[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 21. bis 27. Juni 2010
Mal hat mal Glück, mal hat mal Pech (Youghal, Irland)
Ok, Ok, Florians Übergeben war wohl doch eher ein Infekt, denn danach hatte ihn Josua und dann folgten Lydia und ich. Ich hab mich zwar nicht übergeben, aber ich lag einen Tag lang leidend im Bett mit extremen Wehen. Und zwar die schönen aus dem Rücken. Ich hab ja gehofft, dass diese Art von Wehen erst zur Eröffnungsphase der Geburt wieder auftauchen, aber ich bin mal wieder falsch anscheinend. Die Dinger tun echt weh, auch schon in der abgeschwächten Form. Wir hatten überlegt nach Cork ins Krankenhaus zu fahren, aber das ist so weit und wir hatten uns ja vorgenommen, uns diesmal nicht jeck machen zu lassen. So sind sie vorbei gegangen und alles ist gut im Moment.
| |
| Graveyard in Killeagh. (Killeagh, Ireland) |
| |
| Mystical Ireland. (Youghal, Ireland) |
| |
| Impressions in front of our house. (Youghal, Ireland) |
Ich hatte diese Woche die Gelegenheit einem hiesigen Tragetuchtreffen beizuwohnen. Sehr interessant. Es waren leider nicht sehr viele Frauen da, komisch dass es fast ausschließlich immer Frauen sein müssen in diesem Bereich, aber es war super nett. Und ja, ja der wasserabweisende Effekt von meinem Tragetuch versetzt jeden erstmal ins Staunen. Der ist aber auch echt unschlagbar beeindruckend. Ich könnte den ganzen Tag mit Tuch und Wasser spielen, weil das einfach Spaß macht zu sehen, wie die Wassertropfen von links nach rechts rollen.
Weniger beeindruckt war ich von den ganzen verschiedenen Tragesystemen, die jemand dabei hatte und die fleißig ausprobiert wurden. Das mag aber an den vorhandenen Systemen gelegen haben und nicht an Tragesystemen generell. Also die Ring-Slings haben mich echt nicht überzeugt. Und auch bei einigen der präsentierten Mai Thais fehlte es mir persönlich einfach an Funktionalität. Die Bänder waren sehr dünn und drohten beim Träger einzuschneiden, einige Mai Thais hatten keine Stabilisierung für den Kopf des Babys und die, die eine hatten, wurden mit Bändern unkomfortabel am Tragenden befestigt. Aber wie gesagt, es gibt dies bezüglich bestimmt tausend und eine Variante, nur die, die ich gesehen habe, haben mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Und wie schon so oft betont, für kleine Kinder und kurze Tragzeiten geht das alles. Vermutlich bin ich einfach nur zu pragmatisch. Immer auf der Suche nach einer möglichst allumfassenden Lösung. Im Bezug auf Tragesysteme heißt das für mich ein Tragesystem, welches von Geburt an bis zum Ende funktioniert unter allen erdenklichen Bedingungen. Und ganz wichtig, auch von Männern nutzbar, denn so schön die ganzen Muster und Designs von vielen Tragesystemen auch sind, aber ich habe echt Verständnis, wenn ein Mann sagt, dass nutze ich nicht.
Dennoch fand ich es sehr spannend, dass es ein Hobby vieler zu sein scheint, ständig neue Tragesysteme zu kaufen und auszuprobieren. Wobei auf meine Frage warum sie ihre Wichte tragen, der praktische Aspekt ganz klar im Vordergrund stand. Irland ist mit Kinderwagen einfach kein Vergnügen. Viele Strände, Wald und Berge sind so nicht zugänglich und eine Mutter erzählte von der frustrierenden Erfahrung in England, dass Busse nur eine bestimmte Zahl an Kinderwagen gleichzeitig mitnehmen dürfen und sie des öfteren so stehen gelassen wurde. Und das beim englischen Wetter, das ist echt kein Spaß. Mir hat der Vormittag auf jeden Fall viel Spaß gemacht und gelernt habe ich auch wieder sehr viel.
| |
| Florians 3rd birthday. (Youghal, Ireland) |
| |
| The birthday present from granpa. Fun for all kids. (Youghal, Ireland) |
| |
| Stacy is doing Henna with the kids. (Youghal, Ireland) |
| |
| Stacy with her two girls and Laura of course. (Youghal, Ireland) |
| |
| The end of the school year in the beautiful old St. Marys Church. This is Josuas whole class. (Youghal, Ireland) |
| |
| This are all parents and pupils of our school. (Youghal, Ireland) |
Themenwechsel. Nachdem wir ja so ein tierisch anstrengendes Wochenende hatten, kamen auch gleich die nächsten Couchsurfer. Eine weitere amerikanische Mutter mit ihren 8 und 6 jährigen Töchtern. Und ich hätte es ja nach diesem Wochenende nicht für möglich gehalten, aber was hatten wir für eine klasse Zeit mit den dreien. Die letzten Couchsurfer quasi rausgeschmissen und Stacy und ihre Mädels hatten wir eingeladen doch noch länger zu bleiben. So kann's gehen. Man weiß halt nie wirklich wer kommt und wie es läuft.
Stacy war so eine interessante Gesprächspartnerin, dass sie mich total vom Arbeiten abgehalten hat und wir die Tage durchgequatscht haben. Sie war auf ihrem Weg in den Senegal mit ihren Mädels, da sie dort für einen Monat in einem Projekt Englisch unterrichtet. Aber im Gegensatz zu all den Voluntären, die dafür zahlen, hat sie knall hart mit der Organisation verhandelt, da sie entsprechende Lehrqualifikationen mitbringt und nun bekommt sie sogar etwas Geld für ihre Arbeit.
Sie gehört zu den Frauen, die ich zu tiefst bewundere. Mit unter zwanzig ihre erste Tochter bekommen und mit unglaublichen Engagement Uni und Job gleichzeitig gemanaget, oder ist noch dabei, um danach nach Stanford zum promovieren zu gehen. Es gibt nicht viele von ihnen, die als Teeny oder knapp dadrüber als sehr junge Mutter anfangen und ihr Leben trotz aller Diskriminierungen und Vorurteile soviel erfolgreicher zu managen scheinen, als viele, die nie in der Verlegenheit waren, Kinder, Schule, Uni und Job unter einen Hut bringen zu müssen. Und ich freue mich echt, dass es diese wirklichen Power-Frauen anscheinend überall auf der Welt zu geben scheint und ich die Ehre hatte, eine dieser bewundernswerten Frauen kennen lernen zu dürfen. Und was ich wirklich an diesen Frauen bewundere ist, dass sie immer noch etwas vorhaben. Die sind niemals fertig, oder verharren in einer Lebenssituation für lange Zeit. Immer in Bewegung und interessanterweise, alle die ich bis jetzt kennen gelernt habe, immer mit diesem unbesiegbaren Willen für die Gesellschaft, einen ganz entscheidenden Beitrag leisten zu wollen. Als wenn diese Mädels nicht genug um die Ohren hätten, nutzen sie ihr ganzes Potenzial, um für die einzutreten, die sich selbst nicht vertreten können. Wow!
| |
| The old town wall. (Youghal, Ireland) |
Das die Kids eine fantastische Zeit zusammen hatten, brauche ich wohl kaum zu erwähnen, denn wenn die Kinder nicht miteinander klar kommen, geht das ganze Couchsurfen den Bach runter.
Und dann hatten wir Schulabschlussveranstaltung in dieser super coolen alten Kirche. Das war sehr Harry Potter like.
Wir hatten Kaya, Stacys ältere Tochter, dabei, die kleinere hatte sich den Magen verdorben und musste zu Hause bleiben und Kaya fragte ungläubig beim Anblick der Kinder, ob das die ganze Schule sei? So ist es.
Jedes Kind wurde einzeln nach vorne gerufen und bekam eine Auszeichnung für eine besonders gute und erwähnenswerte Leistung. Interessanterweise motiviert das Kinder ungemein.
Wir hatten ja noch einen Tag zuvor ein Krisengespräch in der Schule, da ja die jetzt kommende dritte Klasse in Lydias Klassenzimmer rutscht, Josua sowieso der einzigste Junge in seiner Klasse ist und wir befürchtet hatten, dass er dann nur noch mit Erstklässlern zusammen ist. Aber, da die zukünftige dritte Klasse zu groß ist, bleiben einige beim Josua im Klassenraum. Es kommt wohl auch noch ein Junge in Josuas Klasse und in der ersten Klasse ist auch noch ein Junge, der so alt wie Josua ist. Also alles im grünen Bereich. Wir müssen uns auch noch etwas an die Besonderheiten einer so kleine Schule gewöhnen.
Ach ja, ich dachte es sei noch zu früh Florian jetzt schon für das Schuljahr 2011 anzumelden, doch als ich den Stapel an Anmeldungen sah, den die Direktorin aus dem Schrank nahm, wurde klar, dass wir extrem spät sind.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 28. Juni bis 4. Juli 2010
Birmingham-London-Bonn (irgendwo zwischen Irland und Deutschland)
Um drei Uhr Nachts aufgestanden, um um 8 Uhr morgens in Dublin an der Fähre zu sein. Und natürlich hat es genau in der Nacht, nach Wochen, sowas von gegossen. Dunkel, nass und irische Straßenverhältnisse, was könnte mehr Spaß machen.
| |
| At Janet's and Tom's place. (Birmingham, England) |
| |
| The London Eye. (London, England) |
| |
| Big Ben. (London, England) |
| |
| Streets of London. (London, England) |
| |
| Westminster Abbey. Only £30 for a family of two adults and one child. Each adittional child £6 extra. Also note, that this church has a credit card and a cash entrance. (London, England) |
| |
| The Tower Bridge. (London, England) |
| |
| At Peter's and Sze's place. (London, England) |
Unsere Dublin - Liverpool Fähre war wie immer sehr komfortabel sogar mit zwei Mahlzeiten inklusive, dafür aber die günstigste aller möglichen Optionen. Von Liverpool haben wir uns dann nach Birmingham gestanden. Zumindest gefühlt. England ist einfach soooo voll, besonders wenn man gerade von Irland kommt.
Birmingham war jetzt beim zweiten Besuch für mich doch um einiges freundlicher. Im Februar sah es hier ja irgendwie alles traurig grau und schäbbig aus. Unser Ziel war eine junge CS Familie, wo wir einen Zwischenstop einlegen wollten. Das erste Mal, wo wir als ganze Familie surfen und nicht nur Gastgeber sind.
Es hätte nicht besser laufen können. Wir hatten mit den Kids im Vorfeld noch mal ein paar Benimmregeln durchgesprochen und sie waren echt vorbildlich höflich. Vom freundlichen Hallo, über dürfte ich und kann ich dir helfen, haben sie es echt super gemacht. Josua war es unglaublich wichtig, möglichst alles richtig zu machen und zu beweisen, dass er das alles kann. Er hat auch ein ganz dickes Lob von uns hinterher bekommen.
Tom und Janet waren aber auch tolle Gastgeber und Christian und Tom schienen echt auf einer Wellenlänge gelandet zu sein, was ihren trockenen Humor angeht. Das war auch das erste was Christian zu mir sagte, dass Tom der Inbegriff vom viel beschworenen, aber selten angetroffenen, britischen Humor sei.
Nach dieser viel zu kurzen aber total begeisternden Begegnung, vielleicht schaffen wir es ja auf dem Rückweg nochmal vorbei zu schauen, ging es am nächsten Tag weiter nach London. Und hier haben wir Pete, Sze und Noah nach zwei Jahren wieder getroffen. Wir sind in Georgetown, Malaysia, ineinander gerannt und hatte einen tollen Abend dort zusammen gehabt. Die wohnen ja echt genial zur Londoner Innenstadt, womit wir die Gelegenheit genutzt haben, eine Sight-Seeing-Tour zu machen. Mensch, wat war das voll und heiß.
