[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 14. Dezember 2008
Über die Melakastraße und rein in ein neues, unbekanntes Land (Melaka, Malaysia nach Dumai auf Sumatra, Indonesien)
Der Typ im Guest-Haus schien es kaum erwarten zu können, dass wir endlich gingen, da seine Familie fürs Wochenende gekommen war, so dass er das Zimmer brauchte.
Ich würde solche Guest-Hausbetreiber nie verstehen. Er hatte irgendwann mal zu uns gesagt, dass ein Guest-Haus ein tolles Geschäft sei, da das Geld von ganz alleine käme, ohne dass man arbeiten müsse. Na, mal sehen, wie lange es dieses Unternehmen noch geben würde? Wir haben auf jeden Fall viele unzufriedene Kunden kommen und vor allen Dingen wieder gehen sehen in den vier Tagen, die wir da waren.
Am Anlegesteg der Fähre, die überschaubar groß war, herrschte Bahnhofsstimmung, so voll war es. Damit hatten wir jetzt nicht gerechnet und mal abgesehen von dem einen weiteren Touristen schienen wir komplett allein unter den Locals.
Auf dem Schiff saßen wir bis zur Abfahrt draußen an Deck und durften die Kommunikationsfreude der Indonesier erfahren.
Jeder, der an uns vorbei kam, fragte woher wir seien und wie wir hießen.
Florian war der Mittelpunkt und unterhielt alle Anwesenden.
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| Florian gets all the attention on the ferry. (Melaka Straight) |
Vom Studenten nebst Gattin und Vater, war Christian schwer beeindruckt, da die verschleierte Gattin uns nie direkt ansprach, sondern immer nur über ihren Mann.
Ich war etwas irritiert, ob man von mir so ein Verhalten denn auch erwarten würde, aber es schien kein Problem zu sein, dass ich mich auch direkt mit den Anwesenden Herren unterhielt. Das Einzige, was sie bei mir nicht taten, war die Hand geben. Das war immer etwas seltsam, da sie sich vom Christian mit einem Handschlag verabschiedeten und ich reflexartig auch die Hand ausstreckte.
Auf den malaysischen Gewässern durften wir nicht draußen sitzen und konnten erst auf der indonesischen Seite wieder raus an Deck.
Die Fahrt war ansonsten harmlos. Keine Piraten weit und breit.
In Indonesien angekommen, wir hatten durchaus Angst vor dem was uns erwarten würde, da die Berichte, die wir gelesen und gehört hatten wieder schlimmes erahnen ließen, mussten wir erstmal warten, bis das Boot sich geleert hatte, um an unser Gepäck ran zu kommen.
Leichter gesagt als getan. Mit uns wartete eine Horde von Gepäckträgern, die schon ins Boot stürmten, bevor alle raus waren.
Während ich mit den Kids draußen wartete, versuchte Chris unser Gepäck zu erstehen.
Ein freundlicher Indonesier, der sich schon die ganze Fahrt über mit uns unterhalten hatte, lief Christian hinterher und stand ihm bei.
Die Gepäckträger, die ihr täglich Brot damit verdienten, einfach dein Gepäck ungefragt 20 Meter weiter zu bringen, stürmten ins Boot und kaum zu glauben aber wahr, kopfüber in den 2 Meter tiefen Laderaum, wo sie sich um die Gepäckstücke kloppten. Auch draußen spielten sich dramatische Szenen ab, wo der eine dem anderen noch versuchte, das ergatterte Gepäck aus den Händen zu reißen.
Christian und der nette Herr schienen in all dem Tumult dennoch an unsere Rucksäcke gekommen zu sein und tauchten mit diesen wieder auf.
Adrian, so hieß er begleitete uns noch zum richtigen Schalter, wo wir unsere Visa kaufen konnten.
Und eigentlich dachte ich, dass wir mittlerweile fitter waren, mit solchen Situationen umzugehen, aber es blieb immer eine Stresssituation, zumal nicht klar war, ob man überhaupt ein Visum "on-arival" bekommen konnte. Unser Führer widersprach sich an dieser Stelle, aber das Boot hätte uns doch sonst nicht mitgenommen, so akribisch wie die unsere Pässe kontrolliert hatten?
Die Moral von der Geschichte war, dass sie es geschafft hatten, uns total über den Tisch zu ziehen. Wir hatten uns beim Umrechnungskurs verrechnet und so deutlich mehr gezahlt. Als mir später der Fehler auffiel, war ich weniger sauer als frustriert, dass uns so was echt noch passieren konnte. Dabei hatten wir die Dollar extra zurechtgelegt, nur um uns dann von den Grenzbeamten doch noch überrumpeln zu lassen.
Scheiße, aber nicht zu ändern. Hatten wir halt mal wieder 10 Euro in die Kaffeekasse der Grenzbeamten gezahlt.
Als wir endlich aus dem Terminal raus waren, waren alle anderen schon weg und so auch die Taxifahrer. Die paar, die da noch standen, waren harmlos.
Wir sind ohne Karte losgelaufen und haben versucht, uns zur Busstation durchzufragen.
Dumai hatte optisch viel von Kambodscha und Thailand. Es gab wieder diese länglichen, freistehenden Scheibchenhäuser, vorne hübsch hergerichtet und an den Seiten hässlicher ungestrichener Beton. Auch war es hier sehr viel unislamischer, als wir gedacht hatten. Viele Frauen, die ohne Kopftuch unterwegs waren, so dass der erwartete Kulturschock ausblieb.
Nach Kambodscha konnte uns das alles nicht mehr wirklich schocken. Interessant traf es viel eher.
Vorm Hafengelände quatschte uns ein Typ an, er sei Englischlehrer und ob wir uns nicht mit seinen Schülern unterhalten könnten, er würde uns dann auch zur Busstation bringen. Über zwei Kilometer verfolgte er uns und erzählte uns seine seltsame Story. So ganz haben wir nie verstanden, was er eigentlich wollte.
Ein Mädel, welches wir nach der Busstation fragten, wollte uns einzeln mit ihrem Mofa dort hinbringen. Nettes Angebot, das schien uns dann doch etwas zu unheimlich, uns trennen zu müssen.
Nach gut drei Kilometern laufen in die Richtung, die uns von der Mehrzahl aller gefragten gezeigt wurde, haben wir aufgegeben und doch noch eines der Sammeltaxis angehalten.
10.000 Rupien (14.000 Rupien waren ca. 1 Euro) hatten wir für die höchstens zwei Kilometer Strecke ausgemacht. Da wir noch kein Kleingeld zur Hand hatten, gab Christian dem Fahrer an der Busstation einen fünfzigtausender Schein. Der nahm ihn und bedankte sich.
Blitz schnell griff Christian in das Fahrzeug und entriss dem Fahrer den Schein wieder und dann ging es mal wieder los.
Ätzende Diskussionen, da der Fahrer viel zu viel wollte. Es bildete sich eine Traube von Männern um uns herum, die nicht wirklich friedfertig wirkten.
Uns war im Vorfeld gesagt worden, dass man sich vor diesen Ansammlungen von Männern sehr in acht nehmen sollte, da sie sich wohl schnell in einen wilden Mopp verwandeln konnten.
Wir haben uns dann auf 15.000 Rupien geeinigt. Ärgerlich, aber wegen 5.000 Rupien eine Schlägerei zu riskieren, schien uns nicht sinnvoll. Auch 10.000 Rupien wäre viel zu viel für die kurze Stecke gewesen.
Die Busstation wirkte sehr verlassen. Bis auf ein paar einsame Gestalten und drei Bussen war hier nichts. Dennoch haben wir Bustickets für den Nachtbus nach Bukittinggi ergattert (3x75.000 Rupien, aber fünf Sitzplätze).
Der Bus sollte erst um 17:00 Uhr losfahren, fuhr dann aber schon um 16:00 Uhr genau 200 Meter bis zur Terminal-Einfahrt.
Und der Bus war echt unter aller Sau. Von außen ein Blechhaufen und von innen zu schlimm für den Sperrmüll. Die Sitze waren total zerschlissen und aufgerissen. So schlechte Konditionen hatten wir bis jetzt echt noch nirgends gehabt. Selbst Laos hatte bessere Busse, optisch.
Unsere Rucksäcke sollten unbedingt ins Gepäckfach nach unten. Wohl gemerkt, das Mofa, welches später zugeladen wurde, durfte oben rein.
Das Gepäckfach stand bestimmt 2 Zentimeter tief unter Wasser und ich weigerte mich, meinen Rucksack dort reinzustellen.
Also trieb man irgendwo ein Stück Zeitung auf, welche man schön glatt auf das Wasser legte.
Ich schüttelte weiterhin den Kopf, da die Zeitung, oh Wunder, schon durchweicht war.
Neuer Lösungsversuch war die Rückklappe am Bus. Hier stand zwar kein Wasser drin, aber leicht schlammige Tendenzen wies auch dieser Laderaum auf. Egal, Hauptsache die Rucksäcke durchweichten nicht. Leider konnten wir von unseren Sitzen, oder das was davon übrig war, überhaupt nicht nach hinten sehen, um das Gepäck im Auge zu behalten.
Solange wir uns auf dem Gelände des Busterminals befanden, waren wir die einzigen Fahrgäste. Kaum bog der Bus auf die Straße, füllte er sich umgehend.
Schon in Laos hatten wir uns über dieses Phänomen gewundert.
Wie wir später erfuhren, hing das wohl damit zusammen, dass der Busterminalbetreiber Geld pro Fahrgast vom Busfahrer kassierte.
Die Fahrt ging über echt schlechte Straßen auf denen unglaublich viele Öltanker unterwegs waren. Dumai und Umgebung lebten vom Öl. Leider sah die Landschaft auch so aus. Der Bus musste sich zum Teil durch Ölschlamm kämpfen, der die Straßen bedeckte.
Es gab etliche Halts. Beim ersten haben wir was zu Essen erstanden, welches wir im fast stockfinsteren Bus versuchten zu verspeisen. Eine geschmackliche Herausforderung bei unbekanntem Essen.
Irgendwann mitten in der Nacht hielt der Bus für eine sehr lange Zeit an und wir durften Zeugen werden, wie der defekte, alte Reifen durch einen noch älteren ersetzt wurde. Auf jeden Fall schien es so.
Schließlich ging es weiter. Die Nacht war ungemütlich und diese Unmassen an Rauchern, die hemmungslos den Bus vollnebelten, machten den Trip nicht angenehmer.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 15. Dezember 2008
Erstaunlich nett (Dumai nach Bukittinggi, Indonesien)
Als es endlich hell wurde, bekamen wir eine tolle Berglandschaft geboten und das Wissen, dass wir jetzt den Äquator überquert hatten.
In Bukittinggi, nach 16 Stunden Bus, endlich angekommen, waren die Menschen überaus freundlich und hilfsbereit, sofern sie uns verstanden.
Bukittinggi war eine erstaunlich hübsche Stadt.
Trotz seiner rund 100.000 Einwohner, ich fragte mich immer wer das zählte, wirkte das Stadtzentrum kleinstädtisch.
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| Traditional house roof. (Bukittinggi, Indonesia) |
Bukittinggi, einst eine Hochburg von Travellern, wurde jetzt nur noch wenig besucht und hatte letztes Jahr ein sehr, sehr schweres Erdbeben zu verzeichnen gehabt mit vielen Toten und Zerstörung.
Das Guest-Haus, in welches wir gestolpert sind, hieß Hotel Rajawali und war der Platz, den ich jedem hier nur empfehlen konnte.
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| Our guesthouse. (Bukittinggi, Indonesia) |
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| Everything has to be in the right place. (Bukittinggi, Indonesia) |
OK, es war einfach, sehr einfach. Es gab nichtmals Waschbecken in den Bädern, sondern nur die klassischen Hocktoiletten und den Wasserbottich mit Schöpfschüssel.
Wenigstens gab es keine Bettwanzen.
Nein, das eigentlich begeisterungswürdige an dem Guest-Haus war Ulli, der hier mit seiner indonesischen Frau den Laden schmiss und mit Abstand der kommunikativste Gastgeber war, den wir bis jetzt getroffen hatten.
Diese Informationsflut, die uns hier einholte, war kaum zu glauben. Ulli hatte anscheinend eine Mission und er wurde nicht müde, jeden seiner Gäste einzeln, immer wieder die selben kostbaren Tipps und Empfehlungen zu geben.
Der Tag ging im wesentlich damit vorbei, dass wir mit Ulli schnackten. Und während Christian, Florian und ich etwas Schlaf nachholten, sind die Kinder mit Ulli und anderen Gästen auf Höhlenbesichtigung gegangen. Auch hatte uns Ulli einen hiesigen Kasten Wasser vom Supermarkt mitgebracht, wir hatten anfänglich etwas Probleme nach der richtigen Verpackung zu schauen, da sie mal wieder anders war, als in den anderen Ländern, gesagt wo und was man hier essen muss und und und.
So viele wertvolle Informationen gleich am Anfang zu erhalten, war Gold wert.
Des weiteren hatte Ulli Tagestouren vorbereitet, die man alleine unternehmen konnte. Also welcher Bus wann und wo, so dass es echt easy war.
Christian konnte dafür bei Computerproblemen helfen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 16. Dezember 2008
Der Canyon von Bukittinggi (Bukittinggi, Indonesien)
Erst weckte uns ein furchtbar laut jaulender Muezzin, der von seiner wellblechgedeckten Moschee über die Straße dröhnte und als wenn das nicht schon nervig genug gewesen wäre, fing Josua direkt nach dem Aufwachen auch schon wieder mit seinem Genöle an.
Dies passte ihm nicht, das war schlecht etc. etc. So ging das den ganzen Tag, seit Tagen schon.
Lydia und Josua hatten sich ständig in den Haaren und Lydia fühlt sich ständig schlecht behandelt.
Heiter!
Ich hätte beide gerne mal gegen die Wand klatschen können.
Dass das hier schwierig war, stand außer Frage, aber es war wirklich nicht alles schlecht.
Wobei ich zugeben musste, je länger wir unterwegs waren, desto mehr ging mir das ganze hier auch auf den Sack und der Wunsch nach Luxus stieg. Also eigene vier Wände, sauberes Bad und Kinder für eine Woche bei der Oma.
Josua hatte sich unglaublich schwer mit der Toilette getan.
