[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 17. September 2008
Horror Grenzpassage? (Hue, Vietnam nach Savannakhet, Laos)
Wir haben extra beim Sinh Cafe, dem Touranbieter welchem, der wohl als einziger zuverlässig arbeiten sollte, eine Tour über die Grenze bei Lao Bao gebucht. Das war nicht umsonst, aber nachdem wir so viele Horror-Storys über die Grenzpassagen von Vietnam nach Laos gehört habtten, wollten wir ausnahmsweise kein Risiko eingehen.
Am Morgen um halb sechs kam die alte Dame des Hauses, steckte uns Baguettes zu und machte uns sogar noch einen Kaffee. Der Tourbus, der uns abholen sollte, kam verspätet aber er kam. Die alte Dame war so süß und tätschelte uns zum Abschied. Es hatte wirklich so etwas, als wenn man Urlaub bei der Oma gemacht hätte. Richtig was sagen konnte ja keiner was, aber ich glaube, wir haben uns auch so verstanden.
Der Tourbus sammelte noch jede Menge andere Touris ein, bevor er dann nach Dong Ha fuhr. Hier mussten die Grenzgänger den Bus wechseln und der Rest fuhr wohl als Tagesausflug in die demilitarisierte Zone weiter. Für uns ging es wieder in diese atemberaubenden Berge.
Relativ schnell waren wir an der Grenze und wie immer war das Ausstempeln eine langweilige Formalität. Anders als erwartet, gab es keine Möglichkeiten unsere restlichen Dongs loszuwerden. Wir hatten schon einen großen Teil bei unserem Guest-Haus in Dollars zurückgetauscht, nur den Rest wollten wir auch noch los werden, da sich das Internet darüber ausschwieg, ob man Dong auch noch in Laos selber tauschen könne.
Kein einziges Geschäft war weit und breit an der Grenze zu sehen, dafür gab es eine Dame, die in den Bus zustieg und die Dong in Kip tauschte. Unser vietnamisischer Mitreisender, der in Frankfurt am Mein studierte und somit auch deutsch sprach, handelte einen vernünftigen Wechselkurs für uns aus, so dass wir unsere Dong problemlos doch noch los wurden.
Am laotischen Grenzposten hatten wir etwas bedenken, da ja Lydia und Josua quasi ohne Pass einreisen sollten und nur über Christians regestriert waren. Also kein Lichtbild und nichts, was ihre Identität nachweisen konnte. Christian hatte sich im Vorfeld so jeck gemacht, wegen der Grenze, eine Horror-Storry nach der anderen gelesen und war schon wieder total am zittern, als er die Pässe den Beamten reichte. Der stempelte ruhig vor sich hin, gab die Pässe zurück und das war es schon. Auch keiner derer, die das Visa on Arrival kauften, hatten Probleme. So langweilig kann Grenze sein. Es war mit Abstand die langweiligste Grenzpassage, wenn man mal vom Flughafen in Bangkok absieht.
Die Fahrt ging genauso unspektakulär weiter. Niemand also, der uns an der Grenze ausgekippt hätte und wir dann sehen hätten können, wie wir weiter kommen. Der Bus hielt auch erst in Savannakhet und nicht irgendwo im Nirgendwo um mehr Geld zu fordern. Letztendlich hätten wir diese Grenze auch ohne Probleme selbständig überqueren können, da es von beiden Seiten Busse und zu Not auch Guest-Häuser gegeben hätte.
Savannakhet als drittgrößte Stadt von Laos war unglaublich "laied bag".
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| The atmosphere is very "laid bag". (Savannakhet, Laos) |
Auf den erstaunlich sauberen, doch sehr staubigen Straßen kam nur sehr selten mal ein Auto vorbei. Ansonsten hatte es einen Charme, der uns bis jetzt auf der Reise noch nicht begegnet war. Seite an Seite alte verfallende Kolonialbauten mit sozialistischen Plattenbauten. Alles nicht so groß, aber grottenscharf.
Das erste Guest-Haus, welches wir angesteuert haben, hatte was gegen Kleinkinder. Die seien zu laut. Wenn der Start in einem neuen Land schon so los ging.
Wir sind dann in einem Guest-Haus gelandet, wo viele kleine Kinder unterwegs waren, die Florian zeigten wie es mit dem Laufen geht. Ich hoffte zumindest, dass er sich daran ein Beispiel nähme.
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| Hope Florian takes the little girl as an example for walking. (Savannakhet, Laos) |
Besonders anstrengend an einem neuen Land war immer sich erstmal in die Preise einzuarbeiten und das ständige umrechnen. Mittlerweile rechneten wir in fünf Währungen. Wobei ich das Gefühl hatte, so nennenswert unterschieden sich die Preise in den bis jetzt bereisten Ländern wohl auch nicht. Mal war in dem einen Land das eine billiger und das andere teurer und im nächsten war es dann umgekehrt. Aber im Großen und Ganzen kamen wir glaube ich überall mehr oder weniger aufs Selbe raus.
Ach ja, komm mal in ein Land mit umgerechnet nicht mehr als drei Dollar in der Landeswährung, dem Wissen, dass es keine ATMs geben solle und Banken, die schon geschlossen haben. Das war ein tolles Gefühl. Vor allem, wenn man den ganzen Tag nur Kekse gegessen hatte und echt gerne etwas anderes noch hätte. Als wir bei einem Suppenstand nachfragten, wollten sie 6000 Kip pro Suppe. Wohl gemerkt, wir hatten nur 20.000 Kip zur Verfügung. Ich hab dann gefragt, ob sie uns die Suppe nicht auch für 5000 Kip geben würden, da wir nur 20.000 hatten. Wie immer in Südostasien fand sich eine Lösung und selbst Florian hat einen eigenen Topf bekommen. Vermutlich waren 5000 Kip immer noch viel zu viel für eine Suppe, aber das würden wir wahrscheinlich erst im laufe der Zeit heraus finden.
Da unser Zimmer nur ein Doppelbett besaß, wir uns aber am Mekong befanden und somit wieder auf Malaria achten mussten, haben wir uns entschieden alle quer im Bett zu schlafen. So konnten wir das Moskitonetz über alle spannen und ich wunderte mich mal wieder, was alles geht.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 18. September 2008
Laos drittgrößte Stadt oder "„wo der Hund begraben ist“" (Savannakhet, Laos)
Das Guest-Haus (Leena), in dem wir gelandet sind, war spottbillig. 40.000 Kip das Zimmer und Kaffee war frei (12.000 Kip waren etwa 1 Euro). Es schien auch Anlaufpunkt für Companies zu sein, da morgens einige Leute mit Namensschildern rum liefen, die sich untereinander in Englisch unterhielten und in irgendwelchen großen Bauprojekten involviert waren. Mir wäre sonst wohl nicht aufgefallen, dass die gar nicht alle aus dem selben südostasiatischen Land sind.
Wir mussten uns jetzt wieder daran gewöhnen, dass der Unterkunftstandard niedriger war wie in Vietnam. Da gab es immer warmes Wasser und einen Fernseher. Jetzt kann man sagen, was brauche ich einen Fernseher? Aber bei so langen Reisen war es immer mal ganz gut Nachrichten zu schauen.
Am Morgen sind Christian und ich erstmal zur Bank, um festzustellen, dass es seit neuestem den ersten ATM in Savannakhet gab. Der war wohl so neu, dass er noch nicht bei VISA registriert war, aber dennoch VISA akzeptierte.
Die Laoten fanden wir gar nicht so verschlafen, wie uns viele Traveler immer erzählt hatten. Sie waren nur sehr viel ruhiger als die Vietnamesen, die ja zum Teil schon fast aggressiv waren.
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| Just a quiet impression. (Savannakhet, Laos) |
Auf unserer Suche nach Frühstück sind wir an einer Schule vorbei gekommen und da wurde für die Schüler Take-Away-Essen verkauft. Wir haben uns den Schülern angeschlossen und lecker Reis mit Ei und Hünchen besorgt. Eine der sinnvollsten Frühstücksformen die wir bis jetzt ausprobiert haben, da es lang anhaltend satt macht.
Das Reisen ging doch ganz schön an die Substanz. Wir zickten uns alle überdurchschnittlich viel an, so dass eine richtige Pause mal wichtig wäre.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 19. September 2008
Jetzt bloß nicht von der Trägheit überkommen lassen (Savannakeht, Laos)
Da wir noch kein richtiges Weiterreiseziel hatten, haben wir beschlossen, noch einen Tag in Savannakeht zu bleiben.
Die Kids hatten irgendwie einen Schulkick. Lydia kam ohne Probleme mit ihrem Mathe klar und das selbe galt für Josua mit dem Schreiben. Vielleicht brauchte es einfach, bis sich alle auf diese Form der Unterrichtung eingestellt hatten.
Ich habe den Vormittag verzweifelt nach einer Möglichkeit gesucht, unsere Wäsche waschen zu lassen. Der Wäscheservice direkt vor dem Guest-Haus wollte 13.000 Kip pro Kilo (8.500 Kip waren 1 Dollar). Das wäre die teuerste Laundry gewurden, die wir bis jetzt hatten. Ich hatte mich also darauf eingestellt selber zu waschen. Als ich mit dem von mir besorgten Waschmittel im Guest-Haus nach einer großen Schüssel fragte, entdeckte ich die Waschmaschine und fragte gleich, ob ich diese nicht benutzen dürfte. Für 10.000 Kip durfte ich die Maschine nutzen.
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| Florian is always fed by somebody. (Savannakhet, Laos) |
Die Waschmaschine war mehr eine Bewässerungsmaschine, denn nach gerade mal 20 Minuten, die Wäsche in kaltem Wasser hin und her drehen war das Zeug angeblich schon fertig. Sauber war was anderes, aber es stank wenigstens nicht mehr nach Schweiß. Eine Schleudermaschine stellte den Trockener dar und den Rest musste die Sonne erledigen.
So langsam fanden wir uns in Savannakhet zurecht. Wir wussten wo wir billig gute Suppe bekamen, wo es was zu frühstücken, günstiges Wasser und Windeln gab. Selbst einen Rotti-Mann mit den leckeren Pfannekuchen, die wir aus Thailand schon kannten, gab es hier wieder.
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| The typical fabrics, which are worn as skirts. (Vientianne, Laos) |
Auf meiner Suche nach alldem was wir brauchten, bin ich auch mal wieder in ein Geschäft geraten, wo ein grimmiger Westler saß und böse schaute. Ich verstand diese Männer echt nicht. Gingen die wirklich für ihre Flamme in diese Länder, um dann die Welt dafür verantwortlich zu machen, dass sie in ihrem Lebensstandard solche Einbußen ertragen mussten? Unangenehme Typen.
Florian war bestens beschäftigt. Viele kleine Mädels in seinem Alter, die hier gemeinsam bepuzzelt und gefüttert wurden.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 20. September 2008
Mal ganz gemütlich (Savannakhet nach Tha Khaek, Laos)
Nach zwei furchtbar "laid-back" Tagen am Mekong, der beim Sonnenuntergang ein viel besuchtes Ziel der Einheimischen war, um dann Sport oder Aerobic zu machen, haben wir uns aufgerafft Richtung Norden zu fahren.
Zuerst gab es, obwohl es Samstag war, Frühstück vor der Schule und freien Kaffee im Guest-Haus.
Das Tagesziel war Tha Khaek, eine Stadt am Mekong, von wo aus man die Buddhahöhle besuchen können sollte. Diese Höhle war vor nicht all zu langer Zeit erst entdeckt worden und in ihr sollten sich Buddhastatuen befinden, die rund 600 Jahre alt sein sollten.
Wie immer sind wir zur Bussstation gelaufen, haben für 105.000 Kip drei Tickets gekauft, wobei die Kinder je einen Sitzplatz bekommen haben, und sind dann in einem Schneckentempo los. Für die gerade mal 130 Kilometer haben wir über vier Stunden gebraucht.
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| Street of Tha Khaek. (Laos) |
Die Busstation in Tha Khaek lag unglaublich weit draußen. Das waren gefühlte drei Kilometer, die wir da mit all unserem Gepäck gelaufen sind. Das Guest-Haus machte durch den nett angelegten Garten erst einen sehr netten Eindruck, doch die Räume waren sehr schlicht gehalten. Leider erzeugte der Betonboden mit den hohen, kahlen Wänden und den rustikalen Betten bei mir die Assoziation mit dem Tuol Sleng Museum in Phnom Penh. Und wenn so eine Assoziation erstmal da ist, ist es furchtbar schwer, diese wieder los zu werden. Wir sind dann noch die 1,5 Kilometer in das kleine Stadtzentrum direkt am Fluss gelaufen. Es wirkte echt seltsam, über den Mekong zu schauen und dort Thailand zu sehen, welches seinem armen Nachbarland zu zeigen schien, wie es auch gehen könnte. Mit großen Häusern, Strom- wie Handymasten und vollen Straßen. Wobei ich fand, dass gerade hier unglaublich viele Autos unterwegs waren. Und zwar keine Kleinwagen, sondern gleich diese riesigen Pick-Ups und Geländewagen. Dafür gab es ungleich weniger Mofas als in Vietnam.
An der Uferpromenade haben wir dann eine lokale Spezialität ausprobiert, die vor allem aus gemörserten Chilies und Chilisoße zu bestehen schien. Die Kinder mussten Passen. Hier sind wir auch zum ersten mal über die so viel beschworene Fischsoße gestolpert. Das war schon komisch, Fischsoße haben wir sonst noch nie bewusst auf dem Tisch stehen sehen. Vielleicht, weil wir unter all den Soßen, die für gewöhnlich auf den Tischen stehen, die Fischsoße nicht erkannt haben. Und scharf war das Essen bis jetzt hier auch nicht, wenn man mit den Soßen nicht nach würzte.