Ich hatte beim besten Willen nicht damit gerechnet, dass das Zentrum von London nur aus Amerikanern, Australiern und Deutschen zu bestehen schien. Mensch, Mensch, so viele Touristen, uns selbstverständlich eingeschlossen.
Wir haben das volle Touriprogramm durchgezogen, nur reingegangen sind wir bis auf das British Museum nirgendwo. Bei den Preisen muss die Innenarchitektur der Londoner Innenstadt wohl noch auf uns warten. Obwohl ich echt gerne mal mit Chris alleine nach London würde, um mal so abendliche Angebote wahrzunehmen. Ich glaube, dass wäre in einer Stadt wie London eine tolle Erfahrung.
Und dann habe ich mich ja immer gefragt, wer eigentlich in der "City of London" (so heißt das Bankenvirtel in London) arbeitet. Jetzt weiß ich es, Sze arbeitet dort in einer der großen Firmen. Ich hatte mir diese Finanzangestellten irgendwie ganz anders vorgestellt. Nicht sowas von lieb, gastfreundlich und unterhaltsam. Wir hatten einen weiteren fantastischen Abend mit weiteren fantastischen Menschen. Und es war echt spannend von ihrem "Around the World Trip" zu hören. Die haben total abgefahrene Sachen gemacht und erlebt. Aber der Tenor war bei ihnen der selbe wie bei uns, ohne ihren Sohn an ihrer Seite wären vermutlich viele brennzliche Situationen niemals so glimpflich ausgegangen.
Und was total süß war, Noah, mittlerweile vier, hatte eine Geburtstagseinladung zu einem Kindergeburtstag, wo Pete und Sze die anderen Eltern nicht kannten. Damit Pete dort nicht total blöd rumsteht, da er niemanden der Eltern kennt, musste Sze mit. Mensch, das hat uns so an unsere Anfänge mit Kindergeburtstagen erinnert und es tat gut zu hören, dass es wohl keine Frage des Alters ist, wie doof man sich bei solchen Veranstaltungen fühlt, sondern in der Natur der Sache zu liegen scheint.
Wir sind dann aufgebrochen, um unsere Fähre in Dover zu bekommen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 5. bis 11. Juli 2010
Kaum da und schon wieder der Wunsch zu gehen (St. Augustin, Deutschland)
Ja, dass Wetter hat uns hier total umgehauen. Hier fehlt einfach die frische Brise. Wie sind wir eigentlich durch Südostasien gekommen? Ich bin doch ohnehin zur Zeit etwas höher temperiert. Hächel, hächel.
Und irgendwie klappt hier nichts, wie ich es geplant habe. Es dauert einfach alles viel zu lange. Auf der anderen Seite denke ich mir, dass ich davon ausgehe, dass es meine letzte, also wirklich meine letzte Schwangerschaft ist. Warum nicht eine mit mehr Ruhe und Genuss mal erleben, als ständig die Schwangerschaften, wo immer so viel geleistet werden musste. Von Abitur über Uniklausuren etc. Ich bin jetzt einfach mal so dreist und gönne mir eine friedliche Schwangerschaft. Ist eine sehr interessante Erfahrung.
Das Tuch ist jetzt endlich auf seine Testreise durch Deutschland gestartet. Von unseren Jungs hier in Bonn haben wir wertvolle Tipps und Ideen rund um Vermarktung und Angebotsgestaltung bekommen. Man wundert sich, wieviel Zeit, Recherche und vor allen Dingen Rechnerei das immer bedeutet. Das hat uns bestimmt wieder an die drei Tage gekostet, denn man braucht immer mindestens einen Tag, um über den Entwurf einfach nur nachzudenken und festzustellen, dass man doch etwas vergessen hat.
Josua war beim HNO Arzt und bekommt jetzt die volle Dröhnung Antibiotika, da der Auslöser für seine Paukenergüsse eine fette Nebenhöhleninfektion ist. Ob wir ihn auf unsere Kosten hier noch operieren lassen, sehen wir dann. Aber ich kann Euch beruhigen, das Antibiotikum hat bombig angeschlagen. Die Infektion ist weg und auch die Ergüsse sind fast ganz gewichen. Klasse, das spart uns doch gleich ein paar tausend Euro. Je nachdem, wie teuer die OP gewesen wäre. Aber alles in allem war es hier jetzt günstiger als in Irland und 12 Monate schneller. Jetzt hat Josua keine Ausrede mehr, warum er nicht auf uns hören sollte. Er hört ja wieder.
Und dann waren hier tausend Sachen, die wir erledigen mussten und wollten. Auto in die Inspektion und Kram einkaufen, den wir in Irland nicht bekommen. Wobei auch hier ein kleiner Realitätsschock eingesetzt hat. Man bekommt auch hier nicht alles auf Anhieb und auch hier ist nicht mehr alles so günstig, wie es in der Erinnerung war. Wenn man mal von ALDI absieht. Das ist einfach nur krass, wie billig der hier ist. Aber die Qualität ist dafür auch unter aller Sau. In Irland zahlen wir zwar mehr, aber man hat das Gefühl, dass die Qualität im Schnitt besser ist.
Ist das nicht toll, wie sich die Wahrnehmung die ganze Zeit hin und her verschiebt. Ich glaube die Essenz ist, dass jedes Land so seine Vor- und Nachteile hat. Wobei die Atmosphäre in Irland definitiv positiver ist als hier.
Kaum ist man in Deutschland und schaltet das Fernsehen an wird gemotzt und gejammert, da es den ach so armen Menschen ja soo schlecht geht.
Angesichts der Tatsache, dass wir nun mal drei Länder gleichzeitig verfolgen, kann ich über diese Armutsdebatte in Deutschland nur den Kopf schütteln. Arm ist schon im Vergleich mit anderen europäischen Ländern echt was anderes. Aber das deutsche System schafft es die Leute so zu absorbieren, dass viele nicht mehr die Möglichkeit haben, auch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen und einfach mal zu schauen, wie gut es ihnen in finanzieller Hinsicht im Vergleich zu vielen anderen EU Ländern geht. Das heißt nicht, dass ich behaupte, dass Niedrigverdiener und Harz 4 Empfänger hier ein heiteres Leben führen würden. Dafür sorgt das System mit Erfolg, diese Menschen emotional und psychisch komplett zu zerstören. In Irland habe ich nicht das Gefühl, dass das getan wird. Jeder weiß, dass es keine Jobs gibt, also warum die Betroffenen auch noch schikanieren. Das bringt keinem etwas. Und niemand der noch arbeitenden Bevölkerung empfindet es als Genugtuung, diese armen Schweine schlecht zu behandeln. Die irische Wirtschaft ist nunmal komplett zusammengebrochen und so schlimm wie in den 80zigern ist es wohl noch nicht, also ein guter Grund gelassen und freundlich in die Zukunft zu blicken.
Hier in Deutschland haben wir immer den Eindruck, dass es darum geht nach unten zu treten und sicher zu stellen, dass es immer noch jemanden gibt, dem es noch schlechter geht als einem selbst.
Und nachdem ich mit einer Freundin ein sehr interessantes und dennoch bedauerliches Gespräch über dieses Thema geführt habe, da sie sich immer über zu wenig Geld beschwert, habe ich mal nachgerechnet, wo wir uns finanziell eigentlich bewegen. Das Ergebnis war ernüchternd und zeigt mir deutlich, dass es in Deutschland definitiv nicht ums Geld geht, wenn man von Lebensqualität redet. Aber die gesamte Debatte wird immer nur darauf runter gebrochen.
Hier mal kurz unser großzügig aufgerundetes Monatsbudget zu fünf Personen. Wir brauchen ca. 1500 Euro, wobei ich über 100 Euro aufgerundet habe, irgendwo vergisst man ja immer etwas. Das heißt pro Person und Monat 300 Euro (im übrigen inklusive Miete, die in deutschen Harz 4 Sätzen nicht enthalten ist). In Deutschland würden wir alleine 184 Euro Kindergeld für das erste und zweite, 190 Euro fürs dritte und jedes weitere Kind 215 Euro bekommen, wären alleine schon 773 Euro nur Kindergeld für uns in naher Zukunft. Zur Erinnerung, wir haben das ganze letzte Jahr noch keinen Cent Kindergeld in Irland gesehen, obwohl wir einen Anspruch haben. Aber das irische Kindergeld ist auch längst nicht mehr so hoch wie es noch vor kurzem war.
Bei den Sozialhilfesätzen (die nehme ich jetzt mal einfach als das Lebensminimum in Deutschland an) gab es etwas Uneinigkeit, wieviel Kinder unter 13 oder 14 Jahren eigentlich bekommen und auch wie der Erwachsenensatz verrechnet wird ist mir nicht ganz klar. Ich gehe jetzt mal vom niedrigsten Satz aus, den ich gefunden habe für die Kids mit 211 Euro pro Kind und Monat. Erwachsene bekommen 351 Euro. Das heißt, wir würden ab November als sechsköpfige Familie 1546 Euro Sozialhilfe bekommen, sofern die Sätze nicht irgendwie miteinander verrechnet werden, Kindergeld gibt es dafür nicht mehr, oder besser es wird mit dem Hartz 4 Satz verrechnet, so dass man genau auf dem Bedarfsatz landet. Aber damit noch nicht genug. Wir würden ja auch noch Wohn- und Heizkosten bekommen, plus jeder Menge Vergünstigungen bei GEZ, Strom, Wasser, Telefon und ganz wichtig, eine volle Krankenversicherung. Wow, wir leben ja auch gerade von 1500 Euro nur inklusive Miete und anfallender Gesundheitskosten. Dabei muss man ganz klar sehen, dass Irland im Schnitt höhere Lebenshaltungskosten als Deutschland hat. Und was machen wir eigentlich noch in Irland, wenn es in Deutschland doch soviel mehr zu holen gibt? Und das auch noch ohne so viel zu arbeiten? Ganz einfach. Geld allein macht eben nicht glücklich. So bleiben wir lieber in Irland und müssen halt selber sehen wie wir klar kommen.
Wenn ich aus unseren durchschnittlichen monatlichen Kosten die Miete mal rausrechne, dann sind wir nur noch bei 850 Euro. Dann die (insbesondere letzten Winter) enormen Heizkosten, GEZ (die heisst bei uns TV-License), Strom, Internet, wo wir überall keine Ermäßigung bekommen, plus und das ist echt ein wichtiger Punkt, der Gesundheitskosten die wir selber tragen, dann würden wir auf einem Monatsverbrauch von pi mal Daumen bei 700 Euro zu fünf Personen landen. Das liegt nur knapp 140 Euro über dem Satz einer alleinerziehenden Mutter mit einem Kind in Deutschland und wir sind fünf statt zwei. Und dennoch fühle ich mich absolut nicht arm, oder benachteiligt. Ganz im Gegenteil. So reich wie jetzt waren wir noch nie. Reich an Freiheit, Frieden, Gelassenheit und der Möglichkeit zu lernen. Das ist für mich wahre Lebensqualität. Und auch wenn wir auf einem so niedrigen finanziellen Niveau leben, sind Christian und ich bestimmt zur Zeit mit die glücklichsten Menschen auf diesem Planeten. Ob Meer oder Berge, nette Menschen, oder gute Schulbildung. Wir haben zur Zeit all das, was für uns und unsere positive Definition von Lebensqualität wichtig ist.
Ein weiteres Problem in Deutschland ist diese totale Abwesenheit von Kindern. Was ist das bedrohlich. Diese furchtbare Stille und morgens im Supermarkt kein Kindergeschrei, sondern nur furchtbar böse schauende alte Menschen. Da vergeht selbst mir das Lächeln. Und ich denke mir die ganze Zeit, so griesgrämig bin ich doch eigentlich gar nicht, aber die Stimmung absorbiert mich sofort. Und selbst in den Medien wird man ununterbrochen damit zugeballert, wie man mit den zunehmenden Alten in Zukunft umgehen kann und welche Implikationen dies auf das zukünftige Leben aller hier hat.