Den Trick, wie man mit diesen Toiletten richtig umging, hat er später noch raus bekommen.
Die Canyontour war ein echt schöner Ausflug von 2 1/2 Stunden durch tolle Dörfer und Reisfelder.
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| The canyon of Bukittinggi. (Indonesia) |
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| A nice little walk. (Bukittinggi, Indonesia) |
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| Crossing the bridge requires courage. (Bukittinggi, Indonesia) |
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| Typical houses. (Bukittinggi, Indonesia) |
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| Rice, rice, rice. (Bukittinggi, Indonesia) |
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| She allowed me to take a picture. (Bukittinggi, Indonesia) |
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| A water buffalo. (Bukittinggi, Indonesia) |
Die Menschen lächelten uns freundlich an und die ganze Stimmung hatte was sehr friedliches.
Als wir aus dem Canyon zurück kamen, sahen wir, wie ein Touri vor uns von unzähligen Typen angemacht wurde und wir bereiteten uns mental schon auf ein anstrengendes Ende vor, aber uns ließen sie komplett in Ruhe.
Wir hatten bis jetzt auch so gut wie keine wirklich negativen Erfahrungen. Die Menschen waren super lieb zu uns.
Da wurde auch mal gegackert und gekichert, Josua und Florian angefasst und geknufft.
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| The people are often curious about his white skin and big blue eyes. (Bukittinggi, Indonesia) |
Ich musste hier all meine Vorurteile gegen das Kopftuch wohl über Bord schmeißen. Prima, denn das deutsche Bild war mir viel zu negativ und ich freute mich endlich mal ein anderes kennen lernen zu dürfen.
Ansonsten hatten wir den halben Tag mit Ulli geschnackt und viel über Land und Leute erfahren.
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| Cake made on fire on the market of Bukittinggi. (Indonesia) |
Es gab wieder jede Menge neue Sachen zum essen, die alle ausprobiert werden wollten und endlich, endlich nach über 5 Monaten haben wir einen Outdoorladen gefunden, der passable Klamotten zu noch passableren Preisen verkaufte.
Das hieß, Lydia hatte endlich neue Sandalen für 8 Dollar bekommen, nachdem sie schon über eine Woche mit gerissenem Riemen rumlaufen musste. Es ließ sich aber einfach nichts Vernünftiges auftreiben und ich hatte Melaka echt auf den Kopf gestellt.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 17. Dezember 2008
Rafflesia - die größte Blume der Welt (Batang Palupuh, Sumatra, Indonesien)
Gestern Abend bekam Ulli einen Anruf, die Rafflesia sei gerade am blühen. Eine Chance, die so schnell nicht wieder kommen würde, die Rafflesia in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen.
Gut mit Infos von Ulli ausgestattet sind wir dort hin gelaufen, wo die Minibusse als lokale Busse abfuhren.
Die Busse fuhren immer erst dann los, wenn sie nicht voll, sondern prope voll waren.
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| A muddy street under construction. (near Bukittinggi, Indonesia) |
Das war uns aber erst nicht ganz klar, was das eigentlich hieß. Es stand da zwar schon ein Minibus, aber der schien uns zu voll, als das wir dort noch einsteigen hätten können.
Das war ein Fehler. Es passten in den vollen Bus noch gut 3-4 Leute rein.
Nun gut, dann halt der nächste, der ja auch schon da stand. Nur bis der voll, also prope voll, war dauerte es gut 1 1/2 Stunden. Und in ein Büsschen für elf Personen saßen wir, oder besser pressten wir uns zu zwanzig.
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| On the way to the biggest flower on earth. (near Bukittinggi, Indonesia) |
Der Praktikant durfte ausparken und ich hatte schon Angst, der Typ sei der richtige Fahrer, denn er fuhr grotten schlecht.
Nach 200 Metern hielt er an und zwei Jungs quetschten sich an seiner Stelle auf den Fahrersitz.
Über eine tolle, fotogene Bergstraße ging es bis das Schleifgeräusch vom Fahrzeug so laut war, dass einfach angehalten werden musste.
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| In the jungle. (near Bukittinggi, Indonesia) |
Mit einem Hammer bearbeitete einer der Jungs das Auto und stieg dann hinten mit seiner Errungenschaft aus Metall wieder ein.
Die Fahrt ging weiter und wir waren kurz darauf erlöst.
Ich musste gestehen, so viele liegen gebliebene Laster und Busse wegen platten Reifen und Motorschäden am Straßenrand, hatte ich auf unserer ganzen Reise noch nicht gesehen.
Im Straßendorf in dem wir ausgekippt wurden, gab es nur ein Straßenrestaurant, wo wir nach Joni dem Führer fragen sollten.
Der war noch unterwegs, so dass Josua und ich die Gelegenheit nutzten, auf die Toilette zu gehen.
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| Deeper in the jungle. (near Bukittinggi, Indonesia) |
Ein Anwesender im Restaurant führte uns rund 200 Meter weiter zu Betonwänden, wo zwar Männer und Frauen auf der jeweiligen Seite drauf stand, aber sonst gab es dort nichts außer vier gemauerten Wänden.
Keine Decke, keine Tür, kein Loch, kein Wasser. Häää? Wie sollte man so eine Toilette benutzen?
Wir wussten es nicht.
Zurück im Restaurant war Joni mittlerweile eingetroffen. Eigentlich sollte der Trip nicht mehr als 70.000 Rupien kosten, da war Joni aber auf einmal anderer Meinung und fing mal wieder, wie ja so oft schon erlebt, mit 160.000 Rupien (ca. 16 Dollar) an.
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| Rafflesia. (near Bukittinggi, Indonesia) |
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| How big the flower is. (near Bukittinggi, Indonesia) |
"Ah!" war unsere Antwort darauf und wir aßen unsere schon bestellte Suppe erstmal in aller Ruhe.
Er fing dann mit 120.000 an und wir meinten auch nur, dass das fast doppelt so viel sei, wie wir von Ulli genannt bekommen hatten und wir es vorzögen, dann wieder zurück zu fahren. Immer noch in aller Seelenruhe am essen.
Christian und ich einigten uns derweil darauf, dass unsere Schmerzgrenze bei 100.000 Rupien läge.
Langsam nervös werdend fragte Joni, wie viel wir denn bereit seien zu zahlen. 80.000 war unsere Antwort und wir einigten uns dann auf 90.000 Rupien (ca. 9 Dollar).
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| Another plant which looks like nothing but it is cacao. (near Bukittinggi, Indonesia) |
Mit einem Geländewagen ging es einige Kilometer weiter in ein Dörfchen, von wo aus wir in einem unglaublichen Tempo los liefen über eine Straße, die gerade im Bau war. Sollte soviel heißen, dass die Straße aus gutem festen Matsch bestand, in dem wir hervorragend versanken. Außer Joni, der schaffte es den ganzen Trip über mit seinen Flipp Flöppchen kein einzigen Schlammspritzer abzubekommen.
An der Straße arbeitete ein Dutzend Arbeiter, die entweder Gummistiefel trugen, oder ihre Flipp Flopps schön an den Straßenrand gestellt hatten.
Über Reisfelder und noch mehr Schlammpassagen tauchten wir dann in den Dschungel ein und folgten einem Bachlauf, der sich zunehmend verengte.
Dennoch hatten wir keinerlei Probleme mit Blutegeln, wie uns schon so viele berichtet hatten.
Als die Felswände zu eng wurden, um noch hindurch zu passen, ging es nach oben und da war sie.
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| The tree looks so boring but it is cinamon. (near Bukittinggi, Indonesia) |
Die Rafflesia, die größte Blume der Welt, in ihrer natürlichen Umgebung.
Auch wenn ich mich mit Pflanzen wenig auskannte, so war die Größe dieser Blume mehr als beeindruckend.
Und so schnell wie wir gekommen waren, so schnell ging es dann auch wieder zurück.
Total verschlammt bis zu den Knien, wir sahen aus, bis auf Joni. Wie hatte er das nur gemacht?
Im Dorf musste Joni noch die üblichen Gebühren ans Dorf zahlen und ein Auto gab es auch nicht mehr, so dass wir zur Hauptstraße laufen mussten.
Der Weg lohnte sich aber so was von. Reisfelder, die sich in die Berge schmiegten und wir durften noch lernen, wie ein Kakao- und Zimtbaum aussah. Wir hatten das totale Ah-Ha-Erlebnis. Die Bäume waren so unscheinbar, dass wir wohl immer an diesen vorbei gerannt sind, ohne zu registrieren, welche Schätze sich dort verbargen.
Mensch war Sumatra fotogen. Hier konnte man die Bilder bekommen, welche wohl aus westlicher Sicht, so bezeichnend für Südostasiens waren.
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| I like the panorama, which you get in Indonesia. (near Bukittinggi, Indonesia) |
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| A picture, you will look at in the future and think, were we really there? (near Bukittinggi, Indonesia) |
An der Hauptstraße angekommen bezahlte ich Joni und er fragte ernsthaft nach einem Trinkgeld. Ich lächelte nur müde, da er zum einen schon viel mehr bekommen hatte als üblich und zum anderen nach einem Trinkgeld fragte man nicht.
Ulli war sichtlich sauer, als er hörte, wie viel Geld Joni von uns gefordert hatte, da Ulli ja schließlich für Jonis Kundschaft sorgte.
Zurück haben wir uns den nächsten Bus heran gewunken, dem Fahrer dass Geld in die Hand gedrückt, welches wir schon auf der Hinfahrt bezahlt hatten, und kamen so ohne weiteren Stress wieder in Bukittinggi an, wo gerade großer Markttag war.
Hach, so viele interessante Sachen zu essen. Ich habe mich halb tot geshoppt an den Gebäckständen. Das musste einfach sein, als absoluter Keks und Kuchen Fan.
Was an Indonesien wirklich nervte war der Lärm. In Malaysia war die Straßenbeschallung stark reduziert, dass schienen die Indonesier doppelt wieder wett zu machen. Mann o Mann und in den ohnehin unglaublichen Straßenlärm von nicht Schall gedämpften Autos, Mofas und Mucke von den Lädchen schrie auch noch der Muezzin und plärrte rund eine Stunde eine volle Predigt in aggressivem Tonfall durch die Lautsprecher. Und als wenn das nicht gereicht hätte, plärrte jede Moschee ihr eigenes Zeug und soweit lagen die Moscheen jetzt echt nicht auseinander.
Aber das coolste war, da hatte sich ein Muezzin tatsächlich beim jaulen verschluckt. Würde ich auch. Man hörte nur noch husten und dieser kleine Aussetzer sorgte durchaus für Erheiterung aller auf der Straße.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 18. Dezember 2008
Lake Maninjau (Bukittinggi, Sumatra, Indonesien)
Lydia hatte furchtbares Heimweh und ging wegen jeder Kleinigkeit an die Decke.
Heute sollte es zu Lake Maninjau, einem Vulkansee, gehen.
Mit dem hiesigen Minisammeltaxi, die wie Busse auf festen Routen fuhren, ging es zur großen Busstation. Hier folgte uns mal wieder eine Horde von Männern, die wohl auf ihre Provision hofften.
Im Bus waren wir die einzigen und konnten uns so ganz nach vorne setzen. Und wenn ich sagte, ganz nach vorne, meinte ich ganz nach vorne. Somit saßen wir direkt neben dem Fahrer, hatten eine hervorragende Sicht und das volle Risiko. Denn fahren taten sie wie die Säue.
Die Freude währte nicht lange. Nach ein paar Kilometern hielt der Bus wieder an, wo auch schon andere Busse standen, so dass klar war, bis unser Bus weiter führe, müssten die anderen beiden Busse erst weg sein.
Also hieß es unseren Sitzplatz aufgeben und in den vorderen Bus einsteigen.
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| Bus impressions. (Bukittinggi, Indonesia) |
Es war natürlich nur noch die Rückbank frei. Letztendlich war es aber gar nicht so schlecht, da auch die Hintertür offen stand, so dass wir prima da raus fotografieren und auch prima da raus fallen konnten. Sind wir trotz der Serpentinenstraße aber nicht.
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| A bus on the way down to lake Maninjau. (Indonesia) |
Die Landschaft war mal wieder berauschend.
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| A wonderful view on Lake Maninjau from above. (Indonesia) |
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| Sombody else who likes rice. (Lake Maninjau, Indonesia) |
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| Rice, Rice, Rice. (Lake Maninjau, Indonesia) |
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| Ricepaddys. (Lake Maninjau, Indonesia) |
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| We almoste skiped that foto, because it looked so normal to us. (Lake Maninjau, Indonesia) |
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| A wonderful view on Lake Maninjau from the shore. (Indonesia) |
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| After the tourism faded, the people are trying in aquaculture (Lake Maninjau, Indonesia) |
Der See war neckisch, aber die Heerscharen von Schülern mit ihren Schuluniformen, Kopftuch, lange Röcke und Turnschuhe, die unseren Weg kreuzten, waren viel spannender. Man lachte und kicherte uns an, rief "hallo" und fragte uns, von wo wir denn seien.
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| Look at the typical hat also school boys have to wear. (Lake Maninjau, Indonesia) |
Heiß war es in Maninjau. Der See lag rund 500 Meter tiefer als Bukittinggi, welches auf ca. 950 Metern lag.
An einer Straßenbude haben wir das erste mal indonesischen Kaffee gekostet, während die Kinder in den See gehopst sind.
Der Kaffee wurde auch mit unsäglich viel Dosenmilch zubereitet, auf die das sehr fein gemahlene Kaffeepulver und heißes Wasser gegeben wurde. Das Kaffeepulver sank dann auf den Grund und man konnte den sehr aromatischen Kaffee trinken.
Dennoch musste ich sagen, der vietnamesische Kaffee war der unangefochtene "Beste" von allen.
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| Time for a leasurely cup of coffee with a lot of sweet milk. (Lake Maninjau, Indonesia) |
Ich habe aufs Schwimmen verzichtet, da ich keine Lust hatte, in voller Montur schwimmen zu gehen und das schien mir in Anbetracht der nicht existenten Touristen angebracht.
Und während ein Gewitter sich zwischen den Bergen zusammen braute, schlugen wir den Heimweg ein. Auf der Straße liefen wir an Unmassen von Männern mit Hunden an der Leine vorbei. Ein sehr ungewöhnliches Bild für ein muslimisches Land, da Hunde eigentlich nicht gerne gesehen wurden.
