Weltreise
mit drei Kindern

Vietnam

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 18. August 2008

Wenn's mal wieder länger dauert (Phnom Penh, Kambodscha nach Chau Doc, Vietnam)

Jetzt war die Zeit in Kambodscha doch noch rasend schnell vergangen.

Auf dem Mekong sollte es dann über die Grenze bis nach Chau Doc in Vietnam gehen.

Der Beifahrer des Minibusses nutzte die Fahrt, um seine Besorgungen zu erledigen. Sei es am Straßenrand zu halten um zu pinkeln oder etwas einzukaufen.

Im Bus waren wir zu elf Travellern. Ausgekippt in einem Hinterhof um noch schnell etwas an uns zu verkaufen, konnte uns das Treiben egal sein, da wir unseren Proviant schon besorgt hatten.

Auf dem Boot ging es weiter. Einer der Bootbegleiter meinte, wir müssten unbedingt bei ihm vietnamesische Dong zu einem vor allen Dingen wohl für ihn sehr vorteilhaftem Kurs tauschen. Ging aber alles auch hervorragend ohne.

Christian brauchte fast eine Stunde, um all unsere Einreiseformulare auszufüllen.

Die kambodschanische Seite des Mekongs zeichnete sich vor allem durch den sehr großern braunen Fluss mit Grün an den Rändern aus.

Florian inspects the Mekong and Christian is filling out the forms. (Mekong River, Cambodia)
By the time it is getting boring to watch brown water. (between Cambodia and Vietnam)

Zum Ausstempeln mussten wir das Boot kurz verlassen und eine Militärbasis betreten, die den Charme eines Jugendfreizeitheims hatte, mit Badmintonfeld in einem nett angelegten Innenhof, umrandet von kleinen Baracken. Die Soldaten saßen dort mit ihren Familien in der Sonne und ließen es sich gut gehen.

Danach ging es mit dem Boot weiter ins Niemandsland zwischen den Ländern. Hier mussten wir das kambodschanische Boot dann ganz verlassen, um in ein anderes auf der vietnamesischen Seite zu steigen.

Zu erst mussten wir aber durch die Gesundheitskontrolle, wo es für 2000 Dong (26000 Dong waren ca. 1 Euro) pro Person, kleine Zettelchen gab, auf denen wohl stand, dass wir alle Gesund wären. Zum Glück konnten wir die dort arbeitenden Beamten auch in Dollar auszahlen, so dass sich unsere noch nicht besorgten Dong an dieser Stelle nicht als hinderlich erwiesen.

Dann tauchte ein Typ auf, der unsere Pässe haben wollte, um sie angeblich stempeln zu lassen. Während die anderen Traveller ihre bereitwillig rausgaben, taten wir uns echt schwer, unsere fünf Pässe irgendjemanden in die Hand zu drücken.

Ich wollte gerne mitkommen, um die Pässe stempeln zu lassen. Das ging aber angeblich an der vietnamesischen Grenze nicht.

Ich schaute ihn an und meinte, dass es sich hier nicht um irgend ein Papier handele, sondern um unsere Pässe. Ja, ja, er wolle sie für uns stempeln lassen und wir sollten so lange in das Restaurant gehen und etwas essen, während wir auf die Pässe warteten. Ahh! Daher wehte der Wind. Nun gut, wir hatten sowieso keine Wahl. Und angeblich war es verboten vor dem Restaurant zu warten.

Wir durften nun eine Stunde in diesem überteuerten Restaurant sitzen und hoffen. Die Anspannung war uns vermutlich ins Gesicht geschrieben, ich fühlte mich zumindest so. Ständig kam jemand und wollte uns nötigen etwas zu bestellen. Wir verwiesen, zum Unmut der unfreundlich blickenden Bedienung, auf unser mitgebrachtes Baguette.

Dann kam der Mann nach exakt einer Stunde wirklich wieder und hatte sogar unsere Pässe dabei, welche auch korrekt gestempelt waren. Wie bei jeder Kaffeefahrt hatten unsere Mitreisenden ordentlich bestellt, so dass das Ganze sich für die Veranstalter wohl doch gelohnt hatte.

Nachdem schließlich unser Gepäck einmal durch die Röntgenkontrolle gegangen war, wurden wir auf ein neues, kleineres Boot verfrachtet und jetzt ging es auf kleinen Seitenarmen des Mekongs durch spektakuläre Landschaft Richtung Chau Doc.

That looks much more interesting. (Mekong River, Vietnam)

Der allererste Eindruck, den Christian und ich von diesem Stück Vietnams hatten war der, dass es soviel sauberer schien als Kambodscha. Selbst die einfachen Stelzenhäuser am Wasser schienen einer gewissen Pflege zu unterliegen.

In Chau Doc wurden wir überraschenderweise nicht am Touri-Bootsanleger raus gelassen, sonder am zentrumsnäheren. Auch die Cyclo Fahrer, die unmotorisierte vietnamisische Alternative zum Tuk-Tuk, waren harmlos. Wir hatten ja schon schlimmes gehört.

Da Chau Doc sehr überschaubar groß war, haben wir verschiedene Hotels abgeklappert. Guest-Häuser gab es vom Namen hier nicht mehr, da Touristen wohl nur in Hotels wohnen durften.

Wir haben ein sehr hübsches Hotel (Thuan Loi Hotel) direkt am Mekong mit toller Terrasse, für gerade mal 8 Dollar gefunden.

A nice spot on the Mekong. (Chau Doc, Vietnam)

Wir staunten, da wir bis jetzt noch keine bösen Überraschungen erlebt hatten. Dennoch blieb die Anspannung, denn "die Vietnamesen" sollten laut Führer doch die Ausländer so nach Strich und Faden über den Tisch ziehen.

Aber ganz im Gegenteil. Die Leute waren total hysterisch was den Florian anging und obwohl ich ein Regencape trug, hatten sie Florian darunter entdeckt und waren so was von begeistert.

Es war für uns sehr viel angenehmer, wieder in einem Land mit lokaler Infrastruktur zu sein, wo wir auch nicht ständig über Müllberge stolperten.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 19. August 2008

Der Berg ruft (Chau Doc, Vietnam)

Da viele Menschen hier morgens sehr früh auf waren, dafür Abends gegen fünf oder sechs die Bürgersteige hochklappten, auf jeden Fall in der Provinz, sind wir auch um fünf aufgestanden, um mit dem Fahrrad zum Sam Mountain zu fahren.

Was waren da schon viele Menschen unterwegs. Ganz Chau Doc schien auf den Beinen und bewegte sich von A nach B.

Also ging es für uns bei tollen Lichtverhältnissen mit all den anderen geschäftigen Menschen und Beschallung aus Lautsprechern, zum 6 Kilometer entfernten Berg.

In unendlichen Weiten von platten Reisfeldern stand dieser einsame Berg. Eine Straße, die zu ihm führte und eine die drumherum führte.

Wir waren schon lange keinen Berg mehr hoch gestapft, so dass es eine schöne Wanderung war bei der man die vielen kleinen Tempelchen und Altare die es gab anschauen konnte.
Unterwegs gab es tolle Aussichten auf das Mekong Delta mit seinen riesigen Reisanbauflächen.

So many rice fields. (Sam mountain, Vietnam)

Oben angekommen erwarteten uns lauter Kirmesbuden. Problem war nur, dass die Stände so standen, dass wir die Aussicht nicht mehr genießen konnte.

In Chau Doc war das Straßenbild auch wieder von Schülern geprägt, die Morgens um sechs zur Schule liefen. Die Uniformen hatten etwas von Flugbegleiterdressen. Weiße Blusen oder Hemden und dazu so schick geschnittene, blaue, lange Hosen und ein rotes Halstüchlein. Am besten war das Outfit, wenn dann noch gegen die Sonne große Schlapphüte getragen wurde.
Für die älteren Schülerinnen gab es typische Ao Dais. Seidene lange Oberteile, mit langen weiten Hosen dazu.

Ein weiteres prägendes Bild waren die klassischen spitzen Hüte, die auch oft auf Fotos zu sehen waren. Und auffallend waren auch die verhältnismäßig vielen, dicken kleinen Jungs. Etwas was es in Kambodscha gar nicht zu geben schien.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 20. August 2008

Von Chau Doc nach Ho Chi Min City - und dann auch noch Christians Unfall (Vietnam)

Wieder um fünf aufgestanden haben wir uns auf zur lokalen Busstation gemacht. Zwar wollte unser Hotel uns eine Tour verkaufen, aber nach etwas recherchieren sollte es dafür keine Notwendigkeit geben. Die Buspreise der öffentlichen Busse waren festgeschrieben, so dass wir uns an den Ticketschaltern darüber informieren konnten. Insbesondere hatten die Tourbusse oft den Nachteil, dass sie einen normalerweise nie an einer Busstation oder im Stadtzentrum raus ließen, sondern zu einem Partnerhotel fuhren, von dem sie Kommission bekamen und man selber schlecht weg.

Wir sind also mit einem bezaubernden Sonnenaufgang am Mekong entlang zum Bus gelaufen. Auf der Promenade war der Bär los. Etliche Leute, die Gymnastik machten oder in einem der unzähligen Straßenstand-Cafés auf Gartenstühlchen vor Kindertischchen saßen und sich ihr Morgengetränk zu Gemüte führten. Ein grandioses Bild.

Der Bus hatte nur 75.000 Dong pro Person gekostet, also unter fünf Dollar. Die Tourbusse hätten uns rund 10 Dollar pro Person und Kind gekostet. Dafür bekam man dann zwar Air-Con, aber nicht so viele Eindrücke. Wir schienen das Highlight für die Mitfahrenden? Ständig wurden wir begafft und jemand kam extra, um den Florian anzufassen.

Wir hatten uns mittlerweile daran gewöhnt.

Das was wirklich störte war, dass überall, also auch im Bus geraucht und rumgerotz wurde.
Dafür gab es hier nichts, was nicht doch irgendwie ging. Da wurden auch schon mal Mofas aufs Busdach buxiert.

Die Busstrecke durch das Mekong-Delta war toll. So viele Wasserstraßen, die überquert werden mussten. Gott sei Dank gab es hier überall Brücken, nur an einer Stelle mussten wir auf die Fähre warten. Diese Zeit nutzten die Straßenverkäufer, um unseren Bus zu überfluten. Alle wollten sie mit ihren Kram in den Bus und dann auch wieder raus.

Das Busterminal welches wir in Ho Chi Min erreichen sollten, lag rund 12 Kilometer von der Stadt entfernt und die Informationen waren wieder sehr rar, wie man von dort aus weiter kam. Außer natürlich so was wie, man solle sich ein Taxi nehmen, denn mit den öffentlichen Bussen sei es zu kompliziert.

Wir waren daher total panisch, dass nachdem doch alles so gut gelaufen war, wir dort ernsthafte Probleme bekommen könnten.

Unsere Angst vor den vermeintlich aggressiven Taxifahrern ließ uns schon im Vorfeld all unseren Kram geschultert und verstaut haben und uns als Pulk aus dem Bus steigen. Soviel hatten wir in Kambodscha gelernt.

Aber da war nichts. Ein paar harmlose Taxifahrer, die aber nicht sonderlich penetrant waren.

Die nächste Hürde sollte das ausfindig machen des richtigen Busses sein. Wie gut, dass die Vietnamesen lateinische Schriftzeichen benutzten. So konnten wir lesen, was auf den Bussen drauf stand. Und so einfach wie sich das ganze dann herausstellte, hatten wir es nun ganz und gar nicht erwartet. Die Busse standen alle nebeneinander beim Busterminal aufgereiht und wir mussten nur in den einsteigen, auf dem unser Ziel stand. Die Preise standen sogar auch auf den Bussen, so dass es mehr als banal war. Und dafür der ganze Stress.
Der Bus in die Stadt kostet nur 4000 Dong (26.000 Dong waren ca. ein Euro) und Lydia und Josua mussten nur den halben Preis zahlen.

Ho Chi Min Stadt war eine aufgeräumte und gepflegte Stadt, zumindest dort wo der Bus lang fuhr.

Die ersten Hotels, welche wir angesteuert hatten, waren alle voll, so dass wir weit laufen mussten und dann am Schluss auch noch so 'ne blöde Schlepperin an der Backe hatten, die wir nicht los wurden.

Die Hotelpreise hier waren gesalzen. Zum Teil doppelt so viel, wie wir bis jetzt immer gezahlt hatten.

Wir haben dann ein Hotelzimmer für 15 Dollar mit blöder Klimaanlage und Fernseher, aber auch mit Kühlschrank, was ganz komfortabel nach so langer Abstinenz war genommen.

Interessanterweise führten Kinder hier dazu, dass die Preise sanken, denn 15 Dollar war für Saigon wohl ein echtes Schnäppchen.
Wie uns in Chau Doc jemand schon gefragt hatte, ob wir denn sehr hart arbeiten würden, da wir uns drei Kinder leisten könnten, schien dies eine allgemein gültige Einstellung zu sein. Und auch die Annahme, dass solche Menschen nicht mehr viel Geld übrig haben konnten.

Der Verkehr hier war eine Katastrophe, obwohl es weder so versmogt wie in Bangkok, noch so autistisch wie in Kambodscha zu ging. Dennoch war das überqueren von Straßen ähnlich wie das Überqueren eines Minenfeldes, man weiß nie was kommt.