Aber mal ganz ehrlich. Unser aller Gereiztheit ist echt unerträglich. Das ständige hinter den Kindern herrennen müssen, damit sie niemanden verärgern oder einen Fehler machen geht mir so auf den Sack. Das Haus meiner Mutter ist verständlicherweise nicht auf Kinder ausgelegt. Alles muss seine Ordnung haben. Ob weiße Schonbezüge, oder die Blumen im Garten, keins davon passt mit Kindern zusammen und so schreie und ermahne ich hinter meinen Süßen hinterher und hoffe, bald wieder an einen Ort gehen zu können, wo es keine Blumen gibt die kaputt gehen können, sich niemand beschwert, wenn die Kids Abends um zehn noch Spaß auf der Straße haben, oder der Sand in rauhen Mengen durchs Haus geschleppt wird.
Florian kam letztens weinend an und meinte, er wolle jetzt aber zum Strand. Dass es hier keinen Strand geben sollte konnte er nicht verstehen. Und auch Lydia will endlich wieder nach Hause, da hätte sie wenigstens am Beach Camp und so mitmachen können.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 12. bis 18. Juli 2010
Total versagt und dennoch ganz viel dazugewonnen! (Bonn, Köln, Friedrichshafen, Deutschland)
Oh mein Gott! Ich war bei meinem Leghastenietest. Ach du Scheiße! Und ich dachte, dass 2 1/2 Jahre Blog schreiben einen gewissen Trainingseffekt hatten. So kann's gehen. Bei meinem Rechtschreibtest habe ich gerade mal einen Prozentsatzpunktwert von 14 erhalten. Meine Lesegeschwindigkeit hat gerade mal für 8 Prozentpunkte gereicht. Autsch! Wie bin ich eigentlich durchs Abi und die Uni gekommen? Und wie konnte in 14 Jahren Schule nicht zumindest ein Lehrer aufmerksam werden? Wenigstens lag mein Wahrnehmungstest bei 100 Prozent. Der wird vor den eigentlichen Tests durchgeführt, um auszuschließen, dass weitere neurologische Test durchgeführt werden müssen.
| |
| Hard working men at "The Outdoor". (Friedrichshafen, Germany) |
| |
| Hard working kids. (Friedrichshafen, Germany) |
Und dann war diese Woche ja noch "Die Outdoor" in Friedrichshafen. Da meine Mutter in Urlaub gefahren ist, Christians Mutter krank ist und Christians Vater arbeiten muss, haben wir uns mit Sack und Pack, also anders als ursprünglich geplant mit allen Kindern, auf den Weg gemacht. Nicht ganz was ich gehofft habe, aber das Beste was uns passieren konnte.
| |
| Trend sport Slacklining. (St. Augustin, Germany) |
Ansonsten lief alles anders als geplant, aber auch ungeplant total klasse.
Wir haben unsere Jungs aus Bonn auf dem wohl profesionellsten Campinglager außerhalb des Mount Everests getroffen, so dass wir schnell von der Gruppe aufgesaugt worden sind und viele, sehr viele hilfreiche Tipps bekommen haben. Wobei ich sagen muss, dass es mich echt Zeit gekostet hat zu begreifen, wie die Outdoor-Gemeinde eigentlich tickt, denn ständig kam, dass beim Tragetuch etwas fehle. Und ja, für diese Gruppe fehlt da was, weswegen wir einsehen mussten, dass wir für diesen Markt noch gar nicht fertig sind mit der Produktentwicklung. Somit, haben wir die Messe statt für das Marketing zum Ideen generieren genutzt. Und was für Ideen. Ob das Sinn macht oder doch mehr Schwachsinn sein wird sehen wir dann, aber Christian und ich hatten mächtig viel Spaß, der Kreativität freien Lauf zu lassen und auch das blödeste Gedankenmodell mal durchzuspielen. Die Messe eignet sich aber auch sowas dazu. Da gibt es einen Schwachsinn. Von Boulder-Matten, die sich in ein Zelt umbauen lassen, über Titan-Kocher, die zwar leicht aber nicht hitzebeständig sind, bis hin zu Tropen-Imprägnierungen gegen Insekten, die bei Sonne ihre Funktion sofort verlieren. Sonne in den Torpen? Hitzeentwicklung beim Kocher? Wo gibt's denn sowas? Aber der Outdoor-Markt richtet sich halt in seiner vollen Breite vor allen Dingen wohl an Otto Normalverbraucher, der den Kram kaum so professionell nutzt, wie die Werbung immer sugeriert. Da macht ein Zelt mit Garage für's Auto (gibt's wirklich!) auch gleich wieder Sinn. Und natürlich auch der ganze Ultra-Light-Kram. Schon mal darüber nachgegrübelt beim packen 13 Gramm zu sparen? Das einzig schwere ist hier wohl auszurechnen, wieviel Gramm man denn nun mit dem Ultra-Light Zeug denn wirklich gespart hat. Getreu dem Motto, sinnlos aber leicht!
So hat wohl jede Community und jeder Markt so seine Spleans.
Interessanterweise mussten wir erkennen, dass Funktionalität im Outdoorbereich gar nicht so relevant ist. Spielzeug, trifft es eher. Und somit müssen wir auch für den Outdoor-Markt, wie beim Babymarkt, von unserer sehr pragmatischen Ausrichtung wohl etwas abweichen. Denn wie wir erleben durften, hatten die wenigsten der Mitcampenden, alles Branchen-Profis der Outdoor-Szene, wirklich viel Erfahrung mit extremen Wetterbedingungen.
Es zog ein klassisches Wärmegewitter auf und alle fingen an ihre Zelte abzuspannen. Nur Christian saß ruhig in seinem Stuhl und schaute sich das Treiben an. Abspannseile, wieso? Unser Zelt ist doch perfekt zum Wind ausgerichtet. Und er sollte Recht behalten, denn zu dem was wir mit unserem Zelt in Patagonien an Wind schon erlebt haben, war das hier nur der sehr, sehr kleine Bruder. Die Profis der namhaften Zelthersteller trauten ihren eigenen Produkten interessanterweise deutlich weniger zu, aber die müssen auch nur wissen wie man Zelte verkauft und nicht was die wirklich können.
| |
| Lydia is cought by this sport. (St. Augustin, Germany) |
Aber kaum zu glauben, wir haben immer noch zu fünft in dieses Drei-Mann-Zelt gepasst.
Wir haben viel vom Vortragsprogramm mitgenommen, was mal wieder sehr aufschlussreich war und unser Stoffproduzent freute sich unser Tragetuch im Original zu sehen und hat auch gleich Fotos gemacht. Und trotz der gewaltigen Größe der Messe haben mein Becken und Beine doch recht gut durchgehalten. Nur beim Angebot eines Mädels ihren Hochseilgarten zu nutzen, habe ich dankend, meinen runden Bauch tätschelnd abgewunken.
Die Kinder haben bei den Herstellern der Kletteranlagen und Hochseilgärten viel Spaß gehabt. Da die Outdoor eine reine Fachmesse ist, waren sonst kaum Kinder da und niemand hatte Zeit die ganzen Anlagen auch mal auszuprobieren, die deren Hersteller so aufgebaut hatten. Wir hatten ja schon Sorge, dass die Kinder sich auf der Messe zu tode langweilen würden, dem war aber nicht so. Wo kann man sonst zehn mal hintereinander auf einen Hochseilgarten und hat den dann auch noch ganz für sich alleine. OK, dass ist übertrieben. Josua hat es nur auf siebenmal geschafft. Wenn man bedenkt, was sowas normalerweise kostet, hat sich der Messebesuch schon allein in dieser Hinsicht voll gelohnt. Die Kinder waren am Schluss total entteuscht, dass wir nicht noch das Wochenende auf der Messe geblieben sind. Aber das kann man ja vorher nicht ahnen.
Auch hat Lydia den Trendsport "Slacklining" entdeckt, also balancieren auf Spanngurten. Wahrscheinlich hat ein gelangweilter Kraftfahrer diesen Sport erfunden. Man kann tatsächlich vom TÜV als Sportgeräte zertifizierte Spanngurte kaufen, wir haben uns aber zurück in Bonn mit einem vom Baumarkt begnügt. Funktioniert auch super und kostet im Gegensatz zum völlig identischen professionellen Sportgerät nur einen Bruchteil davon.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 19. bis 25. Juli 2010
Nach der Enge die Strenge (von Bonn nach Berlin und zurück, Deutschland)
Wir dachten ja, dass wir mit der gefühlten Enge Süddeutschlands das krasseste hinter uns hätten. Nur da waren wir noch nicht in Berlin gewesen. Was sind die Berliner doch für ein seltsames Völkchen. Christians Vater umschrieb es sehr schön mit "streng". Und ich glaube das trifft es im Groben und Ganzen ganz gut. Zumindest was den Tonfall betrifft. Ja, ja, natürlich ist das eine Pauschalisierung und natürlich gibt es auch total liebe Berliner, ich versuche ja nur einen sehr allgemeinen, sehr flüchtigen Eindruck wieder zugeben, besonders wenn man vorher wirklich am anderen Ende Deutschlands war. Also die Durchsage im Strandbad Wannsee, die uns darauf aufmerksam machen wollte, dass jetzt Feierabend ist, klang echt bedrohlich. Und das viele Menschen in Deutschland sich nicht mit Freundlichkeit und offenem Lächeln bekleckern, ist wohl ein gesamt deutsches Phänomen.
Ach ja, und die freundlichen Belehrungen der noch freundlicheren Mitbürger in Deutschland dürfen natürlich auch nicht fehlen. Was ist das hier? Wild fremde Menschen auf der Straße meinem einen erzählen zu müssen, wie man mit seinem schreienden, oder sonst wie "nicht-funktionierenden-Kind" umzugehen habe? Ist mir in Irland noch nie passiert und in Deutschland braucht es dafür nichtmals drei Wochen und schon wird man belehrt.
Ich sollte damit aufhören, ich weiß. Es ist nicht alles schlecht und es ist furchtbar komfortabel aus einem der reichsten und wirtschaftsstärksten Länder dieser Welt zu kommen, aber das ändert leider nichts an meinem Problem mit Deutschland zur Zeit. Ich finde den Aufenthalt hier in Deutschland mehr als unangenehm.
Sei es das ständige Gemaule wie arm man doch sei, die Rentner die sich so schlecht behandelt fühlen, oder der krankhafte Förderwahn vieler Eltern, der ja mittlerweile sogar Einzug in die deutschen Medien gefunden hat. Puh, ist das anstrengend. Und das Wohngebiet meiner Mutter ist da echt nicht hilfreich, das ist von der Bewohnerstruktur und der toten Stille, die allgegenwärtig ist, kurz vor Friedhof. Gruselig und städteplanerisch ein absolutes Desaster.
Ich weiß ja nicht wie man im Alter so drauf ist, aber ich würde aus meiner jetzigen Perspektive, wenn ich alle Zeit der Welt hätte, mich einen scheiß Dreck um meine Existenzsicherung kümmern müsste und halbwegs fit bin, meine sieben Sachen packen und sagen: "Leute, ich bin noch nicht tot und habe auch kein Interesse in meinen 60zigern und 70zigern schon zu den Scheintoten zu gehören."
Eine Story muss ich dann doch erzählen, auch wenn meine Mutter mir dafür den Kopf abreißen wird. Meine Mutter besitzt vier Kühlschränke. Das heißt ein riesiges Kombigerät, da kommt unser Kühlschrank in Irland nicht dran, einen riesigen Eisschrank und noch einen kleinen Kühlschrank für die Getränke. Wohl gemerkt, als Einzelperson.