In Malaysia gab es so gut wie gar keine Hunde deswegen, nur Katzen und alle mit abgeschnittenen Schwänzen. Wobei wir später erfuhren, dass das wohl auf Grund der Rasse so sei.
Auf jeden Fall war die Straße gesäumt von Hundebesitzern mit ihren sehr gut gepflegten Hunden.
In der Ferne hörte man Gebrüll und Gebell und Lydia wusste auch, was das zu bedeuten hatte, da sie Ulli gut zugehört hatte.
Man nutzte die Hunde zur Wildschweinjagd.
Die Wildschweine verwüsteten die Felder, weswegen sie gejagt und erlegt wurden.
Die Straße wieder hoch auf den Berg ließ mir gelegentlich den Atem stocken und die Kinder freudig aus dem Fenster schauen, wegen der vielen Affen.
Die waren es aber nicht, die mich schlucken ließen, sondern der Fahrstil aller Verkehrsteilnehmer.
Mann o Mann!
Wir sind dennoch lebend in Bukittinggi angekommen und der Rest des Tages verging mit unterhaltsamen Beisammensein mit Ulli.
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| Spices which are drying. (Lake Maninjau, Indonesia) |
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| Here you can refuel your motorbike. (Lake Maninjau, Indonesia) |
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 19. Dezember 2008
Die Welt ist klein (Bukittinggi, Sumatra, Indonesien)
Wir mussten heute noch dies und das erledigen, um Morgen weiter nach Bengkulu zu fahren. Nur knapp 700 Kilometer weiter, wofür der Bus aber rund 20 Stunden brauchen sollte.
Also sind wir als erstes zur Busstation, um Tickets zu kaufen. Um die Weihnachtszeit waren auch in Indonesien Ferien, so dass halb Indonesien unterwegs sein sollte.
OK, lass es nur zehn Prozent sein, dann wären immer noch 25 Millionen Menschen auf den Beinen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Bengkulu schien aber kein Ort zu sein, wo all zu viele Indonesier hin wollten, so dass wir eine gute Verhandlungsbasis hatten und Christian mittlerweile auf den Geschmack gekommen, seelenruhig auf den halben Preis für die Kinder beharrte, bei dennoch vier Sitzen.
Und wer sagt es denn, mit Ruhe und Geduld kann man zu seinem Gewünschten Ziel gelangen.
Nach nur einer halben Stunde Verhandlung geht es für drei mal 110.000 Rupien (3x10 Dollar) aber auf vier Sitzen morgen mit der Firma Bengkulu Indah nach Bengkulu.
Das faszinierende am Verhandeln war, so lange es ums Geld ging, waren beide Parteien messerscharf und verstanden keinen Spaß. Hatte man sich dann aber geeinigt und einen Geschäftsabschluss erzielt, setzte man sich hinterher freundschaftlich zusammen und schnackte über Kinder und Familie. Man war zwar zeitweilig Gegner, aber keine Feinde.
Christian und ich wollten unbedingt nochmal nach Koto Gadang, dem Silberort am Canyon, laufen.
Vielleicht gab es hier eine Möglichkeit, dass Christian und ich uns Ringe aussuchten, die wir dann selber gravieren konnten. Wir besitzen nämlich nachhaltig keine Eheringe und das schien uns eine lustige Sache hier.
Zwei Sachen sprachen dann leider gegen die Ringe. Erstens ging das Gravieren im Dorf nicht, sondern wir hätten nur Buchstaben wie Stempel in die Ringe stempeln können. Also nicht wirklich schön und zweitens der unglaublich hohe Preis. 180.000 Rupien (ca. 18 Dollar) wollten die meisten für zwei extrem schlecht gearbeitet Ringe haben, die so aussahen als wenn sie ganz schnell anlaufen und brechen würden.
Dann keine Ringe. Irgendwann, irgendwo würde wir das schon noch hinbekommen.
Der Trip hatte uns aber ermöglicht, mal in die Wohnzimmer der Leute zu schauen. Sehr spannend.
Wir haben dann noch eine ganze Menge von Ulli über Indonesien und das Leben dort erfahren. Ich konnte nur sagen, wie hilfreich solche Informationen waren, da die Detaillees nicht in den Reiseführern standen.
Ullis Guest-Haus war einst auch mal schön ausgestattet gewesen, mit Möbeln, Bildern und Waschbecken, doch mussten die Traveller wohl so viel geklaut haben, dass Ulli und seine Frau die Ausstattung auf ein absolutes Minimum reduziert haben, was soviel hieß, dass es auch keine Waschbecken mehr gab.
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| A typical bathroom in Indonesia; no sink. (Bukittinggi, Indonesia) |
Ich fragte mich ernsthaft, was ein Traveller mit einer Armatur oder einem Schrank anfing.
Das Guest-Haus war wohl auch mehr ein Hobby, als ein Unterhalt spendendes Unternehmen. Angeblich steckten sie mehr rein als raus kam.
Ich wunderte mich mal wieder über den ein oder anderen Reisenden, uns übrigens mit eingeschlossen.
Interessant war zu sehen, dass an den wirklich spannenden Orten dieser Welt die Traveller-Kids kaum auftauchten.
Dafür war hier ein Amerikaner, der angeblich Reisejournalist war. Der Typ hatte noch nie irgend ein Wort mit einem anderen Reisenden gewechselt. Dazu kam, dass wir ihn immer nur in einem Restaurant mit internationaler Küche sahen. Was die Menschen vor Ort aßen schien ihn nicht die Bohne zu interessieren.
Bedauerlich, und solche Leute schrieben dann Reiseberichte über Länder, die sie selber kaum wahrgenommen haben.
Wie wir dann noch von Ulli erfahren haben, war der Englischlehrer in Dumai, der uns angesprochen hatte, echt. Super schade!
Der suchte wirklich Leute, die mit seinen Schülern Englisch sprachen, da dieses unbedingt erforderlich war, wenn man bei einer der Ölgesellschaften arbeiten wollte.
Als Gegenleistung kochte er dann für einen, man durfte bei ihm wohnen und er war sehr bemüht, alles für seine Gäste zu tun.
Hätten wir das gewusst, dann hätten wir das doch sofort gemacht.
Interessant fand ich die Tatsache, dass Indonesier mehr für die Räume zahlen mussten, als wir Ausländer. Warum das so war lag wohl an einem Gesetz, welches dazu dienen sollte, die Reisefreudigkeit der Indonesier einzudämmen. Reisen bildete nämlich.
Auch wurden in Indonesien täglich die Steuern eingetrieben. Jeden Tag tauchte jemand auf und wollte Geld. Und anstatt die Straßen zu reparieren, wurden jedes Jahr Unsummen an Geldern für das Streichen aller Bordsteine in Indonesien ausgegeben.
Am Abend sind wir von Ulli und seiner Frau noch zum Essen eingeladen worden. Als Dank für Christians Hilfe mit dem Computer. Es gab Wachteleier in Kokosnusssoße und Reis. Sehr lecker.
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| Dinner invitation from Ulli and Yanna as a thanks for Christians help with the computer. (Bukittinggi, Indonesi) |
Und wie wir so da saßen und uns unterhielten, erzählte Ulli von seiner Familie und seinen sechs Geschwistern. Was die so machten und wo es die so hin verschlagen hätte.
Als er dann von seiner Schwester Annette berichtete, die eine Frauenarztpraxis in Sankt Augustin bei Bonn hatte, brauchte es einen Moment, bis die Information bei mir wirklich ankam.
Konnte das wirklich sein, dass wir hier in Bukittinggi auf Sumatra jemanden über den Weg liefen, dessen Schwester doch tatsächlich mich bei meiner ersten Schwangerschaft mit der Lydia betreut hatte?
Wir konnten es alle nicht glauben und Ulli wollte unbedingt ein Foto mit uns machen, welches er dann seiner Schwester schicken konnte.
War das zu glauben? Die Welt war echt soo klein.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 20. Dezember 2008
Hui, ein schneller Bus in Sumatra (Bukittinggi nach Bengkulu, Sumatra, Indonesien)
Nach vielen Fotos, die unbedingt noch gemacht werden mussten, ging es für uns weiter.
An der Busstation war es wie immer, der Bus fuhr los, wenn er so weit war, was erstaunlich zügig ging.
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| Ulli and Yanna the German Indonesian couple from Bukittinggi; you have to meet this wunderful guys. (Indonesia) |
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| So does it look when we are on the way. (Bukittinggi, Indonesia) |
Auf dem Busgelände war ein reges treiben. Unzählige Busse die beladen werden wollten mit Seilkonstruktionen und vielen anpackenden Händen.
Auch wenn wir nicht die Route am Meer erwischt hatten, war die Strecke dennoch sehr schön anzuschauen.
Sumatra war einfach bildlich total klasse. Man konnte stundenlang aus dem Fenster starren und es wurde nicht langweilig.
Der Bus hatte es eilig und erst nach rund sechs Stunden hielt er endlich an. Essen war für uns leider nicht möglich, da die Preise für uns zu teuer waren, so dass wir uns auf unsere Kekse besannen.
In Indonesien gab es Troubadoure, welche in die Busse stiegen und dann mehr oder weniger talentiert, meist weniger, anfingen zu singen, oder so was ähnliches. Dafür wollten sie Geld.
Ein Ärgernis, welches wir noch nie so krass erlebt hatten, war das Rauchen in Indonesien. Ich hatte hier noch nie einen Mann getroffen, der nicht rauchte. Und zwar immer und überall. Rücksicht kannten sie dies bezüglich nicht. Damit eingeschlossen war das Rumrotzen, auch auf den Fußboden des Busses.
Frauen rauchten in der Regel nicht in der Öffentlichkeit. Man sah sie aber gelegentlich vor ihren Häusern sitzen und rauchen.
Ich wätte ja gerne mal eine Lungenkrebsstatistik von Indonesien gesehen, aber wahrscheinlich starben die Männer hier schon vorher an einem Verkehrsunfall.
Auf jeden Fall haben wir so viel Nikotin zu uns nehmen müssen, wie in meinem ganzen Leben davor nicht.
Der abendliche Regen, der hier dazu gehörte, war im Prinzip ganz schön, aber nicht, wenn man in einem indonesischen Bus saß.
Warum das so war? Na, ganz einfach, weil die Busse nicht dicht waren und es immer rein regnete. Eine gelegentlich echt nasse Angelegenheit.
Auf der Strecke hatten wir in verschiedenen Dörfern festlich dekorierte, offene Zelte gesehen, in denen ein Thron stand und hier und da saß auch ein entsprechend gekleidetes Paar darauf. Das ganze Dorf schien dann anwesend zu sein, in mehr oder weniger traditionellen Kleidern.
Wir haben uns sagen lassen, dass es sich bei den gesehenen Ereignissen um Hochzeiten handelte.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 21. Dezember 2008
Ein Tag in der Provinz (Bengkulu, Sumatra, Indonesien)
Noch im Dunkeln sind wir in Bengkulu angekommen. Wir wollten hier unseren Trip unterbrechen, um zu schlafen, da 36 Stunden von Bukittinggi nach Jakarta uns zu heftig erschien.
Nach knapp 18 Stunden waren wir schon um 5 Uhr morgens da und wurden zu unserer Freude in der Stadt ausgekippt und nicht beim Busterminal 17 Kilometer außerhalb.
Trotz der frühen Stunde, das Morgengebet war gerade vorbei, sammelte sich eine Traube von Menschen um uns und begleitete uns zum Hotel Vista, unserer ersten Wahl.
Wahrscheinlich zahlte das Hotel Vista gute Kommissionen für Mitläufer.
Als dieses voll war, wollte man uns zu einem anderen Hotel bringen, welches außerhalb unseres Budgets lag. Wir machten uns somit direkt auf den Weg zum Wismar Balai Buntar, welches wohl keine Kommission zahlte, denn die Menschentraube löste sich auf und den Weg wollte uns auch niemand mehr zeigen. Wir hatten ja zum Glück eine Karte.
Dort angekommen, es war noch nichtmals sechs Uhr morgens, trafen wir trotz der frühen Stunde auf die alte Dame, die den Laden schmiss. Total beeindruckt und wohl auch etwas fassungslos stellte sie im guten Englisch fest, dass sie Reisende mit drei Kindern wirklich noch nie bei sich gehabt hätte. Ein Kind mit Eltern, das käme öfters vor, aber drei...! Sie hatte erst um 11 Uhr Zimmer frei. Das war uns recht und so nutzten wir die fünf Stunden für ein bisschen Sightseeing. Bengkulu hatte eine tolle Bergkulisse mit Meer davor und ein altes englisches Fort.
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| Sunrise in Bengkulu. (Indonesi) |
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| Every child needs a picture with a canon. (Bengkulu, Indonesia) |
Ansonsten schien es eine sehr viel ärmer Stadt als Bukittinggi.
Das Guest-Haus, in welchem wir für 85.000 Rupien (ca. 8 Dollar) untergekommen waren, war eine alte holländische Villa, die ihre besten Tage schon hinter sich hatte.
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| Ouer Guesthouse; an old dutch villa, which looks better from outsiden than from inside. (Bengkulu, Indonesia) |
Zwar gab es diesmal ein Waschbecken, aber das funktionierte erst gar nicht, so dass wir doch wieder mit der Schöpfkelle und dem Wasserbottich arbeiten mussten.
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| After 18 hours in the bus Florian needs a traditional shower. (Bengkulu, Indonesia) |
Beim Durchstreifen der Stadt stolperten wir über einen Markt, der vom hygienischen Aussehen und dem Gestank Kambodscha in nichts nach stand.
Hinter dem Markt befand sich für den optimalen Kontrast eine piekfeine Shopping Mall. So richtige Shoppinglaune kam bei mir aber nicht auf, nachdem wir uns durch den Müll und Dreck des Marktes davor gekämpft hatten.
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| An impression of Bengkulu. (Indonesia) |
Wegen der überschaubaren Zahl an Touristen, die durch Bengkulu zu kommen schienen, fielen wir hier ungemein auf. Beim Einkaufen vom Essen wusste jeder, auch ohne die Anwesenheit, dass Christian drei Kinder hatte. Ich fand das nachhaltig bemerkenswert, da ich die Menschen hier nur schwer auseinander halten konnte. Deshalb lächelte ich einfach jeden an, dann war ich auf der sicheren Seite, auch wenn ich nicht wusste, ob ich mit dieser Person irgendwo schon mal etwas zu tun hatte oder nicht.
