesmal nichts zahlen. Prima!
Hier kommen noch unsere Malaysia-Durchschnittskosten im Vergleich zu den anderen.
Thailand 1: pro Tag 32,05
pro Person 6,41
Kambodscha: pro Tag 40,10 (die Vietnam-Visa sind mit 5x 37 Dollar enthalten)
pro Person 8,02
Vietnam: pro Tag 29,54
pro Person 5,90
Laos: pro Tag 22,73
pro Person 4,55
Thailand 2: pro Tag 24,60
pro Person 4,92
Malaysia: pro Tag 48,64
pro Person 9,73
pro Tag 35,31 (ohne die Fotokammera)
pro Person 7,06
pro Tag 29,31 (und ohne die Arztkosten)
pro Person 5,86
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 28. Januar 2009
Besorgungen (Sydney, New South Wales, Australien)
Mehr, als in die Stadt gefahren um unsere Flugtickets ändern zu lassen, da man nur 10 Monate im voraus die Flugdaten festlegen konnte, haben wir eigentlich nicht getan. Wir brauchten aber noch neu ausgestellte Tickets und wir mussten dafür auch noch die 40 Dollar pro Person zahlen. Also 100 Euro alle zusammen. Das war weit günstiger als uns das in Deutschland gekostet hätte mit 250 Euro für alle.
ch ließ es mir auch nicht nehmen darauf hinzuweisen, dass in Bali eine zusätzliche Gebühr von 15 US-Dollar pro Person erforderlich sei. Die Dame war sehr überrascht davon zuhören, da auch sie der Meinung war, dass alle Flughafengebühren in unserem Ticket enthalten seien.
Dann waren wir nochmal in den Outdoorläden aber richtig fündig sind wir nicht geworden.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 29. Januar 2009
Verteidigung (Sydney, New South Wales, Australien)
Ich wusste beim besten Willen nicht, was ich von heute halten sollte. War es ein Erfolg, oder doch nur Bla, Bla?
Aber von vorne. Auch hier in Sydney bin ich zur Uni getingelt, nachdem ich einige Personen recherchiert hatte.
Das Medical Foundation Building, wo sämtliche Organisationen zum Thema Ernährung und Übergewicht saßen, war ein nicht zugänglicher, steriler Klotz.
Toll, ich hatte weder eine Karte noch Pin, um irgendwo eine Tür zu öffnen. Aber so schnell gab ich nicht auf, hatte ja nichts zu verlieren.
Ich habe dann noch eine Klingel mit Gegensprechanlage gefunden und wurde sogar reingelassen. Im zweiten Stock empfing mich eine Rezeptionistin im Flur und musterte mich kritisch. Ich schilderte ihr kurz mein Anliegen und sie fragte nur, ob ich denn keine Papiere oder Unterlagen dabei hätte. Nö! Hatte ich nicht!
Sie verschwand hinter einer gesicherten Glastür und ich durfte auf Stühlen platz nehmen, die den Charme eines Wartezimmers beim Arzt verströmten. Drei Minuten später tauchte die Frau wieder auf und meinte, Herr Dr Gill, Leiter der australisch- neuseländischen Obesity Society und Scientific Programs Manager des Institutes of Obesity, Nutrition & Exercise, ich habe bei meiner Anfrage nicht gekleckert sondern gleich ganz oben angefragt, würde sich freuen, mich zu empfangen.
Kaum zu glauben, aber der Typ hat sich wirklich Zeit genommen auf mein mitgebrachtes Proposal (Forschungsvorschlag) auf meinem USB-Stick zu schauen und letztendlich musste ich gut 1.5 Stunden meinen Vorschlag begründen und verteidigen. Was ich wohl recht gut gemacht habe, da er mir eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen gab, um mich bei der Sydney Uni zu bewerben, die ja mehr als elitär und penibel sei. Und er hat mir tatsächlich angeboten, einen Supervisor zu suchen. Also vermutete ich, dass ich doch überzeugt haben musste, da es A nicht nur wie eine Floskel klang und B er bestimmt auch noch andere Dinge zu tun hatte.
Das Finden eines Supervisors, also jemanden, der deine Doktorarbeit betreut, war mit das Schwierigste für mich, besonders da mich niemand kannte und ich keine Empfehlungen oder ähnliches hatte.
Mein Proposal reichte immerhin, ihn für 1.5 Stunden in eine Diskussion zu verwickeln, in der er beständig bemüht war anzutesten, ob ich mir denn auch wirklich über sämtliche Punkte meiner Arbeit Gedanken gemacht habe. Hatte ich! War zwar Blond und im Moment mehr denn je (australische Sonne), aber ich würde diesen Affenzirkus hier doch nicht betrieben haben, wenn ich mir nicht absolut sicher wäre. So ein tolles Selbstbewusstsein hatte ich dann doch nicht, mich durch geschlossene Türen und grimmigen Empfangsdamen vorbeizukämpfen.