Interessanterweise gab es in dem Restaurant eine Portion für zwei. Wir hatten darüber gelesen, dass die Portionen angeblich so groß seien, dass man sich diese immer teilen könnte. Ich konnte das bis jetzt nicht bestätigen. Die Portionen die uns gereicht wurden, hatten die Größe einer normalen Einpersonenportion und diese auch nichtmals übermäßig groß.
Im Guest-Haus (Tha Khaek Travel Lodge, 60.000 Kip / Nacht) gab es am Abend noch einen Wasserrohrbruch und weil Josua leider gerade daneben Stand, als das Abflussrohr der Toilette, welches als Druckrohr verbaut worden war, aus der Wand kam, wurde uns unterstellt, wir seien es hin Schuld gewesen. Der Haushund meinte dann auch noch Florians Windel aus dem Mülleimer zu holen und im Garten zu zerfleddern. Klasse!
Und als dann die anderen Gäste sich mit den Betreibern anfingen zu zoffen, weil die gemieteten Mofas wohl total schrott gewesen sein müssen und sie gerne ihr Geld zurück haben wollten, war Christian und mir klar, dass wir hier keine Mofas mieten und somit auch keine Höhlen anschauen würden.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 21. September 2008
Weiter (Tha Khaek nach Vientiane, Laos)
Wir sind am frühen Morgen ohne duschen los, denn es gab noch kein Wasser. Etwas was wir bis jetzt noch nie hatten. Auf dem Weg zum Bus haben wir ein Süppchen gegessen. Ebenfalls etwas, wo es bis jetzt keine Notwendigkeit zu gab.
Die Tuk-Tuks waren hier viel ruhiger. Die fragten einmal höflich und ließen einen dann auch sofort in Ruhe, wenn man nicht wollte.
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| Vientiane has the charme of a little town. (Laos) |
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| Streets of Vientiane. (Laos) |
An der Busstation haben wir gelassen den Typen vom privaten VIP Bus über uns ergehen lassen, um dann die Tickets beim normalen Ticketschalter für den regulären Bus (65.000 Kip und die Kinder ausnahmsweise ganz umsonst) zu besorgen. Zum hunderttausendsten Mal mussten unsere Tickets kontrolliert und in irgendwelchen Listen vermerkt werden. Der Bus zockelte los, dass man echt neben her laufen hätte können. Als wir gerade mal 100 Meter unterwegs waren, hielt der Bus wieder, um noch ein Mofa einzuladen und sorgfältig mit einem Seil an den Sitzen zu verknoten. Als er dann aber endlich alle Sitze plus dem Gang in der Mitte, der mit Plastikhöckerchen ausgestattet wurde, voll hatte, zog das Tempo an. Hui! Wir waren unter den angegebenen sechs Stunden in Vientiane. Trotzdem war die Fahrt anstrengend. Florian meinte zur Zeit immer hysterische Anfälle bekommen zu müssen, bevor er seinen Mittagsschlaf macht, so dass uns alle im Bus entgeistert anstarrten. Kinder in Südostasien schienen irgendwie nie zu schreien.
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| View from our Guest-Haus. (Vientiane, Laos) |
Routiniert sind wir in Vientiane aus der Busstation herausgelaufen und haben uns dort an die lokale Haltestelle gestellt. Der öffentliche Bus, der dann auch relativ schnell kam, hat uns die immerhin 9 Kilometer mit in die Stadt genommen, von wo wir dann ohne Probleme laufen konnten. Vientiane hat sich echt ruhig angelassen. Selbst für Sonntagnachmittag hätte ich von einer Hauptstadt mehr an Trubel erwartet, aber es hatte den Charme einer Kleinstadt ausgestrahlt, welche die Mittagshitze verdöst.
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| A lot of space for playing. (Vientiane, Laos) |
Das erste Guest-Haus war leider voll, also sind wir weiter. Das zweite haben wir nicht gefunden und eine Alternative hatten wir nicht wirklich, so dass wir nochmal zurück zum ersten sind. Das war so sympathisch auf den ersten Blick, dass wir bereit waren für eine Nacht das ganz teure Zimmer, welches noch frei war, zu nehmen.
Komischerweise gab es dann beim zweiten Versuch doch noch Zimmer, so dass wir ein richtig Schönes (Saysouly Guest-Haus für 80.000 Kip / Nacht), mit Zugang zum gemeinsamen Balkon, wo auch eine Common-Area war, bekamen.
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| One of the best night markets we ever went to. (Vientiane, Laos) |
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| Yummie dinner on the balcony. (Vientiane, Laos) |
Auf dem hiesigen Nachtmarkt konnten wir uns wie in Thailand unser Essen zusammenkaufen. Und was für ein Essen. Lecker! Es sollte mit einer der besten Essensmärkte auf unserer gesamten Weltreise werden.
So hatten wir einen total unkomplizierten Tag in Laos. Wer hätte gedacht, dass Laos so leicht zu bereisen war. Ich hatte mit sehr viel mehr Schwierigkeiten gerechnet.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 22. September 2008
Probiers mal mit Gemütlichkeit (Vientiane, Laos)
Nach einem kleinen Morgenspaziergang so gegen sieben Uhr wusste ich, wo es Baguettes gab und wo wir unseren Milchkaffee a la Südostasien her bekommen.
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| Take it slow. (Vientiane, Laos) |
Auch einen Wäsche-Service für 8000 Kip das Kilo war schnell gefunden und Wasser zum Trinken war auch verfügbar. Also alles da, so dass wir ganz gemächlich in den Tag starten konnten.
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| A relaxing breakfast. (Vientianne, Laos) |
Die Kids wurden beschult, währenddessen konnte ich schreiben. Erst am Nachmittag haben wir uns auf eine kleine Sightseeing Tour begeben. Das Mekongufer war hier leider nicht annäherungsweise so schön wie in Savannakhet oder Tah Khaek. Die gesamte Promenade war mit Sandsäcken gesäumt. Wir sollten erst später erfahren, was es damit auf sich hatte. Und irgendwo fingen dann die Tourifressstände an, die weder lecker noch günstig aussahen.
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| Sandbags all along the river front, becaus of the big flooding. (Vientiane, Laos) |
Der Verkehr in Vientiane war richtig gefährlich. Es gab unerwartet viele Autos. In Saigon oder Hanoi teilte sich ja beim Überqueren der Straße der Schwarm der Mofas und irgendwie kam man über die Straße. Hier war das gar nicht mehr möglich, da auch alle unglaublich schnell fuhr.
Die Mädels schützten sich hier vor der Sonne, indem sie Jacken einfach verkehrt herum, also von vorne her, anzogen. Wo der Mehrwert in dieser Methode lag, erschloss sich mir nicht so ganz. Dafür fuhren die Mädels hier nicht mehr total vermummt mit Mundschutz und Schlapphut unterm Helm. Die Laotinnen schienen das mit der Sonne und dem braun werden nicht so eng zu sehen wie die Vietnamesinnen.
Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass beim Einkaufen in Geschäften, auch wenn man nur rumbummelt und schaut, immer jemand hinter einem her läuft, blöd schaut und am besten sich noch vor die Waren stellt, die man sich anschauen wollte? Mir ging das tierisch auf den Nerv.
Unser abendlicher Marktbesuch war um einiges teurer als das Essen in Hue. Das lag aber vor allem daran, dass es hier wieder Fleisch gab und dieses immer sehr viel teurer war als alles andere.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 23. September 2008
Sightseeing in Vientiane (Vientiane, Laos)
Diese Stadt war einfach nur süß. Dadurch das es sehr viel weniger Mofas gab, waren die Bürgersteige auch nicht alle zugeparkt, dafür aber die Straßenränder mit Autos.
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| The "vertical runway". A landmark made from the concrete donated acutally for an airport. (Vientiane, Laos) |
Wenn man von oben auf die Stadt schaute, war diese kaum zu sehen vor lauter Grün. Unter den Bäumen schauten mal hier und da ein paar Dächer durch. Es gab noch keine Sky-Line, was sehr gut zu dieser Stadt passte.
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| There isn't a skyline yet. (Vientiane, Laos) |
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| It seems there are more trees than buildings. (Vientiane, Laos) |
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| It looks so lovely. (Vientiane, Laos) |
Da Vientiane nicht so groß war und unsere Sightseeingtour somit auch nicht ewig gedauert hat, haben Christian und ich den Nachmittag mit Träumen zugebracht, was wir alles machen wollen, wenn das Jahr vorbei sein sollte. Das tolle am Träumen ist, dass manchmal das Leben der bessere Traum zu sein scheint, doch bis zu unserer Rückkehr sollten wir noch kräftig zappeln.
Am Nachmittag haben wir gemeinsam über Umgangsformen nachgedacht, so dass wieder etwas Ruhe in unser Familienleben kehren konnte. Im Moment machte unser Beisammensein nicht wirklich viel Spaß, wobei es in den letzten zwei Tagen schon sehr viel besser geworden war. Alle schienen sich Mühe zu geben, mehr auf die Gefühle der anderen zu achten und nicht sofort rumzubrüllen.
So eine Weltreise kostet so viel Energie, dass interessanterweise für gemeinsame Qualitätszeit kaum Zeit war. Wir hatten uns das irgendwie anders vorgestellt.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 24. September 2008
Lecker! (Vientiane, Laos)
Heute stand nach fast drei Monaten das erste mal wieder richtiges Kochen auf dem Programm. Dafür hatten Christian und ich uns bei einem Kochkurs für Laotische Küche angemeldet (Thongbay Guest-Haus, 15 Dollar pro Person). Ich war ja etwas frustig dies bezüglich, weil ich das ja schon in Thailand gemacht haben wollte, aber irgendwie waren wir da noch nicht so überzeugt von dem Ganzen gewesen. Hier und jetzt war der richtige Zeitpunkt und "Laotische Küche" hat mich schon immer brennend interessiert, davon abgesehen dass ich bis vor ein paar Monaten nichtmals wusste, dass es Laos gibt.
Da wir die einzigen Teilnehmer waren, hatten wir eine entspannte Privatstunde. Zuerst ging es zum Markt, dort musste ich die Gelegenheit einfach nutzen, unserer Kochlehrerin Löcher in den Bauch zu fragen. Zu viele Gemüse, die ich schon so oft hier gesehen hatte, aber mit denen ich so gar nichts anfangen konnte. Ich wußte jetzt, dass das Kraut in der Suppe Bananenblüten sind.
Zurück im Guest-Haus, wo der Kurs statt fand, zogen die Kinder los in den großen Garten. Florian wurde von den Angestellten begeistert davon getragen und bespielt, so dass Christian und ich uns ganz entspannt dem Kochen widmen konnten. Dieses fand ebenfalls im Garten unter einem mit Bananenblättern gedeckten Dach statt. Als Herd diente so ein steinerner Eimer mit Feuer drin. Alles sehr szenisch.
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| Cooking class in an open air kitchen. (Vientiane, Laos) |
Und dann haben wir unser bestes Hühnercurry gekocht, welches ich je gegessen habe. Dazu gab es frische, also nicht frittierte, Frühlingsrollen und grünen Papayasalat. War das pervers lecker. Wie gut, dass wir drei hungrige Kinder dabei hatten, sonst hätten wir das gar nicht alles essen können. Sie haben es dort aber auch super unkompliziert mit den Kindern gehalten. Jedes bekam einen eigenen Teller mit Reis und Wasser.
Ich weiß gar nicht, warum die Leute so von der vietnamesischen Küche schwärmen. Das hier war um Meilen besser und auch das Essen auf der Straße war soviel besser als das, was wir in Vietnam ausprobieren durften.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 25. September 2008
Er läuft! Er läuft! (Vientiane, Laos)
Endlich, Florian hat seine ersten eigenen Schritte gemacht. Und am meisten freute er sich selber darüber. Solch ein strahlendes Gesicht vor Stolz und Begeisterung, dieses Bild vergesse ich hoffentlich nie. Wir sind nicht minder stolz und sehr, sehr erleichtert, dass er endlich die Kurve gekriegt hat.
Das war das absolute Tageshighlight.
Ansonsten hat Lydia eine herausragend gute Englischarbeit geschrieben und Josua laß wie ein Weltmeister.
Den Rest des Tages haben wir verbummelt.
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| Florian is doing his first steps. (Vientiane, Laos) |
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| Florian is so proud of himself. (Vientiane, Laos) |
Vientiane hat unglaublich viele weibliche Touristen. Auf der einen Seite gab es die kulturinteressierten Mädchen und auf der anderen Seite die kaputten Jungs, die eigentlich nach Vang Vieng wollten, um richtig Party zu machen. Seltsame Kombination.
Auffallend waren auch wieder die vielen Transvestiten, die hier das Straßenbild mit prägten. Das war mir schon in Thailand aufgefallen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 26. September 2008
Buddhapark oder doch mehr Hindupark? (Vientiane, Laos)
Eigentlich wollten wir ja zu einer Weberei, um uns mal anzuschauen, wie diese fantastischen Stoffe, die die Frauen hier als Wickelröcke tragen, hergestellt werden.
Da wir ja gut zu Fuß waren, haben wir die Info im Führer ignoriert und sind der Karte nachgelaufen. Nach circa drei Kilometern, Vientiane hatte sich mittlerweile in eine staubige Dorfstraße verwandelt, war immer noch nichts zu sehen.