Während wir den Rest des Tages in der Common Area des Hotels saßen und müde drein blickten, konnten wir Zeugen werden, wie im Abstand von einer Stunde zwei Paare hier aufkreuzten, in einem Zimmer verschwanden und nach einer Stunde auch schon wieder aus-checkten.
Das war eher ein lustiges Schauspiel als ein unangenehmes, da ziemlich klar war, dass es sich hier um echte Paare handelte, die wohl ein bisschen Privatsphäre suchten.
Interessant fand ich auch das konservativ gekleidete Mädel mit Kopftuch und ihrem Freund. Man traute es ihnen einfach nicht zu.
Um 19 Uhr haben wir dann den Deckel drauf gemacht und waren dankbar, endlich schlafen zu können.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 22. Dezember 2008
Und dann brach die Brücke! (Bengkulu über Krui, Sumatra, nach Jakarta, Java, Indonesien)
Gut ausgeschlafen ging es auf unseren nächsten Bustrip. Der Bus schaute in Ordnung aus und mit den vordersten Sitzen hatten wir optimale Sicht. Leider konnten wir nur drei Sitze erstehen für je 170.000 Rupien (ca. 17 Dollar) bei der Firma PO Krui Putra, welche die Route am Meer entlang fuhr und nicht über den Trans-Sumatra-Highway.
Das dauert zwar etwas länger, dafür sollte die Strecke schöner sein. 25 Stunden bis Jakarta wurde uns genannt und nach Bengkulu hatten wir dies bezüglich ja ganz gute Erfahrungen gemacht.
Die Fahrt währte nicht lange und es wurde hier angehalten und dort angehalten. Mal hier am Reifen rumgeklopft und mal dort am Motor gerüttelt.
Es gab drei Arten von Stopps. Erstens zum Essen, zweitens zum Reifenwechsel und drittens die unerklärlichen Stopps, wo der Fahrer einfach verschwand und irgendwann wieder auftauchte.
Unser Zwangsstop, der recht kurz hinter Bengkulu folgte, hatte aber mit alle dem nichts zu tun.
Wir fuhren in einer langsamen Schlange aus Mofas, Autos und Lastern an eine einspurige Ersatzbrücke aus Holz heran. Nicht wirklich vertrauenswürdig, aber der Bus vor uns passierte die Brücke, die etwa 7 Meter hoch war, ja auch ohne Probleme.
Meiner Ansicht nach viel zu Zügig, fuhr unser Busfahrer auf die Brücke.
Grabesstille bei allen Anwesenden, da niemand mehr Luft holte. Nur noch ein paar Meter trennten uns von der anderen Seite da passierte es.
Das ohnehin morsche Holz gab unter uns nach und die rechte Seite des Busses brach mit einem lauten krachen durch die Brücke.
Der Bus kippte leicht nach rechts vorne.
Und anstatt es gut sein zu lassen, gab der Fahrer noch mal richtig Gas, es krachte erneut wesentlich lauter und der Bus rutschte in eine bedrohliche Schräglage.
Panik brach aus, begleitet von Entsetzensschreien. Alles stürmte zu den Türen, um so schnell wie möglich den schwankenden Bus in seiner unberechenbaren Lage zu verlassen.
Kaum zu glauben, trotz dieser bedrohlichen Situation lief die Evakuierung recht ruhig ab.
Wir hatten auch gut reden, da wir ganz vorne saßen, waren wir auch mit die ersten, die aus dem Bus wahren.
Hektisch ergriffen wir unsere Kinder und unseren Rucksack mit unserem mittlerweile um die tausend Euro teuren Elektroequipment und stolperten aus dem Bus und von der Brücke runter.
Mit zitternden Knien und einem Herzschlag von 180 sammelten sich die Mitreisenden draußen vor der Brücke und begutachteten das noch mal gut gegangene Unglück.
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| It doesn't look to bad. (Somwhere on Sumatra, Indonesia) |
Da verkehrstechnisch jetzt nichts mehr ging staute es sich nach allen Seiten hin.
Von überall kamen Leute herbei, um zu schauen, was passiert war. Dazu musste gesagt sein, dass wir uns mitten im Urwald befanden, wo wirklich nichts mehr war, außer aus dem nichts auftauchende Menschentrauben.
Unmengen an schaulustigen Männern strömten auf die Brücke und ich dachte nur, wenn das mal gut ginge.
Nicht, dass die Brücke jetzt auf Grund der vielen Menschen doch noch ganz zusammenbrach.
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| To many people on the weak bridge. (somewhere on Sumatra, Indonesia) |
Das Problem löste sich aber dann von selbst. Ein heftiger Tropenschauer ging auf uns hernieder und spülte die Schaulustigen von der Brücke.
Wir versuchten uns so gut es ging unter Bäumen unterzustellen, um nicht total durchzuweichen. Das hatte aber wohl mehr einen psychologischen Wert.
Von irgendwo tauchte eine Plane auf die wir, die Businsassen, über uns spannen konnten und kurz darauf war der Regen dann auch schon wieder vorbei.
Jetzt hieß es warten, bis man den Bus aus der Brücke befreit hatte.
Man versuchte, die rechte Seite aufzubocken und mit Hilfe eines Lasters wurde der Bus nach 1 1/2 Stunden endlich erfolgreich aus der Brücke gezogen.
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| A lot of work to get the bus out of the bridge. (somewhere on Sumatra, Indonesia) |
Leider auf die falsche Seite, so dass wir nachhaltig nicht weiter konnten.
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| The hole in the bridge. (somwhere on Indonesia) |
Und kaum war der Bus runter von der Brücke, brach das totale Verkehrschaos aus. Die angestauten Mofas drängten gleichzeitig von beiden Seiten auf die kaputte Brücke.
Es ging nichts mehr.
Aber mit viel Zeit schafften es auch die jecken Mofafahrer, ihr Verkehrskneul zu lösen und irgendwann waren sie alle verschwunden. Danach brach ein ähnliches Chaos mit den PKWs und Kleinlastern aus. Und wenn man es mal genau betrachtete, obwohl für 1 1/2 Stunden die Straße voll gesperrt war, waren verhältnismäßig wenig Fahrzeuge da.
Während Mofas, PKWs und Kleinlaster die Brücke noch passieren konnten, mussten Busse und Laster weiterhin warten. Auf was, wir wussten es nicht.
Bei schwereren Fahrzeugen, die die Brücke trotzdem passierten, machte die Brücke sehr ungute Geräusche und bog sich bedenklich.
Ich wartete nur darauf, dass erneut ein Fahrzeug in das Loch fahren würde, tat aber zum Glück keins. Dafür brach ein Geländewagen etwas weiter vorn in die Brücke ein. Hier reichte Manneskraft, um das Fahrzeug wieder zu befreien.
Die Zeit verstrich und der nächste Regenschauer ging hernieder, nur dass wir jetzt währenddessen im Bus sitzen konnten. Der war soweit unversehrt und hing nun nicht mehr auf der kaputten Brücke.
Nach über einer Stunde tauchte ein Pick-Up mit Werkzeug auf. Und ich dachte, sie würden jetzt einfach ein paar Bretter über das Loch nageln und dann sei gut, aber da hatte ich die Rechnung ohne die Indonesier gemacht.
Die halbe Brücke wurde abgerissen und mit neuem Holz wieder hergerichtet. Nach über vier Stunden warten war es dann endlich so weit. Wir konnten weiter, sobald sich das erneut angestaute Mofachaos gelöst hatte.
Endlich!
Mit angehaltener Luft aller Mitreisender fuhr der Bus auf die Brücke. Es knarrte und quietschte erschreckend.
Aber, wir kamen unversehrt drüben an und konnten unsere Reise fortsetzen.
Die Strecke war Landschaftlich sehr reizvoll, wenn auch die Straßenverhältnisse gelegentlich den Bus in extreme Pendelbewegung versetzte, so tief waren die Schlaglöcher.
In Manna machten wir einen Stopp wo, wie es schien, obligatorisch ein Reifen gewechselt wurde. Aber nicht der, der in der Brücke gesteckt hatte.
Bei der Zentrale der Busfirma in Manna warteten schon unglaublich viele Personen auf den Bus. Die hatten ja auch die über vier Stunden, die wir warten mussten, aushalten müssen. Dennoch dachte ich, dass es sich hier auch um Angehörige handelte, die ihre Lieben nur verabschieden wollten.
Weit gefehlt, die wollten wirklich alle in unseren Bus. Der war mal wieder so voll, dass die Plastikhocker für den Mittelgang ausgepackt werden mussten.
Nach fast zwei Stunden in Manna ging es endlich weiter. Da es wieder in strömen regnete wurde eine Liste der Einsteigenden erstellt und diese der Reihe nach aufgerufen, um durch den Regen in den Bus zu rennen. Mittlerweile schon über sechs Stunden Verspätung, aber die Indonesier waren sehr leidensfähig.
Um circa ein Uhr Nachts trafen wir dann endlich in Krui ein. Ein kleiner süßer Fischerort, sofern ich das im Dunkeln beurteilen konnte. Der Ort besaß sogar Hotels. Hätten wir das gewusst, dann hätten wir unsere Reise hier nochmal unterbrochen, aber dieser Ort wurde nirgends erwähnt. Und von der Küste, an der wir die ganze Zeit lang gefahren waren, hatten wir auch nichts mitbekommen, da es ja schon dunkel war und die Strände hier so einsam, dass wirklich kein einziges Licht zu finden war.
In Krui sollten wir eigentlich schon um 19 Uhr eintreffen.
Und wieder wurde eine ewig lange Pause mitten in der Nacht gemacht, wo man etwas essen konnte, wenn man wollte, und die Fahrer ausgetauscht.
Endlich nach nochmal 1 1/2 Stunden ging es dann auch weiter. Bis jetzt hatten wir wohl mehr gestanden, als dass wir gefahren waren.
Der Rauchgestank im Bus war fast unerträglich. Non-Stop zündete sich jemand eine Kippe an und auf Grund des Regens waren alle Fenster geschlossen. Dies hielt zwar den Rauch davon ab, nach draußen abzuziehen, nicht aber den Regen, durch die undichten Fenster hinein zu kommen.
Kuschelig eng versuchten wir zu fünft auf drei Sitzen etwas Schlaf zu finden. Neben mir stand noch ein Hocker mit einer Person auf dem Gang und daneben drängten sich nochmal drei Personen auf zwei Sitzen. Also saßen wir zu neunt dicht gedrängt in einer Reihe. Gut schlafen ging anders.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 23. Dezember 2008
Und es dauert! (Bengkulu über Krui, Sumatra, nach Jakarta, Java, Indonesien)
Wir waren nichtmals drei Stunden unterwegs, da hielt der Bus schon wieder und wir durften wieder warten.
Durch den vielen Regen hatte es einen heftigen Erdrutsch gegeben und die Straße war komplett verschüttet. Bäume und Strommasten waren mitgerissen worden und blockierten jetzt die Weiterfahrt. Das musste erst frei geräumt werden.
ch wusste nicht, wie lange wir gewartet haben, wir konnten derweil die Dorfbewohner auf ihrem Gang zur Morgentoilette beobachten. Was wohl soviel bedeutete, dass die schönen Häuser, die hier standen, alle keine Wasseranschlüsse besaßen, da die Menschen mit Handtüchern in der Hand runter zum Fluss liefen.
Irgendwann ging es auch hier weiter.
Florian und Josua bekamen wieder von allen Seiten etwas zu Essen zugesteckt und jeder schien ihre Namen zu kennen.
Josua nutzte die vielen Stopps, um vorne auf dem Fahrersessel zu spielen und Florian erwischte des öfteren dabei die Hupe.
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| They have fun. (somewhere on Sumatra, Indonesia) |
Die Strecke, die wir mit dem Bus fuhren, sollte eine Nebenstrecke zum Sumatra-Highway sein. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass es sich mehr um die Nebenstrecke der Nebenstrecke handelte. Schlamm, Schlaglöcher und die Straße gerade mal so breit, dass nur ein Fahrzeug platz hatte.
Als der Bus auf eine noch kleinere Schlammpiste abbog, testete der Laster vor uns die Schlaglöcher aus und geriet dabei so ins schwanken, dass er fast gekippt wäre.
Der Fahrer musste sich auch ziemlich erschrocken haben, denn er fuhr danach etwas vorsichtiger.
Beim Nähern einer großen Stadt wurden die Busse umgeleitet und viele mussten für Kontrollen anhalten.
Wir durften passieren, mussten aber die ewig weit draußen liegende Busstation der Stadt anfahren, nur um mal darüber gefahren zu sein.
Zurück auf der Hauptstraße wurde von einem Polizeiposten erstmal Geld von Bussen und Lastern kassiert. Warum war mir allerdings total unklar. Es zahlte auf jeden Fall fast jeder, nur bei uns wollten sie mehr, da ja Touristen im Bus saßen.
Es kam dann wieder der nächste Stopp und Flo wusste mittlerweile genau, wie er an seine Süßigkeiten kam. Er hielt einfach die Hand auf und quakte. Nicht sehr höflich.
Unsere Proviantmassen, die wir im Vorfeld besorgt hatten, gingen ganz gut auf. Nur die acht Liter Wasser waren nicht genug. Dafür war es einfach zu heiß im Bus.
Mittlerweile wieder in sehr urbanen Gegenden angekommen, quälte sich der Bus durch den Verkehr zum Fähranleger in Bakauheni.
Dort ging es dann zügig auf die Fähre und zwei Stunden später hatten wir Java erreicht.
Wir mussten schon in die Busse einsteigen, bevor die Fähre überhaupt angelegt hatte. Zeitgleich ließen alle Busse ihre Motoren unten in der Fähre schon mal laufen. Zur Kohlenmonoxidvergiftung fehlte nicht mehr viel.
Über die Java Autobahnen ging es recht schnell Richtung Jakarta. Wir waren inzwischen alle so erschöpft, dass wir nur geschlafen haben.