Der Verkehr hier war eine Katastrophe, obwohl es weder so versmogt wie in Bangkok, noch so autistisch wie in Kambodscha zu ging. So musste sich Moses gefühlt haben, als er das Wasser teilte, denn wenn man mitten auf einer Straße stand, teilte sich der Mofaschwarm und fuhr links und rechts an einem einfach vorbei. Man bewegt sich langsam aber bestimmt durch die einen umfließende Masse an Fahrzeugen, bis man irgendwann auf der anderen Straßenseite angekommen war.

Dummerweise war Christian bei einer dieser Straßenüberquerungen nicht ganz so erfolgreich und doch noch von einem Mofa erwischt worden. Es tauchte aus dem Nichts der Dunkelheit auf und hat ihn durch den Aufprall ein gutes Stück durch die Luft katapultiert, um dann unsanft auf dem Asphalt wieder aufzuschlagen (Christian, nicht das Mofa). Es bildete sich schnell eine Menschentraube, um zu sehen was passiert war, aber teu, teu, teu außer einem blauen Fleck am Bein und einem gehörigen Schrecken war nichts passiert.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 21. August 2008

Orientierung in Ho Chi Min City (Vietnam)

Wir brauchten diese Orientierungstage, um unsere Infrastruktur aufzubauen. Es war ja immer das gleiche, wo war der Supermarkt, wo war die Wäscherei und wo gab es Essen auf der Straße. Dabei haben wir einen Wäscheservice gefunden mit normalen Waschmaschinen, wie wir sie aus Deutschland kannten und das beste daran war, die sahen nicht nur so aus, sie funktionierten auch so.

Coffee and breakfast in a typical street cafe. (Saigon, Vietnam)

Ich habe den Wäschemann also angefleht, unsere Wäsche doch bitte bei 60 Grad zu waschen. Was er auch getan hat. Das Zeug war deutlich sauberer als vorher, auch wenn viele Stücke nicht mehr zu retten waren und dem Mülleimer übergeben werden mussten.

Das absolut Beste hier in Vietnam war der Kaffee. Da konnten wir nicht genug von bekommen. Um die Ecke gab es ein Hinterhof-Straßenstand-Kaffee mit Kinderstühlchen und Tischen, wo wir Morgens immer sehr starken Kaffee mit süßer Dosenmilch genossen. Das Zeug war so lecker, dass selbst Lydia einen halben Kaffee schlürfte. Aber noch besser war, dass in diesem Hinterhof sich die lokale Baguettebäckerei befand, wo wir für einen Spottpreis ganz frische und heiße Baguettes bekamen.

Lecker!

Wir saßen da und schauten den Bäckern zu, wie sie in dem mit Feuer betriebenen Backofen, das Brot backten und wie ständig Mofas vorbei kamen und in riesigen Körben die Baguettes davon schafften.

At the end of the street is a baguette bakery using real fire for their oven. (Saigon, Vietnam)

Unser Eindruck war, dass es hier sehr viele klare Regeln gab. So gebührte alten Menschen ein unglaublicher Respekt. Sobald eine alte Dame in den Bus kletterte, wurde sofort Platz gemacht. Auch wartete man geduldig bis sie die Straße überquert hatten.

Auch schien Familie hier ganz anders wahrgenommen zu werden.

Somit waren Anquatscher bis jetzt sehr viel zurückhaltender.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 22. August 2008

Sightseeing in Ho Chi Min Stadt (Vietnam)

Blöde Klimaanlage, wir haben diese schon nur auf 27 Grad runter gestellt und ich bin jetzt trotzdem erkältet.

Heute stand Sightseeing auf dem Programm und das "War Remenants Museum", um uns auch mit der jüngeren vietnamisischen Geschichte vertraut zu machen.

Only the palm trees seem different to the Notre Dame in Paris. (Saigon, Vietnam)
The impressive post office. (Saigon, Vietnam)

Es war so angenehm über die breiten Bürgersteige zu flanieren und die unzähligen Grünflächen und wunderschönen Parks zu genießen. Ho Chi Min Stadt hatte einen ganz tollen alten Baumbestand, was Straßen und Parks ungleich attraktiver machte. Die Parks waren auch keine toten Inseln, sondern sie erfreuten sich regem Zulauf durch Erholungsuchende.

Wir waren von dieser Stadt einfach nur begeistert, auch wenn es etwas befremdlich war, wenn jemand uns für längere Strecken stumm begleitete. Wir vermuteten, dass das hier zur Überwachung gehörte, aber wissen taten wir es nicht. Auch das wir unsere Pässe immer im Hotel für die Registrierung abgeben mussten, war nicht wirklich angenehm, aber bis jetzt hatten wir noch keine Probleme dies bezüglich.

Gestartet sind wir am Ben Thanh Markt, der sich als Touri-Markt herrausstellte und wo man alle erdenklichen Markenplagiate kaufen konnte. Wir sind an der Notre Dame, nur im Unterschied zu Paris mit Palmen davor, vorbei geschlendert und haben einen Blick auf das alte Postamt geworfen.

Isn't it wonderfull old fashioned? (Post Office, Saigon, Vietnam)

Die kolonialen Bauten waren echte Schmuckstücke und es machte einfach Spaß, durch die Stadt zu laufen oder zu fahren und immer wieder auf tolle Gebäude zu stoßen, die zum Teil auch von sehr attraktiven Gärten umgeben waren.

Im War Remnants Museum gab es für Josua auch Flugzeuge und Bomben zu betrachten, so dass es für ihn nicht so langweilig war, da viele Bilderwände nicht für ihn geeignet waren.

Und wieder zu unserem Dauerthema. Es war nun mal so, dass die Essensbeschaffung mit die meiste Zeit in Anspruch nahm. Etwas was wir in dieser Intensität nicht erwartet hätten.

A typical lunch on the street. Saigon, Vietnam)

Dazu mussten wir sagen, dass das vietnamesische Essen, welches wir auf der Straße fanden nicht durch sein reichhaltiges Gemüseangebot bestach. Wenn wir früh genug waren, um etwas anderes als Suppe zu bekommen, bekamen wir Reis oder Nudeln mit Fleisch, aber irgendwie kein Gemüse, was auf Dauer nicht ganz optimal war. Eine weitere Sache war, dass es bestimmte Blätter gab, die als Gewürz in fast jede Suppe geworfen wurden. Das war schon so in Thailand und auch in Kambodscha. Problem daran war, dass somit jede Suppe gleich schmeckte, ähnlich wie bei uns Maggie und dass ich diese Blätter echt nicht mochte.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 23. August 2008

Spielende Kinder (Saigon, Vietnam)

Höchste Zeit, die Kids mal wieder ans Arbeiten zu bringen, also stand heute Vormittag erst mal Schule an.

Nachmittags waren wir dann in Cholon, einem anderen Stadtteil, welcher zwar nicht so aufgeräumt war, wie der Distrikt 1, aber auch hier säumten alte Bäume die Straßen und es gab ganz, ganz viel zu sehen. Unzählige Geschäfte, die sich über die Bürgersteige ergossen und keinen erdenklichen und unerdenklichen Wunsch offen ließen. Außer das man vielleicht doch gerne runter von der Straße und auf dem Bürgersteig laufen würde.

Der Binh Tay Markt war einen Besuch auf jeden Fall wert. Er befand sich in und um ein altes, mehr oder weniger koloniales Gebäude herum, in dessen Mitte ein unerwarteter Innenhof anzutreffen war, wo man kurz Luft schnappen konnte.

Wir konnten unzählige chinesische Pagoden besichtigen und einfach diese wuselige Atmosphäre aufsaugen, um dann Problemlos mit dem nächsten Bus wieder zurück zu fahren. Im Führer hieß es noch, dass öffentliche Busse umständlich seien. Das fanden wir überhaupt nicht. Die Busse waren gut sichtbar beschriftet und auch die Bushaltestellen waren erkennbar und waren mit den vorbeikommenden Bussen beschriftet.

There is allways a chinese temple to view somewhere. (Saigon, Vietnam)

Am Abend sind wir noch in den Cong Vien Van Hoa Park gegangen. Nicht nur das er eine Oase der Ruhe darstellte, auch waren unzählige Walker unterwegs, die es aber sehr gemütlich angingen.

Der Spielplatz war rappel voll. Lydia und Josua wurden von den dort spielenden Kinder absorbiert und Florian musste mal wieder als Fotomodell herhalten. Das war immer so lustig, denn wir machten Fotos in die eine Richtung und von Gegenüber wurden die Fotos in die andere Richtung gemacht. Alles grinste und kicherte dann und jeder war zufrieden.

Es dauerte auch nicht lange, bis mal wieder jemand auf uns zu kam und das Gespräch suchte. Diesmal war es ein junges Mädchen, die ihr Englisch üben wollte und uns etwas über die Schule hier erzählte.

Erstaunlich fand ich, dass auch Straßenkinder auf diesem sehr gepflegten, mit Scheinwerfern angestrahlten Spielplatz mit all den anderen Kindern spielten. Straßenkinder war ein immer wieder auftauchendes Thema bei uns, da Lydia und Josua sich ständig versuchten vorzustellen, wie so ein Leben wohl aussehe. Josua war zumindest sehr zufrieden, als ich beim Baguette schmieren auch dem Mädchen, welches uns mit großen hungrigen Augen beobachtete, ein Baguette fertig machte. Dieses war dann auch in null Komma nichts verputzt.

Ein bemerkenswertes Bild waren die jungen Paare, die sich direkt an den Spielplatz setzten und das Treiben mit sehnsüchtigen Blicken verfolgten. Wie ich schon weiter oben berichtet hatte, schien es in Vietnam wohl sehr erstrebenswert Kinder zu bekommen. Die Voraussetzung dafür war aber wohl, dass man sich diese leisten können musste. Und so war es nicht verwunderlich das Familie hier sehr geschätzt wurde, was uns mit einschloss. Das war ein wirklich schönes Gefühl.

Young couple without children enjoining the playing kids on the playground in the park. (Saigon, Vietnam)

Lustig war auch die Verwunderung darüber, warum Florian denn Windeln tragen würde. Wir dachten, dass erschließe sich von selbst. Wie wir dann erfahren haben, war es für Jungs wohl unüblich, Windeln zu tragen, da es sonst zu heiß untenrum würde. Was wiederum erklärte, warum wir immer so viele nackige Jungs rumlaufen sahen, aber keine nackigen kleinen Mädchen.

Während in Kambodscha extrem viel medizinische Unterstützung bei den Menschen ankam, besonders was die Zähne anging, sah das hier in Vietnam ganz anders aus.

Als uns letztens ein Mann auf unsere Kinder ansprach und ich ihn fragte, ob er auch Kinder hätte, meinte er, dass seines gerade ein Monat alt sei. Ups! Wir hatten auf Grund seines schlechten Zahnstandes darauf geschlossen, dass er viel älter sei. Beim näheren hinsehen und dem Ausblenden der Zähne rückte auf einmal ein junger Mann in unser Blickfeld.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 24. August 2008

Und es geht doch - Cu Chi Tunnel (Ben Duoc Tunnel, Vietnam)

Wir hatten erst überlegt, ob wir eine Tour zu den sagenumwobenen Tunneln in der Nähe von Cu Chi, ca. 50 Kilometer von Ho Chi Min entfernt, buchen sollten. Angeblich gab es keine öffentlichen Busse zu den Tunneln nach unserem Führer mal wieder.

You can transport almost everything on a scooter. (Saigon, Vietnam)

Kurz zu den Tunneln. Diese wurden von den Nordvietnamesen im Krieg gegraben, um Truppen in das feindliche Gebiet zu schicken, so dass die Amerikaner dieses nicht merkten und aus dem Hinterhalt von den Vietnamesen angegriffen wurden. Ein Stück Geschichte, welches vor allem auch die Kinder interessierte.

Dieses ätzende "geht alles nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln" hat uns so genervt, dass wir es einfach mal auf eigene Faust versucht haben, da sich das Busnetz bisher als exzellent dargestellt hatte. Warum sollte es dann nicht auch einen Bus bis zu den Tunneln geben?

Much biger the sign couldn't be? (Ben Duoc Memoryal, Vietnam)

Wir sind erstmal nach Cu Chi gefahren, von hier sollte es dann nicht mehr weiter gehen, aber das wollten wir selber sehen. Alles sah auch danach aus. Kein Bus der Aufschluss darüber gab, ob er zu den Tunneln fuhr. Im Ticketbüro erhielten wir die Information, dass es keinen Bus nach Ben Dinh, einem der Orte mit den Tunnel nochmals rund 20 Kilometer von Cu Chi entfernt gäbe. Gab es auch nicht. Die Mofa-Taxis waren extrem aufdringlich und wollten 10 Dollar pro Mofa, um uns dann dort hinzufahren.

The tunnels are really low. (Ben Duoc Tunnels, Vietnam)

Also haben wir uns gezwungener Maßen wieder auf den Weg zum Bus zurück nach Ho Chi Min gemacht. Die Kinder waren schon eingestiegen, als einer der Mofafahrer uns wohl doch die Tunnel nicht vorenthalten wollte und meinte, wir sollten doch in einen anderen Bus einsteigen und nach Dia Dao fahren, dort gäbe es auch Tunnel. Etwas irritiert schauten wir uns den Prospekt an, den er uns entgegen hielt. Ein Passagier der Englisch konnte mischte sich ein und erklärte uns, dass man mit dem Bus zu den Tunneln bei Ben Duoc käme. Nicht die Tunnel, wo wir eigentlich hin wollten, aber Tunnel war Tunnel und wir hatten ja nichts anderes vor, also sind wir mal in den Bus eingestiegen.