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| That's a really interesting spot. (Budha Park near Vientiane, Laos) |
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| It is a lot of fun. (Budha Park near Vientiane, Laos) |
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| A lao bus from inside. (Vientiane, Laos) |
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| The museum isn't that interesting but the building is fantastic. (National Museum Vientiane, Laos) |
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| All the little architectonical details are quite impressive. (National Museum Vientiane, Laos) |
Zurück sind wir natürlich auch wieder mit dem Bus gefahren. An der Bushaltestelle wartend sahen wir den Bus in der Ferne in einer Staubwolke langsam näher kommen. Und langsam meint wirklich langsam. Denn auch wenn es nur 500 Meter gewesen sein mögen, die er noch entfernt war, dauerte es gut 5 Minuten bis er schließlich bei uns war. Im Slalom bewegte er sich von Schlagloch zu Schlagloch. Ab dem Punkt wo wir standen, fing dann komfortabler Weise auch die geteerte Straße wieder an.
Wieder in Vientiane sind wir noch ins National Museum gegangen. Die Ausstellung zu heiligen Gegenständen war nicht so unseres, aber das Gebäude war architektonisch und optisch toll.
Die hohe Luftfeuchtigkeit, im Gegensatz zu Hue, forderte uns hier wieder einiges ab. Florian sah wieder wie ein Streuselkuchen.
Josuas Haare mussten heute noch dran glauben. Da ich dem Handwerk hier nicht all zu viel zutraute, habe ich selber Hand angelegt und ich fand für meinen ersten Haarschnitt und Kinderbastelschere war es OK.
Und am Abend, ja am Abend gab es Babybowlen. Man setzte sich in einen Kreis und schickte Florian immer von einem zum anderen. Natürlich laufend. Mensch, was der sich freute. Der hatte am Laufen echt den meisten Spaß.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. September 2008
Wat Sok Pa Luang, von Meditation bis Dampfsauna - oder ganz, ganz viel Spaß (Vientiane, Laos)
Nach dem missglückten Versuch gestern, die Weberei zu finden, haben wir es heute nochmal probiert. An der Bushaltestelle meinte einer der Taxifahrer, es gäbe keinen Bus. Ich zeigte ihm dann die Beschreibung im Führer und er verschwand. Gemäß dem Konzept des Gesicht wahrens, tauchte er eine Minute später wieder auf und meinte, er hätte sich informiert, es würde doch einen Bus geben. Leider fiel uns dieses Konzept immer noch schwer zu verstehen, so dass wir weiter warteten.
Während wir warteten bekam Josua von einer Frau ein Bambusrohr geschenkt. Etwas unsicher, was damit zu tun sei und unter den amüsierten Blicken aller Umstehenden, wurde Josua aufgefordert, dass Rohr aufzumachen. Im Innern befand sich süßer, gefärbter Reis, der nicht wirklich auf die Begeisterung der Kids stieß. Nach einer halben Stunde warten kam einer der Busfahrer rum und fragte uns wo wir hin wollten. Er meinte dann, dass der Bus, auf den wir warteten, eingestellt worden sei, aber es gäbe einen draußen vor dem Markt. Der Bus wartete auch schon. Diese Minibusse warteten immer bis sie voll waren. Und so haben wir dann auch endlich unser Ziel erreicht (Huey Hong Vocational Training Center for Women), dabei waren wir gestern schon auf dem richtigen Weg, hätten aber noch bestimmt drei Kilometer weiter gemusst. Die Weberei selbst war vor allem für die Kinder spannend, da sie sich so gar nicht vorstellen konnten, wie Stoffe gefärbt und gewebt werden. Und weil das alles total spannend aussah, haben wir uns auch gleich zu einem Färbe- und Webkurs angemeldet. Lydia fand das alles so toll, dass sie meinte, dass sie auch mal an so einem Ort leben wolle. Ich habe ihr dann versucht zu erklären, dass es sich bei dieser Einrichtung um ein Hilfsprojekt für Frauen handele und dass diese Frauen Schlimmes erlebt haben müssen, um hier sein zu dürfen.
Zurück in die Stadt wurden wir auf der Ladefläche einer der Lastwagen des Projektes mitgenommen, da die sowieso in die Stadt fuhren.
Da wir nur wenig Zeit hatten, wir wollten noch in den Wat Sok Pa Luang Tempel, kam uns das sehr gelegen nicht auf den Bus warten zu müssen. In diesem Tempel sollte es eine angeleitete Meditation und traditionell laotische Massage geben. Der Tempel lag wieder etwas außerhalb, aber nach drei Kilometern Fußmarsch waren wir so früh da, dass noch Zeit blieb, Josua und Lydia eine Kostprobe einer laotischen Massage zukommen zu lassen. Was haben die das genossen.
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| Josuas first experience with a lao massage. (Vientiane, Laos) |
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| Lydia is enjoying the massage, too. (Vientiane, Laos) |
Während Lydia, Josua und eine Gruppe Mönche (das waren auch Kinder die so alt wie Lydia und Josua) mit Florian abzogen, haben Christian und ich der Meditation beigewohnt. Rattenscharf, konnte ich nur sage. Eine Gruppe quitschorange gewandeter Mönche, bestimmt alle jünger als 20, saß uns gegenüber und machte uns vor, was wir zu tun hatten. Zeitgleich ertönte der Gong des eigentlichen Klosters und aus dem Hintergrund ertönte monotoner Mönchsgesang. Ich fand es sehr hilfreich, mich zu konzentrieren. Irgendwann wurde ein Glöckchen geläutet und es ging mit der Lauf-Meditation weiter. So was hatte ich bis dahin noch nie gemacht. Wobei das Spannendste doch eher das Beobachten der Mönche war, wie die das denn so machten. Ich fand es atmosphärisch einfach nur begeisterungswürdig.
Und obwohl im Führer und auch im offiziellen Verhaltensführer (den gab es wirklich) für Laos stand, wie man sich vor allem als Frau beim Besuch eines Tempels zu kleiden habe, schaffen es die westlichen Mädels doch immer wieder, unangenehmst aufzufallen. Nicht nur, dass sie Spagettitops trugen, nein, am besten hauteng mit hervorquellenden Bauchröllchen und ein BH, der auch so gut wie frei lag. Ich war mir nicht sicher, ob es einfach nur naiv, oder doch schon Respektlos war?
Die nächste sehr interessante Gruppe, die wir bei der Meditation angetroffen haben, waren Frauen zwischen 60 und 70, die schwer nach Selbstfindungstrip ausschauten. Wir fragten uns, ob ein buddhistisches Kloster da der richtige Ort sei. Frauen galten hier nämlich nur als Menschen zweiter Klasse, weshalb auch weibliche Mönche nicht voll respektiert wurden, auch wenn sie in den Klostern lebten. Frauen müssten erst als Mann wieder geboren werden, bevor es für sie weiter ginge. Für emanzipiert indoktrinierte Frauen aus Europa schient uns so ein Ort durchaus eine Herausforderung zu sein. Buddhistische Kloster waren bis jetzt ein Orte, wo wir vor allem kleine Jungs angetroffen haben.
Nach diesen interessanten Impressionen ging es für uns zurück zur Massage. Diese befand sich in einem dieser typischen Stelzenhäuser, wo auch die Dampfsauna untergebracht war. Die Kräutersauna wurde mit einem grottenscharfen Holzofen angeheizt, der unter dem Haus stand.
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| The fire for the herbal sauna. (Vientiane, Laos) |
Und weil die Atmosphäre stimmte, haben wir uns das Vergnügen nicht nehmen lassen, die Sauna auch auszuprobieren. Dafür gab es für jeden einen der typischen Sarongs, den man sich umbindet. Selbst die Kinder haben auf dieses Experiment nicht verzichten wollen.
Das Tolle an der Sauna war, dass man jeder Zeit rauskommen konnte, um eine Tasse Tee zu trinken, dem Massagetreiben zuzusehen und sich mit all den anderen zu unterhalten.
Und während Christian und ich gerade im Kräuterdampf schwitzten, traf Josua einen aus unserem Guest-Haus wieder, der wiederum allen Anwesenden begeistert von der Familie erzählte, die auf Weltreise sei. Ich kannte den gar nicht, aber Josua schien diesem Mann wohl unsere halbe Lebensgeschichte erzählt zu haben.
Zum Duschen gab es einen großen Wasserbottich unten vor dem Haus, wo man sich mit einer Schüssel Wasser rausschöpfen konnte, um es dann über sich zu gießen. Danach haben Christian und ich noch die Massage ausprobiert. Hier herrschte ebenfalls reger Betrieb. Rund acht Masseure und Masseurinnen die zeitgleich die Körper ihrer Opfer bearbeiteten. Dabei wurde fleißig geschnattert und es herrschte ein ständiges kommen und gehen.
Florian war dieses alles nicht geheuer. Er tauchte ständig neben meiner Liege auf und zeterte. Irgendwann kletterte er sogar zu mir hoch, setzte sich ebenfalls wie die Masseurin auf mich drauf und versuchte die ganze Zeit, die Hände von der Frau von mir wegzuziehen. Wenigstens einer in der Familie, der auf mich aufpasste.
Total meditiert, gesaunt und massiert ging es dann die drei Kilometer wieder zurück in die Stadt.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 28. September 2008
In der Ruhe liegt die Kraft (Vientiane, Laos)
Heute war Entspannung von der Entspannung angesagt. Eigentlich sollten wir unser Zimmer im Guest-Haus wechseln, da es wohl ab heute weiter vermietet war. Aber wie immer gab es eine positive Lösung zu Gunsten von Familien und wir mussten nicht umziehen. Sehr schön, da wir direkten Zugang zum Balkon hatten, was sehr praktisch war.
Beim Schnacken mit anderen Travelern, wie lange man denn schon so unterwegs sei, meinte einer, unsere Füße musternd, "Ihr seid definitiv nicht erst seit Gestern unterwegs". Irritiertes Schauen unserer Seits, meinte er dann auch nur, dass die eingebrannten Sandalenriemen uns verraten würden.
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| The sandal stripes reveal that we didn't start our trip yesterday. (Vientiane, Laos) |
Auf dem Weg zum Mittagessen, tauchte plötzlich eine wohl verwirrte Frau auf, die wie wild auf Josua einredete, um dann vor ihm auf die Knie zu fallen und seine Füße zu küssen. Nach den Blicken aller Beteiligten zu urteilen, fanden sie dieses Verhalten genauso seltsam wie wir.
Florian war echt anstrengend was das Essen anging. Außer Reis, Fleisch und Nudeln aß er gar nichts anderes mehr.
Als wir vorhin über die Straße liefen, rief plötzlich jemand quer über die Straße. "I know you!".
Hää? Beim genaueren hinsehen erkannte ich den Typen auch wieder. Er und seine Freundin waren mit der selben Tour von Kambodscha nach Vietnam gefahren. So klein ist Südostasien und so ähnlich schnell scheint das allgemeine Reisetempo zu sein.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 29. September 2008
Jetzt wird es handwerklich (Vientiane, Laos)
Heute Morgen ging es zum Webkurs im Huey Hong Vocational Training Center for Women. Zuerst wurden Stoffe gefärbt in so riesigen Zubern, angeblich mit Naturfarben.
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| Josua cooking his fabric in hot colour. (Vientiane, Laos) |
Es gab zumindest eine Informationstafel, auf der die verschiedenen Pflanzen und ihre Farbwirkung dargestellt war. Leider sprach niemand von den Mädels, die den Kurs leiteten, genug Englisch, um uns etwas Hintergrundwissen auch über das dortige Frauenprojekt zu geben.
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| Lydia is dying her fabric in a big tub. (Vientiane, Laos) |
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| Quite nice results. (Vientiane, Laos) |
Nach sehr schönen Färbergebnissen ging es an den Webstuhl. Das Weben war echt interessant, da auch Muster eingewebt wurden. Ich hatte mich schon immer gefragt, wie diese eigentlich in den Stoff kommen. Leider blieb auch hier die Frage offen, wie so ein Webstuhl eigentlich präpariert wird. Denn davon hing es ab, welches Muster letztendlich im Stoff landeten. Lydia und Josua hatten beide mächtig Spaß diese riesen Webstühle mal bedienen zu dürfen und einen eigenen Stoff zu weben, wobei er mehr eine Gemeinschaftsarbeit war.
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| Lydia is teached how to use such a big loom. (Vientiane, Laos) |
Nach einem schönen Vormittag kam dann der Ärger. Da ich die Preise falsch im Kopf hatte, kostete Josuas Färbeaktion statt 30.000 plötzlich 70.000 Kipp (12.000 sind 1?). Christian machte einen tierischen Aufstand. Dabei ging es gerade mal um insgesammt 6,70 Euro oder so und diese waren ja auch noch für einen guten Zweck. Der Rückweg war geprägt von Streiterein um das liebe Geld. Eigentlich hätten zwei von uns den vollen Kurs machen sollen und gut wäre es gewesen.
Der heutige Nachmittag verging damit, dass Christian mit den Kindern ein UNO Spiel bastelte und zum Einsatz brachte.
Ich war ja immer wieder fasziniert, welche Art von Travelern man so begegnet. Es gab eine Gruppe von Frauen, die alleine durch die Länder hier reiste und dabei nicht sonderlich glücklich erschien. Wir hatten jetzt schon mehrere davon getroffen, die sich von Guest-Haus zu Guest-Haus per VIP Bus transportieren ließen und krampfhaft nach Anschluss bei gleichsprachigen Leuten suchten. Warum reist man alleine, wenn man gar nicht allein sein will und auch anscheinend gar nicht das Land sehen will, da es ja viel zu gefährlich als Frau alleine sei. Der letzte Einwand hat wirklich eines der Mädels erzählt, dass sie lieber auf der sicheren Seite reise und deshalb nur mit Touribussen etc. unterwegs sei. Auch Essen auf der Straße sei zu gefährlich, da man sich ja sonst was holen könnte. Lustigerweise hatte sich genau dieses Mädel wohl eine schwere Magendarmerkrankung in einem dieser Guest-Häuser zugezogen, während wir (Teu! Teu! Teu!) bei all unserem Essen auf der Straße, auch mit Salat und Eiswürfeln im angebotenen Wasser, noch nichts hatten.
Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, dass wir glaubten, nur wir würden die wahre Reiseform betreiben. Es gibt viel zu viele unterschiedliche Möglichkeiten ein Land zu bereisen. Und jeder sollte es so tun wie er sich am wohlsten fühlt. Mir fällt es nur immer schwer die Beweggründe anderer zu erfassen, wenn sie so unglücklich in ihrem Tun wirken. Man muss sich ja nicht quälen, nur um sich und der Welt etwas zu beweisen.
Nein, beim Reisen hatte ich oft den Eindruck, dass es einen latenten Konkurrenzkampf zu geben schien. Wer reist authentischer? Wer hat mehr gesehen? Wer hat die tollsten Abenteuer erlebt? Die meisten Dinge hören sich in der Nachschau so viel besser an, als sie tatsächlich waren. Und auch unsere Reise war ohne Frage ein riesiges Abenteuer für uns, doch auf Dauer kehrt auch bei solchen Aktionen eine gewisse Routine ein. Es machte viel Spaß und ich staunte immer, wie weit wir schon gekommen waren, aber im Moment waren wir seit fast 1,5 Wochen in Vientiane, ohne dass wir von Abenteuer zu Abenteuer stolperten. Hier zu sein, die Atmosphäre zu schnuppern und ein bisschen Alltag zu gestalten, das war für uns das genussvolle Abenteuer, welches nicht durch permanente Adrenalinkicks gekennzeichnet war.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. September 2008
Das war doch so klar! (Vientiane, Laos)
Wir waren ja nicht totale Kulturbanausen, also sollten heute die Tempel Vientianes unter die Lupe genommen werden. So ein Misst, ausgerechnet heute goss es ununterbrochen. Eins wollten wir trotzdem noch anschauen. Also ging es zum ältesten Wat Vientianes (Wat Si Saket) und das lohnte sich wirklich.
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| Also in the rain the Wat Si Saket looks stunning. (Vientiane, Laos) |
Die Wände hatten kleine Nischen, in denen überall kleine Buddha drin standen und auch architektonisch war dieses Kloster toll mit seinen alten Holzkonstruktionen und abblätternden Wandmalereien.
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| That are plenty of Buddhas. (Wat Si Saket looks, Vientiane, Laos) |
Auf dem Rückweg sind wir so was von nass geworden und ich dachte, die Regenzeit sei endlich mal vorbei. Wobei ohne Regen wären diese Länder wohl nicht erträglich. Schon mit Regen staubte es ohne Ende und wir waren immer froh, wenn der Regen den Dreck aus der Luft holte.
Die Kids haben den Abend mit den Angestellten und Lydias neu erstandenen Korbball so eine Art Fußball gespielt, wobei der Ball nicht den Boden berühren durfte.
Dann wollte ich noch was zu den Gräbern sagen. Während in Vietnam überall, sei es im Vorgarten, auf dem Reisfeld oder auch im Mekongdelta mitten im Wasser diese riesigen aus Beton gegossenen Kunstwerke standen, habe ich in Laos noch gar keine gesehen. Ich musste mal die Augen offen halten, um zu sehen, wie die Gräber hier aussahen.
Interessant waren ja immer die kleinen Unterschiede zwischen den Ländern, die aber entscheidend zum Bild eines Landes beitrugen. So gab es in Vietnam immer diese Puppentischchen mit Plastikstühlchen oder Höckerchen zum essen. Das gab es hier gar nicht mehr. Die Tische hatten wieder eine normale Höhe, dafür waren Steintische, am liebsten mit halbrunden Steinbänken total hipp.
Ich fand das Klischee, dass die Laoten alle nur rumlägen und schlafen würden, überhaupt nicht zutreffend. Sie waren ruhiger, nicht so hektisch, wie die Vietnamesen aber längst nicht so verschlafen wie die Kambodschaner. Da fand ich es echt total extrem.
Hatte ich schon vom Lao Kaffee erzählt, der aus soviel süßer Dosenmilch bestand, dass er schon nicht mehr trinkbar war. Dazu kam, dass der gebrühte Kaffee immer noch mit Wasser verdünnt wurde. Schmeckte nicht annäherungsweise so gut wie in Vietnam.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 1. Oktober 2008
Weiter geht’s (Vientiane nach Vang Vieng, Laos)
Nachdem wir uns jetzt eineinhalb Wochen durch Vientiane geschlemmt hatten, das Essen war aber auch gut hier, war es Zeit weiterzufahren.
Mit dem öffentlichen Bus (35.000 Kip mal drei), der wieder so aussah wie in Thailand, also keine Klimaanlage hatte sondern offene Fenster und verhältnismäßig geräumig war, ging es nach Vang Vieng. Die Rucksäcke gingen zur Abwechselung mal aufs Dach und nicht vor die Sitzbank.
Florian wurde wieder von allen Seiten bepuzzelt. Eine Frau mit gleichaltrigem Kind gab Florian beim füttern ihrer Tochter, auch etwas ab. Ich hätte mich gerne revangiert, da diese Frau nicht so aussah, als ob sie irgendetwas abgeben könnte, ganz im Gegenteil. Sie sah nach europäischen Maßstäben eher unterernährt aus. Leider hatten wir gar nichts dabei, was ich ihr und ihrer Tochter hätte geben können.
Vom Äußeren hätte ich diese Frau auch nicht für die Mutter des Kindes gehalten, da sie schon so alt aussah, aber andere Frauen mit kleinen Kindern, die diese im Bus stillten, sahen genauso alt aus.
Bei der Fahrt durch die Berge und der dort befindlichen Dörfer hatten wir den Eindruck, erkennen zu können, welche Dörfer in den Genuss von Entwicklungshilfe gekommen waren und welche nicht. Die einen hatten massive Stein- oder Holzhäuser und die anderen nur Bambusmattenhäuser.
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| What a panorama? (Vang Vieng, Laos) |
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| The pool is more natural style. (Vang Vieng, Laos) |
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| Simply a palm tree. (Vang Vieng, Laos) |
Auch bei dieser Busfahrt gab es eine Pinkelpause im Nirgendwo. Während die Frauen mit ihren Wickelröcken sich diese einfach bis zu den Schultern hochzogen und fast ganz darunter verschwanden, während sie sich zum pinkeln hinhockten, hatten Lydia und ich mehr Probleme ein Plätzchen zu finden. Der Bus hupte dann auch schon, da wir die letzten waren, die noch nicht an Bord waren.
In Vang Vieng angekommen empfahl uns ein Mitreisender in der Stadt auszusteigen und nicht bis zur 2 Kilometer entfernten Busstation durchzufahren. Der Kassierer fuhr diesem Mann mitten im Gespräch über den Mund. Da wir aber die Fluglandebahn erkannten, die mitten in der Stadt lag und auf unserer Karte eingezeichnet war, sind wir einfach ausgestiegen und haben uns somit viel Lauferei erspart.
Das erste Guest-Haus, was wir uns anschauten, war schweineteuer und der Typ wollte auch nicht, dass wir zu fünft in einem Zimmer schlafen. Dann nicht. Das hatten wir in Laos schon öfters.
Das nächste Guest-Haus war zwar billig, aber echt schäbig. Ich hatte so keine Lust mehr auf solche Absteigen. Also sind wir weiter. Das Guest-Haus, welches noch auf der Liste stand, war auf der anderen Seite vom Nam Song Fluß. Im Prinzip nicht falsch, nur die einzige kleine Holzbrücke, die dort hinführte, kostet jedes mal richtig Geld, wenn man diese überqueren wollte.
Das letzte Guest-Haus (Seng Duen Guest-Haus, 50.000 Kip), welches ich angestrichen hatte, lag genau auf der anderen Seite der Stadt und damit nochmals 1,5 Kilometer weiter vom Markt und der allgemeinen Busstation entfernt, welche selbst beide wieder mal rund 2 Kilometer außerhalb der Stadt lagen.
Dort angekommen, war aber sofort klar, hier bleiben wir. Ein traumhafter Garten, mit Schaukel, toller Aussicht auf das unglaubliche Panorama aus spitzen Kalksteinbergen und das beste an diesem Guest-Haus war, es hatte einen Pool.
Obwohl das Zimmer nur 50.000 Kip (12.000 Kip ca. 1 Euro) kostete, die Kinder haben sogar eine eigene Matratze bekommen, waren wir mal wieder die einzigen Gäste.
Unser Zimmer schien normalerweise von jemanden hier aus der Familie bewohnt zu werden, denn in den vorhandenen Glasschränken befanden sich Klamotten und sonstige private Sachen.
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| It has something from Barby, hasn't it. (Vang Vieng, Laos) |
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| You allways have to put your shoes off, but with a mofa don't hesitate to come inside. (Vang Vieng, Laos) |
Vang Vieng schien im Zentrum nur aus Tourieinrichtungen zu bestehen. Überall gab es TV-Bars wo "Friends" lief und andere hippe Bars, um mal so richtig zu feiern. Die eigentliche Stadt befand sich wie so häufig schon erlebt etwas außerhalb des vermeintlichen Zentrums. Problem an solchen Orten war, dass sie auch die entsprechenden Typen anzogen. Alles Kinder, die formal schon Volljährig und viel zu cool für diese Welt zu sein schienen. Also warum sollte man sich ein T-Shirt über den weißen speckigen Oberkörper anziehen und ein Bikini tat's doch auch. Wohl gemerkt, ich hatte so weit noch nicht eine Laotin gesehen, die auch nur ein Spaghettitop getragen hat. Was mussten die Laoten für ein Bild von Westlern bekommen?
Auf jeden Fall hielten sie Westler für Goldesel, weshalb hier vielerorts die Preise einfach mal doppelt so hoch waren wie in Vientiane.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 2. Oktober 2008
Tubing (Vang Vieng, Laos)
Was macht man an so einem Ort wie Vang Vieng? Genau, das was alle machen. Man ging Tuben. Das heißt, man lässt sich mit aufgeblasenen Traktorreifen den Fluß hinuntertreiben.
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| It's a very funny activity. Tubing. (Vang Vieng, Laos) |
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| Doesn't look like this bridge equates to german safety regulations. (Vang Vieng, Laos) |
Lydia und ich sind gestartet. Mit einem Tuk Tuk ging es 3 Kilometer Fluss auf. Unsere Mitreisenden waren ganz besonders coole Kids, die schon um 11 Uhr Morgens mit ihrer Bierflasche unterwegs waren.
Beim Fluss angekommen ging es mit den Reifen ins Wasser und kaum 20 Meter später wurden wir auch schon wieder rausgefischt. Als ich die Ursache erkannte, bin ich mit Lydia zurück ins Wasser und wir haben unsere Fahrt fortgesetzt. Das gesamte Ufer war gesäumt von Bars, wo die coolen Kids ausstiegen, um sich mal so richtig die Kannte zu geben. Quasi eine feucht, fröhliche Form des Clubbing.
Da der Fluss alles andere als aufregend war, zog sich unser kleiner Trip doch ganz schön in die Länge. Die Bergkulisse war aber beeindruckend und es war eine nette Form der Fortbewegung.
Während Lydia und ich unterwegs waren, hat Josua die Zeit genutzt, im Pool zu plantschen und mit dem darin vorhandenen Fisch zu spielen. Der Pool war mehr so eine natürlich gehaltene Einrichtung. Irgendwann hatte der Fisch wohl keine Lust mehr und verschwand.
Christian und Josua waren danach dran und die Bars waren jetzt deutlich gefüllter mit lauter halbnackten Kindern, die besser noch ein bisschen auf die Weide gegangen wären, als hier Sling Shot zu machen. Dabei schaukelt man an einem Seil hängend über den Fluss und lässt irgendwann los. Letztes Jahr ist an diesem zweifelhaften Vergnügen eine junge Frau gestorben. Besoffen aus fünf Meter Höhe in einen knapp einen Meter tiefen Fluss, in einem Land ohne medizinische Versorgung zu springen scheint nicht nur beim nochmaligen Nachdenken nicht besonders intelligent.
Zum Essen ging es zu unserer Suppenfrau, die einzige, welche einen normalen Preis haben wollte, während die Suppenküche drei Meter daneben gleich den doppelten Preis, also 10.000 Kip, von Ausländern verlangte.
Josua hatte zeitweilig damit angefangen, die Leute mit dem Ausruf "One Dollar!" zu begrüßen, weil er es wohl für eine lokale Grußformel hielt. Nicht sehr höflich, so dass wir versuchten, das bei ihm wieder abzustellen. Offener Rassismus war ein Problem, mit dem wir überall in Südostasien konfrontiert wurden. Es war etwas schwierig den Kindern unter diesen Bedingungen zu vermitteln, dass sie das nicht kopieren sollten.
Da es hier etwas schwieriger war an Essen zukommen, die Distanzen waren einfach zu groß, ernährten wir uns hier hauptsächlich von Klebereis, gegrillten Bananen und einem Süppchen pro Tag. Ging erstaunlich gut.
Mittlerweile hatten wir uns auch an die Miniameisen gewöhnt, die meistens überall waren. Selbst in unserer Dosenmilch schwammen sie. Man fischte sie raus, sofern man sich diese Mühe noch machte, ansonsten nahmen wir es zur Kenntnis ein paar extra Eiweiße zu uns zu nehmen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 3. Oktober 2008
Es gibt immer noch eine Höhle (Vang Vieng, Laos)
Genau ein viertel Jahr waren wir jetzt schon unterwegs. Wahnsinn wie die Zeit verging und wir hatten heute bestimmt einen der spektakulärsten Tage unserer Reise. Leider hört er sich überhaupt nicht so an, sondern wie einer dieser total langweiligen und von mir gerne mal drüber hergezogenen, Reiseberichte. Nicht jedes Abenteuer lässt sich gut beschreiben.