Aus dem Tiefschlaf gerissen waren wir dann schon gegen Mitternacht an irgend einem Busterminal irgendwo vor Jakarta. Nach 40 Stunden Busfahrt, ursprünglich sollte es ja nur 25 Stunden dauern, war hier unsere Reise zu ende. Wir kannten nichtmals den Namen des Terminals und der Mangel an Englischkenntnissen hier im Land macht es nicht leichter. Dennoch fand ich die Taxifahrer nicht sehr stressig. Kein lautes Geschrei oder anpatschen.
Natürlich hieß es mal wieder, es gäbe keinen Bus in die Stadt, da sie um 24 Uhr nicht mehr fahren würden.
Traumhaft, man war irgendwo, keine Ahnung wo, und musste mitten in der Nacht mit drei Kindern in eine Stadt, die alles andere als einen positiven Ruf hatte.
Und wie wir so mit den Taxileuten diskutierten fuhr ein Bus vorbei, auf dem ein Stadtteil in Jakarta stand, der nahe zu dem lag, wo wir hin wollten.
Wir also in den fahrenden Bus, er fuhr wirklich, mit dem ganzen Gepäck.
Der Kassierer wollte viel Geld. Ich verneinte und gab ihm, was ich für angemessen hielt. Er akzeptierte es. Wie ich aber später raus fand, war der Betrag, den er gefordert hatte, schon der Richtige gewesen. Hier in Jakarta waren die Busse teurer als auf Sumatra.
Der Bus ließ uns dann irgendwo in der Stadt raus. Es war gar nicht so einfach, den Josua wach zu bekommen, der während der kurzen Fahrt eingeschlafen war. Wir machten unseren Weg durch die erstaunlich friedlich wirkende Innenstadt.
Im Backpackerviertel (Jalan Jaksa) angekommen schien uns das Glück zu verlassen. Überall, wo wir fragten, waren die Hotels schon voll und da wo noch Platz war, wollte ich beim besten Willen nicht hin. So heruntergekommen und dreckig, das musste auch um ein Uhr Nachts in Jakarta nicht sein.
Viele hilfsbereite Menschen, die uns hierhin und dorthin schickten, und tatsächlich fand sich ein Hotel, welches noch ein einziges Zimmer frei hatte und sehr gut aussah. Der Portier wollte das Zimmer aber nicht an fünf Personen vermieten. Ich bettelte ihn an und verwies auf die Kinder, die unbedingt schlafen müssten.
Er ließ sich erweichen und für 100.000 Rupien (ca. 10 Dollar) hatten wir einen echt schönen Raum mit eigenem Bad im Hostel 35.
Und zum ersten mal seit Melaka hatten wir wieder eine richtige Dusche. Tat das gut, nach soviel Rauch und Schweiß. Wir waren ja inzwischen schon seit vierzig Stunden unterwegs.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 24. Dezember 2008
Eine wahre Weihnachtsgeschichte (Jakarta, Java, Indonesien)
Der Tag fing viel zu früh an, da Florian sich nochmal übergeben musste. Nicht wirklich schlimm, aber zu früh.
Ich hatte noch nie eine so ruhige Millionenstadt erlebt. Wir waren mitten im Citycenter, hörten aber nichts außer der Schafe, die nebenan blökten.
Dann musste ganz dringend eine Lösung für unsere Wäsche her. Handwäsche wäre bei diesem Gestank und Schmutz sinnlos gewesen.
Also machte sich mal Christian mit unserer Tüte auf den Weg und solche optischen Reize halfen ungemein, da sofort jemand ihm behilflich zur Seite stand, um mit ihm alle möglichen Wäschereien abzuklappern.
Leider wollten die alle pro Stück und nicht pro Kilo den Preis festsetzen. Indiskutabel für uns.
Es fand sich dann aber doch noch in einer kleinen Seitengasse, in einem Einzimmerappartement einer alten Dame, wo der meiste Platz von der Waschmaschine eingenommen wurde, eine Lösung.
Auf die Frage von Christian, ob man denn nicht auf das Bügeln der Wäsche verzichten könne, damit der Preis sank, kam von der alten Dame nur die Antwort: "Auf Bügeln kann man nicht verzichten."
Es war sinnlos mit alten Frauen diesen Punkt zu diskutieren.
Wenigstens ging unsere Wäsche mal durch eine Maschine.
Unsere Frühstückssuche war ausnahmsweise super einfach gewesen. Um die Ecke gab es ein hiesiges Restaurant, welches zu guten Preisen vor allem Reis, Ei und Omelett anbot.
Was für ein Glück, denn offt war das Essen nicht wirklich annehmbar für uns, da immer nicht klar war, wie lange das Zeug schon in der Auslage rumgammelte. Gerade bei sehr kleinen Essensständen mit wenig Durchlauf.
Florians Frühstück kam als ganzes wieder raus, so dass er trotz Weihnachten auf Diät gesetzt werden musste.
Und während Christian in ein kleines finsteres Internet-Cafe tiegerte, um mal nach deutschen Kirchengemeinden in Jakarta zu suchen, habe ich mit den Kindern noch Weihnachtssterne aus dem übrig gebliebenen Backpapier vom Plätzchenbacken gebastelt.
Unsere Zimmerwand im Hotel sah jetzt sehr nett aus.
Und hier begann nun unsere -
"Wahre Weihnachtsgeschichte"
Und es begab sich aber zu der Zeit im Jahre 2008 nach Christi, als die Weltwirtschaft in Unruhe geraten war, Malaysia schwere Überschwemmungen hatte, in Kambodscha eine Hungersnot ausbrach und in Indonesien 33 Grad waren, dass eine Familie, fünf Köpfe zählte sie, sich ihren Weg um die Welt bahnte.
Und so kam es, dass sie am Tage des heiligen Abends um ein Uhr nachts nach einer 40-stündigen Busfahrt durch Sumatra total übermüdet und erschöpft in Jakarta eintraf.
Sie suchten und suchten und bekamen überall die selbe Antwort in den Hotels zu hören: "We are sorry, but we are full."
Endlich, nach über einer Stunde vergeblicher Suche fanden sie ein Gasthaus, welches noch genau ein Zimmer frei hatte. Doch der Gastwirt wollte das Zimmer nicht an eine fünfköpfige Familie vermieten.
Erst nach eindringlichem Bitten und dem Verweis, dass die Kinder dringend schlafen müssten, ließ sich der Gastwirt erweichen und die Familie kam zu einer Perle von Zimmer.
Am Morgen, nach wenigen Stunden Schlaf, wurde die Familie gewahr, dass sie sich in einer der vermeintlich gefährlichsten Städte dieser Welt befand, in der sie niemanden kannten, noch wussten, wo sie den Heiligen Abend verbringen sollten.
Christian, der Vater der Familie, machte sich am Morgen auf in ein Internet Café, um eine mögliche Adresse einer deutschen Kirchengemeinde in Jakarta zu finden.
Nach zähem Suchen schien er fündig geworden zu sein.
Um 13:30 Uhr machte sich die Familie fern von Freunden und Verwandten auf den Weg durch die neun Millionen Stadt zur besagten Adresse.
Mit dem einen möglichen Bus ging es mit 10 Stundenkilometern durch einen nicht enden wollenden Stau. Und die Zeit verrann.
Das hatten wir selbst in Bangkok nicht erlebt, dass wirklich fast die ganze Stadt stand und es auch nirgends besser zu werden schien.
Den Straßennamen nennend versuchte die Familie dem Busfahrer und seinem Beifahrer zu vermitteln, wo sie denn hin wollten.
Die beiden schienen zu verstehen und wiesen nach vorne, so dass die Familie nur hoffen konnte, an der richtigen Stelle heraus gelassen zu werden.
Die Zeit verstrich. Es wurde halb drei, dann drei, dann viertel nach drei.
Julia, die Mutter der Familie, erkundigte sich nochmals. Nicht, dass man sie vergessen hätte.
Die Antwort war die selbe, immer weiter geradeaus.
Die Familie wurde sehr unruhig, da der Gottesdienst um 15:30 Uhr beginnen sollte und es den Eltern der Familie sehr wichtig war, dass ihre drei Kinder ein bisschen Weihnachten bekämen.
Kurz darauf hielt der Bus und wies die Familie an auszusteigen, mit der klassischen Handbewegung in eine bestimmte Richtung.
Orientierungslos stand die Familie in der Mitte einer vierspurigen, im Verkehrschaos versinkenden Straße und wusste nicht, wohin mit sich.
Sollte Weihnachten hier vorbei sein? Sollte die Familie, die ohnehin traurig darüber war, Heilig Abend ausgerechnet in Jakarta verbringen zu müssen, hier ganz alleine sein?
Was für ein trauriges Weihnachten. Kein Ort wo man sein wollte und Essen bei McDonalds.
Wir wanderten zu diesem Zeitpunkt durch "die" Expat-Gegend welcher. Straßen mit Schranken und Villen hinter hohen Zäunen und Mauern an feinst geteerten, riesenbreiten aber einsamen Straßen.
Christians hartnäckiges Nachfragen half, da alle in eine Richtung zeigten, so dass die Familie dieser folgte.
Und als sie schon nicht mehr daran glaubten, noch etwas zu finden und eigentlich schon am Aufgeben waren, tauchte plötzlich der Straßenname auf, den sie gesucht hatten.
Ein wenig auffallendes Haus ohne Schild oder sonst einem Hinweis, dafür mit offenem Tor und der Hausnummer, welche sich auch im Internet hatte finden lassen, sollte das gesuchte Ziel sein?
Verunsichert fragte die Familie den Wachmann, ob man denn hier bei der Deutschen Kirchengemeinde sei.
Die Frage wurde bejaht und man bat die Familie doch einzutreten.
Im Hause wurden sie von der Pfarrersfamilie herzlich begrüßt und man freute sich über die unerwarteten Gäste, welche einen so weiten Weg hinter sich gebracht hatten, um heute mit ihnen Christis Geburt zu feiern.
Ich bekam den Mund glaube ich gar nicht mehr zu, so hart traf mich das Deja-vu. Das sehr große Wohnzimmer war für den Gottesdienst umgeräumt worden und es trudelten immer mehr Deutsche ein.
Wie eine Zeitreise wurde ich zurück katapultiert und befand mich als fünfzehnjährige in der deutschen Kirchengemeinde Guatemalas wieder. Meine Fresse, war das heftig. Es sah so aus, es roch so, es war die selbe Atmosphäre, selbst die Leute schienen die selben zu sein. Expats, die schon seit Jahrzehnten hier waren, junge Familien und Paare. Ich wartete nur noch darauf, dass jemand um die Ecke kam, den ich kannte.
Der einzige Unterschied war, dass ich keine 15 mehr bin, sondern mittlerweile zu den Erwachsenen zähle, was das Gefühlschaos perfekt machte. Ich konnte mich nicht mehr in mein Pubertätssein flüchten, sondern war der Ansprechpartner für meine Umwelt.
Und obwohl die Familie so viel zu spät war, war sie dennoch nicht zu spät, da der Gottesdienst erst nach 16:00 begann.
Die Kinder der Gemeinde führten das Krippenspiel auf, welches wohl das süßeste und improvisierteste war, welches die Familie je gesehen hatte. Dazu gab es ausgezeichnete Live Musik von Gemeindemitgliedern.
Weihnachten war gerettet und die Familie freute sich sehr, es bis hierher geschafft zu haben.
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| The livingroom prepared for the christmas service. (Jakarta, Indonesia) |
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| And a christmas tree. (Jakarta, Indonesia) |
Nach dem Gottesdienst machte sich die Familie auf den Rückweg. Wasser wollte noch im Supermarkt gekauft werden und die Frage nach dem Festmahl war auch noch nicht geklärt.
Und wie die Familie von dannen zog, kam eine Frau von der Gemeinde auf sie zu und bot ihnen an, am jetzt folgenden Weihnachtsessen in der Kirche teilzunehmen.
Es schien der Familie wie ein Wunder und dankbar über soviel Großzügigkeit nahm sie an.
Ein kleiner Kreis übrig gebliebener Gemeindemitglieder bereitete die Tafel mit mitgebrachten Gaben vor.
Derweil schien für die Kinder Lydia und Josua der Familie das schönste Weihnachtsgeschenk, welches sie sich je gewünscht hatten, wahr zu werden.
Gleichaltrige Kinder mit denen sie in deutsch reden konnten und mit denen sie sich auf Anhieb richtig gut verstanden.
So glücklich hatten die Eltern der Familie ihre beiden großen Kinder schon lange nicht mehr gesehen und auch die anderen Kinder schienen sehr glücklich über die weihnachtliche Bereicherung.
Ich musste echt gestehen, dass das der absolute Hammer war. Zwischen den Kindern stimmte einfach alles. Josua und Daniel, der jüngere Sohn der Pfarrersfamilie, schienen sich gesucht und gefunden zu haben. Kein einziges mal tauchte Josua auf und jaulte uns voll, was schon wieder blöd gewesen sei. Ein wahres Weihnachtswunder.
Als es für uns hieß, gehen zu müssen, hielten sich die beiden Jungs ganz doll fest und wollten sich gar nicht mehr loslassen.
Lydia verstand sich zu meinem Erstaunen hervorragend mit dem drei Jahre älteren Samuel der Pfarrersfamilie.
Und als wenn der Familie nicht schon genug wunderbares widerfahren war an diesem sonderbaren Heiligen Abend, gab es zur Abwechselung statt Reis mal Knödel, Gulasch und Rotkohl und Florian, der jüngste der Familie, machte seine erste Kartoffelbreierfahrung.
So ein Weihnachten im Kreise lauter lieber Menschen hätte sich die Familie selbst in ihren aller kühnsten Träumen nicht ausmalen können.
Aber das schönste an diesem Weihnachten war, dass es im wahren Zeichen der Nächstenliebe und des geteilten Gemeinsamen stand, fern ab von Konsumwahn oder entnervender Vorweihnachtszeit.
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| The christmas dinner. (Jakarta, Indonesia) |
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| They are so happy about the German food. (Jakarta, Indonesia) |
Nach dem Essen saßen wir noch beisammen und Pfarrer Garthe las Weihnachtsgeschichten vor.
Und so ging ein zauberhafter Tag, welcher wirklich meiner Ansicht nach eine "unglaubliche Weihnachtsgeschichte" darstellte, zu ende.