Über Ben Duoc wurde im Führer sehr abfällig berichtet, da dort "die Vietnamesen" hinführen und dass das alles gar nicht so ursprünglich sei, sondern für die vietnamesischen Touristen aufgepeppt.

Dosen't it seem a litle strange to us? (Ben Duoc, Memoryal, Vietnam)

Wir konnten uns nicht beschweren. Es war einfach nur klasse. Mit einem englischsprachigen Führer ging es durch verschiedene Tunnelabschnitte, die nur 1,20m hoch und 0,80m breit waren. Es wurden unter der Erde Einblicke in die Organisation der räumlichen Gestaltung gegeben. Josua war, nachdem er beim ersten Tunnel auf Grund der Dunkelheit und Enge etwas unruhig wurde, letztendlich total begeistert.

There isn't that much sun, but the Vietnamese don't like to get brown. (Ben Duoc Memoryal, Vietnam)

Es gab auch noch einen Tempel als Gedenkstätte für die Helden des Krieges, wo Kindergruppen in Uniformen, durchgeschleust wurden und unsere Aufmerksamkeit einfingen. Die Atmosphäre war dicht und lustig und wir schienen die einzigen ausländischen Touris und somit waren wir wieder ein begehrtes Fotomotiv.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 25. August 2008

Der Bus-Cowboy (Saigon nach Dalat, Vietnam)

Da das Busnetz in Vietnam so exzellent war, haben wir von den Open-Tour-Bussen Abstand genommen. Das waren extra Busse für die Touristen, die zwischen Hanoi und Ho Chi Min Stadt hin und her fuhren und die Touris konnten überall ein- und aussteigen.

Wer behauptete Achterbahn fahren sei ein Nervenkitzel, der war noch nie in Vietnam Bus gefahren.

Wir sind ohne Probleme heute Morgen mit dem öffentlichen Bus zur Mien Dong Busstation gekommen, von wo aus die Busse Richtung Norden starteten. Dabei sind wir am Flussufer des Saigon River entlang gefahren. Eine wunderschöne Promenade an der die Leute Morgens um sechs Badminton spielten oder Thai Chi machten.

Am Busterminal haben wir uns im Wust von Anbietern den vermeintlich günstigsten ausgesucht und haben drei Tickets a 90.000 Dong (bisschen weniger als 6 Dollar) nach Dalat (ca. 300 Kilometer) gekauft.

Da der Bus trotz seiner Fernfahrt nicht auf Gepäck der Reisenden ausgelegt war, hatten wir etwas Probleme unsere Rucksäcke zu verstauen. Aber es gibt ja einen Mittelgang, wo man die Rucksäcke hinlegen konnte.

Unser Busfahrer sah nicht nur aus wie ein Cowboy, mit Cowboyhut, Sonnenbrille und Handy am Ohr, nein, er hielt sich wohl auch für einen, so dass er dem Bus ordentlich die Sporen unter die Motorhaube stieß.

In einem Affenzahn heizte er durch den Großstadtverkehr, einmal wäre uns fast der Florian wegen einer abrupten Vollbremsung durch den Bus geflogen. Dann nachdem wir schon so viel Zeit herausgefahren hatten, hielt der Bus plötzlich vor einem Freizeitpark an und wartete. Nach fünf Minuten heizte er unvermittelt wieder wie ein Irrer los, um dann, nach einer halsbrecherischen Fahrt über das nahe Autobahnkreuz, genau an der selben Stelle wieder anzuhalten und zu warten. Häää?

Irgendwann ging es wirklich weiter. Das wir diese Tour überlebt haben grenzte an ein Wunder. Da ging es auch schon mal mit 90 Sachen in den Gegenverkehr, laut hupend, während sich der Beifahrer aus der offenen Tür lehnte und die Mofas von der Straße brüllte. Auf Hupen reagierte hier einfach keiner mehr, da ständig und überall gehupt wurde.

Die Jungs lieferten sich die ganze Strecke über ein Wettrennen mit der Konkurrenz, da natürlich der, der zuerst an der nächsten Bushaltestelle war, die Passagiere ab bekam. Diese Situation führte zu gelegentlichen heftigen Auseinandersetzungen mit dem anderen Busfahrer, wenn man denn mal gleichzeitig irgendwo anhielt. Dann sprangen beide aus den Bussen und begannen, an den wartenden, potentiellen Passagieren zu zerren, um diese in den eigenen Bus zu bekommen, während man sich dabei gegenseitig anschrie.

Unser Bus war eigentlich für 25 Leute ausgelegt. Zweiersitze auf der einen, Einersitze auf der anderen Seite und in der Mitte gab es noch Klappstühle, unter denen unser Gepäck begraben wurde. Soviel zum Mittelgang.

The buses run a "never ever full policy". (From Saigon to Dalat, Vietnam)

Und wenn das nicht schon eng genug wäre, galt hier die "Never full policy", einer passte immer noch rein, so dass sich in den Spitzenzeiten über 40 Leute in den Bus quetschten und wildfremde Menschen sich auf einen Sitz zwängten. Babys wurden an umsitzende Passagiere verteilt und ein altes Ehepaar räumte für die junge Familie ihren Zweiersitz, um sich gemeinsam auf den Klappstuhl daneben zu quetschen. Aber die Stimmung war gut, gemault hat keiner.

Wir saßen Gott sei Dank in der letzten Reihe und hatten somit verhältnismäßig viel Platz, nur das Aussteigen zur Pause bedeutet einen Hindernisparcour über Klappstühle und Gepäck. Unser Nebenmann stieg gleich durchs Fenster aus und auch wieder ein.

Die Strecke war weit, so dass man auch schon mal einschlafen konnte, was unser Vordermann dann auch an der Schulter seines fremden Sitzgenossen tat. Etwas was wir in Asien noch öfter erleben sollten.

Dabei fiel mir wieder das lange Haar, welches viele Vietnamesen sich wohl gerne aus ihren Leberflecken im Gesicht wachsen ließen, auf.

Neben der nervenaufreibenden Fahrt auf Straßen, die zwar gut, aber für solche Aktionen nicht gut genug waren, war der landschaftliche Aspekt einfach nur toll.

Südvietnam hatte erstaunlich viele Kirchen und auch die kleineren Städte schienen sehr aufgeräumt und boten viele Grünstreifen, wie schon in Ho Chi Min Stadt.

Erst ging es durch atemberaubende, urwaldbewachsene Berge, dannach kamen die mit Kaffee- und Teeplantagen bebauten Berge, es folgte die wenig schönen gerodeten und geschorenen Berge und als dann die Landschaft langsam wieder attraktiver wurde, verließen wir Vietnam und fuhren direkt in die französischen Alpen.

Could be in the French alps. (Dalat, Vietnam)
I really haden't expected such landscapes in Vietnam. (Dalat, Vietnam)

Kaum zu glauben, aber war. Berge die mit Kiefernwäldern bedeckt waren und dann in einem Tal an einem kleinen See die Stadt Dalat, bestehend aus vielen soliden Häusern und französisch aussehenden Boulevards und Chalets. Nur die Vietnamesen wollten so gar nicht in dieses Bild passen.

An overview of Dalat. (Vietnam)

Mit ihren dicken Wintermänteln, Mützen und Schals, aber Flip Flops an, konnte man meinen, es würde gleich anfangen zu schneien.

Der Bus fuhr in Dalat zum Glück direkt in die Stadt und nicht zur zwei Kilometer außerhalb liegenden Busstation.

Da Dalat auf fast 1500 Metern Höhe lag, war es sehr viel kälter hier, so dass wir zum ersten mal unsere Pullis und Socken raußgeholt haben, um festzustellen, dass Lydias feste Schuhe noch aus Pai (Thailand) von unserer Flusstour ganz nass und von uns vergessen wurden waren. Lecker, nasse Schuhe über fünf Wochen bei über 30 Grad eingepackt.

Dalat schien ein Touri-Ort, jedoch weniger für Ausländer, von denen kamen nur rund 80.000 pro Jahr, sondern für die Vietnamesen selbst (rund 800.000 pro Jahr). Dalat schien der Ort für junge Paare, die in ihren Flitterwochen waren. Wahrscheinlich war das hier für die Vietnamesen wie für uns der Strandurlaub. Während wir im Urlaub so viel wie möglich auszogen, wurde hier so viel wie möglich angezogen. Daher konnte man hier auch an jeder Ecke Winterklamotten kaufen, einschließlich des Skianzugs.

Gerade auch die Kinder wurden verpackt, als ob es gleich zum Schlittenfahren ginge. Die Menschen machten sich somit auch viele Sorgen um Florian, der im Gegensatz dazu nur mit Windel und T-Shirt bekleidet war. Wir versuchten dann immer zu erklären, dass wir aus einem sehr kalten Land kommen, wo 25 Grad schon hochsommerliche Temperaturen waren.

In unserem gewählten Hotel (Ai Ngia, 9 Dollar pro Nacht) waren wir die einzigen Gäste. Der niedrigste Hotelstandard in Vietnam schien sehr viel Höher, als er das in Thailand oder Kambodscha war. Wir konnten uns gar nicht dagegen wehren, einen Fernseher im Zimmer zu haben, und auch Zimmerservice und Minibar waren üblich.

Wir sind in unseren Hotels immer wieder auf Verwunderung gestoßen, da wir mit keiner organisierten Tour unterwegs waren. Was uns wiederum erstaunte, dass es anscheinend kaum Individualtouristen gab.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 26. August 2008

Honeymoon (Dalat, Vietnam)

Auf der Suche nach Kaffee und da brauchten wir hier nicht lange zu suchen, hatten wir den Eindruck, dass die gesamte männliche Bevölkerung von Dalat in Cafes saß und süßen Dosenmilchkaffee trank. Dabei wurde der unglaublich starke Kaffee in kleinen Schnapsgläsern serviert und im Verhältnis 1:1 mit süßer Dosenmilch aufgefüllt. Dazu gab es eine große Kanne schwarzen Tee, der dazu getrunken wurde.

Wir hatten erst etwas Hemmungen uns als Familie dazu zu setzen, aber die Menschen waren so lieb, so dass wir uns auch auf die Plastikhöckerchen zwischen die parkenden Mofas vor den Waschmaschinenladen gesetzt und unseren Kaffee geschlürft haben.

A funny coffee between all the scooters. (Dalat, Vietnam)

In der Stadt gab es noch eine örtliche Busstation, von der wir ohne Schwierigkeiten zu den Datanla Wasserfällen gefahren sind. Es waren erstaunlicherweise immer die Mofa-Taxis, die uns halfen den richtigen Bus zu finden.

Der Wasserfall war süß, genauso wie die Honeymoon-Pärchen, die dort die Sommerrodelbahn und die Schießbuden nutzten. Das hatte Atmosphäre.

The waterfalls aren't that spectacular. (Datanla Waterfalls, Vietnam)
It seems as if we jumped back to Europe. (Datanla Waterfalls, Vietnam)

Für den Rückweg sind wir in einen vorbeikommenden Bus gestiegen, der zwar nur bis zur außerhalb liegenden Busstation fuhr, uns so aber die Gelegenheit gab, Busse für unsere Weiterreise ausfindig zu machen. Als Ausländer wurden wir immer erst zu den teuren Expressbussen geschickt. Wir mochten diese nicht besonders, weil teuer und steril. Wir wollten doch was erleben von Land und Leuten und dafür verzichteten wir gerne auf, für uns unwichtigen Komfort.

Auf dem Rückweg in die Stadt haben wir einen Abstecher über den Markt gemacht. Dabei sind wir über die Süßigkeitenstände gestolpert und haben uns durch all die gezuckerten, getrockneten Früchte probiert, um am Ende Bonbons zu kaufen, die wie die Katjes Joguhrtbonbons schmeckten. Aber auch die getrockneten Kiwis und die seltsamen grünen Pfirsiche schmeckten lustig.

We really need some vitamins. (Dalat, Vietnam)

Am Abend haben wir all unseren Mut zusammengenommen und sind in einen Frisörladen, um Christians Haare schneiden zu lassen. Rund sieben Personen schwirrten um uns herum und schienen ihr Glück nicht fassen zu können, blonde Haare schneiden zu dürfen. Christians Frisur war richtig gut geworden, so dass auch Lydia sich traute. Sofort schoss ein junger Mann auf sie zu und fing begeistert an zu schneiden. Währenddessen unterhielt Florian die versammelte Mannschaft und wir wurden ständig gefragt, ob nicht auch Josua und ich die Haare schneiden lassen wollten.

Irgendwann musste ich den Mann, der sich über Lydias Haare hergemacht hatte, dann doch bremsen, denn der wollte gar nicht mehr aufhören und Lydias Haare waren ausreichend kurz und ausgedünnt. Sah gut aus.

Florians Haare wollte ich dann auch ein kleines bisschen schneiden lassen und ehe ich es mich versah, hatte jemand den Haarschneider angesetzt und dann waren die Haare auch nicht mehr zu retten. Also mussten sie alle ab. Die ganzen schönen Babyhaare.