Wir haben heute extra Mountainbikes gemietet, die waren aber auch nicht besser, als die chinesischen Kisten. Dafür hatte Josua ein eigenes Rad. Um sechs Uhr Morgens sind wir dann im Nebel dreizehn Kilometer geradelt, durch kleine Straßendörfer, wo alles schon wach war und immer freundlich grüßte.
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| A wonderful trip through Lao villages. (Vang Vieng, Laos) |
Am Fluss angekommen, mussten wir das Fährboot nehmen.
Vorher durften wir für unsere Fahrräder mitten im Nirgendwo aber noch Parkgebühren zahlen.
Direkt am Anleger gab es auch schon die erste Höhle, oder besser einen Überhang, für den man auch zahlen sollte. Die Buddhastatuen, die dort hingestellt waren, konnte man auch so sehen und wir haben uns das Geld gespart
Weiter ging es über einen total schlammigen Pfad zu einer weiteren Höhle. Immer mit dabei ein Typ, der uns folgte und vermutlich Geld für seine Anwesenheit am Ende haben wollte.
Bei der zweiten Höhle angekommen, hat uns ein Ranger Taschenlampen gegeben und wieder 10.000 Kip für alle kassiert. Das war eine Abkassiererei hier. Das ganze Dorf lebte wohl von diesen Höhlen.
Über einen extrem lehmigen, glitschigen und steilen Pfad ging es in die erste Höhle. Stockfinster, aber sehr beeindruckend, mit Stalaktiten und interessanten Felsformationen. Der Typ immer dicht an unserer Seite.
Nachdem wir alle heile aus der Höhle wieder raus gekommen sind, teilweise hatte ich echt Angst, dass irgendjemand von uns auf dem glitschigen Untergrund ausrutscht und in eine Spalte stürzt, ging es zur nächsten Höhle. Hier stand ein großer Buddha im Eingang und der Typ, immer noch an unserer Seite, meinte, wir könnten was spenden und beten. Der schien gar nicht zu wissen, dass es unterschiedliche Glaubensrichtungen gibt, so verständnislos wie er uns anschaute, als wir seinen Aufforderungen nicht nachkamen.
Die Höhle war sehr lang gezogen und lief tief in den Berg hinein. Auch absolut finster und beeindruckend. Am Eingang wieder angekommen, kam was kommen musste, der Typ forderte Geld von uns. Stolze 80.000 Kip (das sind 10 Dollar) wollte er dafür haben, dass er uns im Prinzip unaufgefordert die ganze Zeit verfolgt hatte. Wir haben ihm dann versucht klar zu machen, dass wir ihn nicht um seinen "Service" gebeten hatten. Da er uns aber in der ersten Höhle einen Weg gezeigt hatte, den wir sonst nie gegangen wären, einigte ich mich mit Christian darauf, ihm 10.000 Kip Trinkgeld zu geben. Wobei man sagen muss, dass man ja nach Trinkgeld normalerweise nicht gefragt wird. Er bot uns dann an, dass er auch mit 60.000 Kip zufrieden wäre. Dann halt kein Trinkgeld. Wir wendeten uns ab und gingen. Schließlich kam er hinterher gerannt und meinte, 10.000 Kip sein doch OK.
Es sollte aber noch eine weitere Höhle geben. Also auf, auf. Dort angekommen, erwartete uns eine echte Höhlenerfahrung der ganz besonderen Art. Von der Höhle war auf den ersten Blick nichts zu sehen. Außer Wasser und einem Seil, welches unter einem kleinen Felsvorsprung verschwand. Wir dachten eigentlich, dass auf Grund des Endes der Regenzeit und dem Regen letzte Nacht die Höhle nicht zugänglich sei. War sie auch nicht. Dafür gab es für 30.000 Kip für uns alle hier aufgeblasene Traktorreifen und Stirnlampen dazu. Christian und Josua sind als erstes gestartet. Josua saß beim Christian mit im Reifen auf dem Schoß und entlang des Seiles ging es auf dem Wasser in die Höhle.
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| A very eerie exploring trip. (Vang Vieng, Laos) |
Lydia und ich waren danach dran und es war echt eine Erfahrung. Zum Teil trieb man dicht unter der Felsdecke und sehen konnte man so gut wie nichts. Man hielt sich krampfhaft am Seil fest und hörte ein Rauschen immer näher kommen. Schon ein komisches Gefühl, ohne was richtig sehen zu können und mit einem Rauschen, welches auf einen Wasserfall schließen ließ. Bevor wir den Wasserfall erreichten endete das Seil und es ging wieder zurück. Puh! Das war ein echter Nervenkitzel. Draußen vor der Höhle konnten alle noch im Wasser plantschen.
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| Fun in the water. (Vang Vieng, Laos) |
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| Florian loves to splash in the water, too. (Vang Vieng, Laos) |
Besonders Florian schreckte das kalte Wasser nicht im geringsten und wir mussten echt aufpassen, dass er nicht einfach ins Wasser krabbelte.
Als wir uns zum gehen aufmachten, strömten die himmlischen Heerscharen heran. Ganze Gruppen, die dort ankamen. Wie gut, dass wir so früh waren.
Der Rückweg mit dem Rad ging mal wieder durch die sengende Sonne. Diesmal hatte ich aber die Sonnencreme eingepackt.
Das schwierigste am Radfahren hier war, den vielen Kühen auszuweichen, die über die Straße wollten, um gemächlich von einem Wohnzimmer zum nächsten zu schlendern.
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| To many water ox on the streets. (Vang Vieng, Laos) |
Josua hat am Abend die lokale Kinderschaft unterhalten und die ganze Zeit mit denen rumgealbert. Später gesellte sich Lydia noch dazu und man hörte die Kinder bei ihren Spielen nur noch laut lärmen.
Florians Laufambitionen hielten sich stark in Grenzen. Wenn er nicht musste, verzichtet er auch gerne und zog das Krabbeln vor. Dafür schien er ein echt südostasiatischer Junge zu sein. Woran erkannte man das? Sein erstes Wort, was er sagte, war Wasser. Dazu kam, dass er mitdem Konzept Zudecken gar nicht zurecht kam. Es war hier Morgens recht frisch, so dass man sich gut mal zudecken konnte, aber jeder Versuch, Florian unter eine Decke zu bekommen, scheiterte immer in lautem Geschrei und wildem gestrampel, um das ätzende Ding wieder los zu werden.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 4. Oktober 2008
Und dann sollte es auch mal der Touribus sein (Vang Vieng nach Luang Prabang, Laos)
So toll unser Guest-Haus und so lieb auch die Gastgeber waren, die Stadt war unerträglich, so dass wir so schnell wie möglich weiter wollten.
Die Dame des Hauses bot uns an, uns von ihrem Mann zum Busterminal bringen zu lassen. Das war natürlich super, da wir uns so die gut 3 Kilometer Laufen gespart haben. Unser Gepäck lag schon auf der Ladefläche, als der Motor nicht anspringen wollte. Ich meinte auch nur, wie gewonnen so zerronnen. Mit vereinten Kräften der ganzen Familie und der Nachbarn haben wir den Pick-Up angeschoben und er sprang dann doch noch an. Als wir an der Busstation ankamen tauchte eines der Mädels der Familie mit dem Mofa auf und wedelte mit unserer Provianttasche, die wohl im ganzen Trubel einfach neben dem Auto stehen gelassen wurde. Mensch, was war das lieb.
An der Busstation hing ein Aufklärungsbogen, wie man richtig mit dem Mofa unterwegs sei. Josua betrachtete es sich eingehend und fragte dann total verständnislos, warum man denn nicht zu vier Personen auf dem Mofa fahren solle? Das mache doch jeder so.
Wir waren beim Kaufen der Tickets etwas unschlüssig. Der Trip sollte rund 6 bis 8 Stunden dauern, je nach Witterung und sonstigen unerwarteten Ereignissen. Der Touriminibus startete um 9 Uhr, der Expressbus um 10 Uhr und die lokalen Busse sollten frühstens um 11 Uhr aus Vientiane hier vorbei kommen. Also, die lokalen Busse fielen flach, da wir im Dunkeln in Luang Prabang ankommen würden. Und Minibus und Expressbus unterschieden sich preislich kaum, so dass wir uns zum ersten mal glaube ich, wenn man von den Grenzpassagen mal absieht, einen Touribus genommen haben. Der Ticketverkäufer zweifelte so sehr daran, dass wir auf drei Plätze passen würden, dass er uns erst eine Sitzprobe hat machen lassen. Für dreimal 110.000 Kip ging es mit noch zwei weiteren Minibussen dann durch eine wahrhaft spektakuläre Berglandschaft. So berauschend die Landschaft auch war, so wenig war es die sehr kurvige Straße, die dazu führte, dass wir den Minibus einmal anhalten mussten, weil Lydia so schlecht war, dass sie drohte sich zu übergeben.
Kaum auf der Straße, fuhren wir an unseren Kollegen vorbei, die alle auf der Straße standen, während der Minibus mit nur noch drei Rädern am Straßenrand hing. Da hat der Wagen doch glatt ein Rad während der Fahrt verloren. Es sei angemerkt, dass wir in den Bergen auf engen Bergstraßen unterwegs waren und die Abhänge neben der Straße steil und tief. Es dauerte es dann auch ziemlich lange, bis das abgeflogene Rad in der Tiefe von zwei Dorfjungen gefunden und den Abhang wieder nach oben gebracht worden war. Unser Fahrer und auch der dritte Minibus hatten extra gehalten, um zu helfen, so dass wir alle über eine Stunde in der Sonne stehen konnten und mit anschauen mussten, wie die Fahrer die Bremse mit Hammer und Meißel bearbeiteten, da sie das Rad irgendwie nicht wieder draufgeschraubt bekamen. Aber wer braucht schon eine Bremse, um die Berge wieder herunter zu fahren? Da fährt man ausnahmsweise mal mit einem Touribus, um schneller zu sein und dann hängt man ausgerechnet da. Der Expressbus passierte an uns und wir konnten über diese Ironie des Schicksals nur grinsen.
Später haben wir den Expressbus dann doch wieder eingeholt, der selbst mit einem Platten zu kämpfen hatte. So konnte es gehen.
In Luang Prabang kamen wir an der Minibusstation an und wir waren im ersten Moment total verzweifelt, da diese nicht auf unserer Karte eingezeichnet war. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sahen wir aber dann die große Busstation, so dass wir schließlich doch noch wussten, wo wir waren und starteten mal wieder unseren obligatorischen 2 Kilometer Fußmarsch in die Stadt. Unsere Mitreisenden konnten es ja nicht glauben, als sie mit dem Tuk Tuk an uns vorbei fuhren.
Luang Prabang hat auf den ersten Blick einen echt netten Eindruck gemacht. Die Bürgersteige waren hier sogar aus roten Pflastersteinen. Das war schon mal was ganz anderes zu den sonst üblichen Betonplatten. Auch schien Luang Prabang viel reicher. Auf jeden Fall standen hier sehr viele schöne Häuser.
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| Our Guest-Haus is one of this typical wooden houses. (Luang Prabang, Laos) |
Auf der Suche nach einem Guest-Haus schauten wir uns ja mittlerweile immer mehrere an, um das beste für uns ausfindig zu machen. Und da diesmal alle Guest-Häuser nebeneinander lagen und um ihre potentiellen Gäste konkurrierten, fielen dann auch die Preise, so dass wir im Merry Guest-Haus II (70.000Kip das Zimmer) gelandet sind. Ein traditionelles Holzhaus und das erste Mal nach drei Monaten, dass wir alle außer Florian ein eigenes Bett hatten. Das freute besonders Lydia und Josua, da die sich doch oft ganz schön anzickten deswegen. Wir haben auch wieder einen eigenen Balkon, wo wir kochen konnten.
Das vermeintliche Citycenter von Luang Prabang war dann leider doch nicht so schön, wie der Weg von der Busstation. Das Stadtzentrum war eine einzige Tourimeile, wo sich, wenn auch in alten schönen Häusern, ein Restaurant und Guest-Haus ans andere reihten. Ein von Touristen unabhängiges Stadtleben fand dort nicht mehr statt.
Schon krass, wenn ein ganzes Stadtviertel dem Tourismus weicht. Dabei ist der Tourismus hier ein sehr viel exklusiverer als in Vang Vieng. Lauter Kulturinteressierte, die sich hier durch die zwei für sie präparierten Straßen schoben.
Gibt es eigentlich dicke Backpacker? Mir fiel das nur auf, dass hier wieder sehr übergewichtige Westler auftauchten. Etwas, was wir sonst auf den klassischen Backpacker-Routen gar nicht gesehen haben.
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| First time that we all got our own bed |
Es gab einen riesigen Nachtmarkt mit jeder Menge Kunsthandwerk und Essensständen, die überdurchschnittlich teuer waren. Ich weiß nicht, ob wir nur Glück, oder mittlerweile ein Auge dafür entwickelt hatten, aber wir sind an den Touriständen vorbei gelaufen und keine drei Meter weiter stand ein Suppenstand für die lokalen Leute, denn Touris waren hier plötzlich keine mehr und der Preis war auch nur noch die Hälfte.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 5. Oktober 2008
Nicht schon wieder (Luang Prabang, Laos)
Florian hatte sich schon wieder einen Fips geholt und die ganze Nacht gehustet. Wie ich es Leid war. Hoffentlich würde das nicht die nächste Bronchitis geben, denn hier gab es nun gar keine medizinische Versorgung mehr. Und da Lydia von der Busfahrt auch ganz schön lädiert war, haben wir einen Genesungstag eingeschoben. Das passte hervorragend, denn es regnete den halben Tag.