Meine schon letztes Jahr geäußerte Kritik, dass das doch vielleicht etwas maßlos sein könnte und auch sie eine Verantwortung für die Lebensbedingungen ihrer Enkel, Urenkel und alle die die danach kommen besitzt, ist bei ihr leider nicht angekommen. Ich hoffe wirklich, dass nicht zuviele mit so einer Einstellung unterwegs sind, da ich das echt sehr bedauerlich für die Zukunft dieser Welt halten würde. Wie heißt es so schön: "Wir haben die Welt nur geborgt und müssen sie am Ende wieder zurück geben." Ich glaube da ist viel wahres dran, besonders wenn man sich gerade intensivst in der eigenen Familienphase befindet und sich doch immer wieder fragt, was gebe ich eigentlich an meine Kinder weiter und in was für einer Welt werden sie leben, auch durch mein Verhalten mitbeeinflusst, zumindest die Einstellung meiner Kinder zur Welt.
Aber zurück zu der Story. Meine Mutter war ja für zwei Wochen in Urlaub während wir da waren und ich böse Tochter habe es gewagt für diese zwei Wochen den Kühlschrank für die Getränke auszuschalten. Was für ein Drama. Denn als meine Mutter wiederkam, war sie total entgeistert, dass ihr Bier nicht kalt war.
Dazu muss man wissen, meine Mutter ist jetzt keine exzessive Trinkerin. Sie trink auch mal ein Bier oder Gläschen Wein, nur als Einzelperson sollte es platztechnisch echt möglich sein eine Flasche Bier in dieses Monster von Kombigerät zu stellen. Leider nicht so für meine Mutter. Und so wird der Getränkekühlschrank meiner Mutter auch weiterhin laufen und stellvertretend für die maßlose Verschwendung der Resourcen dieser Welt für mich stehen.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein radikaler Öko-Hardliner bin. Jedem seine Hobbies und Vorlieben, aber ich glaube schon, dass jeder im Kleinen versuchen kann, hier und da etwas rücksichtsvoll mit Resourcen umzugehen und es gibt auch Dinge, die beim besten Willen nicht sein müssen, ohne dass dadurch eine Einbuße bei der Lebensqualität gemacht werden muss.
Aber jetzt bin ich glaube ich total vom Thema abgekommen, wobei mich das echt umtreibt. Mir blutet das Herz, wenn ich so etwas sehen muss. Aber zurück nach Berlin. Christians Vater wohnt da ja praktischerweise, so dass wir dann auch Lydia und Josua nicht die ganze Zeit hinter uns herschleifen mussten. Vor Florian haben ja alle Großeltern Angst. Ist ja auch echt bedrohlich so ein dreijähriger. Bei Lydia und Josua war das noch nicht so, aber die haben sie ja auch nicht so selten gesehen. Vielleicht ist es das? Oder weil drei Enkelkinder mehr als eins oder zwei sind und ich kann ihnen versprechen, bald sind es vier.
Um Gottes Willen. Unsere Mütter sind ja vom Gedanken daran schon total fertig. Zumindest könnte man den Eindruck gewinnen, wenn man sie immer stöhnen hört, dass ja schon eins im Alter von Lydia oder Josua viel zu anstrengend sei. Häää? Lydia, Josua, anstrengend? Hinter denen muss ich nicht die ganze Zeit her rennen, mit denen muss ich nur endlose Diskussionen führen, aber als Mutter, die bekanntlich doch in der Regel ein paar Erziehungsaufgaben wahrnehmen muss. Als Oma ist man ja nur für den vergnüglichen Teil des Lebens zuständig und muss sich um Erziehung, Ernährung und sonstiges doch keinen Kopf machen. Das ist doch echt die Kür und das ist schon zu anstrengend? Nochmals, häää?
Vielleicht bringen wir die Enkelkinder erst vorbei, wenn sie 18 sind. Dann haben die schon einen eigenen Führerschein, vermutlich sowieso keinen Bock bei der Oma rumzuhängen und verschwinden nach 10 Minuten Pflichtbesuch von ganz alleine wieder. Das ist dann noch weniger anstrengend.
Ne, wo war ich? Berlin! Ja war nett. Eine Mischung aus Sight-Seeing und den Babymarkt mal antesten. Wobei ich nachhaltig die Begeisterung vieler für Berlin echt nicht verstehe. Die Stadt ist nicht falsch, ist groß hat viel zu bieten, aber so richtig vom Hocker hat mich Berlin noch nie gerissen. Ob ich in den falschen Vierteln immer unterwegs bin? Mein Gesamteindruck bleibt nachhaltig, von ein paar Ausnahmen abgesehen, doch eher betongig und etwas ödelig schmuddelig. Soll soviel heißen, dass ich Berlin in vielen Teilen verhältnismäßig dreckig finde. Aber auch das mag ein Stichprobenfehler sein.
| |
| The Reichstag. (Berlin, Germany) |
Und wir waren noch bei Hug und Grow, wo die Eigentümerin dieses Babylades auch am Testkreis partizipiert. Mir war es wichtig einfach mal mit jemandem aus dieser Gruppe persönlich zu sprechen und mal zu hören, wie sie so den Markt einschätzt, was für Produkte bei ihr im Laden besonders viel Nachfrage erfahren und so weiter. Ich fand's total nett und auch echt sehr informativ. Und was bei dem Gespräch ganz deutlich hervortrat, was mir aber schon bewusst war, durch unseren Kontakt mit anderen Händlern und durch die Kommunikation mit den verschiedenen Tragetuchgemeinden, dass es verdammt schwer ist und sein wird, die alt Eingesessenen davon zu überzeugen, dass das Tragetuch für Wind und Wetter kein klassisches Tragetuch ist und somit nicht all die gewohnten und klassischen Kriterien dieser erfüllt. Soll es ja auch gar nicht, da der Schwerpunkt auf der Atmungsaktivität und der Wetterfestigkeit liegt. Klassische Tragetücher gibt es schon genug, warum sollte ich da noch eins der selben Art auf den Markt werfen?
Es geht doch gerade darum, dem Mangel an Wetterfestigkeit, die die klassischen Tücher aufweisen, zu begegnen, ohne dass Zusatzinvestitionen in Tragecover und -jacken gesteckt werden müssen, die ja auch noch jahreszeitlich angepasst und auch immer mitgeschleppt werden müssen, womit es wohl ein No-Go für viele Händler ist, da es absolut weniger Umsatz bedeuten könnte. Und das schönste Cover hilft nichts, wenn ich ein klassisches Tuch über meiner nassen Jacke binden möchte. Meine erste Kundin erwähnte dieses Problem, welches ich selber so bis dahin noch gar nicht gesehen hatte. Aber da ist was Wahres dran.
Ach ja, und die liebe Tuchbreite. Ich muss da echt passen. Der Florian ist jetzt über 3 und durchschnittlich groß und es geht immer noch das Tuch zu nutzen. Er sitzt da nachhaltig gut und sicher drin, der gesamte Rücken ist bedeckt, selbst die Arme kann er ohne Probleme reinnehmen, nur der Kopf, den bekommt man jetzt nicht mehr eingepackt. Ist bei einem dreijährigen aber vielleicht auch nicht mehr so relevant.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 26. bis 31. Juli 2010
Endlich Heim (von Bonn, Deutschland, über Chichester und Alfold, England, dann Rhyl, Wales, nach Youghal, Irland)
Was war ich froh, endlich, endlich wieder auf meine Insel zu kommen. Dreieinhalb Wochen Deutschland haben mir jetzt echt gereicht.
Und kaum zu glauben, aber der ganze Kram, den wir über die letzten Wochen hier angesammelt haben um ihn mitzunehmen, hat tatsächlich alles ins Auto gepasst. Aber auch nur, weil wir Lydias und Josuas Sitz umklappen konnten (die beiden bleiben ja noch zwei wochen länger in Deutschland und kommen nicht mit uns im Auto zurück sondern mit dem Flugzeug). Und obwohl wir unseren Kellerraum, wo unsere Möbel gelagert sind, auf den Kopf gestellt haben, bleiben einige Sachen einfach verschwunden. Komisch!
Egal, wir sind die letzten zwei Jahre ohne ausgekommen, also werden wir wohl auch die nächsten zwei Jahre ohne auskommen. Das tolle jetzt ist, dass ich mit ziemlich hoher Sicherheit sagen kann, dass nach dieser Schwangerschaft keine weiteren Babys meinerseits zu erwarten sind und wir den ganzen Kram, den wir jetzt schon seit über 12 Jahren haben, alles hinterher weggeben und schmeißen können. Aber wir haben tatsächlich noch den alten Kinderwagen, der farblich nachhaltig allen modernen Modellen den Rang abläuft und auch das Babybett, welches wir schon damals als Sonderangebot gekauft haben, da es nicht ganz in Ordnung war, lebt noch. Nur leider konnten wir dieses jetzt nicht mitnehmen, nur die Matratze passte ins Auto.
Florian wird gleich sehr viel erträglicher im Auto, wenn er keine Geschwister um sich hat, die er tyranisieren kann und so ging es für uns dann erstmal zurück nach England in den schönen Ort Chichester. Hier haben wir bei einer jungen Familie ge-couch-surft, die nächstes Jahr mit ihren beiden dann 4 und 1 Jahr alten Kindern auf dem Landweg nach Australien auswandern. Echt spannend zu hören, wie andere ihre Reisen planen und organisieren. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten sich auf den Weg zu machen. Klasse!
Am nächsten Tag musste ich pünktlich in Alfold sein, um Helen und Kath, meine potentielle Supervisorin aus Melbourne und meine Co-Supervisorin von der Uni Surry in England zu treffen. Wir haben uns im Ferienhaus von Helen getroffen. Eine etwas seltsame Situation, da auch Helens Mutter und deren Enkel dort rumturnten, aber dafür atmosphärisch echt entspannt.
Und dann ging es ans Eingemachte. Wobei ich mich echt geehrt fühle. Helen bekommt pro Woche wohl mehrere PhD Anfragen, aber bei meiner ist sie tatsächlich hängen geblieben und will dieses Projekt unbedingt durchführen. Die Frage war vor allem das liebe Geld. Ohne dieses ist das ganze nicht machbar, da zuviele Resourcen benötigt werden, die finanziert werden müssen. Aber die Mädels wollen jetzt tatsächlich sehen, ob sie nicht Gelder irgendwo beantragen können und dann soll mein System im Idealfall erst im klinischen Rahmen getestet werden, um dann auf jeden Fall noch mal in Zusammenarbeit mit kommerziellen Firmen getestet zu werden. Wow, scheiße viel Arbeit und über eine wirkliche Finanzierung meiner Studiengebühren habe ich noch nicht wirklich nachgedacht. Es gibt private Optionen, wobei ich mich frage, ob es nicht besser wäre dieses Geld für einen längeren Aufenthalt in Irland zu nutzen.
Jetzt öffnet sich nach fast vier Jahren endlich diese gigantische Chance zu promovieren und ausgerechnet jetzt droht alles am Geld zu scheitern. Ich könnte heulen. Ich hab mittlerweile keine Tischplatte mehr, wo ich reinbeißen kann.
Ich muss unbedingt mal nach Stipendien schauen, wobei ich vermute, dass ich für Deutschland zu alt, zu viele Kinder und nicht in Deutschland ansässig und für Australien zu alt, zu viele Kinder und Ausländerin bin.
Helen meinte auch, dass ich ja in kürze alle Hände voll zu tun hätte. Ich meinte auch nur, dass ich für die Konsistenz meines Lebenslaufes ein viertes Kind für meinen PhD brauche. Mit einem durchs Abi, mit zweien durch die Uni, mit dreien um die Welt, da muss zwangsläufig mit vieren der PhD angegangen werden. Wie soll ich den sonst schaffen, wenn ich nicht genug Ausgleich durch meine Kids erhalte?