An accidental haircut due to some comunication issues with the barber. But Florian still looks good. (Dalat, Vietnam)

Jetzt sah Flo wie ein kleiner Mönch aus. Sehr süß, sehr lustig... aber die schönen Haare. Flo betrachtete sich den ganzen Abend sehr ausgiebig im Spiegel.

Da in Dalat an diesem Abend der Strom ausfiel, saßen sämtliche Touranbieter, Verkäufer und Restaurantbesucher bei Kerzenschein und es hatte etwas sehr Weihnachtliches. Es war ja auch kalt genug, nach hiesigen Maßstäben.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. August 2008

Wenn der Berg ruft, dann folge ich (Lang Biang Mountain, Vietnam)

Morgens früh um sechs standen wir an der örtlichen Busstation, um zum Lang Biang zu fahren. Ein Berg mit stolzen 2169 Metern. Was tun, wenn der Bus erst in einer halben Stunde fuhr? Na klar, wir taten, was alle anderen auch taten. Wir flanschten uns auf die Kinderstühlchen an den Kindertischchen zwischen die Busse und tranken gemeinsam einen Kaffee. Währenddessen waren alle Anwesenden wild am gestikulieren, um sich über die Kinderzahlen, deren Alter und ob denn auch alle Kinder von Christian und mir zusammen seien, zu unterhalten. Und ehe wir uns versahen, hatte der Herr auf dessen Schoß Florian saß, auch schon einen halben Kaffee in seinen Mund gegeben. So viel Spaß konnten wir Morgens um sechs an einer Busstation haben.

Der Bus fuhr dann auch direkt zum Eingang am Berg, wo wir 7000 Dong pro Person Eintritt (Kinder waren frei) bezahlen mussten.

The bus stops directly at the entrance of Lang Biang Mountain. (Vietnam)

Das eigene Fahrzeug durfte man nicht mit auf das Gelände des Berges nehmen, aber der Park hatte einen ganzen Fuhrpark an Geländewagen, die man wohl als Taxi mieten konnte und an uns vorbei fuhr ein Auto nach dem anderen und karrte vietnamesische Touristen nach oben. Wir schienen die einzigen, die den Berg hochliefen, was viele hier wohl als sehr seltsam empfanden, wenn man irgendwo hin lief, wo man auch mit dem Auto hin kam.

Was würde uns da wohl wieder erwarten? Bisher haben wir ja an allen landschaftlich reizvollen Stellen Schießbuden vorgefunden. Für Naturerlebnis schien hier niemand wirklich was übrig zu haben.

Dann schließlich erreichten wir eine Abzweigung von der geteerten Straße, wo es zu unserem ausgewählten Gipfel ging und plötzlich waren wir komplett allein, auf einem schönen Waldweg durch den Fichtenwald, der uns vergessen ließ, dass wir uns in Südostasien befanden.

It is a nice way to walk.
The path is getting more jungle like toward the top. (Lang Biang Mountain, Vietnam)

Der Weg wandelte sich mit der Zeit vom Fichtenwald dann doch in einen Dschungelpfad, der an Schlamm und Dreck nichts zu wünschen übrig ließ. Vor lauter Dschungel haben wir einmal den abbiegenden Pfad verpasst und durften so einen kleinen Ausflug in die Handwerksgeschichte der Köhler machen, die hier mitten im Busch auf traditionelle Weise Holzkohle brannten.

And then we were on a really tough jungle track up the hill. (Lang Biang Mountain, Vietnam)

Der Weg zu den Köhlern und wieder zurück glich mehr einer Schlammwanderung und wir sahen mittlerweile aus, als ob wir ein Schlammbad genommen hätten. Die letzten 1,5 Stunden ging es dann einen sehr steilen und extrem rutschigen Abhang hoch. Die einzige Möglichkeit dort hoch zu kommen, waren die umgefallenen Bäume und Schlingpflanzen, an denen wir uns festhalten konnten.

Und dann öffnete sich nach drei Stunden Wanderung der Dschungel und wir hatten den Gipfel erreicht. Die Aussicht war weit über Berge und Täler und es war das erste Mal seit langem mal wieder ganz leise.

What a wonderfull view. (Lang Biang Mountain, Vietnam)
We reached the peak after three hours. (Lang Biang Mountain, Vietnam)
Enjoining the silence after so long time in Asia. (Lang Biang Mountain, Vietnam)

Da wir verhältnismäßig früh waren, konnten wir auch noch gut sehen. Im laufe des Tages soll sich die Sicht nämlich stark reduzieren.

Der Rückweg war leichter als zuerst angenommen. Und weil der Tag noch jung war, haben wir auch noch den 1914 Meter hohen Nachbarberg mitgenommen, zu dem auch die Straße führte. Das Ambiente war wieder sehr asiatisch kitschig hergerichtet und die Vietnamesen saßen dort in ihren Picknickareas und futterten und fotografierten sich gegenseitig vor weißen Kutschen und Statuen mit Bergpanorama im Hintergrund.

Vietnamese love quitchy culisses to take pictures of themselves. (Lang Biang Mountain, Vietnam)

Der Weg runter war dann schließlich doch noch eine echte Herausforderung. Trotz Straße war es weit und wir schon einige Stunden unterwegs.

Am Abend wollten Christian und ich noch Essen holen, um festzustellen, dass die Straßenverkäufer nie da standen, wo sie am Abend vorher noch standen. Ich war schon richtig sauer, weil der Aufwand schon wieder so groß wurde. Wir waren eigentlich gerade dabei Maiskolben einzukaufen, die auch schon auf dem Grill lagen, als plötzlich Bewegung in die Straßenverkäufer kam. Alle packten sie ihren Kram, einschließlich der Verkäuferin mit brennendem Grill und unseren Maiskolben und rannten davon, während von der anderen Seite ein Polizist in grüner Uniform mit Trillerpfeife in die auseinanderstobende Menge rannte. Innerhalb von einer Minute war der komplette Markt aufgelöst und hatte sich in scheinbar harmlos durcheinander flanierende Passanten verwandelt. Wir fragten uns, wo die ganzen Grills hin verschwunden waren, da man die ja nicht einfach unter die Jacke stecken konnte. Beeindruckend!

Jetzt hatten wir es auch verstanden. Die schienen alle gar keine Genehmigung fürs Verkaufen zu haben.

Uns war in dem Chaos nichts passiert und anscheinend war die Aktion auch so angelegt, dass alle noch verschwinden konnten. Die Frau mit unseren Maiskolben, kam noch hinter uns her gelaufen, um uns diese zu geben.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 28. August 2008

Dies und Das (Dalat, Vietnam)

Da unsere kleine Bergwanderung doch ganz schön in die Beine ging, haben wir uns entschieden, heute noch in Dalat zu bleiben und mal wieder die Schulbücher auszugraben.

Das was wirklich beeindruckte war, dass wir trotz der hohen Belastungen durch das Rucksack tragen und auch unseren Schlaflagern von Brett hart, bis Hängematte weich allesamt keine Rückenprobleme hatten.

Das Aussetzen vom DEET tat ganz gut.

Am Abend haben wir noch Baguettes mit Ei geholt, die in beschriebenes Papier eingepackt waren. Auf diesem waren doch tatsächlich lauter komplizierte mathematische Formeln aufgeschrieben. Nicht wirklich das, was wir von einer Brotverkäuferin auf der Straße erwartet hätten. Da mussten wir doch verwundert schmunzeln.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 29. August 2008

Räuberische Erpressung ist eine Straftat (Dalat nach Pleiku, Vietnam)

Heute sollte es mit dem Bus nach Buon Me Tuod und gegebenenfalls auch noch weiter nach Pleiku in den zentralen Highlands gehen, da die großen Touri-Orte am Meer uns nicht so sehr reizten.

Wir waren dafür extra um sechs Uhr bei der Busstation, um dann fast zwei Stunden dort zu warten bis der Minibus vom Unternehmen Tuan Anh endlich voll war. Auch der Preis war mal wieder so ein Thema. Irgend jemand wollte zuerst 100.000 Dong (ca. 6-7 Dollar) mal fünf für die Fahrt haben.
Da wir aber die Preise schon einige Tage vorher ausfindig gemacht hatten, bei dieser Gelegenheit eine Visitenkarte des Unternehmens mit einem Preis von 70.000 Dong mal drei bekommen hatten und außerdem die Luxuskonkurenz nur 88.000 Dong mal drei kosten sollte, mussten die Männer einsehen, dass sie bei uns an der falschen Adresse waren. Es schien leider immer unbedingt erforderlich, gut informiert zu sein, bevor wir uns auf diese Verhandlungen einließen.
Diese Gier in den Augen manch einer Person aufblitzen zu sehen, sobald sich ein Westler auch nur näherte, war auf die Dauer doch ein wenig Anstrengend. Westler wurden gerne mal für "Schein-Werfer" gehalten und viele Touristen verhielten sich auch genau so, da die meisten Dinge soviel billiger waren, so dass aus vollen Händen ausgeteilt wurde. Für einen dreiwöchigen Urlaub war das absolut OK, nur wir konnten überhaupt nicht einschätzen, was uns dieses Jahr kosten würde. So taten wir uns extrem schwer unser Geld einfach so aus der Hand zu geben. Das erzeuget Leider eine starke Betonung des Geldes und vermutlich auch ein zu hartes feilschen um jeden Cent. Aber so ganz Unrecht sollten wir mit dieser Einstellung nicht haben, da wir einige Traveller noch treffen durften, für die ihre Reise vorzeitig zuende gehen sollte, auf Grund einer zu freizügigen Einstellung zum Geld.

Der Busfahrer fuhr wieder wie eine besengte Sau. In jeder Kurve quietschten die Reifen und wir warteten nur darauf, dass das Heck ausbrechen würde, denn "wer bremst, verliert!" war wohl das Motto des Busfahrers.

Normalerweise wurden wir bis jetzt zu fünf Personen auf drei Sitzen in Ruhe gelassen, doch diesmal meinte der Beifahrer uns doch noch zwei Personen dazu setzen zu müssen. Wir saßen also zu siebt auf vier Plätzen für rund vier Stunden.

Florian wurde erst einmal rumgereicht, so dass jeder mit ihm spielen konnte. Er durfte dann mit dem Handy eines Mitreisenden spielen, was dazu führte, dass sich plötzlich jemand über den Lautsprecher des Telefons meldete, woraufhin der ganze Bus zu gackern anfing und sich amüsierte, wie der Besitzer des Handys versuchte, seinem unfreiwilligen Gesprächspartner zu erklären, dass hier ein Fehler unterlaufen sei.

Nach nur circa 45 Minuten Fahrt fuhr der Bus auf einmal rechts ran und der Busfahrer ging erstmal in aller Ruhe ein Süppchen essen, während sich hinten im Bus die Fahrgäste zusammen quetschten.

Danach ging es dann endlich richtig los durch die atemberaubende Landschaft, die wir uns von dieser Tour erhofft hatten.

Mitten in den Bergen lag ein traumhafter See, wo drumherum die Reisbauern mit ihren Spitzhüten und ihren Wasserbüffeln ihre Felder bestellten. Ein Bild wie aus einem Reise-Magazien.

Um halb zwölf war hier die örtliche Schule zu Ende und es ergossen sich Schülermassen auf die Straße, so dass der komplette Verkehr zum erliegen kam und wir mit dem Bus in einem Meer aus Fahrrädern stecken blieben.

Unterwegs trafen wir im Nirgendwo auf zwei Leute, deren Mofa kaputt war. Nicht das der Bus schon zum bersten voll gewesen wäre. Getreu dem Motto "einer geht noch" wurden die beiden Typen auf den Beifahrersitz verfrachtet. Ich wunderte mich, wo denn jetzt der Kassierer hin sollte, der derweil ausgestiegen war. Blieb der jetzt zurück, oder was? Der Bus rollte los und kein Kassierer weit und breit. Plötzlich ging die Fahrertür auf und wir glaubten es kaum, aber dort schien noch ein Plätzchen frei zu sein. Der Kassierer quetschte sich quasie auf den Schoß des Fahrers und die Fahrt ging weiter.

In Buon Me Tuod fuhr der Bus leider nicht wie erwartet zur Busstation, sondern zu seiner persönlichen Haltestelle und wir standen da erstmal. Eigentlich wollten wir noch weiter, da es noch früh genug war. Leider verweigerte man uns die Hilfe, die öffentliche Busstation zu finden und wir wussten ja auch nicht, wo wir eigentlich genau waren. Die Mofa-Taxis waren diesmal extrem penetrant und unangenehm und dann tauchte auch noch ein Minibusunternehmen auf, welches uns für mal wieder zuerst 500.000 Dong nach Pleiku bringen wollte. Wir haben der entsprechenden Person auch nur kenntlich gemacht, dass er einen an der Klatsche hätte, da die Strecke nach Pleiku nicht weiter war als nach Buon Me Tuod und wir bis hier her nur 70.000 Dong mal drei gezahlt hatten. Es war eine echt unangenehme Situation, da rund 15 Leute um uns rum standen und auf uns einredeten, ich tierisch dringend auf die Toilette musste, dass machte Geldverhandlungen nicht leichter und irgend jemand meinte, so heftig am Josua rumzerren zu müssen, dass dieser anfing zu weinen. Total überreizt habe ich diesen Typen nur noch auf deutsch angeschrien, was er doch für ein Arschloch sei. Der nächste der es wagen würde, meine Kinder so anzufassen, dem würde ich eine klatschen.