Und so überzogen die Weihnachtsgeschichten in Deutschland auch klingen mögen, vom einsamen Menschen, der plötzlich in einer Gruppe einen Moment des Friedens erleben durfte, oder auch wie Maria und Josef eine Bleibe nach einer langen, beschwerlichen Reise suchten, wir wussten jetzt, dass es so etwas wirklich gab und wie sich das anfühlte, wenn man verloren auf der Welt schien und plötzlich geschah ein Wunder.
Es war die schönste Weihnacht die wir je erlebt haben.
Und als wenn dem ganzen immer noch nicht des Guten genug gewesen wäre erfuhren wir, dass die Pfarrersfamilie die nächste Woche auf Bali sein sollte.
Wir ja auch. Zur Freude der Kinder, die sich unbedingt dort treffen wollten.
Auf dem Rückweg hatten wir den falschen Bus erwischt. Es war schon wieder dunkel und fast 22:00 Uhr. Ohne zu wissen, wo wir eigentlich waren, wurden wir einfach ausgekippt, nachdem sich herausstellte, dass wir im falschen Bus waren.
Wir folgten mal wieder der Richtung, die man uns gezeigt hatte, damit hatten wir ja bis jetzt ganz gute Erfahrungen gemacht.
Dennoch hatten wir keinen Plan, wo wir wahren und wie wir jetzt weiter kommen sollten, da auf der Straße, auf der wir uns befanden, keine Busse zu fahren schienen.
Und da bog plötzlich ein Bus um die Ecke, dessen Nummer wir auch schon in Zentral-Jakarta gesehen hatten. Das war dann wohl ein weiteres Weihnachtswunder an diesem Tag.
Beim Eintreffen in unserem Hotel lagen tatsächlich zwei Geschenke für die Kinder dort.
Lydia bekam ihre gewünschten Flip-Flops, die ich schon in Hat Yai in Thailand gekauft hatte. Josua bekam ein paar Spielzeugautos aus Kuala Lumpur und eingepackt war alles in Geschenkpapier aus Bengkulu in Sumatra.
Das war einfach unfassbar, was uns in den letzten Tagen alles an Abenteuer und Positivem widerfahren war.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 25. Dezember 2008
Fröhliche Weihnacht (Jakarta, Java, Indonesien)
Der heutige Tag war schnell erzählt. Wir waren krank.
Auf die unsägliche Müdigkeit nach so vielen aufregenden Tagen kam jetzt der Magendarminfekt.
Ich hatte mich den ganzen Tag übergeben.
Christian gesellte sich gegen Nachmittag dazu und Josua und Florian sollten Durchfall einen Tag später bekommen. Nur Lydia hielt sich wacker.
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| The hotel lobby. Unfortunately, such a fish pond inside the house breeds a lot of moskitos. (Jakarta, Indonesia) |
Wir hatten noch eine kleine Weihnachtsdiskussion, da Josua mich zur Weißglut bringen konnte mit seinem Gelaber, wie groß seine Geschenke doch in Deutschland waren.
Ich glaubte schon, dass er dieses Weihnachten auch als etwas ganz besonderes erlebt hatte, nur durch seine Art, alles kaputt zu labern, bekam er leider nie die Kurve.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 26. Dezember 2008
Vier Zugtickets bitte! (Jakarta, Java, Indonesien)
Es half alles nichts, wir mussten heute Zugtickets erstehen, wenn wir Jakarta möglicherweise morgen verlassen wollten.
Also sind Christian und ich trotz Christians desolatem Zustand, mir ging's wieder einigermaßen, los zur nahe gelegenen Gambir Zugstation. Von hier sollten die Züge nach Yogyakarta fahren.
Das taten sie auch, aber nur der Taksana (Erste Klasse ) für stolze 350.000 Rupien und die Bisinis (Business) Klasse für fast den selben Preis. Nicht so aber die günstige Ekonomi (Economy) Klasse.
Man schickte uns hier und dort hin und zum Schluss standen wir ewig an einem Schalter an, um dort zu erfahren, Tickets für die Dritte Klasse gäbe es hier nicht.
Diese fuhr nur von einem anderen Bahnhof ab, wir könnten da ja mal fragen.
Also weiter zu Fuß durch die Stadt zur Station Pasar Senen.
Hier sah es dann auch so aus, als ob von hier die dritte Klasse startete.
Am Schalter, wo wir fragten, hieß es, dass es hier nur sofort Tickets für heute gäbe, aber wir könnten ja mal bei der Reserwasi (Reservation) fragen.
Wir also weiter und wieder warten.
Wie oft war es schon passiert, dass Menschen wegrannten, wenn wir sie auf Englisch ansprachen.
Die Dame hinter dem Schalter tauchte aber nach einer Weile wieder auf, hielt hier und dort noch mal Rücksprache, ob wir als Bulehs (wörtlich die Ausgeblichenen, also Weiße) überhaupt berechtigt seien, Tickets für die Economy-Klasse zu buchen. Das hatten wir ja auch in Thailand schon, dass man uns die dritte Klasse Tickets nicht verkaufen wollte.
Schien aber zu gehen, denn nach über drei Stunden durch die Stadt rennen und warten an Schaltern hielten wir unsere Tickets plus Sitzplatzreservierung in der Hand. Und die Sitzplatzreservierung war Gold wert, wie wir am nächsten Tag feststellen sollten.
Auch, dass wir vorbuchen konnten, war erstaunlich, denn offiziell hieß es, dass das gar nicht ginge, sondern man sein Ticket kaufte, kurz bevor der Zug abfuhr.
Wir hatten jetzt spottbillige Tickets für 2x38.000 und 2x30.000 Rupien (15.000 Rupien sind ca. 1 Euro).
Man berücksichtige, dass die Züge vom anderen Bahnhof fast zehn mal so teuer waren.
OK, wir wussten ja auch noch nicht, was uns erwarten würde.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. Dezember 2008
Der Beginn eines langen Weges (Jakarta nach Yogjakarta, Java, Indonesien)
Morgens haben wir ausgecheckt und unser Gepäck im Hotel untergestellt. Unser Zug sollte erst um 21 Uhr gehen.
Nach zwei Tagen krank sein wollten wir wenigstens einen Tag Sightseeing in Jakarta machen. Das reichte uns übrigens vollkommen, denn es gab wirklich nicht allzu viel zu sehen.
Mit dem TransJakarta Bus, Busse die auf eigenen Spuren am Verkehr vorbei fuhren und für die man nur einmal zahlen musste und dann so oft umsteigen konnte wie man wollte, ging es nach Sunda Kelappa den berühmten Hafen mit den alten Holzschiffen bewundern. Hier konnte man Männer bei der Arbeit zusehen, wie sie Säcke über Holzplanken auf oder von den Schiffen schleppten.
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| Cargo ships in Jakarta's Sunda Kelappa habour. (Jakarta, Indonesia) |
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| Cargo ships are still loaded and unloaded by hand. (Jakarta, Indonesia) |
Der Weg vom Bus bis zum Hafen ging durch Straßen der Planenmacher. Überall saßen Leute und nähten Planen. Die Gegend war extrem arm und besonders dreckig.
Weiter ging es nach Anchol, dem großen Freizeitpark Jakartas. Hier wollten wir eigentlich ins Schwimmbad, aber das sollte uns alle zusammen über 25 Dollar kosten, ohne zu wissen, ob sich das auch wirklich lohnte. Man musste nämlich am Eingang zunächst mal 12.000 Rupien pro Person bezahlen, um überhaupt bis zum Schwimmbad vorzudringen. Kinderermäßigung gab es für uns auch keine.
Na gut, sind wir halt nicht ins Schwimmbad gegangen, da es einfach unverhältnismäßig war. Für 25 Dollar bekam man schon 2 Tage Hotel mit Pool.
Wir sind dann wirklich quer durch die Stadt gefahren von einer Mall zur nächsten, um einen offenen Supermarkt zu finden. War gar nicht so einfach, da fast alle zu hatten.
Die Malls in Jakarta konnte man sich fast alle schenken. Die waren vor allem laut, eng, mit niedrigen Decken und wie immer Ansammlungen von Garagen, in denen dann kleine Geschäfte untergebracht waren.
Hässlich konnte man das nennen. Auf der anderen Seite hatte dieses Garagenwesen natürlich seinen Ursprung in den Märkten draußen, die jetzt versucht wurden, ganz modern in eine Mall zu packen.
Jakarta war nach Phom Penh in Kambodscha, die hässlichste, dreckigste und lauteste Stadt, die wir bis jetzt besucht hatten. Meine Fresse. Überall stand die Kanalisation offenen und floss auch vor den schickeren Malls einfach vorne vorbei. Es stank überall erbärmlich und viele Bettler, vor allem Kinder, die an und in dem Müll hausten, prägten das Straßenbild.
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| Dwellings of the poorest amongst the big companies headquarters in central Jakarta. (Indonesia) |
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| Those vehicles drive as taxi in Jakarta's traffic. (Indonesia) |
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| There are so many of them. (Jakarta, Indonesia) |
Gegen Nachmittag haben wir dann endlich einen Supermarkt gefunden und wohl die einzige Bank in allen Malls Jakartas. Man konnte sich nämlich wirklich nirgends hinsetzen. Auch die Parkanlagen waren mit dickem Stacheldraht gesichert, so dass man nicht rein kam.
Am Abend ging es mit unserem Gepäck zum Bahnhof.
Als sich auf dem total überfüllten Bahnhof gegen halb neun immer noch nichts tat, fragten wir mal nach.
Umgehend wurden wir aufgefordert mitzukommen. Über Bahngleise an stehenden Zügen vorbei wurden wir im fast stockfinsteren zu einem Zug auf einem Abstellgleis geführt.
Man brachte uns sogar zu unseren Plätzen. Der Typ, der uns hierher gebracht hatte, wollte natürlich Geld. Ich bot ihm 2.000 an, er wollte aber 10.000. Ein Pärchen übersetzte uns diese Forderung.
Christian entgegnete nur, dass die Zugtickets nichtmals 40.000 gekostet hatten, so dass 10.000 nicht ganz realistisch sein könnten. Ich bot nochmals die 2.000 an. Das war schon doppelt so viel wie üblich. Denn normalerweise kosteten all diese Mini-Dienstleistungen nur 1000. Der Typ lehnte weiterhin ab, so dass ich das Geld wieder wegsteckte und wir es uns bequem machten, worauf der Typ abzog und das Pärchen neben uns meinte, dass wir das ganz richtig gemacht hätten.
Der Zug fuhr dann doch noch am eigentlichen Gleis ein, aber wie gut, dass wir schon drinnen waren und Plätze reserviert hatten.
Vor lauter Menschen vor den Fenstern sah man den Bahnsteig nicht mehr und alle wollten sie in den Zug.
Normalerweise sortierte sich das ja dann alles, aber nicht in Indonesien. Dafür waren es echt zu viele Menschen. An den nächsten Haltestellen war es nicht besser. Immer mehr wollten noch in den Zug. Die Leute standen dicht gedrängt den Gang entlang und saßen zu dritt oder viert auf den Doppelbänken. Da irgendwann wirklich nichts mehr rein passte, die Leute hingen schon quer über einem, um nicht zu fallen, vermutete ich, wurde das Dach des Zuges genutzt.
Es war so eng, dass selbst die Indonesier nicht mehr rauchten und das sollte hier echt was heißen.
Nicht, dass die Nacht unter solchen Umständen schon ätzend genug war. Nein, alle paar Sekunden zwängte sich ein Verkäufer durch die Massen, stieg über die Menschen und weckte sie, damit sie irgendwie Platz machten. Nur um dann Hüte, oder sonstigen Tinnef den Leuten unter die Nase zu reiben. So war an schlafen nicht zu denken, da dieses Theater wirklich die ganze Nacht non-stop weiterging.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 28. Dezember 2008
Feiertag in Java (Yogjakarta nach Surabaya, Java, Indonesien)
Jetzt durften wir mal erleben, was es hieß, das Leben in vollen Zügen zu genießen, oder auch nicht.
Total gerädert kamen wir morgens in Yogyakarta an und mussten feststellen, dass auf Grund des hiesigen Neujahresfestes alle guten Unterkünfte voll waren. Die Absteigen wollten Preise fern von Gut und Böse, so dass wir uns kurzer Hand dazu entschieden haben, einfach weiter nach Bali zu fahren.
Waren ja nur schlappe weitere 700 Kilometer.
Der Bus zur Busstation fuhr uns auch praktischerweise an allen wichtigen Sights vorbei, so dass wir im Prinzip nichts verpasst hatten.
An der Busstation tobte nicht wirklich der Bär. Da wir schon total übermüdet waren und keine Lust mehr auf weitere Abenteuer hatten besorgten wir 3 Tickets zu je 180.000 Rupien (ca. 18 Dollar) direkt nach Denpasar auf Bali und warteten in einer extra vorhandenen Wartehalle. Der Plan war sich in den Bus zu setzen, die Augen zu schließen und in Bali wieder auszusteigen.
Und da so eine nächtliche Zugfahrt nicht gerade zum körperlichen Wohlbefinden beitrug, nutzte ich die Zeit in den verhältnismäßig sauberen Toiletten (Hocktoiletten und kein Waschbecken, nur Wasserbottich), um so etwas wie zu duschen und ein frisches T-Shirt anzuziehen.
Eigentlich sollte unser Bus erst um 16 Uhr abfahren, doch der Mann, der uns die Tickets verkauft hatte, kam um 13 Uhr zu uns und meinte, der Bus sei gecancelt. Angeblich weil er kaputt sei. Wir vermuteten, dass es einfach nicht genug Fahrgäste gab.
Also musste eine Lösung gefunden werden, damit niemand das Gesicht verlor und wir wurden kurzer Hand in einen Bus der Konkurrenz gesetzt.
Es wurde uns versichert, dass der Bus nach Bali fahren würde, aber wir blieben skeptisch. Zurecht!
Der verhältnismäßig luxuriöse Bus fuhr wie der Henker und Busfahrer und Beifahrer lachten sich immer halb kaputt, wenn Mofas verzweifelt in den Graben ausweichen mussten, um bei den waghalsigen Überholmanövern des Busses nicht unter die Räder zu kommen.
Java war eine verhältnismäßig hässliche Insel. Viele, viele Häuser, wenn auch zum Teil aus Backstein, was es nicht so Grau wirken ließ.