OK, OK, wir werden sehen und bis jetzt ist ja auch noch nichts entschieden, geschweige denn Geld vorhanden.
Die Nacht wollten wir in der Nähe von Liverpool auf einem Campingplatz verbringen, um früh morgens dort unsere Fähre zu bekommen. Ja, ja, wir hätten vielleicht vorher mal nach Campingplätzen recherchieren sollen, aber wo bleibt der Spaß?
Die gesamte Region um Liverpool in Richtung Wales bestand aus scheußlichsten Wohnvororten zu Liverpool.
Wir haben dann endlich einen Campingplatz in einem Tierpark gefunden, jedoch hat unsere Warterei und Tierbesichtigung von über 1 1/2 Stunden niemanden hervorgebracht, der zuständig gewesen wäre. Andere Camper meinten, wir sollen ruhig unser Zelt schon mal aufbauen, der Eigentümer würde später bestimmt rumgehen. Gesagt getan. Doch als Christian durch Zufall auf einem Schild gelesen hatte, dass die Tore des Parkes bis morgens früh um 7:30 Uhr geschlossen werden, wir aber um 8 Uhr schon bei der Fähre sein mussten und es immer später wurde, haben wir in Windes Eile einfach alles wieder zusammen gepackt und sind weiter nach Wales reingefahren. Mitlerweile war es schon fast 21 Uhr und Campingplätze sind hier echt rar gesät. Und als wir uns dann entschlossen hatten, einfach einen Parkplatz oder so zum übernachten zu suchen, sind wir durch Rhyl gekommen. Eine der vielen Strandvergnügungsstädte auf die die Engländer so stehen. Heißt, die gesamte Promenade ist voll mit Schießbuden und Fahrgeschäften und jeder Menge hungriger Vergnügungslustiger.
Und hier tauchten dann auch gleich drei Campingplätze hintereinander auf. Wir haben den Erstbesten genommen und waren leider zu müde um noch op Jöck zu gehen.
![]() |
| Country lane, Ireland |
Kaum zurück in Irland überkam mich der Nesttrieb. Der ganze Kram aus dem Auto wollte seinen Platz finden, so dass ich gleich den großen Rundumschlag gemacht habe.
Lydia und Josua sind ja noch in Deutschland geblieben. Und während Lydia nach Kiel zu ihrer ehemaligen Klassenkameradin abgedampft ist, krass dass die beiden über so einen langen Zeitraum noch Kontakt haben, hat Josua wohl den Traum eines jeden achtjährigen Jungen mit seinem Opa gelebt. Eine Woche zu Land, auf dem Wasser und in der Luft, das geht wohl nur mit Superopa.
Aus organisatorischen Gründen musste Josua mit uns von Berlin wieder zurück nach Bonn kommen, ist aber zwei Tage später von Christians Vater eingesammelt worden, um in Wolfsburg mit der Autostadt zu beginnen, dann irgendwo Boot zu fahren und Superopa wäre nicht Superopa, wenn er nicht auch einen Flugschein hätte, also ging es auch noch in die Lüfte für Josua.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 2. bis 8. August 2010
Baby, Baby, Baby (Youghal, Irland)
Diese Woche stand ganz im Zeichen vom Baby. Ich musste zur Vorsorge zum GP. Die Ärztin hat schon wieder heimlich unterm Tisch geraucht. Ich könnte mich beömmeln. Und dann musste ich schmunzeln, denn trotz 4 Wochen Deutschland hatte ich tatsächlich abgenommen. Wenigstens macht hier keiner Stress deswegen, sondern nimmt zur Kenntnis, dass jede Frau da unterschiedlich ist. Ansich finde ich das hier soviel entspannter. Auch diese ständigen Abstriche und die Quälerei mit den CTGs finden hier nicht statt. Kurzes abhören der Herztöne, fertig. Herz schlägt, also schlägt es gleich bestimmt auch noch. Ansonsten gibt es halt die Standarduntersuchungen wie Urin, Blutdruck, etc. natürlich auch.
![]() |
| In the landscape. (near Youghal, Ireland) |
![]() |
| Some impressions of algas. (Youghal, Ireland) |
Und ganz wichtig, ich werde hier auf der Straße nicht so dämlich angestarrt wie in Deutschland. Das ging mir am Ende echt etwas auf den Sack. Schwangere Frauen scheinen mittlerweile eine so seltene Erscheinung zu sein, dass die Leute dich echt wie kleine Kinder angaffen. Hier fielen wir am Strand nur dadurch auf, dass wir nur den Florian als einziges Kind dabei hatten, während der durchschnittliche Strandbesucher mindestens drei bis vier Kids um sich herum wuseln hat.
Florian ist ja in einem genialen Alter um eine Schwangerschaft mitzuerleben. Alt genug um zu verstehen, dass irgendetwas vor sich geht, aber noch nicht alt genug, um das im Detail zu verstehen. Deshalb war er auch letztens total enttäuscht, als ich im Krankenhaus zur Vorsorge war, denn das hatte er irgendwie so verstanden, dass ich ins Krankenhaus wegen des Babys musste und dann ohne Baby aus dem Bauch zurückgekommen bin. Also dass das Baby immer noch im Bauch war.
![]() |
| More impressions! (Youghal, Ireland) |
![]() |
| Roads of Ireland. (somewhere in Ireland) |
Letztens lag Florian in seinem Bett mit seiner Babypuppe, die ist total wichtig, da sie ja ein Baby ist, und meinte die Puppe wolle aber nochmal runter ins Wohnzimmer, nur alleine, das könne sie ja nicht. So ein Schlawiner.
Ansonsten kugel ich mich so durch die Gegend. Es ist für mich sehr viel leichter zu akzeptieren, dass meine Bewegungen sich etwas ändern müssen, wenn ich schmerzfrei aufstehen möchte oder so. Das sieht dann zwar nicht so agil aus, aber es funktioniert. Mit Anfang 20 hätte ich mich in Grund und Boden geschämt, jetzt kann ich darüber hinwegsehen und diesen Zustand belächeln. Ich weiß ja, dass er nur vorübergehend ist, bis ich dann 80 bin oder so.
Und um den blöden Krampfadern vorzubeugen, oder besser in Schach zu halten, wer hat sich diesen ganzen Scheiß eigentlich ausgedacht, der gehört echt gesteinigt, auf jeden Fall machen wir jetzt fleißig Nordic Water Walking. Gibt's das schon? Wenn nicht, dann jetzt. Das macht tierisch viel Spaß und ist extrem effektiv. Also Mädels, wer Problemzonen im Bereich Oberschenkel und Po hat, rauß in mindestens Kniehohes Wasser und kräftig Walken. Wenn man die Stöcke noch mit nimmt, arbeiten auch die Arme gegen einen erhöhten Widerstand und nicht zu vergessen, das Wasser bei uns kommt vom Atlantik. Also echt frisch und tolle Wellen. Herrlich!
![]() |
| Some spring pictures of our estate. (Youghal, Ireland) |
![]() |
| A lot of unfinished buildings caused by the property crises. (Youghal, Ireland) |
Die Nächte werden für mich immer anstrengender. Ich tingel zwischen Wohnzimmer und Bett so hin und her und frage mich morgens, ob ich überhaupt geschlafen habe. Mal ist es die Luft, die zu knapp zu sein scheint, dann das ständige aufs Klo watscheln, oder der Wicht feiert gerade eine Party.
Deshalb ist für mich die Entbindung immer das Ende einer endlos erscheinenden Tortur. Endlich frei, wieder Herr meiner selbst und das Baby kann ich dann dem Christian in die Hand drücken und sagen: "Du bist dran!"
![]() |
| Mahon Falls. (Co. Waterford, Ireland) |
Dieser kleine Wicht schafft es nachhaltig mich zu erschrecken. Ich zucke immer dermaßen zusammen, wenn aus dem Nichts ein solch unerwarteter heftiger Tritt kommt, dass selbst Christian sich immer mit erschreckt. Das war bei den andern dreien definitiv nicht so extrem.
Ach ja, und die lieben Wehen. Sie werden mehr und unangenehmer. Aber solange es sich nur um die klassischen Übungswehen handelt, haben die im deutschen eigentlich einen eigenen Namen?, nehme ich sie zur Kenntnis. Sie sind nicht regelmäßig und drücken nicht nach unten, also ist noch alles im grünen Bereich. Es ist nur echt anstrengend, wenn es Tage gibt, wo sich die ganze Zeit die Bauchmuskulatur anspannt, der Bauch super hart wird und wieder entspannt.
Christian ist total führsorglich und wird immer total panisch, wenn ich einen Tag wegen zu vielen Wehen auf die Couche gezwungen werde. Die Angst, dass wir wieder im Krankenhaus landen ist doch nachhaltig present.
Die Wehen aus dem Rücken sind im Moment kaum zu unterscheiden von den echt krassen Rücken- und Beckenschmerzen, die mich an die Grenzen meiner meditativen Ruhe bringen. Das kann dich echt wahnsinnig machen, aber nur noch drei Monate. Das schaffe ich. Ha, ha, mir bleibt ja auch kaum was anderes übrig.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 9. bis 15. August 2010
Schublade auf, Schublade zu, und ich bin nicht drin! (Youghal, Irland)
Ich habe die ganze Woche verzweifelt in Deutschland, England und Australien nach Stipendien gesucht. Vergeblich!
Man möchte ja gerne sich immer ein bisschen von der breiten Masse abheben, aber wenn es um Gelder von anderen geht, ist man am besten dran, wenn man in die geforderten Raster fällt. Nur egal wo ich geschaut habe, ich habe nirgends reingepasst. Ich bin nicht katholisch, ich will im außereuropäischen Ausland studieren, ich bin an keiner deutschen Uni eingeschrieben, nicht jüdisch, gehöre keiner Partei an, bin kein Immigrant, nicht behindert, alleinerziehend, oder eine Frau in finanzieller Notlage und die Mediziner und Psychologen sind in Deutschland ja soetwas von gegen Interdisziplinarität, dass trotz meines vorgeschlagenen Projektes, welches in beide Fächer extrem gut reinpasst, auf Grund meines Abschlusses ich in zweiter Instanz immer abgelehnt werde.
![]() |
| Christian's work place. (Youghal, Ireland) |
![]() |
| My work place. (Youghal, Ireland) |
Was ist das frustrierend. Ist aber letztendlich egal, da ich mir nochmal genau die Studiengebühren in Australien angeschaut habe. Und der momentane Wechselkurs ist echt niederschmetternt. Kein Stipendium würde auch nur annährungsweise diese Kosten decken. Und bei 67.000 Euro für drei Jahre nur Studiengebühr, ohne dass da wirklich eine Leistung hintersteht, da ich ja nichtmals die Unieinrichtungen nutze, frage ich mich dann doch, ob es das wirklich wert ist. Für soviel Geld könnten wir theoretisch 2 1/2 mal um die Welt reisen oder bis zu vier Jahre in Irland wohnen.
Das ist doch alles scheiße hier.
Wenn ich mich in England einschreiben dürfte, dann wären die Kosten für drei Jahre nur um die 12.555 Euro Studiengebühr. Das würde schon ganz anders aussehen.
Wir werden sehen. Vielleicht passiert ja noch ein Wunder.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 16. bis 22. August 2010
Kids wieder da! (Youghal, Irland)
Endlich, endlich haben wir unsere Süßen wieder zurück. Das wurde ja doch mit der Zeit echt langweilig und Florian immer unausstehlicher. Jetzt kann sich Florian wieder uneingeschränkt mit den Großen draußen austoben und die überschüssige Energie loswerden, ohne ständig uns zu nerven.