Das besagte Minibusunternehmen lag in Buon Ma Tuot direkt auf der anderen Straßenseite vom Busunternehmen Tuan Anh und war auf jeden Fall zu meiden, da die öffentliche Busstation doch nur ein paar hundert Meter weiter lag, wie wir später sahen.

Irgendwann willigte die Gegenseite ein, uns für 70.000 Dong mal drei mitzunehmen. Da dieser Preis eigentlich in Ordnung war, haben wir dies dann leider akzeptiert, anstatt uns erstmal zum Busterminal durchzukämpfen.

Die ganze Fahrt über haben wir uns sehr unwohl gefühlt, da der Beifahrer, der die Leute auf der Straße ansprach und zum Mitfahren bewegen wollte, auch mit den Einheimischen extrem aggressiv umging. Einmal hielt der Bus vor einem Straßen-Café und der Beifahrer sprang heraus, nur um ein dort sitzendes Mädchen im Kaffee für mehrere Minuten anzubrüllen, da sie sich beharrlich weigerte, mit in den Minibus zu steigen. Sehr seltsam. Der Bus fuhr erstmal gut eine Dreiviertelstunde im Kreis, da er wohl nicht ausreichend Fahrgäste gesammelt hatte und setzte sich dann endlich in Richtung Pleiku im Schneckentempo in Bewegung. Wir befürchteten schon im Dunkeln dort einzutreffen.

Auf halben Weg meinte der Beifahrer plötzlich, wir sollen 50.000 Dong mehr zahlen, da sie uns sonst nicht zum Hotel bringen würden. Wir meinten auch nur dazu, dass sie uns ganz normal zur Busstation bringen sollten.

In Pleiku fuhr der Bus einfach an der Busstation vorbei und der Typ redete in Vietnamesisch auf uns ein und wollte sofort die 50.000 Dong haben. Als dann auf einmal alle anderen Fahrgäste ausgestiegen waren und wir die letzten im Bus waren, hielt er plötzlich an und verlangte nochmals das Geld, welches wir verweigerten zu zahlen, worauf hin er uns im Auto einschloss. Christian drückte die Tür wieder auf und rief einen dort stehenden Mann in Uniform an, der sich einmischte, so dass wir das Auto verlassen konnten. Doch unser Gepäck wollten sie nicht rausgeben. Während Christian ein Handgemenge mit dem Busfahrer am Kofferraum hatte, diskutierte der andere Typ mit dem uniformierten Mann. Christian war zum Glück größer, so dass wir auch unsere Rucksäcke bekamen, während der Mann in Uniform meinte, wir müssen noch Geld für das Taxi bezahlen. Da er ein wenig Englisch sprach, erklärten wir ihm, dass wir uns am Anfang der Fahrt auf einen Betrag geeinigt hätten, den wir auch bezahlt hatten. Daraufhin ließ der Mann in Uniform uns in Ruhe und schickte die beiden Gauner einfach davon. Wir wussten nicht, was diese Uniform zu bedeuten hatte, aber es schien wichtig genug gewesen zu sein, so dass die beiden Jungs umgehend das Weite suchten.

Durch all die Aufregung hatten wir gar nicht gemerkt, dass diese Typen uns tatsächlich bis vor das Hotel gebracht hatten, so dass wir wohl einem Fluchtreflex folgend erst einmal um den Block gelaufen sind, um dann zu realisieren, dass wir eigentlich unser Ziel schon erreicht hatten.

Das Hotel selbst war ein staatlich betriebenes sozialistisches Schmuckstück aus einer längst vergessenen Zeit mit dem Charme der ehemaligen DDR. Alles sehr rustikal, aber tatsächlich mit einem Fernseher aus der Zeit des Sozialismus und dazu hautfarbene Gardinen aus einem Stoff, wie meine Oma Strumpfhosen tragen würde.

Ausländer mussten bei staatlichen Hotels 20% mehr bezahlen und es war alles genau schriftlich geregelt ohne irgendwelchen Verhandlungsspielraum. Dafür gab es aber auch den Herren in offizieller Uniform vor dem Hotel, der uns geholfen hatte.

Pleiku war eine kleine Provinzstadt mit selbiger Atmosphäre. Nicht wirklich schön, aber auch nicht wirklich hässlich, sonder eher bezeichnend.

Und wir hätten es nicht für möglich gehalten, aber bei unserem kleinen Spaziergang durch die Stadt haben wir tatsächlich in einem Geschäft für Lydia und Josua neue Sandalen gefunden.

Und wir hätten es nicht für möglich gehalten, aber bei unserem kleinen Spaziergang durch die Stadt haben wir tatsächlich in einem Geschäft für Lydia und Josua neue Sandalen gefunden. Beim Abendessen in eine der Suppenküchen kam eine der Frauen, nahm den Florian und setzte sich einfach zu uns. Sie bereitete ihm ein eigenes Süppchen zu und fing an, ihn mit allem möglichen sonstigen Sachen auch noch zu füttern. Dann wurde er in Begleitung aller Familienangehörigen, einschließlich der dazu gehörigen Kinder und der alten Oma, auf und ab getragen und allen Kunden gezeigt, wie auch den Leuten aus den Nachbargeschäften, wo wir ihn dann mit viel gutem Zureden wieder einsammeln konnten. Vorher durften wir noch Zeugen werden, wie mit Neugierde Florians T-Shirt hochgezogen wurde und seine käseweiße Haut bestaunt wurde, die unterm T-Shirt nochmal eine Nummer heller war.

Josua stellte am Abend bei der Betrachtung der vietnamesischen Geldscheine fest, dass der Mann auf diesen (Herr Ho Chi Min) doch der sei, der in Pai (Thailand) uns immer die Pfannekuchen gemacht hatte. Die Ähnlichkeit war frappierend.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. August 2008

Und da ist das Meer (Pleiku nach Qui Nohn, Vietnam)

Früh wie immer machten wir uns diesmal auf den Weg zur richtigen Busstation. Es war schon befremdlich, wenn wir die Menschen auf ihren Mofas sitzen und im Rückspiegel ihre wenigen Barthaare mit Pinzetten zupfen sah.

Plötzlich tauchte auf dem Weg der Minibus von gestern wieder neben uns auf und die beiden Typen sprangen heraus. Panik! Was tun?

Sie fingen wieder an, auf uns einzureden. Der Fahrer parkte ein paar Meter vor uns, während der andere versuchte, uns zum Mitfahren zu bewegen. Da er nicht von uns ab ließ, sind wir in ein Café ausgewichen, um erstmal so viele Menschen wie möglich um uns zu haben, damit die Jungs nicht auf dumme Ideen kamen.

Im Café frühstückten wir in Ruhe Baguettes und Kaffee für die Nerven. Derweil wartete der Minibus an der Straße und wir warteten, dass er endlich verschwünde.

Als sie dann schließlich weiter fuhren und wir gefrühstückt hatten, ging es weiter zum Busterminal, wo wir uns diesmal für die Firma entschieden, die uns am wenigsten belästigte und voll schrie. Die Preise waren sowieso alle die selben und auf etwaige Experimente hatten wir heute keine Lust mehr. Dafür war die Fahrt dann auch, vom landschaftlichen Aspekt mal abgesehen, eher langweilig.

Wir bekamen diesmal, was wir bezahlt hatten. Drei Sitzplätze a 70.000 Dong nach Qui Nohn am Meer. Es wurden keine Leute von der Straße eingesammelt und der Bus fuhr auch wirklich zur Busstation in Qui Nohn.

The view isn't that bad, is it. (Qui Nohn, Vietnam)

Wir gingen zu Fuß los und plötzlich öffnete sich die Perspektive und wir schauten auf türkis-blaues Wasser, in einer mit Bergen eingebetteten Bucht, vorgelagerten Inseln und Fischerbötchen. Eine tolle Promenade mit Palmen säumte den Stadtstrand. Wir haben dennoch den öffentlichen Bus genommen, da die Distanz ins Zentrum zu groß war und wir mächtig am schwitzen, nach so vielen Tagen in den Bergen.

Das Barbara Hotel, welches zwar jeder kannte, war leider nicht mehr da, wo es sein sollte. Ein junger Mann mit piepsiger Frauenstimme und entsprechendem Äußerem erklärte uns, dass dieses umgezogen sei. Also hieß es weiter laufen.

Nach dem kühlen Klima in den Bergen war das mit dem Gepäck, bei wieder über dreißig Grad und durch die tropische Mittagssonne echt anstrengend.

Endlich angekommen, sind wir über die Preise fast in Ohnmacht gefallen. 220.000 Dong (14 Dollar) war nicht wirklich viel, aber zu dem was wir sonst gezahlt haben, schon. Insbesondere, weil das Etablissement als Backpacker Hostel beworben wurde.

Dafür lag das Hotel direkt am Meer und wir haben einen eigenen Balkon mit Meerblick bekommen.

Neither is the view from our balcony. (Qui Nohn, Vietnam)

Qui Nohn war eine nette, sehr trockene Stadt am Meer, wo nicht ganz so viele Touristen vorbei zukommen schienen.

Am Abend war am Strand die Hölle los. Dutzende die sich dort zum Fußball spielen trafen. Der Strand war vom Panorama wie aus dem Tui-Katalog und auch der Sand war fein und weiß.

Um 22 Uhr war dann auf einmal plötzlich Schluss. Die Bürgersteige wurden hochgeklappt und der immer währende Lärm, der einen in Asien begleitete, hatte auf einmal ein jähes Ende.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 31. August 2008

Strandtag (Qui Nohn, Vietnam)

Dafür das um 22 Uhr gestern alles zu Ende war, war um kurz nach fünf morgens wieder der Bär am Strand los. Schwimmer, Walker und sonstige gemächliche Sportler. So richtig extrem schien hier keiner Sport zu betreiben.

Mit dem Fahrrad radelten wir, oder schoben eher, da ein Berg im Weg war, zu einem anderen Strand. Bemerkenswert war, dass wir trotz Florian auf dem Rücken und Josua auf dem Gepäckträger an allen anderen Radfahrern vorbei zu fahren schienen, ohne dass wir jetzt das Gefühl hatten extrem schnell zu sein. Die anderen waren einfach nur extrem langsam.

Der Strandeintritt kostete 2x5000 Dong. Wofür wir da genau gezahlt haben, war mir unklar, denn der Strand war auch wieder den Blick trübend dreckig und die Klofrau wollte auch nochmal extra Geld.

Da wir vor 8 Uhr da waren, waren wir komplett alleine an diesem kilometerlangen Traumstrand und die Kids verschwanden für gut zwei Stunden im Wasser.

Such a beautifull beach. All to us allone. (Qui Nohn, Vietnam)
Loitering at the beach. (Qui Nohn, Vietnam)
The beach in the other direction. (Qui Nohn, Vietnam)

Zurück über den Berg bei der Hitze dachten wir auch nur, gemäß der Einstellung der Kinder: "Alle anderen fahren Mofa, nur wir müssen Fahrrad fahren". Die Welt war ja sooo ungerecht. Der internationale Führerschein wurde in Vietnam nicht anerkannt, solange der wohl nicht in Vietnamesisch übersetzt war.

Und obwohl wir den Nachmittag nichts vor hatten, bin ich zu nichts gekommen. Florian hatte ein echt anstrengendes Alter, wo wir nur am hinterher rennen waren, selbst wenn er noch nicht rannte.

Wir hingen also den Rest des Tages nur rum und waren alle etwas reisemüde. Alle bedauerten, dass wir nicht länger in Dalat geblieben sind. Josua war auch total überfordert und heulte den Nachmittag nur rum. Wir müssen das Tempo wohl wieder etwas reduzieren.

Abends machten wir dann noch eine kleine Radtour durch die Stadt. Dabei schaffte es Florian, seine Schnullerkette über den Kopf zu ziehen und unbemerkt wegzuschmeißen. Jetzt war er weg und einen neuen gab es nicht, da in Südostasien die Babys keine Schnuller zu haben schienen.

Mit unserem Hotel waren wir trotz des hohen Luxus sehr unzufrieden. Christian konnte zwar die vorhandene Badewanne gut nutzen, um seine von den Busfahrten verkrampften und schmerzenden Beine etwas zu entspannen, aber ständig gab es Ärger mit den Kindern.

Die ganze Zeit hing eine ältere Frau im Hotel rum und kontrollierte alles. Nicht zuletzt auch die Kinder, die angeblich ständig zu laut waren. Wir haben die Kinder nicht gehört, wenn sie außerhalb des Zimmers gespielt haben und das sollte was heißen, denn es ging definitiv auch anders. Dann wurden die Kinder zusammengefaltet, weil sie heruntergefallene Blätter eines Baumes vom Balkon auf ein freies Stück Erde haben segeln lassen. Als ich nach der Wäsche gefragt habe, ob diese denn mit der Maschine gewaschen würde, wurde ich auch blöd von der Seite angepisst, dass es doch wohl selbstverständlich sei, dass man in Vietnam Waschmaschinen benutze und es doch unverschämt sei, so etwas zu fragen. Es mochte sein, dass ich Vietnam mit Kambodscha verwechselt hatte, aber ich glaubte nicht, dass überall in Vietnam die Waschmaschine selbstverständlich war.