Gegen 23 Uhr kamen wir in Surabaya an. Erst ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft und ein unwesentlicher Umweg nach Bali.
Aber was sollte es. Es kam, was kommen musste. Der Bus endete hier und es gab keine Busse weiter nach Bali.
Außer ein vermeintlicher Air-Con Bus, für den wir ohne ihn zu sehen einem Typen mitten in der Nacht einen stolzen Aufschlag von 90.000 Rupien bezahlen sollten. Wir lehnten ab und unser Bustyp diskutierte noch ein bisschen, dann forderte er uns auf, doch in den leeren Bus wieder einzusteigen.
Wir zögerten, da uns unklar war, wieso wir dies tun sollten.
Er blieb hartnäckig, so dass wir letztendlich wieder einstiegen. Wir wollten ja nicht mitten in der Nacht in Surabaya stranden. Der Bus fuhr dann mit uns auf die andere Seite des Geländes.
Hier tauchte ein anderer Typ auf, der uns erklärte, er hätte einen normalen Bus nach Bali.
Nach kurzer Diskussion mit unserem bisherigen Bustypen erhielt er ein Teil unseres Ticketgeldes, unser Bustyp wünschte uns viel Glück, gab Lydia noch einen dicken Schmatzer auf die Wange und verschwand.
Wir folgten unserem neuen Reiseagenten zu seinem Bus, der so war, wie sie alle.
Für unsere letzte Bustour in Indonesien bekamen wir nochmal das volle Programm geboten. Ein Troubadour nach dem andern, der uns mit seiner Sangeskunst beglückte. Die ganze Nacht liefen Musikvideos in voller Lautstärke mit schrecklich singenden Mädels. Dann doch lieber die Troubadoure, die wackelten wenigstens nicht unbeholfen mit der Hüfte und fühlten sich dabei noch besonders sexy. Und es fing mal wieder in strömen an zu regnen, was bei diesem Bus wieder ein nasses Erlebnis war. Es floss nur so an den Fenstern in den Bus und Christian weichte gut ein.
Na dann mal eine gute Nacht. Wer musste schon schlafen?
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 29. Dezember 2008
Und der Trip nimmt kein Ende (Surabaya, Java nach Kuta, Bali, Indonesien)
Den toten Punkt irgendwo jenseits von uns gelassen, wurden wir wieder an irgendeiner Busstation ausgekippt.
Keine Ahnung wo wir waren, noch war eine Fähre weit und breit zu sehen. Das hatte ich eigentlich erwartet, dass sie uns wenigstens bis zur Fähre bringen würden.
Dem war aber nicht so.
Stattdessen vermittelte unser Reiseagent uns weiter, wie wir glaubten an ein Sammeltaxi, welches uns bis Denpasar bringen würde.
Das Sammeltaxi fuhr zwar zur Fähre um jemanden raus zu lassen, aber nicht uns. Wir fuhren wieder und der weitere Reisegast, welcher wohl auch das Geld vom letzten Agenten bekommen hatte, versicherte uns, wir würden schon nach Denpasar fahren, er müsse nur noch sein Auto holen.
Sein Auto?
Der Trip wurde immer abstruser.
Erst die Busfahrer, die uns die ganze Zeit hin und her geschoben haben und um uns feilschten, als wenn wir eine Ware wären und jetzt ein Privatwagen.
Das Taxi fuhr und fuhr und wir wurden unruhig, aber was sollten wir schon groß machen.
Irgendwann kamen wir wirklich irgendwo an, wo die Frau unseres neuen Reiseagenten schon wartete.
Wir wurden in deren Geländewagen verfrachtet und nun ging es wieder die ganze weite Strecke zurück zur Fähre.
Mensch was das dauerte.
Zwischen drin hielten sie hier und dort, um Essen zu besorgen, welches sie an die Kinder verfütterten, so dass wir dies nicht verhindern konnten.
Im Prinzip waren die beiden sehr freundlich, trotz mangelndem Englisch.
Christian und ich fühlten uns dennoch nicht richtig wohl. Unser ganzer Trip war bis jetzt eigentlich, trotz aller Sonderbarkeiten, problemlos verlaufen, da musste bestimmt noch was kommen. Dieses Gefühl begleitete uns und machte jede Verzögerung zunehmend unerträglicher. Um so erfreulicher, dass es an diesen nicht mangelte.
Die Fährpassage zwischen Java und Bali war Gott sei Dank recht kurz. Vielleicht eine Stunde.
Als die Autos schließlich im Begriff waren, von der Fähre zu fahren rollte der Wagen plötzlich in ein anderes Auto. Da war die Handbremse wohl nicht angezogen.
Scheiße!
Christian und ich verhielten uns ganz ruhig, während die beiden Parteien draußen vor der Fähre die Sache diskutierten. In Indonesien galt gerne die Regel, dass nicht der zahlte, der Schuld hatte, sondern der, der es bezahlen konnte und da kamen Ausländer doch gerne mal sehr gelegen.
Nach ewigem Warten schienen sich alle geeinigt zu haben, es war ja auch nichts wirklich kaputt gegangen, außer kleine Lackkratzer, und es ging endlich weiter.
Wir hatten die Größe von Bali etwas unterschätzt, denn die Fahrt wollte und wollte kein Ende nehmen. Der unglaubliche Verkehr tat sein übriges.
Das Pärchen hielt hier, um was beim Bruder abzugeben, es hielt dort, um Geld zu holen, dann sollte nochmal was gegessen werden und es zog und zog sich.
Und die ganze Zeit über das ungute Gefühl, da kommt noch was.
Bei einem weiteren Essensstopp wollten sie wissen, wo wir eigentlich hin wollten, Denpasar oder doch nach Kuta? Die Verständigung war etwas schwierig.
Wir versuchten deutlich zu machen, dass sie uns ruhig in Denpasar raus lassen könnten.
Das schien ihnen nicht so richtig recht zu sein.
In Denpasar wollten sie uns immer nicht aussteigen lassen, wir sollten warten und sie würden uns nach Kuta bringen.
Das bedeutete wieder warten, da der Mann noch sein Mofa holen musste und mit zwei Fahrzeugen durch den indonesischen Verkehr war eine Geduldssache.
So dicht vorm Ziel und der Trip wollte einfach nicht enden. Mittlerweile hatten wir schon gegen 14:30 Uhr. Gestartet waren wir vor zwei Tagen um 21 Uhr, wenn man den Tag, den wir tot schlagen mussten, nicht mitrechnete.
Dann hieß es mal wieder warten, da das Mofa irgendwo abgegeben werden musste und im Schneckentempo ging es danach Richtung Kuta.
Der Verkehr hier war der absolute Hammer, da man echt das Gefühl hatte, sich so gut wie gar nicht vorwärts zu bewegen.
Christian und ich versuchten uns derweil mit unserer Karte zu orientieren.
Ständig hieß es, nein wir sollten doch noch weiter fahren und wo wir denn genau hin wollten?
An irgendeinem Punkt reichte es dann.
Wir wussten endlich, wo wir waren und baten darum, uns hier raus zu lassen.
Die beiden hielten an und wie die ganze Zeit vermutet, kam was kommen musste.
Sie wollten Geld für den Unfall haben. 1 Millionen Rupien.
Ich sah erstmal zu, dass wir aus dem Auto kamen.
Während Christian mit den beiden diskutierte, dass das nicht ganz sein könne, zumal wir mit dem Unfall nichts zu tun hatten, machte ich die Kinder und auch Christian startklar zum loslaufen.
Unser Schultern der Rucksäcke lief nach einem festen Prinzip ab. Ich setzte allen die Rucksäcke auf, erst Josua, dann Lydia, dann Christian und zum Schluss mir selber.
Christian versuchte weiterhin klar zu machen, dass wir keine Millionen (ca 100 Dollar) hatten.
Wir sollten halt zum ATM gehen. Wir boten ihnen 50.000 an. Immerhin hatten sie uns Essen gegeben und uns bis nach Kuta gebracht.
Das wollten sie nicht, sie wollten mindestens 350.000.
Christian meinte auch nur, dass es sich nur um kleine Lackschäden handelte, welche man einfach überstreichen könnte, wir würden sie aber mit 100.000 finanziell unterstützen.
Zähneknirschend akzeptierten sie dies und wir sahen zu, dass wir weg kamen.
Doch der Tag wollte kein Ende nehmen.
Hauptsaison hieß genau das, Hauptsaison, alles voll.
Überall wo wir fragten hieß es nur:"We are full!".
Klasse, mittlerweile war es ja schon fast 17 Uhr.
Aber es war nichts zu machen.
Bei einem Guest-Haus wo auch schon alles voll war, meinte ein Mädel, sie würde Morgen auschecken.
Das brachte uns wenig für heute. Wir hatten es uns dann doch noch überlegt, waren nochmal zurück und wollten wenigstens für morgen schon mal buchen. Auf eine Nacht mehr oder weniger ohne Schlaf kam es jetzt ja auch nicht mehr an.
Das Mädel und noch jemand standen noch da. Und während wir das Zimmer vorbuchen wollten, meinte das Mädel und der andere Typ, sie könnten auch für heute Nacht sich ein Zimmer teilen, so dass wir das freiwerdende Zimmer haben könnten.
Was für ein Wunder.
Nun waren wir für 45.000 Rupien im Komala Indah 1, in einem Zimmer mit eigenem Bad und dem höchsten Standard, den wir für so einen Preis je hatten.
Jetzt aber schlafen!
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. Dezember 2008
Wir wollen Luxus (Kuta, Bali, Indonesien)
Christian und ich hatten uns vorgenommen, für die letzten Tage in Südostasien es uns nochmal richtig gut gehen zu lassen. Also sind wir morgens los, nach einem Guest-Haus mit Pool zu suchen.
War natürlich alles voll und es sollte auch niemand, nirgendwo auschecken. Nur in dem einen Guest-Haus bekam mal wieder ein Gast unsere Anfrage mit und meinte, er würde morgen auschecken. Wir haben sofort zugegriffen, denn es gab hier einen tollen Pool.
Wir waren noch drei mal am Vormittag da, um zu sehen, ob nicht doch jemand noch heute ausgecheckt hatte, war aber nicht so.
Bali war glaube ich der erste Ort, wo konsequent überall pro Person die Preise erhoben wurden.
Den Tag haben wir mit einem Besuch beim Carrefour verbracht, wo wir uns mit allem eingedeckt haben, was wir in Australien nicht kaufen wollten.
Die Kinder nutzten die Gelegenheit, die Gutscheine ihrer Uhroma einzulösen.
Josua hatte sich eine 200g-Tafel Toblerone gegönnt, die er dann auch fast in einem aufgegessen hat.
Das musste auch mal sein.
Kuta war ein scheußlicher Touriort, mit viel zu viel Verkehr und einem Strand, der im Müll versank.
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| This is Bali's famous Kuta Beach. One of the ugliest beaches we have ever been to. (Indonesia) |
Warum wir ausgerechnet nach Kuta gegangen sind, es gab doch so viele schöne Orte auf Bali. Zum einen, weil der Flughafen in fußläufiger Nähe lag und zum anderen hatten wir doch noch eine Verabredung mit der Pfarrersfamilie aus Jakarta.
Die hatten wir am Abend auch noch kurz aufgesucht und uns für den nächsten Tag verabredet.
Den Rückweg, der immerhin an die vier Kilometer lang war, goss und stürmte es uns so voll, dass Christian jetzt gut erkältet war.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 31. Dezember 2008
Sommer, Sonne, Sonnenschein (Kuta, Bali, Indonesien)
Als erstes sind Christian und ich los, um im anderen Guest-Haus einzushecken, damit nichts schief ging. Da wir uns gestern darauf geeinigt hatten, für drei Personen zu zahlen und sie beim Einchecken die ganze Zeit da so drauf rumritten, hatten wir schon Angst, dass wenn wir gleich mit allen drei Kindern auftauchten, es Probleme geben könnte. Gab es aber nicht.
Wir waren erstmal ausgiebig baden. Was tat das gut, das alte Jahr im Swimmingpool ausklingen zu lassen.
Danach sind wir wieder zu den Garthes gewandert, wo die Kinder für den Rest des Tages glücklich in Pool und Meer verschwanden und wir Erwachsenen uns in Ruhe über Gott und die Welt unterhalten konnten.
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| Sunset in Bali. The darkness conceals the rubbish. (Indonesia) |
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| Kids playing at the beach. (Kuta, Indonesia) |
Nur Florian schien etwas unfit und bewegte sich keinen halben Meter von uns weg, schaffte es aber auch nicht zuschlafen.
Garthes lebten schon vor einigen Jahren für mehrere Jahre auf Sumatra und wussten viel über Land, Leute und das Leben mit Kindern hier zu erzählen.
Gegen Abend sind wir dann dennoch gegangen, da die Großeltern der Kinder zu Besuch extra aus Deutschland da waren.
Wir sind über den total überfüllten Strand zurück und beim Einbiegen in unsere Gasse ging plötzlich gar nichts mehr. Der Verkehr hatte sich so festgefahren, dass selbst Fußgänger kaum mehr durch kamen. Und wenn sich nur irgendwo ein winziges Lückchen auftat, dann fuhr sofort ein Mofa rein, um noch mehr zum Stillstand beizutragen.
Eigentlich wollten die Kinder ins neue Jahr schwimmen, aber das haben sie nach so viel toben nicht mehr geschafft. Sie sind ins neue Jahr geschlummert.
Christian und Florian total fertig und krank taten es den Kindern gleich und niemand von denen ließ sich um 24 Uhr wecken.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 1. Januar 2009
Noch mehr Badespaß (Kuta, Bali, Indonesien)
Außer Baden und unser Equipment auf Vordermann bringen stand nichts auf dem Programm. So bestand unser Tag auch nur aus Baden, Blog schreiben, Wäsche weg bringen und ein Päckchen, oder besser ein Paket, für Deutschland endlich fertig machen.
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| Our pool. (Kuta, Indonesia) |
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| Swimming in the pool. (Kuta, Indonesia) |
Am Abend waren wir noch mal am Strand.
Was war der voll. Unglaublich viele Indonesier, die dort voll bekleidet saßen und so aussahen, als wenn sie auf etwas warten würden, zwischen all dem Müll. Vielleicht auf die Müllabfuhr?