![]() |
| The children are back home. (Youghal, Ireland) |
![]() |
| Fun in the sun in our garden. (Youghal, Ireland) |
Meine Mutter hat die Lydia und den Josua via Flugzeug hergebracht und war für vier Tage hier. Und ich finde es war nicht nur sehr viel friedlicher als in Deutschland, nicht nur weil die Kids viel ausgeglichener waren durch ihre größere Bewegungsfreiheit hier, sondern auch weil ich sehr viel ruhiger war und doch recht erfolgreich jede blöde Diskussion die nichts bringt vermeiden konnte.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 23. bis 29. August 2010
Wer braucht schon ein Schulgebäude! (Youghal, Irland)
Zwei Wochen am Stück Gäste. Das ist ja doch echt anstrengend.
Nachdem meine Mutter weg war, kam eine alte Freundin von mir vorbei und gleich danach eine vierköpfige CS Familie.
![]() |
| Together with our American CS family at the beach. (Youghal, Ireland) |
![]() |
| Christian is becoming a real Hurling fan. (Youghal, Ireland) |
Ach ja, und dann haben wir durch Zufall erfahren, beim spektakulären größten irischen Mittelalterfest - grins - dass unsere Schule geschlossen wurde. Also soll heißen, dass für den Schulstart nächste Woche kein Gebäude mehr existiert. Unser schönes Kirchenschulgebäude ist aus Sicherheitsgründen jetzt endgültig geschlossen worden.
Und mit der stoischen Ruhe der Iren wurde uns nur gesagt, wir bekommen eine SMS wenn sie was neues wissen.
Wir bekamen zwar keine, aber irgendjemand sagte uns, man würde sich am Freitag im alten Schulgebäude treffen und die Lage besprechen. Wohl gemerkt am Montag geht die Schule wieder los.
Gesagt, getan, sämtliche Eltern fanden sich ein und die Direktorin meinte, die Schule würde vorrübergehend ins Nachbargebäude umziehen, bis das angestrebte Gebäude auf dem Berg neu renoviert ist. Das gute daran ist, dass das zukünftige Schulgebäude super nah zu uns ist, so dass die Kids nicht mehr mit dem Auto gebracht werden müssten.
Bis dahin haben wir alle angepackt und sämtliches Mobiliar ins Nachbargebäude geschleppt.
Und ja, ich weigere mich, die Schulbücher einzuschlagen. Dazu muss man wissen, dass das keine Hard-Cover Bücher sind, sondern nur so Workbook-Teile, die schon ohnehin laminiert sind. Das bekommt man in Deutschland glaube ich gar nicht. Aber das bekomme ich einfach mit meinem ökologischen Gewissen nicht überein.
![]() |
| Florian loves his big sand-box so much. (Youghal, Ireland) |
Wir spenden jetzt die 20 Euro, die uns das extra gekostet hätte der Schule. Das scheint mir echt sinnvoller.
Ach ja, meine Freundin war ja hier. Wir halten seit rund 20 Jahren Kontakt. Mensch bin ich schon so alt? Auf jeden Fall leben wir in total unterschiedlichen Welten, was nicht selten zu extremen Reibereien führt. Aber wir halten durch.
Ich habe ja die These, dass jeder Mensch auf bestimmte, jedoch unterschiedliche Schlüsselworte und Reize innerhalb einer Kommunikation reagiert. Wenn diese durch die komplett anders genutzte Sprache des Gegenübers nicht auftreten, findet keine sinnvolle Kommunikation statt. Maximal eine höfliche Konversation, die aber eher belanglos für beide Seiten ist.
Auf jeden Fall fand meine Freundin es total albern, dass wir uns nachhaltig so viel mit Deutschland auseinandersetzen. Und ich finde es verwunderlich, warum wir uns nicht auch weiterhin für Deutschland interessieren sollten. Nur weil wir in Irland und etwas Anti-Deutschland im Moment sind, vergesse ich doch nicht wo ich herkomme. Wir sind in Deutschland sozialisiert worden, sprechen Deutsch und natürlich sind auch viele unserer Traditionen die wir hier mit unseren Kids leben von Deutschland geprägt. Ich weiß echt nicht, warum ich jetzt auf einmal anfangen sollte meine Herkunft zu negieren? Zumal wir immer damit rechnen müssen, jeder Zeit wieder zurück zu müssen und außerdem finde ich die Entwicklung, die in Deutschland zur Zeit abgeht echt spannend. Besonders auch im Vergleich zu Irland, weil die Probleme zum Teil so konträr sind, dass wir echt ignorant sein müssten, wenn wir das nicht mitbekommen wollten.
![]() |
| Josua in Hurling action. (Youghal, Ireland) |
Und Christian liest halt gerne und viel online Nachrichten. Ich würde das ja auch gerne tun, aber ich bin zu langsam. Wenigstens habe ich ja jetzt durch die Anerkennung der Legasthenie eine gute Ausrede, ändert nur nichts daran, dass ich trotzdem neidisch bin, dass ich das nicht kann.
Aber im Prinzip ist es eine sehr spannende Sache, sich mit der Frage von Herkunft und Kultur auseinander zu setzen.
Ich glaube ich habe dazu noch keinen ganz eindeutigen Standpunkt entwickelt. Was auf jeden Fall klar zu sein scheint ist, dadurch dass wir natürlich deutsch reden und auch die meisten unserer Gedanken auf deutsch formuliert werden, nutzen wir den kulturellen Hintergrund der deutschen Sprache. Sprache kann für mich nicht losgelöst von diesem sein, wenn man mehr als sich nur verständlich machen möchte.
![]() |
| More Hurling action. (Youghal, Ireland) |
Durch die zunehmende Einflussnahme des Englischen in unserem auch alltäglichen Leben zuhause, sehe ich primär die Chance einen weiteren Kulturraum sehr viel intensiver zu erschließen, als nur auf Englisch nach dem Weg fragen zu können. Es kommt dadurch zu sehr lustigen Verwirrungen manchmal und es lehrt uns immer wider, wie unterschiedlich Sprache genutzt wird, um die selben Ereignisse zu beschreiben. Auch das bestimmte Vokabeln sich weder in die eine noch in die andere Sprache übersetzen lassen, verdeutlicht uns immer wieder warum wir so stark in die eine oder andere Richtung denken, oder unser Gegenüber dieses zu tun scheint.
Und es gibt viele Worte, wo ich immer sicher bin, da sie aus dem Latainischen oder Griechischen kommen, dass man sie einfach so übernehmen können müsste, doch wie spricht man z.Bsp. semipermeabel, subtil, Attitüde, Internalisierung... ? Und was ist mit Worten wie Promotion oder These, die kann man nicht einfach so übernehmen ohne das sich die Bedeutung ändert?
Wenn man anfängt eine Sprache zu lernen, fühlt man sich sprichwörtlich sprachlos, da man sich einfach noch nicht ausdrücken kann. Das Gefühl habe ich mittlerweile nicht mehr so stark. Ich weiß, dass ich immer auf der Suche nach der richtigen Aussprache meines natürlichen Wortschatzes sein muss und somit ist Fernsehen echt eine hervorragende Quelle, da dort vor allem in Nachrichten und Dokumentationen auch die Worte auftauchen, die die Menschen hier in ihrem täglichen Gebrauch nicht nutzen, die sich aber hervorragend nutzen lassen, wenn man sich mal unbeliebt machen will, oder mit Behörden kommunizieren muss.
Josua hatte diese Woche eine bittere Enttäuschung hinzunehmen. Das erste Mal, dass jemand zu ihm zum übernachten gekommen ist, doch Sean wollte dann gegen 23 Uhr doch lieber nach hause. Was liefen dem Josua die Tränen. Dafür durfte er am folgenden Tag bei Sean schlafen und das klappte dann auch ganz gut.
![]() |
| It is how it looks. Painfull. (Youghal, Ireland) |
Dann gab es endlich unsere Mietvertragsverlängerung, nachdem der alte schon längst ausgelaufen war. Und da wir ein kleines Wasserproblem hier im Haus haben, heißt es kommt von den Bädern im ersten Stock unten im Erdgeschoss durch die Decke, waren auch gleich zwei Tage später die Vermieter da, um sich das ganze mal anzuschauen, mit ihrem Sohn. Groß, gut gebaut, echt charmantes lächeln... nein, nein, an Christian kommt niemand ran, aber das heißt ja nicht, dass ich keine Meinung zu attraktiven Männern hätte.
Und dann kam auch schon die kalifornische Familie, die für 4 1/2 Monate durch Europa reist. Die erste echte homeschooling Familie, die wir getroffen haben. War wie immer super spannend von deren Stories zu hören.
Also "Amerikaner" scheinen überhaupt keinen subtilen Humor zu verstehen. Das hatten wir jetzt schon öfters. Wir können "America's got talent" (Fernsehsendung) empfangen, wo in der Jury auch Pierce Morgan aus England sitzt. Und all seine Versuche, lustig zu sein scheitern beim amerikanischen Publikum. Wobei wir finden, dass er der einzigste ist, der überhaupt lustige Kommentare macht. Aber das ist echt ein "Cultural thing". Die Tochter unserer Couchsurfer war auf jeden Fall ein totaler Fan dieser Fernsehsendung, aber mit dem englischen Humor können die nichts anfangen.
![]() |
| Much better. (Youghal, Ireland) |
Und dann die Tischmanieren. Oh Gott! Ja, "viele Amerikaner" können es nicht besser, aber als wohl erzogene Europäer wirkt das immer sowas von pflegelhaft. Das war aber auch eine Szene für die Götter, denn wir saßen zu neunt am Tisch, wir fünf alle schön aufrecht sitzend mit Messer und Gabel agierend und uns gegenüber, Hände unterm Tisch, der Kopf damit abgestützt, oder vorm Teller verschränkt. Das wirkte echt krasser als die Geburtstagsparty eines fünfjährigen. Selbst Florian hat nach deutschen Maßstäben bessere Tischmanieren. Aber das macht ja Couchsurfing so lustig, die kleinen kulturellen Unterschiede.
Als wir später über kulturelle Unterschiede sprachen, waren Rick und Angie total überrascht, da ihnen überhaupt nicht bewusst war, dass es in Europa, oder zumindest in einigen Ländern hier sehr klare Tischregeln existieren. Und ich war überrascht, dass sie das nicht über Europa wussten.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. August bis 5. September 2010
Aller Anfang ist schwer und ganz viel zum schmunzeln! (Youghal, Irland)
Was für eine anstrengende Woche.
![]() |
| A rare picture of all of us together. (Youghal, Ireland) |
Schule und Pre-School haben gestartet. Am Montag waren auch noch die Couchsurfer da, so dass kaum hatten sie sich verabschiedet ich den Florian zu seinem ersten großen Abenteuer allein bringen musste. Und das klappte gar nicht.
Was hat er geschrien, als er merkte, dass ich ohne ihn wieder gehe. Und er hat wohl auch den gesamten Vormittag durchgeschrien, als einzigster.
Man muss auch mal das sogenannte Arschlochkind haben, was alle in den Wahnsinn treibt.
Ich habe mich immer gewundert bei Lydia und Josua, wenn ich Eltern mit solchen Kindern wie Flo gesehen habe, da weder Lydia noch Josua je auch nur einmal zu Kindergartenzeiten Theater gemacht haben. Die sind von Anfang an ohne mit der Wimper zu zucken mit Begeisterung in die Einrichtungen gegangen. Und Eltern haben nur gestört.
![]() |
| Impressions of Ardmore. (Ireland) |
Nicht so Florian. Was auch verständlich ist, denn er hatte in den letzten drei Jahren nie die Gelegenheit gehabt auch nur einen Tag ohne uns oder seine Geschwister zu sein. Das war nicht impliziert, sonder hat sich einfach so ergeben, aber das erzeugt eine komplett andere Bindung. Womit ich wohl diese Woche mit am meisten gelitten habe mein Baby abzugeben. Ich habe mir echt Mühe gegeben es nicht zu stark zu zeigen, da Kinder da sofort drauf anspringen, aber vermutlich habe ich Florians Verhalten dennoch subtil mitbeeinflusst. Das ist aber auch eine krasse Situation für Florian. Noch nie ohne uns und dann spricht alles auch nur noch Englisch. Wir konnten bis dahin überhaupt nicht einschätzen, wie viel er eigentlich wirklich versteht und auch sprechen kann.