Weil heute Sonntag war, schienen alle Kinder der Nachbarschaft anwesend zu sein und Josua mitten drin. Den haben wir bis zum Abend gar nicht mehr gesehen, da die Kinder hier von Haus zu Haus zogen und spielten.
Bei unserem Einkauf für ein Süppchen haben wir die frischen Nudeln gekauft, die es hier gab und mit Soßen und Pulvern, die wir noch von Fertignudelsuppen übrig hatten versehen. Die Pulver waren mal übrig geblieben, da das Essen uns sonst zu scharf und salzig wurde. Jetzt war dem gar nicht mehr so. Es schmeckte alles viel zu wässrig. Ob unsere Geschmacksnerven sich schon so umgestellt hatten? Christian griff auch schon zur Fischsoße und die Chilisoßen auf den Tischen waren auch ein Muss. Mittlerweile stand ich Morgens manchmal auf und dachte so ein Süppchen wäre jetzt genau das richtige. Dabei war ich definitiv nicht schwanger.
Es war so lausig kalt am Morgen, dass wir alle unsere Pullis angezogen haben und Lydia anscheinend einen Anflug von vorweihnachtlichen Gefühlen bekommen hat. Sie schrieb auf jeden Fall folgende, heitere Geschichte:
Die Kerze
Hallo ich bin die Kerze, Lila Lotta. So nennen mich meine Kollegen, die anderen Kerzen.
Ich liege jetzt schon seit ein paar Wochen mit den anderen auf einem riesigen Berg. Wir sind etwa 168 Mann. Wir waren mal 201 Mann. Pro Tag werden immer 12-20 Kerzen von uns weggenommen. Keiner ist wieder zurückgekommen. Man spricht davon, dass die so genannten Menschen uns kaufen und uns verbrennen.
Eines Tages, wir waren nur noch zu 56 Mann, wurde ich mit ein paar anderen Kollegen auf ein langes Rollband gelegt. Ich hoffte, dass die Maschine bei mir vergisst den Docht einzusetzen, doch leider vergaß mich die Maschine nicht und setzte, genauso wie bei den anderen, den Docht ein. Ich rollte in eine enge Kiste mit den andren Kameraden. Sie wurde zugemacht und wurde in ein Geschäft transportiert. Ein paar Tage später kaufte uns eine Frau für ganze 7,50 Euro und nicht für halbe 7,50 Euro. Wir wurden in ein seltsames Geschöpf gelegt, dass ein riesigen Lärm machte und es wackelte fürchterlich. Als das Ding anhielt wurden wir nach vorne geschleudert. Die Frau holte uns heraus und steckte vier von uns auf einen Kranz. Zwei Tage später, an einem Sonntag, zündete sie die erste Kerze an. Ich war mit auf dem Kranz und sah jeden Sonntag zu, wie ein Kollege nach dem anderen verbrannte. Ich die vierte und letzte Kerze und auch ich verbrannte, wie die anderen.
Als ich am Abend Klebereis geholt habe, schaute eine Australierin total fasziniert in den großen Thermoeimer, da sie nicht wusste, was sich darin befand. Es war schon lustig zu sehen, wie viel wir doch mittlerweile gelernt hatten. Ich wusste am Anfang auch nicht, wo nach ich schauen musste. Das Mädel fragte mich dann ganz entgeistert, ob ich das wirklich essen würde? Warum denn nicht?
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 6. Oktober 2008
Kuang Si Wasserfall (Luang Prabang, Laos)
Eigentlich wollten wir eine kleine Stadtbesichtigung machen, aber irgendwie kamen wir nicht in die Pötte. Ich bin ja fast verzweifelt, da ich keinen Wäscheservice für unter 10.000 Kip und vor allen Dingen per Maschine finden konnte. Alle wuschen sie per Hand. Ich habe es dann aufgegeben und die Wäsche bei unserem Guest-Haus abgegeben. Die meinten, sie würden per Maschine waschen. Ich war mir da nachhaltig nicht so sicher, da draußen auf dem Hof den ganzen Tag ein Mädel saß und Wäsche in großen Wannen wusch. Es war der teuerste Wäscheservice den wir bis jetzt hatten. Das lag an dem blöden Wechselkurs des Dollars.
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| Florian is allways so happy. (Luang Prabang, Laos) |
Wir sind dann auf unsere Rundtour gegangen und wurden von den Tuk Tuk Fahrern gefragt, ob wir zum Wasserfall wollten. Normalerweise reagierten wir ja nicht auf so etwas, aber der Kuang Si Wasserfall stand noch auf unserer To Do Liste und ärgerlicherweise durften Ausländer keine Motorräder in Luang Prabang mieten, wie wir es eigentlich vorgehabt hatten, so dass wir auf Tuk Tuks ausweichen mussten.
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| This picture looks like a fake. It isn't though. (Kuang Si Waterfall, Luang Prabang, Laos) |
Nachdem uns am Morgen irgendjemand vom Guest-Haus die Tour für 30 Dollar verkaufen wollte, waren die Tuk Tuks in der Stadt mit anfänglich 250.000 und dann 150.000 Kip doch schon ein Schnäppchen. Mehr als 100.000 Kip wollten Christian und ich dafür aber auf keinen Fall ausgeben. Es war immer sehr hilfreich, sich im Vorfeld zu einigen, wie viel man eigentlich gewillt war zubezahlen. Wir sind erstmal weiter. Einer der Jungs kam hinter uns her und bot uns schließlich 100.000 Kip für alle an. Das entsprach auch dem Preis, der im Führer angegeben war. Somit haben wir spontan unseren Tagesplan geändert und sind eine Stunde später zu dem Wasserfall gefahren.
Vor allem wegen dem Badespaß hat sich der Ausflug voll gelohnt. Der Kuang Si Wasserfall war wirklich schön.
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| Wow! (Kuang Si Waterfall, Luang Prabang, Laos) |
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| It really looks spectacular. (Kuang Si Waterfall, Luang Prabang, Laos) |
Auf dem Weg sind wir an arbeitenden Elefanten vorbei gekommen, so sah es zumindest aus und durch ein so genanntes Kulturdorf. Was immer das ist. Es stand zumindest auf einem großen Schild. Ein aufgemotztes Dorf für die Touristen. Mmh? Wer's mag.
Wenn man mal von den Blutegeln, die an Christians Beinen hochkrochen, der Schlange die plötzlich vor Christians Kopf baumelte und der Spinne in die Christian beinahe reingegriffen hat absieht, war der Ausflug echt nett.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 7. Oktober 2008
Sightseeing (Luang Prabang, Laos)
Heute musste die Stadt dran glauben. Der Vormittag ging für den Blog und Internet drauf. Das war hier in Laos doch alles etwas aufwendiger. Da aus irgend einem Grund schulfrei war, waren Lydia und Josua die ganze Zeit unterwegs mit den anderen Kindern aus der Nachbarschaft. Lydia fand es tot nervig, kein Laotisch zu können und hat schon eine Reihe von Wörtern aufgefangen, um das Nötigste zu sagen.
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| No joke, the women here do look like that. (Luang, Prabang, Laos) |
Josua war total fasziniert, dass die Kinder sich einfach Chips vom lokalen Suppenstand nehmen durften. Ich vermute, dass es sich bei dem Suppenstand um ein Familienunternehmen handelte, wo die eigenen Kinder, wie auch Nichten und Neffen sich was nehmen durften. Josua tauchte irgendwann total aufgelöst auf, da es auf Grund von Verständigungsproblemen zu Mißverständnissen mit den anderen Kindern kam.
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| Pregnant women having a little nap. |
Am Nachmittag haben wir uns dann doch noch das Stadtzentrum von Luang Prabang angeschaut. Da schien ja gar nichts mehr von der eigentlichen Stadt übrig, nur noch Infrastruktur für Touristen. Echt schade. Die Klöster haben wir uns nur von außen angeschaut, da die Eintrittsgebühren zum Teil sehr hoch waren und wir mittlerweile wirklich genug Wats gesehen hatten. Die unterschieden sich alle ja doch nur marginal. Ist hald genauso wie mit Kirchen. Kennst du eine, kennst du alle.
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| So many beautyfull handy craft. (Luang Prabang, Laos) |
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| I love such colourfull stuff. (Luang Prabang, Laos) |
Ich war ja nachhaltig fasziniert über die unterschiedlichen Reiseformen. Hier musste ich einen Reisebus mit alten Herrschaften beobachten, wie er einmal kurz an den lokalen Essensständen hielt, damit alle ein Foto von einem "echten laotischen Markt" machen konnten, um dann anschließend den gesamten Bus am überdachten, sauberen Touristenkunsthandwerksmarkt auszukippen. Auf der einen Seite fand ich es gut, dass es viele unterschiedliche Formen gibt, ein Land zu bereisen. Auf der anderen Seite fragte ich mich immer, was diese Reisenden von solchen Trips mitnehmen, denn sie müssen sich doch eigentlich darüber bewusst sein, dass diese Art des Reisens eine einzige Inszenierung zu sein scheint.
Die schönen T-Shirts, die ich in Vientiane gekauft habe waren leider schon kaputt, so dass ich bei einer Näherei, die eigentlich traditionelle Sachen nähte, nachgefragt habe, ob sie mir nicht mal eben den Saum übernähen könnten. Unsere Stofftasche, die bis jetzt als Provianttasche gedient hatte, war leider irreparabel kaputt. Also sind Christian und ich hier noch auf den Souvenirnachtmarkt, der wirklich riesig war und einfach schöne Sachen anbot. Ob die authentisch waren, oder doch nur "Made in China" war mir egal.
Wir haben eine wunderschöne Tasche gefunden und ich war total glücklich, endlich auch mal was kaufen zu dürfen und nicht immer nur sehnsüchtigst alles anzuschauen.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 8. Oktober 2008
Nach Norden (Luang Prabang nach Udomxai, Laos)
Wir hatten überlegt, ob wir den klassischen Boottrip von Luang Prabang nach Huay Xay machen sollten. Alle, die wir jedoch getroffen hatten und die diesen Trip gemacht hatten, schienen nicht wirklich begeistert zu sein. Für zwei Tage auf unangenehmen Holzbänken mit viel zu vielen anderen Touristen eingepfercht zu sein und das bei dem Fluss. Der Mekong war hier alles andere als schön. Also haben wir umdisponiert und fuhren jetzt durch den Norden auf dem Landweg nach Thailand.
Die berühmte Mönchsfütterung in Luang Prabang haben wir auch sein lassen, da wir dies schon des öfteren jetzt erlebt haben. Besonders beeindruckend war letztens erst Vang Vieng, wo eine riesige Gruppe von quietschorangenen Mönchen früh am Morgen in einer Reihe am Straßenrand stand und sang. Selbst die Flip Flops und die Regenschirme gegen die Sonne waren bei denen quietschorange.
Wir sind dann wieder, nur diesmal zur anderen Busstation in Luang Prabang, gelaufen. Die Entfernungsangaben waren etwas indifferent. Von 4-6 Kilometern war alles angegeben. Aber mal ganz ehrlich. Das waren nicht mehr als zwei Kilometer. Wenn man die Abkürzung über die alte Brücke nahm und auch nicht direkt im Stadtzentrum startete.
An der Busstation trafen wir auf weitere Traveler, die mit uns schon nach Luang Prabang gefahren waren. Uns erkannte jeder wieder und ich war dankbar für mein gutes Personengedächtnis. Das war sonst immer so peinlich, wenn man gegrüßt wurde und keine Ahnung mehr hatte, wer das denn eigentlich war.
Der Bus um acht war leider schon voll, also haben wir auf den nächsten Bus gewartet. Das heißt, wir haben so lange gewartet, bis der nächste Minibus (3x60.000 Kip) voll war. Das Dach war dann auch so voll geladen, dass die Hühner beim besten Willen nicht mehr mit konnten.
Auf der ersten Hälfte der Strecke waren die Straßenverhältnisse sehr gut und die Landschaft durchaus nett anzuschauen. Unser Fahrer hatte es so gar nicht eilig und hielt in jedem noch so kleinen Dorf an, um ein Fahrrad los zu werden, wo er aber wohl nicht wusste, in welches Dorf das denn nun sollte. Die Fahrzeit verlängerte sich damit um zwei Stunden, aber wir haben dafür so viel gesehen. Es war mit Abstand die interessanteste Fahrt, die wir bis jetzt hatten. Da war zum einen das frisch verheiratete Pärchen bei uns im Bus. Waren die süß. Die konnten die Finger gar nicht von einander lassen. Endlich durften die sich wohl anfassen. Vor der Ehe ist das ja strickt untersagt. Und dann diese schmachtenden Blicke. Das hätte keine Liebesschnulze im Fernsehen besser hingekriegt. Und immer wenn sie den Florian beobachteten, tuschelten sie sich was in die Ohren. Ich nehme an, dass es sich um die Kinderwünsche der beiden handelte. Zum anderen haben wir die Kinder in den nach allen Seiten offenen Dorfschulen beobachten dürfen, wo auf dem Schulhof die Kühe weideten, wie man sich am Brunnen mit Sarong wäscht und wie die Leute ihre Tiere von A nach B bringen. Und überall saßen Frauen und Mädchen, die webten oder stickten. Ich war durchaus davon überrascht, denn ich hätte vermutet, der ganze Tourikram würde in China oder zumindest in größeren Einrichtungen hergestellt. Aber die Dörfer schienen tatsächlich etwas von den Sachen selber zu produzieren.