Das Bizarre an diesem Hotel war auch, dass wir eigentlich in das Guest-Haus nebenan wollten, es aber überhaupt nicht einsichtig war, dass dieses als Cafe geschilderte Hostel auch Betten anbot und mit dem benachbarten Lahn Anh Hotel nur den selben Hof teilte. Alles echt unübersichtlich und letztendlich eine blöde Geschichte.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 1. September 2008

Es geht ein Zug nach irgendwo (Qui Nohn nach Hue, Vietnam)

Wir wollten so schnell wie möglich aus diesem atmosphärisch so ungemütlichen Hotel weg. Der Ärger mit Barbara's Backpackers riss auch an diesem Morgen nicht ab. Plötzlich hieß es, dass wir durch unsere frühe Anreise einen halben Tag mehr bezahlen sollten. Nach einigem Diskutieren haben wir uns dann aber doch darauf geeinigt, dass um 4 Uhr nachmittags anzureisen eigentlich üblich sei.

Ohne Probleme kamen wir dann mit dem öffentlichen Bus zur Bahnstation in Dieu Tri, circa 15 Kilometer von Qui Nohn entfernt.

Hier kauften wir Zugtickets bis nach Hue für 196.000 Dong. Die Kinder kosteten in der Bahn den halben Preis, bekamen aber im Gegensatz zum Bus einen eigenen Sitzplatz, was den Komfort doch erheblich steigerte.

At the train station in Dieu Tri (Vietnam)

Gut das wir die Tickets hier gekauft hatten und nicht bei Barbara's Backpackers Café, denn es war total unproblematisch. Die Verkäuferin sprach sogar entgegen Barbaras Aussage Englisch und wir haben die Kommission gespart.

Mit dem Zug bereiste sich dieses Land sehr bequem. Wir schauten gemütlich raus und hatten keinerlei Stress. Und die Strecke, insbesondere das Stück von Danang nach Hue, lohnte sich richtig. Es ging die ganze Zeit an der bergigen Küste entlang, mit Blick auf einsame Buchten und Traumstrände auf der einen und wunderschöne Berge auf der anderen Seite.

Es gab sogar Wasser für die Fahrgäste und zum Mittag konnte man wie im Flugzeug Essen auf Tabletts kaufen. Einziger aber bemerkenswerter Unterschied war die Frau, die mit einem riesigen Trog hinter dem Essenswägelchen herzog und mit einer Schöpfkelle noch Suppe auf die Tabletts klatschte.

Josua war mittlerweile so entnervt vom ständigen angepatscht werden, dass er richtig aggressiv reagierte und auch immer öfter die Tränen vor Wut flossen. Wir versuchten ihn schon immer zwischen uns zu nehmen.

In Hue angekommen hatten wir wieder ein gutes Stück zu laufen, haben aber im Van Xuan Guest-Haus ein schönes Hotel gefunden, welches von einem urigen, alten Ehepaar betrieben wurde.

This Guest-Haus should become one of our favorites. (Hue, Vietnam)

Hue, mit seinen rund 300.000 Einwohnern, war eine kulturhistorische Stadt und ließ sich gut aushalten. Eine richtige Traveller-Szene gab es hier nicht, da wohl mehr die kulturinteressierten, upper-price Touristen vorbeikamen. Da im Moment totale Nebensaison war, waren kaum Touris unterwegs und die ganzen Anquatscher, die hier mit am schlimmsten sein sollten, ließen sich gut ignorieren.

Durch Zufall sind wir nach unserer zunächst sehr frustrierenden Suche nach Abendessen in ein lokales Hinterhofrestaurant gerannt, wo wir für gerade mal 10.000 Dong riesige Portionen bekommen haben. Ein echtes Erlebnis von hiesigen Portionen richtig satt zu werden. Und auch hier kam wieder jemand und fütterte für uns den schon wieder kranken Florian.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 2. September 2008

Verabredung im Residence Hotel (Hue, Vietnam)

Den Fiebersaft den wir in Kambodscha noch gekauft hatten, konnten wir in der Nacht gut gebrauchen. Florian fieberte wieder, hatte Durchfall und Husten.

Wir wollten den Tag eigentlich ruhig angehen, sind aber nicht so richtig dazu gekommen.

Bank Holyday with rowing competitions. (Hue, Vietnam)

Wir hatten in Trat vor der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha Carmen getroffen, die in Hue das "La Residence" Hotel leitete. Sie meinte damals ganz unverbindlich, wir sollten doch mal vorbei schauen, falls wir durch Hue kommen. Gesagt, getan! Wir standen heute früh auf der Matte dieses sehr noblen Hotels und haben mal nach Carmen gefragt. Und tatsächlich, wir waren am richtigen Ort und Carmen konnte sich auch noch an uns erinnern. Mächtig überrascht, dass wir wirklich aufgetaucht sind, haben wir dann den Vormittag nett geschnackt und jede Menge wichtige Infos eingesammelt. Zum einen war unsere Entscheidung Hoi An zu skippen die Richtige, da dort zur Zeit die Miss Vietnam gewählt wurde und wohl keinerlei Hotels mehr verfügbar gewesen wären. Puh, Schwein gehabt! Wir hatten ja doch ernsthaft über Hoi An nachgedacht. Außerdem erfuhren wir, dass heute Feiertag in Vietnam war, welcher mit Ruderwettkämpfen auf dem Fluss und freiem Eintritt in den Kaiserpalast gefeiert wurde.

Such an authentic picture with all the images we expect from Vietnam. (Hue, Vietnam)

Das hat dann doch noch Kultur auf die heutige To-Do-Liste gesetzt.

Aber das Beste am Treffen war, dass sie vor allem die Kinder für Morgen zum Baden im Hotelpool eingeladen hatte. Die waren schon total aufgeregt und freuten sich auf ihren Badespaß.

Trotz Florians desolaten Zustands sind wir nach unserem Mittagessen im empfohlenen Restaurant mit allen anderen Huejanern in den Kaiserpalast geströmt.

The imperial citadel (Hue, Vietnam)

Ich fand die Menschenmassen mal wieder viel spannender als die Steine und ich bin froh, dass wir dafür keine 10 Dollar haben zahlen müssen.

Vietnam seems to consist only of scooters. (Hue, Vietnam)

Ich fand die Menschenmassen mal wieder viel spannender als die Steine und wir waren froh, dass wir dafür keine 10 Dollar haben zahlen müssen. So war es ein netter Ausflug, der in unserem Restaurant von gestern Abend endete. Die Frau von gestern fing wieder an Florian zu füttern, sah aber ein, dass es ihm echt nicht gut ging. Darauf hin fing sie an, sich mit Händen und Füßen mit uns zu unterhalten und wir waren erstaunt, wie viel man sich ohne gemeinsame Sprache erzählen konnte. Vor allem übersetzte sie unsere Gestiken für die Umstehenden und wir hatten den Eindruck, dass das Gemeinte auch verstanden wurde.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 3. September 2008

Feuchter Luxus (Hue, Vietnam)

Der Vormittag ging mal wieder für den Blog und die Schule drauf. Derweil leidete Florian vor sich hin und das Ganze auch noch ohne Schnuller.

Hue hatte den Vorteil, dass es eine nette, aber keine aufregende Stadt war, so dass wir hier nicht viel machen mussten. Das kam unserer anhaltenden Reiseträgheit sehr entgegen.

Such a luxury. (La Residence Hotel, Hue, Vietnam)

Am Nachmittag war es dann endlich so weit und wir sind im La Residence zum Baden eingetrudelt. So ein Vier-Sternepool mit all seinen Annehmlichkeiten hatte schon was.

Das Wasser war so warm, dass die Kinder ganze drei Stunden dort verweilten während Florian auf einer Liege im Schatten vor sich hin litt.

A trip in a cyclo. (Hue, Vietnam)
The wrap around is so flexible you can do almost everything with it. (Hue, Vietnam)

Carmen tauchte auch irgendwann auf und ehe wir es uns versahen hatte sie uns fünf in zwei Cyclos (Fahrradtaxis) verfrachtet und fuhr mit ihrem eigenen Fahrrad voran zu einem urigen vegetarischen Restaurant.

Im Bamboo Restaurant, den vietnamesischen Namen habe ich mir leider nicht merken können, gab es viele interessante Dinge zu essen. Bestellt haben wir den "Hot Pot", ein großer Suppentopf, der auf ein Feuer in die Mitte des Tisches gestellt wurde. Dazu allerlei Schüsseln mit Nudeln und Senfblättern, so dass jeder sein eigenes Süppchen kochen konnte. Zum Essen wurde für gewöhnlich kalter Tee gereicht. Danach ging es noch zu einem Straßenstand einen Fruchtshake trinken.

Carmen lud uns auch für Morgen zu einem weiteren Badetag am Pool ein.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 4. September 2008

Und nochmal das Selbe (Hue, Vietnam)

Der Tag begann wieder mit Schule und Internetarbeiten. Wir hatten im Guest-Haus freies Internet, das mussten wir nutzen. Problem war nur, dass die alten Herrschaften nicht verstanden, dass dieses auch angestellt sein musste. Zuständig war dafür der Sohn oder Schwiegersohn. Immer wenn ich den alten Mann nach dem Internet fragte, verwies er mich an ein Internet-Café um die Ecke. Der wusste anscheinend gar nicht, dass es in seinem Haus so etwas gab.

Florian is still ill and suffers. (La Residence Hotel, Hue, Vietnam)

Leider wurde im Hotel gegenüber heute eine Hochzeit mit Karaoke gefeiert, die nicht zu überhören war. Dieses Katzengejaule war so laut und unerträglich, dass wir Josua, nachdem er eine Stunde vor seinem Mathebuch saß, erlösten. Das ging einfach gar nicht.

Viel Zeit ging wie immer mit Essensbeschaffung und Wasserkaufen drauf. Ein erstaunlich nerviges Thema.

Hue war echt keine Baguettestadt. Die Baguettes waren klein und pappig. Wobei die viel beschworene vietnamesische Küche hatten wir immer noch nicht gefunden. Das Essen war gut, aber nicht herausragend. Die Soßen aus den Flaschen gab's in Deutschland auch und diese Unsitte, auf trockenen Reis einfach ein Stück zähes Fleisch zu knallen, erzeugte bei uns kein kulinarisches Highlight.

We enjoy the pool. (La Residence Hotel, Hue, Vietnam)

Florians Zustand war nachhaltig bedauerlich.

Nach mehrstündigem Badespass im Pool musste ich feststellen, dass ich Probleme mit meiner Brille hatte. Das fiel mir nur dadurch auf, weil ich sie die ganze Zeit im Wasser nicht angehabt hatte. Beim wieder aufsetzen war alles sehr viel unschärfer als ohne Brille und bei genauerem hinsehen stellte sich heraus, dass die Gläser total zerkratzt waren.

So ein Misst, wo sollte ich jetzt neue Gläser herbekommen.

Wie gut dss Carmen da war. Sie bestellte mich für den nächsten Tag, um mich dann mit einem ihrer Angestellten zum Optiker zu schicken.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 5. September 2008

Voll der Durchblick (Hue, Vietnam)

Pünktlich um 10 Uhr war ich am Hotel und durfte dann auch gleich eine der aufregenderen Erfahrungen hier in Vietnam machen, als Beifahrer auf dem Mofa eines Vietnamesen durch dieses Verkehrschaos. In voller Fahrt aus einer Einfahrt auf die viel befahrene Hauptstraße, aber nicht richtig herum, sondern einfach gegen den Verkehrsstrom. Man konnte ja mal Hupen. Die rote Ampel wohl übersehen, einfach in die Kreuzung, um Fahrradfahren den Weg abzuschneiden, oder selber geschnitten zu werden. Wenigstens gingen die Bremsen. Und dann war da noch der fast 20 Zentimeter hohe Bordstein, nur über ein instabiles Metallgitter zu überwinden.

Man o man, ich hab's überlebt!

Meine Brillengläser waren in kürzester Zeit fertig und durch meine vietnamesische Begleitung hatten diese auch nur 150.000 Dong, also unter 10 Dollar gekostet.

Was für ein Gefühl, die Welt wieder scharf zu sehen.

Florian hatte zwar kein Fieber mehr, sah aber elend aus und lag auch nur im Bett auf dem Bauch und streckte den Windelpopo in die Höhe.

Wir brauchten ein neues Fieberthermometer. In Vietnam schien es nur Quecksilberthermometer zu geben, so dass wir dieses erstmal ausprobieren wollten, bevor ich es kaufte. Wann hatten wir schon das letzte Mal ein nicht elektronisches in der Hand. Da war was mit schlagen. Man musste das Quecksilber so runter schlagen. Da es beim Christian nicht richtig funktionierte, griff der Apotheker etwas zu herzhaft zu und zerschlug das Thermometer auf der Theke. Naja, nicht wirklich optimal. Beim neuen Thermometer war der Apotheker dann vorsichtiger, doch bei Christians und meinem Versuch, das Thermometer warm zu bekommen, schnappte der Apotheker sich das Thermometer und stopfte sich das Ding selbst in den Mund. Nachdem er uns mit dieser interessanten Darbietung versichern konnte, dass das Thermometer funktionierte, haben wir es dann auch gekauft.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 6. September 2008

Von Hue nach Hanoi, oder auch nicht

Wir hatten zwar schon alles eingepackt, um heute Nachmittag mit dem Nachtzug nach Hanoi zu fahren, doch Florians Zustand war so schlecht, dass wir erstmal einen Arzt aufsuchen wollten.