![]() |
| More impressions of Ardmore. (Ireland) |
![]() |
| The famous round tower of Ardmore. (Ireland) |
Am zweiten Tag haben wir ihn bestochen mit Schokolade. Ich weiß, pädagogisch echt nicht OK, aber es hat funktioniert, am Mitwoch schrie er schon zuhause los, dass er nicht gehen wolle. Er hat sich dann im Kindergarten wohl immer wieder beruhigt und fand es auch immer ganz toll. Zumindest hat er nachmittags allen stolz erzählt, dass er in den Kindergarten gehen würde. Erst am Donnerstag wurde es besser. Und da ich ihn ausnahmsweise nicht als erstes abgeholt hatte, sah er dass andere Kinder vor ihm geholt wurden und war total besorgt, dass morgen keine Kinder mehr im Kindergarten seien. Süß! Der hatte das Konzept eines Kindergartens überhaupt noch nicht verstanden gehabt, dass natürlich auch alle anderen Kinder nur für die entsprechende Zeit gebracht werden und wo anders wohnen.
Freitags hatten wir dann gar keine Probleme mehr, nur dass Florian uns das ganze Wochenende genervt hat, er wolle jetzt aber endlich wieder in den Kindergarten.
Für den Antrag auf das freie Vorschuljahr braucht Florian eine PPS Number. Nur die hat er ja immer noch nicht, da wir bis jetzt nicht nachweisen konnten, dass er hier mit uns dauerhaft lebt. Jetzt konnte ich aber endlich mit einer Bestätigung des Kindergartens nach Cork fahren, um eine Nummer zu beantragen. Und was zieht der Typ dort aus dem Computer? Florians PPS Number. Toll, dass diese uns nicht mal mitgeteilt worden ist. Das bedeutet auch, dass unser Kindergeldantrag irgendwo bearbeitet worden sein muss. Wenn wir jetzt irgendwann unsere Bankkarte, die wir jetzt doch beantragt haben, bekommen dann haben wir auch vielleicht endlich die Möglichkeit zu sehen, was auf unserem Konto hier eigentlich los ist. Denn seit einem Jahr haben wir keinen Kontoauszug gesehen, da es uns nicht möglich war, ohne Karte das Internetbanking ans laufen zu bekommen.
![]() |
| So much fun you can have with a tree a rope and a ... (Youghal, Ireland) |
![]() |
| ... climbing harness. (Youghal, Ireland) |
Und bleiben wir doch gleich beim Florian. Ich war mit allen drei Kids beim Zahnarzt zur Vorsorge. Es ist nachhaltig ungewohnt für uns bar zu bezahlen. Auf jeden Fall waren wir etwas besorgt bei Florian, da einer seiner Schneidezähne sich innerhalb von wenigen Tagen grau verfärbt hatte und wir keinen Sturz oder so mitbekommen hatten. Muss aber dennoch passiert sein. Man kann nichts daran ändern, sondern nur hoffen, dass der bleibende Zahn darunter nicht auch beschädigt wurde. Und es sieht natürlich nicht toll aus.
Aber was soll man sich um solche Dinge einen Kopf machen. Ich schmunzel lieber darüber, dass wir wirklich das volle Programm von Kinderfreuden mitnehmen können. Zwei sind da echt zu wenig für, scheint mir.
Christian schaut sporadisch hier immer mal nach Jobangeboten. Das schadet nichts, würde unsere finanzielle Situation in Irland etwas verbessern und mir etwas mehr Ruhe für die Promotion verschaffen. Aber die Situation in Irland ist ja bekanntlich katastrophal.
Situation hin, Situation her, Christian ist über eine Ausschreibung gestolpert, wo er sich erstmal informell erkundigt hat und ein Tag später saß er auch schon in Cork zu einem inofiziellen Gespräch. Ändert aber nichts daran, dass er sich dennoch formal bewerben muss. Mal sehen, was daraus wird.
Das Lustige daran ist, dass er zeitgleich ein Angebot einer deutschen Hochschule für die Leitung einer Forschungsgruppe bekommen hat. Einfach so, aus heiterem Himmel. Das schmeichelt natürlich ungemein. Nur als ich dann hörte, dass der Prof, der das Angebot geschrieben hat, in unserem Blog rumgestöbert hat, musste ich doch lachen. Da stehen ja genau die Dinge drin, die ich einem potenziellen Arbeitgeber meines Partners schon immer mal erzählen wollte. Ne, ne, ne!
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 6. bis 12. September 2010
???????????? (Youghal, Irland)
Mensch, Mensch! Florian hat einen gewaltigen Sprachschub. Eine Woche Kindergarten und der spricht ein Englisch. Wir haben ihn ja fast das ganze letzte Jahr das pädagogisch aufbereitete Kinderprogramm der BBC schauen lassen. Das ist sowas von pädagogisch, dass es Dir manchmal echt auf den Sack geht, aber Florian liebt es und er scheint unglaublich viel mitgenommen zu haben, denn er hat wohl keine Probleme sich im Kindergarten zu verständigen.
Aber auch in Deutsch hat die Woche Florian einen Sprachkick gegeben. Knapp zwei Wochen und Florian ist soviel ausgeglichener. Er sucht aber nachhaltig intensivst nach unserer Nähe. Das heißt nach Christians, denn mich, so meinte er, kann man ja gar nicht mehr kuscheln wegen dem Baby im Bauch. Somit schüttelte er auch nur abwegig den Kopf, als ich ihn letztens ins Bett tragen wollte. Er meinte nur, ich müsse ja schon das Baby tragen, aber ich dürfe seine Hand haben. Sehr umsichtig.
![]() |
| Youghal Beach, Ireland |
Ich bin mittlerweile unter die Immobilien gegangen. Soll heißen, ich kann mich gar nicht mehr schmerzfrei bewegen, was auch heißt kein Walken am Strand mehr.
Und dann haben wir etwas interessantes über England und Nord Irland erfahren. Nord Irland hat erst 2009 das dreigliedrige Schulsystem zugunsten von Gesamtschulen abgeschafft. Und England ist drauf und dran seine Aufhebung aus den 70ern rückgängig zu machen. Motiviert durch die bildungsnahen Schichten, die sich unbedingt von Unterschicht und Ausländern abgrenzen wollen. Das Resultat ist wohl auch, dass die Zahl der Homeschooler steigt, da viele Eltern wohl ihre Kinder diesem ganzen Druck entziehen wollen. Wer hätte das gedacht. Denn wer in England auf die besseren Schulen möchte, muss für viele von denen Eingangstests bestehen, und auf den bereiten die Grundschulen im Zweifel nicht adequat vor. Wenn man in Deutschland von Schulpflicht auf Bildungspflicht umstellen würde, dann hätte Deutschland wohl keine finanziellen Probleme mehr bezüglich des Schulsektors, da ich sicher bin, dass auch dort unglaublich viele engagierte Eltern ihre Kinder aus der Schule nehmen würden.
![]() |
| Youghal, Ireland |
Das interessante am Thema homeschooling in Deutschland ist dennoch, dass viele mit denen wir darüber gesprochen haben, Homeschooling in erster Instanz für total verwerflich halten. Ich muss zugeben, dass ich mir bis zur Weltreise darüber auch noch nie Gedanken gemacht habe und erst nach der Weltreise dämmerte es mir langsam, wieviele Eltern auf der Welt ihre Kinder eigentlich homeschoolen. Das schöne an der Freistellung wäre, dass man die Entscheidungsfreiheit hätte. Niemand ist gezwungen dadurch zu homeschoolen. Wer das nicht will, kann seine Kids ja zur Schule schicken. Ich finde das auch praktischer, aber diese Möglichkeit zu haben, dass wenn eins meiner Kinder mit der Schule zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht klar kommt, eine Alternative zu haben, dass nenne ich Freiheit. Das macht Schule soviel stressfreier, weil man nicht gezwungen ist, auf biegen und brechen und vor allem nicht auf Kosten des Kindes durch die Schule zu müssen.
![]() |
| Youghal, Ireland |
![]() |
| Road near Yougal, Ireland |
![]() |
| Mahon Falls, Ireland |
![]() |
| Whiting Bay, Ireland |
![]() |
| Mahon Falls, Ireland |
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 13. bis 19. September 2010
"A cultural thing"! (Youghal, Irland)
Jetzt habe ich doch glatt vergessen in die Schmunzelwoche noch was wirklich schmunzeliges zu schreiben. Lydia hat doch schon wieder von der Schule eine Broschüre des "Irish Centre for Talented Youth" für "Academically Talented Students" bekommen. Sie überreichte mir die Broschüre mit dem Kommentar, dass das für Kinder sei die Samstags auch noch in die Schule gehen wollen, und das sie definitiv nicht dazu gehöre. Und Talent muss man sich in Irland echt leisten können. Die Kurse, die hier angeboten werden von den Unis für die Kids sind so scheiße teuer. Und wer hat schon Lust samstags morgens so früh aufzustehen um pünktlich in Cork zu sein.
Ich frage mich wie viele überengagierte deutsche Muttis im Rahmen ihres Förderwahns bezüglich ihrer Kinder nach solchen Bestätigungen und Anerkennungen lächzen, dass doch endlich jemand das herausragende Talent ihres Kindes erkennt?
![]() |
| Killeagh, Ireland |
Bei mir hinterlässt es nur ein breites Grinsen. Ich glaube, dass die Lydia ein ganz normales, am Anfang der Pubertät stehendes Mädel ist, welches auf der Weltreise gelernt hat zu lernen. Und das macht ihr die Schule echt ungleich leichter als zuvor.
Das einzige, wo Lydia hier wirklich drunter leidet, und ich kann es ihr nicht verübeln, ist die bedingte Kleingeistigkeit einer Kleinstadt mit der Lydia sich im täglichen Kontakt zu ihren Gleichaltrigen konfrontiert sieht. Besonders Laura ist da echt anstrengend. Man kann es ihr nicht vorwerfen, aber was für einen Tipp gibt man seinem Kind, wie es auf unwissende, naive Behauptungen reagieren soll? Und ich schätze es durchaus, dass Lydia dann einfach geht, bevor sie sich auf sinnlose und auch dumme Diskussionen einläßt. Denn einem Menschen, der sein kleines Dorf noch nie verlassen hat etwas von den eigenen Erfahrungen über die Welt und nicht nur repetierte Stereotype und Vorurteile zu erzählen, ist fast unmöglich und manchmal schwer zu ertragen.
![]() |
| Youghal, Ireland |
Nein, Ausgangspunkt für viele, viele Gespräche mit Lydia über sein und anders sein wurde mal wieder durch eine etwas unschöne Situation mit Laura ausgelöst. Das die beiden Mädels ihre Differenzen haben und sich auch manchmal kräftig anzicken ist normal. Und dass beide Mädels zuhause eine andere Story erzählen, wo sie Recht und der andere Unrecht hat ist auch normal. Nur leider geht es uns nicht nur tierisch auf den Sack, dass ständig Stress ist, sondern auch die Tatsache, dass es fast immer um Gegenstände geht und die Auffassungen, was es heißt Eigentum anderer zu respektieren, doch sehr unterschiedlich sind. Ich muss auch zugeben, in dieser Intensität hatten wir Ärger um Sachen noch nie.
Ich war ja schon leicht angepisst, weil Lydia ständig reinkam und heulte, weil Laura schon wieder etwas weggenommen hat, was sie eigentlich gemeinsam gefunden hatten und ausgemacht hatten, dass sie es gemeinsam nutzen und ansonsten in einem Versteck hinterlegen. Nur Laura hat einfach eine sehr andere Einstellung zu Gegenständen. Wenn die mit dem Finger schnippt, bekommt sie es. Und sie scheint auch in der Tendenz die Schlussfolgerung daraus zu ziehen, dass ihr letztendlich alles gehört.