Wir haben arbeitende Kinder gesehen und die Körbe, welche mit einem Trageriemen um den Kopf getragen wurden. Chilies, die auf den Hausdächern getrocknet wurden, schweinchenfarbende Wasserbüffel, die hier und da zu Verkehrsstaus führten, Kinder die einfach vor die Hütte gingen, um sich zu erleichtern, stillende Mütter, Dorfversammlungen, ausgelassene Kinderscharen, die im nahegelegenen Bach tobten, Werbeplakate, die als Wanddekoration in den Häusern hingen und Müllsammelstellen, wo wohl der Müll des ganzen Dorfes gesammelt wurde. Trotz des Schlamms, in dem die Dörfer standen, waren sie verhältnismäßig sauber. Einige Hütten hatten sogar Blumen vor dem Haus. Etwas, was wir in Kambodscha gar nicht gesehen hatten. Jedes größere Dorf besaß auch einen Dorfplatz, um den sich die Hütten ausdehnten und sehr arme Dörfer befanden sich nur auf dem schmalen Streifen zwischen Straße und Abhang. Das waren manchmal nicht mehr als drei Meter. Das diese Häuser bei einem Erdrutsch sofort weg sein würden versteht sich wohl von selbst. Wir konnten auch die Reisernte beobachten und sehen, wie der Reis per Hand gedroschen wurde und ich weiß jetzt endlich, wie reifer Reis aussieht. Das war mir vor drei Monaten noch ein Rätsel. Überhaupt waren jetzt ganz viele Früchte reif und wir konnten bestaunen, an welchen Bäumen diese eigentlich hingen.
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| Bus station of Udomxai (Laos) |
Sehr spannend war auch die Erfahrung, dass es möglich schien zu erkennen, ob eine Familie wohlhabender als die andere war. Klar, die besonders reichen besaßen Steinhäuser, aber auch bei den Hütten ließen sich Unterschiede ausmachen. Zum Beispiel, ob es eine Treppe gab oder nur eine Leiter. Ob die Stelzen, auf denen das Haus stand, aus Holz oder Beton war, ob die Wände aus Bambusmatten oder schon aus Holzbretter waren, ob die Dächer noch aus Bananenblättern bestanden oder schon aus Wellblech.
Das Dorf, wo das Fahrrad hin sollte, wurde dann aber doch noch gefunden. Der zweite Teil der Strecke war vergleichsweise schlecht ausgebaut. Einmal schlug das Auto so hart bei einem Schlagloch auf, dass es hinterher bedenklich quietschte. Das schien aber sonst niemanden zu stören. Auch, dass bei jedem Halt dem Auto Steine und Stöcke vor die Räder gelegt werden mussten, vermutlich weil die Bremsen nicht richtig funktionierten, machte das Fahrzeug nicht vertrauenswürdiger.
In Udomxai angekommen war die Busstation, oh Wunder, nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt.
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| Streets of Udomxai. (Laos) |
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| Nice evening walk. (Udomxai, Laos) |
In Udomxai angekommen war die Busstation, oh Wunder, nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Udomxai war eigentlich eine Stadt, welche angeblich für die chinesischen Trucker existierte. Somit bekam man jede Menge chinesische Sachen und hörte auch viele Leute Chinesisch sprechen.
Die Gelegenheit wollten wir uns nicht nehmen lassen und haben es mal mit chinesischem Essen versucht. Ich weiß wirklich nicht, was da alles drin war. Das eine sah aus wie Algen und das andere wie Pilze, aber ich war mir nicht sicher. Aber das wirklich kuriose an diesem Essen war, dass keiner von uns sicher war, ob das auch wirklich ein Restaurant war. Wir haben ja nachhaltig das Gefühl im Wohnzimmer der Familie gelandet zu sein. Und geschäftstüchtig wie die Chinesen nun mal sind, haben die für uns gekocht. Alles in allem war es eines der lustigsten Abendessen, die wir so hatten.
Udomxai war ein nicht schöner Ort, aber auch nicht hässlich.
Die Stadt hatte ihre eigene Atmosphäre. Ich mochte so etwas, warum auch immer. Vielleicht weil die Stadt so nichtssagend war und es an einem selber lag, was man daraus machte. Also alles war möglich.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 9. Oktober 2008
Da ist doch schon die chinesische Grenze (Udomxai nach Luang Nam Tha, Laos)
Da es Morgens hier so schweinekalt war, war Florian dick eingepackt als wir loszogen, da er, nachdem es in Luang Prabang besser geworden war, schon wieder hustete und schniefte.
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| Soup stall at the morning market. Florian is getting an extra portion of noodles. (Luang Nam Tha, Laos) |
Die Strecke, die wir heute mit dem Bus zurückgelegt haben, war weniger schön, sonder eher bedrückend. Wie wir erst später erfuhren hatte hier ein schwerer Taifun gewütet.
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| The banana bloom is allways in the soup. (Luang Nam Tha, Laos) |
Die entstandenen Schäden durch Erdrutsche waren gravierend. Flussufer waren einzige Schlammwüsten und ganze Straßenstücke waren abgebrochen und davon gespült, sowie ganze Häuser und Dörfer. Man konnte noch Hausreste unter den Schlammmassen hervorschauen sehen. Ein Tal war so stark betroffen, dass es wirklich wie ein Trümmerfeld aussah. Der Fluss hatte in gut 10-15 Meter Radius des Ufers Unmassen an ganzen Bäumen samt Wurzeln angeschwemmt, die das halbe Dorf mitgerissen haben. Die Aufräumarbeiten liefen noch, wenn man die drei Männer mit Axt so bezeichnen konnte. Von internationaler Hilfe war hier keine Spur. Wahrscheinlich kam das regelmäßig vor und keine Sau interessiert sich dafür. Ich fand es echt erdrückend, so etwas mal live zu sehen. Wer weiß, wer alles in den versunkenen Häusern gewesen war, als die Schlammlawinen kamen.
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| Young aubergines which you can eat without cooking. (Luang Nam Tha, Laos) |
Als wir dann einen Grenzposten streiften, haben wir erst realisiert, wie dicht wir schon an der chinesischen Grenze waren.
Die Straße wurde auf einmal herausragend gut und die neue Umgehungsstraße für Luang Nam Tha hatte auch leider wieder ein neues Busterminal, welches 10 Kilometer außerhalb lag. Das musste so neu sein, dass selbst die Einheimischen sich tierisch ärgerten, dass der Bus nicht durch die Stadt fuhr. Zusammen haben wir dann alle (zum Glück mit den Laoten) ein Sammeltaxi in die Stadt genommen.
Die Guest-Hausverhandlungen waren diesmal echt zäh (Zuela Guest-Haus).Als wir uns dann endlich geeinigt hatten, hieß es, wir könnten nur eine Nacht bleiben, da das Guest-Haus morgen ausgebucht sei. Also haben wir unsere Sachen wieder gepackt und wollten gerade gehen, als sie meinten, wir sollen doch ins große Familienzimmer ziehen. Das war echt luxuriös. Und endlich gab es mal Gitternetze auch vor den überall üblichen offenen Belüftungssteinen. Da hatte ja mal jemand mitgedacht, dass die Mücken auch dadurch fliegen und sich nicht nur an die Fenster halten.
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| Honey in the original wrapping. (Luang Nam Tha, Laos) |
Die Kinder hatten einen Garten und wieder jede Menge andere Kinder zum spielen. Und der Morgen- wie auch der Nachtmarkt waren herausragend. Letzterer war auch nur über die Straße, so dass wir es wirklich sehr bequem hatten. Das laotische Essen war nachhaltig herausragend gut.
Nur Florian schien jetzt wieder richtig krank zu werden. Er lag letagisch im Bett und starrte mit glasigem Blick in die Luft. Scheiße! Wenigstens hatte er heute mal was anderes als Sticky Rice gegessen. Der brauchte echt Vitamine.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 10. Oktober 2008
Rumhängen (Luang Nam Tha, Laos)
Da sowohl Florian als auch Lydia Fiber hatten in der Nacht hingen wir heute mal ein bisschen rum.
Luang Nam Tha, ich hätte es nicht für möglich gehalten, zog durchaus Touristen an. Von hier aus starteten unzählige Touren zu unzähligen verschiedenen Hilltribes.
Wir nahmen dies zur Kenntnis und hielten es, wie der Lonely Planet es so trefflich schrieb: "Hike all the peaks, visit all ethnic minorities, and read all the anthropological studies you want, but nothing gets you closer to the real .... (country) than hopping on the sweltering, unconfortable, yet somhow exhilarating economy buses. It`s a cultural experience like no other" (2008, Lonly Planet, Southeast Asia on a shoestring).
Wahrscheinlich verpassen wir jetzt was, da dieses Trekking zu den Hilltribes hier so gehypet wurde und überall hieß es Hilltribe, Hilltribe, Hilltribe. Das erschien uns so, als würde man in den Alpen Urlaub machen, um mal echte Bayern aus der Nähe zu betrachten. Aber bitte mit Lederhosen und Pfeife wie bei Heidi.
iminierend? Sie würden sogar 30% des bezahlten Geldes erhalten. Ist doch schön. Die Familie soll ja nicht vom Tourismus abhängig werden, wie zum Beispiel der Touranbieter, der dann ja wohl die restlichen 70% einkassiert. Oder? OK, das stimmt so nicht. Der Guide, der dich durch den Großstadtdschungel zur Haustür der Familie führt und klingelt, bekommt ja auch noch was und auch die Gemeinde, die sich bereit erklärt hat, Homestays zu akzeptieren. Hört sich absurd an, nicht? Wird aber hier als große Errungenschaft unter dem Stichwort "Ecotourism" mit großer Unterstützung durch internationale Organisationen betrieben.
Ich wurde mit diesem Konzept einfach nicht warm und hielt es für ein schwieriges Konzept, welches seine ganz eigenen Probleme mit sich zu ziehen schien.
Ein Mädel saß hier wirklich und las gerade ein ethnologisches Buch über die hiesigen Minoritäten. Das war nicht verwerflich, da ja Lesen bekanntlich bildet. Das Groteske an dieser Situation war, dass sich das Mädel ganz offensichtlich von der Hilltribefrau beim Lesen belästigt fühlte, die in klassischen Trachten vor ihr stand und ihr Handwerkskunst verkaufen wollte. Da will man sich in Ruhe sachlich informieren und wird unmittelbar mit der nicht ganz so romantischen Realität konfrontiert. Das war schon echt blöd und meinerseits wohl eine böse Unterstellung. Wenn sie fertig mit lesen sein würde, nimmt sie sich bestimmt auf ihrer bezahlten Trekkingtour die Zeit, sich diese Menschen aus der Nähe anzusehen. Aber wer hat die denn bitteschön schon vorher auf das Grundstück gelassen?!
Josua hat den ganzen Tag hier mit den Kindern des Hauses rumgetobt. Dem brauchten wir auch nichts mehr zu Essen zu kaufen, da er mittlerweile immer bei den Familien mit aß.
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| Cool toys. (Luang Nam Tha, Laos) |
Von der Welt-Wirtschaftskrise, welche gerade sämtliche Banken der westlichen Nationen kurz vor den Ruin brachte, haben wir hier gar nichts mitbekommen. Das Laotische Geld war vor dem Crash nichts wert und nach dem Crash hat sich daran nichts geändert (laut Yahoo-Finance entsprach 1 Dollar dem Gegenwert von 0 Kip). Somit konnte man wohl sagen, dass es sich um eine krisensichere Währung handelte. Immerhin war der Dollarkurs von 1,60 Euro auf 1,35 Euro kontinuierlich gefallen seit wir gestartet sind. Gut für uns.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 11. Oktober 2008
Und noch ein Tag Luang Nam Tha (Luang Nam Tha , Laos)
Nachdem Florian und Lydia den gestrigen Tag über quitschfidel waren, haben am Abend beide wieder Fieber bekommen, so dass wir uns entschieden haben, noch einen Tag länger hier zu bleiben.
Wir wohnten hier sehr gut und es gab sowohl einen Morgen- wie auch einen Nachtmarkt mit exzellentem Essen. Letzterer war auch nur über die Straße, so dass wir es wirklich sehr bequem hatten.
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| Just letting time pass. (Luang Nam Tha, Laos) |
Morgens gab es hier wie in Vietnam allgemeine Beschallung. Carmen hatte uns in Vietnam erzählt, dass unabhängig von der gespielten Nationalhymne nur die Preise im Supermarkt durchgegeben werden. Problem, hier gab es weit und breit keinen Supermarkt.
SSo und jetzt muss ich doch endlich mal eine Story loswerden, die uns schon seit unserem ersten Besuch in Hue (Vietnam) begleitet.
Da wir dort ja uneingeschränkten Zugriff auf das Internet hatten, hatte ich so vor mich hin recherchiert, ob ich nicht vielleicht für die ein oder andere Zeitung einen Artikel schreiben könnte. Dabei bin ich über eine Anzeige einer Produktionsfirma gestolpert, die Menschen suchten, die im Konflikt mit ihren Eltern stehen, da sie ein anderes Leben mit ihrem eigenen Nachwuchs führen als die Eltern für richtig halten.
Das erinnerte mich ein wenig an unsere anfänglichen Schwierigkeiten, besonders mit Christians Mutter. Aus Spaß hatte ich mal eine Mail hingeschickt, mit dem Link zu unserem Blog. Und innerhalb einer Stunde kam auch schon eine Antwort. Man sei ganz begeistert von dem, was wir tun und wir würden wohl von der Thematik gut in das Sendekonzept passen. Soweit noch alles im grünen Bereich. Der Vorschlag, der dann kam, war so unerwartet, dass ich mich vor Lachen gar nicht mehr einkriegen konnte, so absurd klang es. Man schlug uns vor, unsere Eltern zu uns zu schicken, um so die erforderlichen Aufnahmen zu drehen. Heftig, aber sehr amüsant. Also hab ich mal bei meiner Mutter angefragt, wie es ausschaut, ob sie uns nicht mal besuchen möchte. Sie fand die Idee auch ganz lustig. Christians Mutter hat gleich abgelehnt, da sie ihr Prestige gefährdet sah.