Wir sind bei Carmen vorbei, um sie nach einem guten Arzt zu fragen. Sie ließ sofort nach ihrem Hotelarzt rufen, der zu uns ins Guest-Haus kam. Der Arzt diagnostizierte eine schwere Bronchitis.

Florian got a serious bronchitis and needed medical attention. (Hue, Vietnam)

Er hat uns dringlichst davon abgeraten, mit so einem Kind eine 15-stündige Zugfahrt in einem klimatisierten Zug durchzuführen. Zumal wir erstmal schauen sollten, ob die verschriebenen Antibiotika anschlugen, da er uns sonst Morgen ins Krankenhaus schicken würde. Es bestünde akute Gefahr einer Lungenentzündung.

Also noch ein Tag länger in Hue. Damit war der Nordwesten Vietnams für uns definitiv gestorben, dass würden wir auf keinen Fall mehr schaffen

Chris und ich sind dann los, das Antibiotikum zu holen. Es war anstrengend, dass selbst in den Apotheken die Leute meinten, uns über den Tisch ziehen zu können. In der ersten Apotheke war nur eine Frau, die uns das Medikament zu dem Preis verkaufen wollte, der auch auf der Packung stand. Da wir aber noch ein zweites gegen den Husten benötigten, welches sie nicht da hatte, sind wir zur nächsten Apotheke. In Asien war es nicht unüblich nach Themen sortierte Straßenzüge vorzufinden, so dass wir nur ein Haus weiter mussten. Hier waren mehrere Personen anwesend, die plötzlich anfingen wild zu diskutieren, um dann den doppelten Preis wie in der ersten Apotheke zu verlangen (immer hin 20 statt 10 Dollar). Auch hier wurde schon eingepackt, bevor Preise genannt wurden. Die Mädels waren schon zur anderen Apotheke gerannt, da sie die geforderte Menge nicht da hatten.

Wir haben das Antibiotikum dann in der ersten Apotheke und die Hustentabletten in der dritten Apotheke gekauft.

m laufe des Nachmittags hat Florian auch mal wieder die Augen geöffnet, so dass wir hoffen konnten, morgen endlich weiter zu kommen.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 7. September 2008

Aber jetzt! Von Hue nach Hanoi

Florian öffnete die Augen heute schon länger als nur ein paar Sekunden und fing auch hier und da wieder an, sich mit Gegenständen zu beschäftigen.

Wie gut das wir Spritzen dabei hatten, sonst wäre es uns unmöglich gewesen, Florian das Antibiotikum zu verabreichen. Alle von der Familie des Hotels waren sehr besorgt um Florian und kamen ständig schauen, ob es ihm denn schon besser ginge. Sie hatten sogar extra Orangen gepresst und ihm Bananen vorbeigebracht. Bananen hatten wir auch schon wo anders für Florians Gesundheit zugesteckt bekommen.

Zu Fuß sind wir gegen Abend zum Bahnhof marschiert und haben dann eine 15-stündige Zugfahrt nach Hanoi über uns ergehen lassen. Da die Klimaanlage spann, war es entweder zu warm oder viel, viel zu kalt. Lydia hatte sich dabei fett erkältet.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 8. September 2008

Hanoi

Am Morgen hatten wir die Möglichkeit durch das Zugfenster noch einen Blick auf die so genannte trockene Halongbucht (Ninh Binh) zu erhaschen, die durchaus beeindruckend war, mit all ihren Felsformationen.

Als der Zug in Hanoi einfuhr, konnten wir gar nicht aus dem Fenster schauen, da die Markisen der Geschäfte so dicht an den Zug herankamen, dass wir das Gefühl hatten, dass sie uns ins Auge pieksen würden.

Aus irgend einem Grund war die Zugfahrt trotz komfortabler Sitze tierisch anstrengend. Total erschlagen sind wir in Hanoi angekommen, hatten aber keinerlei Probleme, ein Guest-Haus (Tam Thuong Relax Guest-Haus) zu finden. Und erstaunlicherweise kostete dieses nur 10 Dollar, wir hatten ja schon so einiges über Hanoi gehört.

Das wirklich Nervige hier war, dass alle Preise in Dollar angegeben, aber nichts in Dollar bezahlt wurde, so dass der angewendete Wechselkurs beim bezahlen auch mal zu Überraschungen führen konnte.

Unser Versuch einen Kaffee und Frühstück zu bekommen, war sehr frustrierend. Hanoi schien nicht nur teuer für Touristen, sonder anscheinend auch zwei bis dreimal so teuer wie der Rest des Landes. Dazu kam die recht schnelle Erkenntnis, dass es in Hanoi zwar eine Trinkkultur gab, diese sich aber wohl eher auf Süßgetränke und Bier bezog. Dabei hätten wir so gut einen Kaffee gebrauchen können. Da hier auch wieder der helle Hautfarbe-Effekt zuzuschlagen schien, wurde auf Preisanfragen wieder angestrengt über einen Preis nachgedacht. Und raus kam immer "One Dollar!".

Wir haben so den halben Tag verschlafen, da es nach der nächtlichen Zugfahrt einfach nicht mehr ging.

Am Abend haben wir einen zweiten Anlauf gewagt, uns auf die frustrierende Essenssuche zu machen. Doch auch jetzt waren wir nicht erfolgreicher. Für homöopathische Mengen sollten wir 20-30.000 Dong zahlen. Als Vergleich in Hue haben wir für riesen Portionen 10.000 Dong pro Person gezahlt und auch in Saigong sind wir nicht über 15.000 Dong hinaus gekommen. Da wir alles immer mit fünf multiplizieren mussten, war so eine Differenz für uns leider nicht egal.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 9.September2008

Hanoi im ausgeschlafenen Zustand

Vielleicht hatten wir gestern nur soviel Pech, weil wir total übermüdet waren. Man soll ja allem eine zweite Chance geben. Leider wurde es nicht besser. Dieses Old Quarter, welches das Zentrum der Stadt wohl darstellte und in dem wir uns befanden, war einfach nur ätzend. Dieser sehr unangenehme Umgang mit Ausländern, von überall blöd angelabert zu werden, waren es Cyclo-Fahrer oder Frauen mit diesem Stock über der Schulter, wo zwei offene Körbe dran hingen, die dann versuchten, einem dieses Ding über die Schulter zu legen und dabei "Foto! Foto!" schrien. Ich wollte kein Foto machen, die etwa? Wir bezweifelten es.

Hier rief auch keiner mehr "Baby!Baby!", oder stürmte begeistert auf Florian zu. Speisekarten hatten auf einmal für uns keine Gültigkeit mehr und sollte zufällig doch jemand der Anwesenden so ehrlich gewesen sein, den Preis auf der Karte zu nehmen, stand hinterher der Rest der Familie vor einem am Tisch und meinte, wir hätten nicht genug gezahlt. Ist uns wirklich passiert.

Wir hatten den totalen Asienrappel. Der Verkehr hier war richtig gefährlich, da im Gegensatz zum Rest von dem Vietnam, welches wir bis jetzt gesehen hatten in der Hauptstadt zu viele Autos unterwegs waren. Die wichen Fußgängern nicht mal so eben aus und gegen die Fahrtrichtung fahrende Mofas sowieso nicht. Überall zugeparkte Bürgersteige, so dass es ein ständiges auf und ab war. Und wenn dieser nicht ganz zugeparkt war, meinte jemand sich mitten in den Weg stellen zu müssen und mit dem Finger auf uns zu zeigen.

Wir waren mittlerweile große Fans von Supermärkten, da die Preise auf der Ware stand, so dass der Ausländerfaktor (x4) hier nicht zur Anwendung kam und wir nicht die ganze Zeit genervt wurden.

Wir waren mittlerweile große Fans von Supermärkten, da die Preise auf der Ware stand, so dass der Ausländerfaktor (x4) hier nicht zur Anwendung kam und wir nicht die ganze Zeit genervt wurden. Unser Tag bestand aber nicht nur aus Shoppen, sondern auch in einem Besuch der laotischen Botschaft, da wir noch Visa für unsere nächste Etappe brauchten. Dort hatten wir erst unsere Passfotos vergessen, aber wie immer in Südostasien gab es für alles eine Lösung, also ging es auch ohne. Dann sollten die Visa 31 Dollar kosten. Das mal fünf war ein stolzer Preis. Kinderermäßigung gab es nicht. Die Lösung kam aber von ganz alleine. Es lief die ganze Zeit ein Mann im Hawai-Hemd um uns herum, vermutlich der laotische Botschafter, da alle taten was er sagte, der uns plötzlich auf deutsch ansprach und meinte, wir sollten doch nur das Visum für Florian beantragen, da Lydia und Josua bei Christian im Pass stünden. Gesagt getan. Lydias und Josuas Pässe verschwanden schnell wieder in unserer Tasche. Morgen konnten wir die Visa abholen und dann hofften wir, dass wir an der Grenze keine Probleme bekommen würden, da wir offiziell ja keine Ausweise von Lydia und Josua mehr hatten.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 10.September2008

Die etwas andere Sightseeing Tour (Hanoi, Vietnam)

Ich wusste nicht, warum Christian und ich immer so empfindlich auf Atmosphären reagierten, denn Hanoi war objektiv eigentlich ganz schön. Es hatte viel Grün zu bieten und tolle alte, koloniale Häuser. Das Old Quarter war ein wuseliger Rummelplatz, wo viel los war, aber die Atmosphäre stimmte nicht. Hanoi hatte für uns etwas sehr erdrückendes und lauerndes. Ganz anders als Saigon, wo die Sonne für uns aufging, so leicht und heiter erschien uns diese Stadt. Aber da kamen wir ja auch gerade aus Kambodscha.

Da Hanoi nicht richtig viele Attraktionen hatte die wir sehen wollten, haben wir uns auch keine Mühe gegeben, die paar wenigen zu sehen. Uns nervte es mittlerweile tierisch, immer das Gefühl zu haben, ich hätte mir irgendetwas anzuschauen mit all den hundert anderen Touristen, um dann festzustellen, dass der entsprechende Ort nur da zu sein schien um Touris abzuzocken.

The silence at the Hoa Kiem lake, appart from the noise from the scooter trafic floating around the lake. (Hanoi, Vietnam)
Regina Pacis? Isn't this the address of the Bonn universities main building? (Hanoi, Vietnam)

Ich wollte zum "National Institut of Nutrition". Nicht wirklich der Ort, wo man als Touri hinfuhr, war mir aber dennoch ein Anliegen, da das Institut dicht an meinem persönlichen Forschungsinteressen für eine mögliche Promotion dran lag. Wenn wir schon mal da waren, dann konnten wir ja mal vorbeigehen und das haben wir auch gemacht.

Christian wartete mit den Kindern in einem Park. Ich hatte derweil ein aufschlussreiches Gespräch im Institut, musste aber meine Ansprechpartnerin auf nächstes Jahr vertrösten. Sie wollte, dass ich schon jetzt in die laufenden Projekte einsteige.

Lydia haben wir nach dem Ausflug im Guest-Haus abgestellt, da sie so erkältet war, dass sie sich erstmal hinlegen sollte. Josua haben wir gleich mit da gelassen, um dann unsere Visa für Laos zu holen.

Auf Wunsch der Kinder sind wir dann doch nochmal zum Wasserpuppentheater. Und wie in Vietnam üblich, gab es nach unserem gestrigen Versuch heute auf einmal eine Lösung für uns. Wir könnten den Josua ja auf den Schoß nehmen und zahlten so nur drei Karten. Prima, mehr wollten wir ja gar nicht.

Die Vorführung war richtig süß. Lydia und Josua waren total begeistert und auch Florian zeigte von Zeit zu Zeit Interesse am Geschehen. Sämtliche Dinge, die wir schon gesehen hatten, waren in der Veranstaltung untergebracht. Von den Reisbauern, über die Ruderwettbewerbe bis hin zu der Riesenschildkröte, die hier im Hoan Kiem See leben sollte. Wir waren erstaunlicherweise nicht die einzigen mit kleinem Kind. Vor uns schob sich eine Gruppe amerikanischer Pärchen in den Raum, die alle Bauchtragen an hatten, mit noch sehr frisch gepressten, vietnamesischen Babys. Und wir dachten, der Adoptionstourismus der Amerikaner würde vor allen Dingen in Südamerika stattfinden.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 11.September2008

Was muß, das muß! Von Hanoi zur Halong-Bucht (Hanoi nach Bai Chai, Vietnam)

Wir waren nicht traurig das Hotel zu verlassen und noch auf der Straße kam einer vom Hotel hinter uns hergerannt, da er meinte, wir hätten den Wäscheservice nicht bezahlt. Ich hatte zum Glück eine Quittung.

Auch hier an der Busstation hat man es wieder mit uns versucht. Eine Dame wollte uns besonders günstig Tickets für 60.000 Dong verkaufen auf denen aber 65.000 Dong drauf standen, dafür stand das Endziel nicht drauf. Das schrie schon wieder nach einem Betrug. Wir haben sicherheitshalber bei der Konkurrenz gekauft, wo auf den Tickets auch drauf stand, was wir bezahlt hatten.