Jetzt musste ich nur noch sehen, wie ich an meine Unizeugnisse ran kam und diese übersetzt und beglaubigt bekam. So viel Aufwand, ich hatte jetzt schon keine Lust mehr und alles nur für eine mögliche Option, die ich nichtmals bezahlen konnte, dank der horrenden Studiengebühren in Australien. Ich vermutete, dass ich mit über 30, verheiratet und drei Kindern nicht mehr in das Schema für ein Stipendium fiel.
Aber das stand ja alles noch nicht zur Debatte. Es ging ja eigentlich darum, überhaupt erstmal einen Fuß in die Tür zu bekommen und das schien auf den ersten Blick auch funktioniert zu haben. Aber wie das immer so mit Hoffnungen war, die meisten lösten sich in Luft auf.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. Januar 2009
Letzter Tag (Sydney, New South Wales, Australien)
Heute hieß es, sich für Südamerika fertig machen.
Wir brauchten unbedingt noch eine neue Isomatte, diese blöde Halti-ich-halte-nicht-Matte war einfach kein Zustand mehr. Also auf zu einem kleinen Outdoorladen, der immer auf unserem Weg lag, den wir aber noch nie angesteuert hatten. Und wer sagte es denn, er hatte alles, was wir brauchten. Es gab jetzt eine vernünftige Isomatte und auch einen Anorak für Josua.
Danach ging es noch zur Post mal wieder vier Kilo wegschicken. Hat aber nichts geholfen, Christian hatte durch das Zelt jetzt 19 Kilo, ich immer noch 18 und Lydia war bei 10 Kilo angekommen.
Vieles von unseren Sachen hatten wir im australischen Traveller-Brauch auf dem Campingplatz gelassen, so dass jeder, der was brauchte, sich etwas nehmen konnte. Eigentlich ein lustiges Konzept.
Wir haben übrigens schlappe 5000 Kilometer während unseres kleinen Ründchens durch New South Wales mit dem Auto zurückgelegt. Kam mir gar nicht so weit vor, aber der Kilometerzähler log hoffentlich nicht.
Den restlichen Tag haben wir unser Internetguthaben abgearbeitet und Lydia und Josua haben endlich mal ihre Freunde in Deutschland angerufen. War etwas schwierig wegen der großen Zeitverschiebung.
Ansonsten rotierten wir etwas, da ein neuer Kontinent uns erwartete.
Fazit Australien:
Ich hätte nie erwartet, dass mich dieser Kontinent so fesseln könnte. So ein Scheiß! Jetzt war ich auch einer der vielen Deutschen, die von Australien schwärmen musste.
Nachdem wir im Vorfeld uns so einen Stress gemacht hatten, weil das alles nicht so klappen wollte, wie wir es uns gewünscht hatten und jeder sagte, es sei so teuer, hat es verdammt gut funktioniert. Unsere kleine Runde durch New South Wales war einsame spitze und der Wechselkurs war uns mehr als gnädig, so dass Australien im Verhältnis zu Deutschland günstig war.
Nach Südostasien kam uns Australien wie Urlaub vor. Dazu kam, dass wir endlich wieder mit den Leuten richtig kommunizieren konnten.
Die Masse an Deutschen und an Traveller-Kids störte im Prinzip nicht, wenn man nur ein paar Meter neben den Trampelpfaden sich aufhielt, zumal man ja auch einer von ihnen war.
Fazit Lydia Australien:
Ich fand Australien schön, da es genauso wie Deutschland war. Mit Campen und eigenem Auto, so dass einer immer im Auto schlafen konnte. Das Outback fand ich toll. Es war schöner als Südostasien, weil Australien keine Anquatscher hatte, es viel sauberer und die Straßen besser waren. Auch, dass wir keine Rucksäcke schleppen mussten. Einzig blöde war, dass wir so viel Schule machen mussten, aber dafür weiß ich jetzt mehr.
An Australien fand ich den Mungo Nationalpark wegen des "Nichts" und dem Alleinsein total spannend. In Brisbane fand ich die Wasserwelt toll.
Den Flug nach Santiago de Chile fand ich klasse, da jeder einen eigenen Fernseher hatte, wo man auch Spiele drauf spielen konnte, so dass der Flug nicht so lange war.
Fazit Josua Australien:
ch fand Australien gut. Die Städte waren sehr schön und die Campingplätze auch, weil man draußen war. Das Auto war cool, weil wir rumfahren konnten. Das Schulemachen im Auto fand ich blöd. Ich wollte lieber in den Swimmingpools auf den Campingplätzen spielen. Der Campingplatz im Outback war super, weil da keiner war und weil wir auf die Dünen geklettert sind und dann wieder runter rennen konnten. Endlich haben wir mal was gemacht, was uns Spaß macht und keine blöden Museen (in welchen Museen waren wir denn bisher?!).
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 31. Januar 2009
Wehmut! (Sydney, Australien, über Auckland, Neu Seeland, nach Santiago de Chile, Chile)
Ganz früh sind wir los, um rechtzeitig am Flughafen zu sein.