![]() |
| Killeagh, Ireland |
So hatten wir den Kids gezeigt, wie man unsere Klettergurte nutzt und wie man damit verdammt schön schaukeln kann. Soweit, so gut. Nur Laura erhob irgendwann uneingeschränkten Anspruch auf Josuas Gurt, den sie immer nutzen durfte. Und als Josua meinte er wolle jetzt auch mal schaukeln und seinen Gurt dafür nutzte und Laura auf Christians Gurt ausweichen sollte, wurde sie extrem scheiße. Sie verweigerte den Gurt und tyranisierte Lydia beim Schaukeln, indem sie eins der Seile, welches eigentlich Gemeingut beider Mädels war, abzumachen und wegzunehmen versuchte. Als ich sie bat, dies zu unterlassen, behauptete sie ganz dreist, sie wolle es ja nur an einen anderen Ast hängen, weil sie sonst die Mauer zum Abstoßen nicht erreichen könne. Ja, ja, 20 Minuten später, als Josua ihr seinen Gurt wieder lieh, gab es erstaunlicherweise keinerlei Einschränkungen die Mauer zu erreichen.
Und so summieren sich diese unangenehmen Zwischenfälle, wo wir uns echt fragen, ob Laura merkt, dass ihre Aussagen zu Dissonanzen beim Gegenüber führen, oder ob es ein erlerntes Verhalten ist, welches so selbstverständlich und akzeptabel bei ihr zuhause ist, dass sie quasie Opfer einer beschissenen Erziehung ist. Denn je älter sie wird, desto weniger wird ihre Umwelt das tolerieren.
![]() |
| Youghal, Ireland |
Anderes Beispiel. Laura kam ständig an und meinte sich Josuas Inliner leihen zu müssen. Im Prinzip ist das in Ordnung, nur ich war in der Beziehung schon etwas empfindlich, da ich Laura bei unserem Einzug hier meine alten Inliner geliehen hatte, mit der Aussage, sie kann sie ruhig solange nutzen wie sie möchte und dann wieder zurückgeben. Das hat sie nie getan. Ich habe die Inliner dann irgendwann neben ihrem Haus im Regen vergammeln sehen. Das hält der beste Schuh nicht aus. Und hatte Laura nicht zu Weihnachten neue Inliner bekommen? Auf meine erste Frage, was denn mit meinen Inlinern passiert sei, hieß es nur, da sei doch angeblich ein Rad gebrochen. Erstens, warum erfahre ich das erst jetzt nach einem Jahr, ohne dass sie mir die Schuhe je zurückgegeben hat? Und zweitens, die Inliner waren zwar viel benutzt, aber damit so ein Fliegengewicht wie Laura eine Radaufhängung zum brechen bringt, gehört schon extreme äußere Gewalteinwirkung dazu. Womit die Story leider mal wieder einen bitteren Beigeschmack hinterläßt. Meine zweite Frage, galt ihrer zu Weihnachten bekommenen Inliner. Ja, auch kaputt. Nach nur einem halben Jahr? Und wer hätte es gedacht zwei Tage nach meiner Frage tauchten ihre Inliner in einem einwandfreien Zustand wieder auf.
Eine weitere Sache war ein Streit um einen Tennisball. Im Prinzip albern, aber Lydia hatte diesen Ball von ihrer Oma bekommen und somit hatte er eine hohe emotionale Bedeutung für sie. Laura behauptete auf einmal, der Ball würde ihr gehören. Da Lydia kurz mal drinnen war und der Ball noch nicht mit ihrem Namen versehen, wie mittlerweile alle Spielsachen, die hier durch unsere Haustür gehen, konnte sie nicht mehr nachweisen, dass der Ball von ihr war.
![]() |
| Ardmore, Ireland |
Lydia hatte jetzt aber noch einen zweiten Ball der selben Marke und des selben Abnutzungsgrades. Es war auf Grund dieser äußeren Indizien echt schwer, nicht zu glauben, dass diese beiden Bälle nicht zusammen gehören. Aber man soll ja niemanden einfach verurteilen, zumal ich weiß, dass auch Lydias Erzählungen und Behauptungen nicht immer ganz der allgemein geteilten Realität entsprechen. Also sind wir alle zur Linda (Lauras Mutter) und haben uns die Bälle von Lauras Vater zeigen lassen, von dem dieser angeblich auch stammte. Und es mag Koinzidenzen geben, aber kein Ball hatte diese Marke, noch sah es so aus, als wenn dieser Ball da rein passen würde.
Nun gut. Linda hat den Weg des geringsten Wiederstandes gewählt, ist einfach in die Stadt gefahren und hat den Mädels Tennisbälle gekauft. Das ist super lieb und eine so irische Lösung. Einfach alles durch noch mehr Kram und Konsum zu ersetzen. Wir hatten das zu dem Zeitpunkt noch nicht so realisiert, dass wir schon hier an ganz imense kulturelle Unterschiede stoßen. Denn wenn meine Tochter mit so einer Story ankommen würde und die Indizien so gegen sie sprechen würden, würde ich doch noch mal sehr, sehr genau nachfragen, ob meine Tochter denn auch wirklich sicher sei, dass das so sein kann?
![]() |
| In our garden. |
Aber da Laura das Baby ihrer Familie ist, braucht sie sich anscheinend keine Sorgen zu machen, dass auch nur jemand annährungsweise das "unschuldige Verhalten" von ihr in Frage stellt. Außerdem kann Laura auf Kommando auf die Tränendrüse drücken, übrigens immer nur wenn ihre Mutter dabei ist, und scheint damit ihre Mutter voll zu manipulieren. Ob sie das mit Absicht macht, oder wie gesagt ein erlerntes Verhalten ist, welches ihr zu Vorteilen in ihrer Familie verhilft kann ich nicht sagen.
Der Showdown kam dann, als Josua ihr einfach seine Heelys geschenkt hat, als nette Geste, da er Lauras altes Gogkart, welches eigentlich auf den Müll sollte, bekommen hatte. Laura hatte die Schuhe schon mal geliehen und wollte so was auch unbedingt haben. Aber man kann die hier nicht kaufen. Eine echt nette Geste von Josua, aber ohne uns zu fragen und da bei uns ja noch zwei hinterher kommen, nicht befürwortbar. Gemerkt habe ich das erst, als ich mal wieder versuchte unseren Schuhschrank zu bezwingen. Natürlich ist das scheiße und es tut mir für dieses Missverständnis auch echt Leid, wenn jemand ankommt und etwas zurückfordert, was er eigentlich verschenkt hat. Auf der anderen Seite muss auch Laura und ihre Mutter verstehen, dass Josua Fehler macht. Und ich habe Laura auch noch nie diese Schuhe nutzen sehen, seit Josua ihr diese gegeben haben muss. Somit ging es wieder wohl mehr ums Besitzen als Nutzen.
![]() |
| Youghal, Ireland |
Auf jeden Fall brachte sie natürlich total angepisst die Schuhe zurück. Nur dummerweise fehlte eine Rolle. Vier Versionen tischte sie uns auf, wo die angeblich hin sei, denn Christian wurde in seinem Ton zunehmend schärfer, als er von Laura verlangte die Rolle zurückzugeben. Erst hatte sie diese angeblich auf unsere Komode gelegt, dann angeblich in den Flur geworfen, dann in einen der rumliegenden Inliner gesteckt und dann dem Josua in die Hand gegeben. Was denn nun?
Und erst als Christians Ton echt unangenehm wurde tauchte, oh Wunder die Rolle wieder auf, die ganz Zufällig bei den Nachbarn auf der Einfahrt lag, wo sie Laura ja ganz zufällig dann fand. Ihre Rechtfertigung war, dass Florian die dort angeblich hingeschmissen hätte. Florian macht viel Scheiß, aber über diese Hecke schmeißt er definitiv noch nichts.
![]() |
| Youghal Beach, Ireland |
Kurz darauf tauchte Linda auf, was verständlich ist. Und während einer doch sehr friedlichen Diskussion dämmerte Christian und mir so langsam, dass unser Begriff von Eigentum nicht der selbe ist, wie der von Linda. Denn Linda kam an und meinte, das es sich doch nur um materielle Sachen handele. Dem stimme ich voll zu "nur", und hier kommt der eigentliche kulturelle Unterschied, heißt für uns das "nur" nicht, dass sobald es halt kaputt ist, dass ich einfach was neues kaufe. Für uns bedeutet Besitz, dass ich auf die Sachen acht gebe und pfleglich mit ihnen umgehe, damit ich möglichst lange etwas davon habe. So sehen das aber wohl viele Iren nicht, wenn man in Stereotypen sprechen will. Die Amerikaner haben ja das gängige Vorurteil das die Iren faul seien und unverantwortlich konsumieren. Letzteres scheint sehr naheliegend, mal davon abgesehen, dass man vom Einzelfall nicht veralgemeinern soll.
Das Bedauerliche ist nur, dass Laura einen Tag später ankam mit absolut primitivsten Vorurteilen über "die Deutschen". Und mal ganz ehrlich? Wo soll ein 12 jähriges Mädel solche Parolen aufschnappen, wenn nicht zuhause?
![]() |
| Killeagh, Ireland |
Ich habe Linda nie sonderliche große Weltoffenheit zugeschrieben, aber warum es bei Problemen dann immer gleich so primitiv werden muss?
Natürlich haben Christian und ich uns hier auch nicht einwandfrei verhalten und hier und da denke ich auch, scheiße, da muss ich echt an mir arbeiten, da mein Verhalten nicht in Ordnung war und Dinge ganz klar schief gelaufen sind. Aber ich gebe mir echt Mühe, jetzt nicht einfach wild um mich zu schlagen, falls ich das mit diesem Eintrag nicht schon getan habe?
![]() |
| Ardmore, Ireland |
Wir haben ja die latente Vermutung, dass nicht nur die Stimmung in Irland zunehmend am kippen ist, da Arbeitslosigkeit und finanzielle Probleme immer stärker und überall hervortreten, sondern dass Domeniks (Lindas Mann) Abfindung durch den grenzenlosen Konsum im letzten Jahr langsam aber sicher zur Neige geht. Und ich weiß nicht wie hoch hier die Arbeitslosengeldsätze sind, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese nicht ganz den Lebensstandard von Linda treffen. Aber wie gesagt, dass ist reine Spekulation, also behalte ich mir das Recht vor, diese Aussage jeder Zeit zu widerrufen, da sie falsch und ungerechtfertigt sein kann. Und so sind es natürlich "die Deutschen" in Schuld, dass das Arbeitslosengeld nicht für zwei Autos (die Autoversicherung ist hier doppelt so hoch wie in Deutschland), ein Wohnmobil, vier Show-Dogs, ein Pferd und eine Komplettsanierung des Hauses reicht.
![]() |
| Youghal, Ireland |
![]() |
| Youghal, Ireland |
![]() |
| Florian always wants to go into the water. (Youghal, Ireland) |
![]() |
| Cold water maks you so tiered. (Youghal, Ireland) |
Dass die Iren verrückt nach Immobilien sind, wussten wir ja schon vorher. Wir sind ja 2003 wieder aus Irland zurückgekommen, weil es uns absolut nicht möglich erschien, uns an diesem Immobilienwahnsinn zu beteiligen(120% Hypotheken waren keine Seltenheit.
Die irischen Hauspreise waren die höchsten der Welt. Man hätte ja zunächst an London, Tokio oder New York gedacht, aus deutscher Perspektive vielleicht auch an München, aber die Quadratmeterpreise in Dublin waren tatsächlich 2006 die höchsten der Welt.













