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| The amount of rubish on the beach is unbelivable. (Kuta, Indonesia) |
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 2. Januar 2009
Ein bisschen Bewegung (Kuta, Bali, Indonesien)
Die Kids wollten unbedingt wieder zu den Garthes. Christian war aber zu unfit und Florian ebenfalls, so dass ich alleine mit Lydia und Josua die fast vier Kilometer gelaufen bin.
Die Kinder verschwanden umgehend und ich habe den halben Tag mit Manuela verquatscht.
Da Manuela und Timo am Nachmittag noch eine Einladung hatten, habe ich die beiden Jungs Samuel und Daniel mit zu uns genommen. Das deren Großeltern auch noch auf Lydia und Josua aufpassen müssten, erschien mir etwas zu extrem.
Also ging es die vier Kilometer zurück.
Und während die Kids sich im Pool vergnügten, bin ich noch zum Supermarkt gelaufen, etwas zu Essen zu holen.
Dann mussten die Jungs auch schon wieder zurück.
Also wieder vier Kilometer bis nach Seminyak laufen und die Jungs dort abgeben.
Lydia und Josua hatten mich begleitet, so dass wir dann zusammen auch noch die vier Kilometer wieder zurück laufen durften.
Mensch war ich froh, als ich am Abend meine Glieder im Pool mal entspannen durfte.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 3. Januar 2009
Und noch mehr Bewegung (Kuta, Bali, Indonesien)
Auch wenn wir überhaupt keine Ambitionen hatten, uns groß in Bali zu bewegen, an Bewegung mangelt es nicht.
Christian hatte in der Nacht immer noch Fieber, dennoch sind wir aufgebrochen, um zu shoppen. Ein paar Souvenirs sollten es dann doch sein, da wir ja sowieso ein Paket schicken mussten, welches immer noch nicht auf dem Weg war.
Also haben wir halb Kuta umgegraben, um für jeden etwas zu finden. Der Vormittag war damit rum und auch die Erkenntnis, dass der einzige Supermarkt hier keine Windeln hatte.
Das hieß für mich mal wieder laufen bis zum Carrefour, der auch gut drei bis vier Kilometer weit weg ist.
Solche Alleingänge konnte ich aber immer gut nutzen, um zum Beispiel Lydias Geburtstagsgeschenk schon mal zu besorgen.
Und so schlimm, wie viele uns von Bali berichtet hatten, fand ich es gar nicht. Also die Anquatscher, die waren doch sehr viel harmloser als in Thailand oder Vietnam.
Nun gut, ich musste zugeben, alleine wurde man dann doch mal von jungen Herren angesprochen, die sich anboten. Das hörte sich dann ungefähr so an: "Do you need a good boyfriend?" Ich könnte stattdessen mal wieder etwas Zweisamkeit mit Christian brauchen und sei es nur, um mal einen Sonnenuntergang alleine genießen zu können.
Kuta war potthässlich. Es war das Mallorca der Australier. Voll mit Souvenirshops und diesem zugemüllten Strand.
Wir hatten uns mittlerweile wohl zu stark akklimatisiert. Wie die Indonesier mit ihrem mangelnden Umweltbewusstsein schmissen wir auch unseren Müll in den Bussen auf den Boden und draußen mussten wir uns echt zusammenreißen, Müll nicht auf die Straße zu werfen.
Im Zug ging es sogar soweit, dass morgens jemand mit einem Besen den Müll ein bisschen zusammenkehrte, dafür Geld wollte, um dann alles aus dem Zug zu schmeißen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 4. Januar 2009
In geselliger Runde (Kuta, Bali, Indonesien)
Christians Fieber war weg, also nichts wie zu den Garthes. Lydia und Josua waren nicht mehr gesehen und Manuela besorgte für Florian einen Eimer mit Wasser, so dass dieser seinen Privatpool hatte.
Es war schon erstaunlich, wie sich die Preise veränderten, wenn jemand Indonesisch sprach. Samuel, der ältere Sohn der Garthes hatte sich ein Surfbrett geliehen. Der Ausgangspreis sollten 100.000 Rupien (ca. 10 Dollar) sein. Bekommen hat er das Brett letztendlich für 10.000 Rupien (ca. 1 Dollar), weil er auf Indonesisch verhandeln konnte.
Lydia und Josua kamen so zu ihren ersten Surferfahrungen.
Wir verbrachten den Tag mit Timo und Manuela, was wir durchaus als Bereicherung erlebt haben.
Aber auch so ein netter geselliger Tag hatte irgendwann ein Ende, so dass es dann hieß, sich zu verabschieden.
Wer weiß, vielleicht sah man sich ja irgendwo auf der Welt nochmal wieder.
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| Farwell on Bali. The German family we met in Jakarta on Christmas Eve. (Indonesia) |
Josua titschte den ganzen Abend aufgeregt durch die Gegend, da wir morgen weiter flogen. Da freute er sich doch schon seit einem halben Jahr drauf.
Ich hatte ja doch ein leicht schlechtes Gewissen, aber wir hatten seit Malaysia kein bisschen Schule mehr gemacht. Wann auch? Selbst in Bali waren wir entweder unterwegs, oder der Pool hatte einfach Priorität.
Es fühlt sich schon seltsam an, nach solch ereignisreichen sechs Monaten Südostasien verlassen zu müssen.
Wir schauten trotz allen Aufs und Abs etwas wehmütig zurück. Asien war einfach ein unglaublich spannender Kontinent und Indonesien im Besonderen war das Land der Abenteuer.
Während die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten war, war Indonesien das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten. So kurz wir auch nur hier waren, es war das mit am Abstand intensivst erlebteste Land. Lag vor allem an den Menschen, die wir hier getroffen haben. Wobei ich auch sagen muss, dass Indonesien definitiv kein Einsteigerland für Traveller-Neulinge war. Man musste schon viel, viel Ruhe und Gelassenheit mit sich bringen, um all das nicht Funktionieren zu ertragen. Die vielen im Vorfeld gelesenen negativen Berichte über Indonesien beruhten vielleicht ein bisschen auf der Unvorbereitetheit, die uns ja in Kambodscha so getroffen hatte.
Mich hätte ja mal interessiert, ob wir jetzt, nach soviel mehr an Erfahrung, mit Kambodscha besser zurecht kämen?
Ich konnte nur sagen, Indonesien war ein wahnsinns Land, mit unglaublich vielen lieben und hilfsbereiten Menschen und wir würden bestimmt nochmal wieder kommen, um mehr von all dem hier zu sehen und zu erleben.
Mein allgemeines Fazit zu Südostasien war, dass man Länder nicht sehen musste. Damit meine ich, man kannte Länder nicht besser dadurch, dass man alle wichtigen Sights abgerissen hatte. Nein, Länder musste man erleben. Wie man das machte, dass muss zum einen jeder für sich selber entscheiden und zum zweiten schienen hier die Möglichkeiten grenzenlos zu sein. Wir hatten uns für den Transport mit öffentlichen Verkehrsmitteln entschieden. Und ich konnte es ja nachhaltig nicht glauben, aber wir waren wirklich so durch ganz Südostasien bis nach Bali gekommen. Und es war möglich und gar nicht so kompliziert, wie es aus Deutschland am Anfang für uns aussah. An sich war Südostasien unglaublich geschrumpft. Unser Bild auf diesen Teil dieser Erde war jetzt sehr viel detaillierter und all die großen Plätze, die als wage "Ohs" und "Ahs" einem im Kopfe herum schwirrten, hatten gewaltig an "Ohs" und "Ahs" verloren und waren zu ganz normalen Orten geworden, wo auch nur Menschen lebten.
Und trotz später Stunde mussten wir alle noch einmal den Pool genießen.
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| In the pool. (Kuta, Indonesia) |
Fazit Lydia zu Indonesien:
Indonesien war toll. Nur das einzige, was ich doof fand, war, dass die Männer mich so angestarrt haben. Indonesien war auch toll, weil wir die größte Blume der Welt gesehen haben und kein einziges mal Schule gemacht haben.
Bukittinggi war toll, weil Ulli aus Deutschland da war. Die Busfahrten in Indonesien waren aufregend, aber auch sehr anstrengend. Es dauerte so lange und die Busse waren wohl die ältesten von ganz Indonesien. Die Fahrt nach Bali war richtig anstrengend. Erst Nachtzug und dann Bus und dann noch Privatauto.
Jakarta war toll, wegen dem besten Weihnachten meines Lebens und Samuel und Daniel, die wir ja auch noch in Bali getroffen haben.
Fazit Lydia zu Südostasien:
Also manchmal war es anstrengend, manchmal haben wir total tolle Sachen unternommen. Südostasien fand ich total toll, nur nicht, dass man uns immer für Touris hielt, die alles bezahlen können. Wir wurden ständig angequatscht.
Am tollsten war Laos und ein wirklich schlechtes Land gab es gar nicht.
Fazit Josua zu Indonesien:
Indonesien fand ich gut, weil es da sehr schön war. Es gab nämlich Tiger, die Menschen fressen. Bukittinggi fand ich sehr gut, weil da ein deutscher im Guest-Haus wohnte und auf dem Balkon konnten wir Zeitmaschine spielen. Jakarta war super gut, weil jetzt haben wir Freunde. Das Weihnachtsfest fand ich richtig gut, weil da Kinder waren die Deutsch konnten. Bali war gut, weil wir haben die Freunde von Weihnachten nochmal getroffen. Das Guest-Haus war gut, aber das erste war nicht so gut, weil wir dort nicht rennen durften (der Hund war bissig). Die Busfahrten waren anstrengend. Als wir in die Holzbrücke eingebrochen sind, dachten wir, dass der Bus mit unserem Gepäck runter fällt.
Fazit Josua zu Südostasien:
Thailand fand ich langweilig. Kambodscha war nicht so schön. Vietnam war langweilig. Laos war sehr schön und super nett. Malaysia war langweilig, fast wie in Deutschland mit Autobahn. Indonesien fand ich ziemlich gut. Der Flughafen war hier ziemlich spannend, weil er nicht so war wie in Deutschland.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 5. Januar 2009
Goodbye Südostasien (Kuta, Bali, Indonesien nach Sydney, Australien)
Unser letzter Tag in Indonesien. Wir nutzten nochmal die günstigen Preise und es gab Softeis vom McDonalds und viel leckeres Obst.
Wer wusste schon, wann wir das wieder bekommen würden.
Ganz früh sind Christian und ich noch zur Post, um endlich unser Päckchen aufzugeben. Fünf Kilo sind wir los geworden. Unsere Rücken würden es danken.
Die Post hier besaß keine Paketsets, die man kaufen konnte, dafür gab es Kartons aus dem Supermarkt, die entsprechend zugeschnitten, dann verklebt und dann noch in Sackplane eingenäht wurden.
Da unser Flug erst um 22 Uhr gehen sollte, haben wir in Ruhe gefrühstückt und gepackt.
Komisch, mein Rucksack war kein bisschen leichter.
Mittags sind wir Richtung Flughafen gestartet und fußläufig war echt relativ. Aber wir haben auch das geschafft.
Nachdem ich vor einigen Tagen bei Qantas angerufen hatte, um die Flüge rückzubestätigen und mal zu fragen mit was für Extragebühren wir hier am Flughafen zu rechnen hätten, hieß es: "Ne, ne, es sind doch alle Gebühren im Ticket enthalten." Auch mein Hinweis, dass wir in Indonesien seien und nicht in Europa, schien die Dame nicht von ihrer Meinung abweichen zu lassen.
Tja, da hätte sie wohl besser mal in Bali nachfragen sollen.
600.000 Rupien fast 60 Dollar kostet uns die "Passenger Service Gebühr". Ich fragte mich, für was für einen Service. Sitzbänke waren da nicht großzügig enthalten. Mich kotzte das echt an. Eine große Airline wie Qantas wusste nicht um die Gebühren in den Bananenrepubliken, die sie anflog.
Wir waren keine Schein-werfer. Da wurden die Flugtickets einfach teurer. Erst die Umbuchungsgebühren, denn man konnte ja gar keine Flugtickets für ein Jahr im Voraus buchen und dann hier und da die Extragebühren. Wie gut, dass wir nur so selten flogen.
Wir waren leicht erbost über diese Masche hier am Flughafen, so dass wir dann in guter indonesischen Manier unseren Müll auch demonstrativ auf den Boden geschmissen haben. Das stört hier aber wohl keinen, macht ja sowieso jeder.
Der Flughafen von Bali, der ja angeblich ein Dreh- und Angelkreuz von Südostasien sein sollte, war dafür echt überschaubar. Selbst der Flughafen Frankfurt/Hahn machte mehr her.
Zu allem Überfluss hatte unser Flug jetzt auch noch vier Stunden Verspätung, so dass wir wohl erst um zwei Uhr nachts hier weg kommen würden.
Super!
Und weil der Service ja so unglaublich toll war für die 60 Dollar, haben wir uns einfach vor eins der Restaurants auf den Boden mitten in den Eingang geflanscht, die einzig verfügbare Steckdose genutzt, wie auch einen freien Internetzugang. Der war leider nur so langsam, dass wir den Blog nicht updaten konnten.
Apropos Sicherheitscheks, in jeder Mall stand am Eingang immer so ein Sicherheitstyp mit einem Scanner-Gerät.
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| Sleeping on the nearly non-existing benches at the airport. (Kuta, Indonesia) |
Dieses schlug aber bei unserem Rucksack nie an. Dabei dachte ich, dass es darum ging, Elektronik aufzuspüren. Und wenn die Geräte nicht bei unserem Rucksack anschlugen, dann wusste ich es auch nicht. Mehr Elektronik als in diesem Rucksack hatte ich noch nie in meinem Leben auf dem Rücken getragen.
Die Flugverspätung wurde länger und länger, so dass die Billigairline (Jetstar), in die uns Qantas wohl mangels Buchung gesetzt hatte, doch tatsächlich auf die Idee kam, schon mal etwas zu Essen und zu Trinken auszuteilen. Es gab große Kartons als Fresspakete, doch als ich diesen öffnete, musste ich lachen. In dem großen Karton lag ein kleiner Muffin, eine kleine Minigemüsetasche und echt war, eine einzelne Krokette.
Florian kam gar nicht zur Ruhe. Erst gegen zwei Uhr Morgens dämmerte er ein und wir kamen dann auch endlich ins Flugzeug.