Wehmütig haben wir unser Zelt eingepackt und haben auf der Autofahrt nochmal die Skyline von Sydney genossen. Der Verkehr war zum Glück samstagmorgens nicht sehr stark, sonst hätten wir auch dumm aus der Wäsche geschaut, da unsere Zeitplanung nur ganz knapp aufging. Wir kamen gerade am Gate an, als sie schon beim Einsteigen waren.
Nahtlos ging es zum Einchecken des Gepäcks. Wir hatten Glück und sind an den einzigen Australier am Businessschalter geraten, der total begeistert war, dass wir noch ganz normale Flugtickets aus Papier hatten und nicht die ausgedruckten e-Tickets. Die gab es angeblich noch nicht für Kinder unter zwei Jahren. Das schien uns dann auch davor zu bewahren, dass er unsere Weiterflüge weiter prüfte, da Südamerika wohl sehr zickig sein sollte, was das anging und viele deswegen nicht mitgenommen wurden. Andere neben uns bei den chilenischen Mitarbeitern, ebenfalls mit Around-The-World-Tickets, hatten tierisch Probleme, da ihre Weiterflüge ebenfalls nicht von Chile ausgingen, und diskutierten langwierig herum. Die armen Around-The-World-Traveller neben uns verschwanden schließlich im Büro der Airline. Wir wissen nicht, ob sie in Australien bleiben mussten oder letztendlich doch mit durften. Wir bekamen aber ohne Diskussion unsere Bordkarten und waren somit einen großen Schritt weiter.
Weiter ging es durch die Sicherheitskontrolle, wo sie uns Florians Wasser wegnahmen, fatal, und auch Lydias Bastelschere war ins Handgepäck geraten, da sie ihr Mäppchen dabei hatte. Auch diese wurde leider entsorgt.
Ohne Pause liefen wir noch zur Mehrwertsteuerrückerstattung. In Malaysia hatten wir das leider verpasst.
Und dann wurde unser Flug auch schon aufgerufen und wir erreichten unser Gate als man schon beim Einsteigen war gerade noch rechtzeitig.
Für den Flug nach Auckland in Neuseeland gab es nur einen kleinen Snack. Nicht wirklich viel dafür, dass wir nur noch unsere übrig gebliebenen Sachen in aller Eile gefrühstückt hatten. Florian bekam nichts. Erst durch Aufforderung gab man ihm ein Glas Wasser. Das war aber zu wenig, so dass er über eine Stunde schrie. In Auckland gab es am Flughafen wenigstens freies Wasser. Dann ging es wieder zurück ins Flugzeug und ich konnte echt nur sagen, Lan Airlines war das schlechteste, was wir bis jetzt an Fluggesellschaften erlebt hatten. Die Stewardessen waren zwar nicht böse, aber was haben die nicht streng geschaut. Sollte das die Einstimmung auf Chile sein, lauter strenge, unfreundlich blickende Menschen? Das war wie ein Schlag ins Gesicht nach diesem lockeren, freundlichen Australien, wo jeder ein Lächeln über die Lippen zu bekommen schien.
Nicht bei Lan Airlines. Und bei der Essensausgabe wurde Florian auf meine Aufforderung, ihm doch bitte auch ein Essen zu geben, dieses verweigert. Wir hätten ja was für ihn mitbringen können. Er sei ja nur ein Baby. Bitte? Die waren so zickig bei den Kontrollen. Nein, aber Babygläschen seien erlaubt war die Antwort. Wir schauten die Dame auch nur an und meinten er sei 1.5 Jahre alt. Er äße ganz normale Sachen. Keine Babyglässchen mehr. Christian war so erbost, da die Portionen auch so winzig waren, dass wir echt nicht teilen konnten, dass er hinter der Dame her ist und Terz gemacht hat. Wir würden mit Qantas fliegen und hätten für Florian rund 1200 US-Dollar bezahlt, so dass er auch Anspruch auf ein Essen auf einem immerhin 16 Stunden langen Flug hätte, andernfalls würden wir mal an Qantas schreiben. Die Mitarbeiter von Lan behaupteten, Florian würde schließlich umsonst mitgenommen. Das stimmte nicht ganz.
Auf unserer Bordkarte stand sogar drauf, dass wir mit Lan fliegen, der Flug aber als Qantas an uns verkauft wurde. Florian bekam sein eigenes Essen, welches angeblich großzügiger weise von einer der Stewardessen kam. War mir ehrlich gesagt egal, da Florian das ganze Essen verputzt hat. Wasser gab es immer noch zu wenig. Einige Airlines verteilten vernünftigerweise Flaschen oder kamen regelmäßig vorbei, nicht so bei Lan Airlines. Auch gab es für Florian keine Babyschale, wo man die Kids zum schlafen reinlegen konnte, so dass wir ihn auf den Boden legen mussten.
Dafür füllte die Dame für uns den Beschwerdebogen in Spanisch aus, im Glauben wir würden dieses nicht verstehen. Ich verstand mehr, als ihr vermutlich lieb war. Normalerweise war mir Service auf Flügen ziemlich egal, aber bei so langen Flügen, immerhin über 16 Stunden reine Flugzeit, brauchten auch wir schon etwas zu essen und zu trinken.