Meine Mutter wurde dann auch von der Produktionsfirma kontaktiert und unsere Story durchlief die verschiedenen Bewerbungsverfahren bis hin zum Sender, der uns ebenfalls unbedingt haben wollte. Es sollte ein Casting via Telefon oder Skype jetzt folgen.
Man muss solche Produktionen, die sich auf Konfliktthemen konzentrieren, durchaus mit Vorsicht genießen, da es letztendlich doch immer um die Einschaltquote geht.
Gestern habe ich dann die Absage geschickt.
Nach dem Florian an zwei aufeinander folgenden Abenden Fieber hatte, vielleicht waren es auch nur die Backenzähne die gerade durchbrechen, war er wieder quietschfidel.
Er pusselte hier begeistert mit einem anderen kleinen Jungen rum, der gerade mal drei Monate älter war als er, aber schon fit wie ein Turnschuh auf zwei Beinen unterwegs war.
Ich weiß nicht, ob es Florian inspiriert hat oder ihm die Knie vom Krabbeln weh taten, denn er krabbelte mittlerweile auf allen Vieren, also nicht mehr auf den Knien. Auf jeden Fall stand er auf einmal einfach auf und lief gute fünf Meter. Das fand er so klasse, dass er den Abend über damit weiter machte.
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| Florian having fun with other kids. (Luang Nam Tha, Laos) |
Auch sein sprechen wurde besser. Alles was mit Wasser zu tun hatte, erkannte er sofort. Der Wasserfall auf einem Bild, wie auch die Dusche wurden mit Wawa bezeichnet. Baba wies auf die Banane hin und Mamam ließ sich mit Hunger übersetzen.
Wir sind im Guest-Haus auf einen Amerikaner getroffen, der voller Erstaunen das Reisen mit Kinder als möglich feststellte. Er war so begeistert und fasziniert über unsere Reise, dass er fragte, ob er uns in seinem Blog erwähnen dürfe (eastasiayatra.blogspot.com). Denn er hätte in den USA ganz viele Pärchen mit Kindern als Bekannte, die steif und fest behaupten würden, Reisen mit Kindern sei nicht möglich und er wolle ihnen unbedingt zeigen, dass es doch ginge.
Wenn es uns wirklich gelingen sollte, die Botschaft zu vermitteln, dass das Leben mit Kindern auch ohne Einschränkungen möglich sei, dann hätte sich diese Reise auf jeden Fall schon gelohnt. Kinder sind kein Hindernis, nur man selbst und seine festgefahrenen Bilder im Kopf.
Und jetzt noch eine kleine Geschichte mal wieder zur Entwicklungshilfe. Ich stehe dieser ja sehr zwiegespalten gegenüber. Und dieses wohl zu Recht.
Im Guest-Haus wohnte ein junger Typ, nicht älter als zwanzig. Er hatte gerade Abi gemacht und war über den deutschen Entwicklungsdienst jetzt für ein Jahr in Laos als Volunteer. Sehr löblich kann man denken, dass bildet und ist eine tolle Erfahrung. Wenn man sich aber mal die Konditionen anschaute, zu welchem Preis der Junge das machte, dann bekam ich dass Kotzen. Es handelte sich immerhin um den deutschen Entwicklungsdienst.
Es gab wohl gerade mal 100 Euro im Monat, das reichte selbst in Laos nicht zum überleben. Ich weiß zwar nicht, was er sonst noch für Dinge bezahlt bekam, aber ich nehme an, dass ganze war "sponsored by Mami und Papi". Eine reichlich großzügige Spende an die Entwicklungshilfe wie ich fand. Es ging aber noch weiter. Der Junge hatte gemäß seinem Vertrag, nur zwei Wochen Urlaub im ganzen Jahr. Das wäre nach deutschem Arbeitsrecht schon gar nicht zulässig, wenn ich richtig informiert bin. Diese zwei Wochen durfte er aber nicht frei nutzen, sondern musste in dieser Zeit Seminare in Vientiane besuchen. Ob er für Transport und Unterkunft dort auch noch selber aufkommen musste, weiß ich nicht, aber ich fand das auch so schon heftig. Ausgerechnet solch eine Organisation, wo man doch meinen könnte, dass diese ganz besonders an ethische und moralische Grundsätze gebunden sei, beutet ihre Angestellten, oder wie immer man diese Arbeitsverhältnisse nennen möchte skrupellos aus. Alles unter dem Denkmantel des guten Zweckes und der potentiellen Chance des jungen Menschen einen richtigen Job dort zu bekommen. Mmh?
Das krasseste aber an der ganzen Sache war, dass er hat nichtmals eine anständige Aufenthaltsgenehmigung bekommen hatte, so dass sein Pass einkassiert wurde. Wenn der deutsche Entwicklungsdienst das jetzt nicht für ihn regelt, hätte er ein echtes Problem an der Backe.
Ich würde meinen Kindern niemals erlauben, so ein menschenfeindliches System durch ihre Anwesenheit und durch mein Geld, wohl gemerkt, zu unterstützen.
Apropos, wir hatten jetzt auch erfahren, was in Laos passiert ist. Kurz bevor wir nach Vientiane gekommen sind, muss dort das schlimmste Hochwasser seit 8 Jahren geherrscht haben. Deshalb lagen überall noch Sandsäcke. Wir hatten uns ja schon gefragt, ob der Mekong immer so hässlich und kahl an den Flussufern aussieht.
[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 12. Oktober 2008
Josuas und Lydias Thailandvisum gecancelt! Ähh, und jetzt? (Luang Nam Tah, Laos nach Chiang Kong, Thailand)
Als erstes an diesem Morgen erhielten wir die Nachricht, dass es keinen direkten Minibus nach Huay Xay gibt. Für gewöhnlich kamen wohl die Minibusse, die die Touris von Huay Xay nach Luang Nam Tha gebracht haben, für ihre Rückfahrt bei den Guest-Häusern vorbei, um nicht leer zurück zu müssen. Heute leider nicht, so dass wir mit einem Tuk Tuk zur Busstation mussten. Zum Glück waren noch mehr Gäste da, die uns begleiteten, so dass der Preis von 20.000 Kip für uns alle fünf OK war.
Und Laos wäre nicht Laos, wenn in Laos nicht all das passieren würde, was man sich für Südostasien eigentlich vorstellte. So musste auf unserer letzten Buspassage in Laos auch noch der platte Reifen vorkommen. Der Bus wurde langsamer, man hörte ein lautes Zischen und das war's. Reifen platt! Man macht es sich für 20 Minütchen am Straßenrand bequem und dann war die Sache auch schon wieder gegessen.
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| First time on our trip that we had a flat tyre. (near Huay Xay, Laos) |
Weiter ging's, leider nicht nach Huay Xay rein, sondern mal wieder zur neuen Busstation stolze 7 Kilometer außerhalb. Die neue Straße, die die Chinesen gebaut haben, ist diesbezüglich echt kein Segen, zumal diese auch nicht richtig befestigt war, so dass Teile schon wieder abgebrochen, oder unter Erdrutschmassen verschwunden waren.
In Huay Xay waren wir uns total unschlüssig, was wir machen sollten. Auf Grund der Tuk Tuks, die wir zwangsläufig nehmen mussten, war unsere Geldkalkulation echt knapp. Sollten wir nochmal Kip holen und auf der laotischen Seite übernachten, oder sollten wir direkt nach Thailand weiter?
Unschlüssig haben wir uns mal den Grenzposten und die Boote angeschaut, die über den Mekong fuhren.
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| Yet another border crossing. (between Laos and Thailand) |
Wir haben uns dann für Thailand entschieden. Es war sogar möglich, die Hand voll übrig gebliebener Kip in Baht zu tauschen.
Ausstempeln war ja nie so eine Sache und für Thailand hatten wir unser Visum ja schon, so dass doch alles klar sein sollte, dachten wir.
Die thailändischen Grenzbeamten waren auch gut gelaunt und stempelten munter alle unsere Pässe, so dass ich mich zurück lehnte und zufrieden fest stellte, dass wir jetzt sogar 60 Tage in Thailand bleiben konnten. Prima!
Und dann ging das Theater los. Da Lydia und Josua auf Christians Pass nach Laos ein und wieder ausgereist waren, haben sie natürlich keinen Ausreisestempel von Laos in ihrem Pass gehabt. Was uns eigentlich egal war, da sie ja ordnungsgemäß einen Einreisestempel nach Kambodscha hatten, so dass sie Thailand fristgerecht verlassen haben.
Die Beamten sahen das irgendwie anders, sammelten unsere Pässe wieder ein und teilten uns mit, nachdem sie die Entry Cards der Kinder plus deren Thailandvisa rausgerissen und durchgestrichen hatten, dass diese Visa gecancelt seien. Bitte? Und jetzt?
Die Pässe wurden gedreht und gewendet, man telefonierte und wir standen nur fassungslos da. Sollte Lydia und Josua tatsächlich die Einreise verwehrt bleiben?
Aber wie immer in Südostasien fand sich eine Lösung. Gott sei Dank. Der Beamte gab uns die Kinderpässe und forderte uns barsch auf, diese verschwinden zu lassen. Dann tackerte er die Departure Cards der Kinder, die man brauchte um Thailand wieder verlassen zu können, alle in Christians Pass und meinte, dass Josua und Lydia jetzt auf Christians Visum reisen müssten.
Hoffentlich würde das nicht tierischen Ärger geben, wenn wir ausreisen, denn in Thailand meine ich, brauchten Kinder zumindest einen eigenen Kinderausweis. Auch kann sich das ganze Theater an der Grenze zu Malaysia wiederholen, denn die Kinderpässe bekamen ja dann auch keinen Ausreisestempel aus Thailand. Wir würden sehen, was passiert und hoffen, dass es funktionierte. So schnell konnte sich das sparen am falschen Ende rächen.
In Chiang Kong haben wir etwas gesucht, bevor wir ein Guest-Haus gefunden haben (Baan Fai, 200 Bhat). Wir hatten leider keinen eigenen Thailandführer, so dass unsere Informationen etwas beschränkt waren. Insbesondere hatten wir keine Karte. Der Guest-Hause-Standard war auch wieder extrem niedrig im Vergleich zu Vietnam und Laos. Eigentlich komisch.
Und es war echt spannend nach so langer Zeit wieder in Thailand zu sein. Wir haben so viel gelernt in den letzten Monaten, so dass ich durchaus mit einem Schmunzeln sagen konnte, "was waren wir naiv am Anfang". Thailand war nicht so billig, wie ich immer glaubte. Es nahm sich alles nicht so richtig viel.
Thailand wirkte so normal gegen Laos. Es gab wieder alles zu kaufen und noch mehr. Die Kinder waren schon ganz jeck endlich wieder Taschengeld zu bekommen, um shoppen zu gehen.
Fazit Laos
Wenn man uns fragt, welches denn das schönste der Länder war, die wir besucht haben, dann ist die Antwort für uns alle klar: "Laos". Laos hatte einen Charme. Ich würde Laos als das liebevollste und süßeste aller bis jetzt bereisten Länder beschreiben. Das traf es wohl ganz gut. So viel Familienanschluss wie dort hatten wir wirklich noch nie.
Die unglaubliche Ruhe, mit der fast alles angegangen wurde, strahlt auf sehr sympathische Art und Weise aus. Da es hier nur ein sehr eingeschränktes Warenangebot gab, musste ich mir gar nicht erst die Mühe machen Preise zu vergleichen etc.. Ich hätte nicht gedacht, dass Konsum so stressen kann. Die Abwesenheit dessen, schafft unglaublich viel Zeit und Raum.
Selbst die Mücken schienen so "laid back", dass wir kaum Probleme mit denen hatten. Im Gegensatz zu Thailand, wo man noch nichtmals richtig eingereist war und schon fielen sie über einen her.
Also wer die innere Ruhe sucht, der sollte in Laos anfangen zu suchen.
Fazit Josua
Laos fand ich so einigermaßen gut. Netter als in Kambodscha. Ist halt schön. Das Essen war super und der Fisch war super. In Savannakhet war es gut, weil wir da mein ABC Memory gemacht haben. Dann kann ich besser Buchstaben lernen. Und weil Flo laufen gelernt hat.
Nicht gut fand ich die Busse, weil die Straßen nicht perfekt waren. Die letzte Straße war perfekt und auf einmal war da ein Loch, wo ein Laster herunterfallen konnte, weil der Berg runter gekommen ist.
Mit den Kindern spielen war super. Die waren so nett und ich habe auch ein bisschen Laotisch gelernt.
Vang Vieng fand ich nett. Mit dem Reifen fand ich lustig.
Und da fiel der Reifen vom Bus ab.
Fazit Lydia
Laos fand ich eigentlich sehr schön, weil die Menschen sehr nett sind, auch wenn es ärmer als Kambodscha ist. Vientiane war am schönsten wegen dem guten Essen. Vang Vieng war von der Landschaft schön, aber die Stadt war ein blöder Touriort und total teuer.
Savanakhet hatte ein schönes Guest-Haus in dem wir gut spielen konnten. Tha Khaek war am Fluss sehr schön. Das Guest-Haus war nicht so schön, weil sie meinten, dass wir die Toilette kaputt gemacht hätten.
Luang Prabang, da hatten wir viele Kinder zum spielen und es gab gute Rotti zum essen. Udomxai fand ich sehr schön, weil ich sehr gut im Bett schlafen konnte. Luang Nam Tha fand ich schön, weil das Guest-Haus schön war und weil wir dort so ein großes Plastikauto zum spielen hatten. Ansonsten war es sehr langweilig.
Die Grenze war gut, da wir mit dem Boot über den Mekong gefahren sind.