Die Busnummern auf den Tickets entsprachen gerne mal den Nummernschildern. Wir hatten Anfangs ein paar Probleme da wir dieses noch nicht wussten.

Für 60.000 Dong pro Person x 3 ging es Richtung Halongbucht durch ein nicht enden wollendes recht unattraktives Industriegebiet. Hier wurde wohl alles Produziert, was das Herz der Welt so begehrte.

Der Busfahrer hatte die Ruhe weg und wir dümpelten so vor uns hin, dass wir schon Angst hatten, heute nicht mehr anzukommen. Bis der Busfahrer wechselte. Und der neue Fahrer hatte wohl Hummeln im Hintern. Da ging mal wieder die Post ab. Hui!

Unser Trip endete an der Bai Chai Busstation mitten im Nirgendwo.

Der Schwarm von Taxifahrern belagerte uns wieder. Die Dame von der Busstation wollte uns zwar helfen, wurde aber von der Taximafia zurecht gewiesen, so dass sie ihre Aussage, es gäbe einen Bus in die Stadt zurückzog. Um so etwas zu verstehen brauchte es nichtmals Vietnamesisch. Wir sind dennoch losgelaufen wohl wissend, dass es immer einen lokalen Bus gab. Zumal wir sie auch schon gesehen hatten. Nach 500 Metern tauchte einer der Mofa-Taxi-Fahrer auf um uns zu sagen, dass es einen Bus gäbe und dass wir auf dem richtigen Weg seien. Er war sogar so freundlich uns den kommenden Bus heran zuwinken. Die Typen waren eigentlich ganz nett, wenn sie einzeln und nicht in der Meute auftraten.

Im Stadtzentrum angekommen fanden wir Bai Chai, oder auch gerne Halong City genannt, nicht annäherungsweise so dramatisch wie im Führer beschrieben. Keine Schlepper, keine Taxiheinies, alles total friedlich. Wir hatten ja mit Schlimmen gerechnet. Wobei die Hotelkulisse wirklich nicht schön war.

Dadurch das es eine rein auf Tourismus ausgelegte Stadt zu sein schien, waren die Essenspreise exorbitant hoch. Dafür gab es viele ausgefallene Meerestiergerichte. Da wir unbedinngt etwas essen mussten, haben Christian und ich uns darauf geeinigt, eine Suppe für maximal 15.000 Dong zu akzeptieren. Die im Restaurant schienen darüber nicht so begeistert, dass wir nur Suppe bestellten, so dass es dann auf einmal nachdem wir zehn Minuten dort saßen hieß, es gäbe keine Suppe und wir sollten bitte etwas anderes bestellen. Dann nicht!

Wir sind zur Verwunderung der Restaurantfamilie einfach aufgestanden und gegangen. Und weiter hinten in der Stadt haben wir dann auch noch unsere Suppe bekommen.

Um eine Tour auf der Halongbucht zu organisieren sind wir dann auch noch zwei Kilometer zum offiziellen Hafen gelaufen, wo es laut Führer staatlich festgelegte Preise geben sollte. Der Typ aus unserem Hotel war auch schon da. Der war irgendwie überall. Wir hatten ihn schon im Bus getroffen, wo er uns seine Hotelkarte zugesteckt hatte. Da das Hotel im Führer positiv bewertet wurde, hatten wir für eine Nacht keine weiteren Aktionen gestartet und das Zimmer für 12 Dollar genommen. Dort sprach er uns, wie wir es ja in Hanoi schon erlebt hatten, ständig auf sein Tourangebot an. Etwas nervig, aber wir wollten ja eine machen.

Am Hafen stellte sich heraus, dass die offiziellen Preise alles andere als günstig waren. Zumal es ein Zweischrittverfahren gab. Zum einen musste man eine Eintrittskarte für die Bucht kaufen. Das waren pro Person 40.000 Dong, Josua und Lydia je 20.000 Dong und Florian war frei. Das galt aber nur, wenn man sein eigenes Boot dabei hatte, ansonsten musste man dieses auch noch buchen. Hier lag der offizielle Preis pro Person und Stunde bei 50.000 Dong, Kinder unter neun Jahren 70 Prozent Rabatt. Klang nicht viel, aber da ein Boottrip nicht unter vier Stunden zu haben war, sah das preislich schon ganz anders aus.

Der Mofa-Taxi-Fahrer, der uns mit dem Bus geholfen hatte, war auch wieder da und machte uns ein Angebot, welches fern von Gut und Böse war. Er wollte 740.000 Dong für das kleine Boot, wo man nicht raus konnte und 960.000 (ca. 60 Dollar für vier Stunden) für das große Boot, wo man dann auch auf Deck gehen konnte.

Der Mann von unserem Hotel hat uns ein Angebot von 10 Dollar pro Person und Lydia und Josua den halben Preis plus staatliche Eintrittsgebühren gemacht. Wir haben dieses akzeptiert, wollten die Formalitäten aber im Hotel klären.

Im Hotel zurück kam was kommen musste, der verlangte Preis war auf einmal 40 Dollar, also auch je 10 Dollar für die Kinder. Diese ständigen, ätzenden Verhandlungen und hier ging es ausnahmsweise mal um mehr, als nur ein paar Cent. Wir haben uns dann nach zäher Diskussion auf 32 Dollar geeinigt, dennoch war die Stimmung gereizt. Der Norden Vietnams machte uns einfach keinen Spaß.

Ich hatte dummerweise unsere Wäsche zum waschen noch abgegeben. Auch hier waren wieder blöde Preisverhandlungen vorausgegangen. Erst wollten sie 20.000 Dong pro Kilo, was jenseits des üblichen Preises war. In Saigon haben wir nur 10.000 Dong gezahlt. Wir hatten uns schließlich auf 15.000 Dong geeinigt (knapp ein Dollar). Am Abend wollte ich die Wäsche eigentlich gerne wieder einsammeln, um sie schon mal für morgen früh zu verpacken. Das Mädel meinte, in 20 Minuten sei sie fertig. Als ich nach einer Stunde wieder auftauchte, wusste sie auf einmal von nichts und vertröstete mich auf morgen früh. Das hatte meine ohnehin schon gereizte Stimmung nicht wirklich verbessert.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 12.September2008

Der Tag der Verkehrsmittel (Von Halong City über Hanoi nach Hue, Vietnam)

Am Morgen ging der Stress weiter. Wir hatten für den Tag zu wenig Wasser, so dass Christian sich um sechs Uhr morgens auf die Suche begab. Der Supermarkt hatte noch zu, aber die Straßenläden waren schon teilweise offen. Diese wollten aber immer 10.000 Dong für alle Wassersorten, wobei die No-Name-Produkte im Supermarkt normalerweise nur 3500 Dong kosteten. Es schien aber keine Relevanz zu haben, dass es dort Unterschiede gab. Beim verlassen der Stände wurde ihm dann 7000 nachgeschrien, das war ja nur der doppelte Preis. Frustriert kam er wieder zurück, da wir aber unbedingt Wasser brauchten, mussten wir wohl in den sauren Apfel beißen. Also ist Christian wieder los zu einem Geschäft, wo er vorher noch nicht war und der Preis war wieder 10.000 Dong. Christian war so frustriert, dass er einfach mal 5000 sagte und die Flaschen dann für 6000 bekam.

Als wir dann das Hotel bezahlen wollten und an der Rezeption warteten, schaute uns das Mädel mit großen Augen an und wir schauten auffordernd zurück, aber diese Information kam bei ihr nur sehr Zeitverzögert an. Nach etlichen Sekunden fragte sie dann endlich, was wir den wollten. Wir äußerten unser Anliegen und es dauerte nochmals über eine Minute, bis das Mädel erstmal einen entsprechenden Fernsehsender eingestellt hatte, bevor sie sich dann in gedanklicher Zeitlupe unserem Anliegen zuwendete.

Mein Versuch, unsere Wäsche zu bekommen scheiterte. Die Wäsche war nichtmals im Haus. Das Mädel war so brotig, dass sie auch nicht verstand, dass wir um 7 Uhr auf eine Tour gehen wollten, die wir gestern Abend auch noch in ihrem eigenen Hotel gebucht hatten.

Wir haben erstmal die Zahlung des Hotels verweigert und darauf hingewiesen, dass wir dieses tun, sobald wir unsere Wäsche wieder hätten. In einem unglaublichen Tempo, jede Schnecke wäre schneller gewesen, griff das Mädel zum Telefon und organisierte unsere Wäsche.

Kurz vor sieben traf dann die Wäsche ein und wir wollten das Hotel bezahlen. Es war immer gut, Preise vorher festgelegt und ausgerechnet zu haben, damit wir nicht total verarscht wurden, wie es das Mädel dann doch noch versuchte. Beim eintippen des Wechselkurses hatte sie versucht sich zu unserem Ungunsten zu vertippen. Christian wies sie darauf hin, dass das wohl nicht sein könne. Zähneknirschend korrigierte sie. Dieses ständige auf der Hut sein müssen war wirklich, wirklich anstrengend.

Und dann saßen wir da und nichts passierte mehr. Eigentlich sollte jemand uns abholen, aber dieser jemand schien das anders zu sehen.

Um kurz nach sieben fragte ich mal bei dem Mädel nach, aber bis auf einen leeren Blick erhielt ich nichts. Die Stimmung war schon wieder hyperaggressiv von meiner Seite. Als das Mädel meinte sich einfach zum Frühstück hinsetzen zu können, bin ich verbal über sie hergefallen, dass sie sich gefälligst um unseren Transport kümmern sollte. Erst jetzt bemühte sie sich zum Telefon und es tauchte dann auch wirklich ein Taxi auf.

Wir versuchten klar zustellen, dass wir für das Taxi nicht aufzukommen hatten. Der Taxifahrer verstand kein Wort und machte das Taxameter an. Als er dann auch noch in die falsche Richtung fuhr, war es mit meiner Beherrschung vorbei. Nach heftigen Diskussionen fuhr der arme Taxifahrer, er konnte ja nichts für das ganze Theater, zurück zum Hotel. Das Mädel verstand unsere Aufregung erst gar nicht. Ich zeigte ihr den minutiös aufgestellten Tourvertrag und war so geladen, dass ich ihr blödes Gekicher nur noch nachäffte. Nach einigem hin und her klärte sich, dass das Boot gar nicht da war, wo es zu sein vorgegeben hatte. Es lag genau in entgegengesetzter Richtung, nicht im Hafen sondern einsam an der Wand der Promenade. Wie schön, dass man uns das auch schon gesagt hatte. Es wäre auch niemand gekommen, uns abzuholen, wenn wir nicht Rabatz gemacht hätten. Das Taxi wurde dann von jemandem vom Boot bezahlt, aber die Stimmung war nicht wirklich entspannt um halb acht morgens. Immerhin waren wir bei einem Boot, wo eine überschaubare Menge schon da war. Genau genommen zwei weitere Passagiere, von angeblich zwanzig. Es kamen noch fünf dazu, so dass das Boot, eigentlich für fünfzig ausgelegt, gerade mal mit zwölf Passagieren startete. Letztendlich hatten wir so jede Menge Platz an Deck.

A typical chunke for the tourists. (Halong Bay, Vietnam)

Die Halongbucht lag wie wohl meistens in Dunst gehüllt und die rund 3000 Felsformationen, die sich aus dem Wasser erhoben, ließen sich nur erahnen. Mittlerweile war es auch schon tierisch spät, so dass das Licht nicht mehr so schön war, wie es um sieben Uhr morgens hätte sein können.

Der Trip war dann nach all dem Stress doch noch richtig schön. Kein über den Tischgeziehe mehr, ganz im Gegenteil. Bei der Insel welcher, wo man zwei beeindruckende Höhlen besichtigen konnte, mussten wir die staatlichen Eintrittsgebühren nur zwei Mal zahlen und Lydia und Josua durften umsonst rein.

Florian enjoying the boat trip on Halong Bay. (Vietnam)
Some kids enjoy... (Halong Bay, Vietnam)

Die Höhlen waren echt der Hammer. Nicht nur, dass sie durch ihre Größe beeindruckten, sondern sie waren so unwirklich, dass wenn jetzt noch eine Achterbahn vorbei gekommen wäre, wir wirklich geglaubt hätten, in einem Freizeitpark zu sein. Auch weckten die Höhlen unter der kleinen Insel mitten im Meer die wildesten Kinderfantasien über Piraten und verschollene Schätze.

...and other need to work. Josua posing for a foto shoot. (Halong Bay, Vietnam)
A lot of boats, all almost empty crossing Halong Bay. (Vietnam)
Now I understand the fascination about that place. (Halong Bay, Vietnam)
It looks somhow misterious. (Halong Bay, Vietnam)
And allways the mist around. (Halong Bay, Vietnam)
Stop on the island to visit the caves. (Halong Bay, Vietnam)
Our camera isn't good enough to catch this incredible place. (Halong Bay, Vietnam)

Danach durften wir noch ein Fischerdorf auf dem Wasser besichtigen, welches zwischen den Felsen mitten auf dem Wasser lag. Die Marktfrauen waren gerade unterwegs und ruderten mit ihrer Ware von Fischfarm zu Fischfarm. Wie viel hier von noch real war und was davon für die Touris aufrecht erhalten wurde konnten wir nicht sagen.

Floating village in the Halong Bay. (Vietnam)

Das dritte Highlight der Tour waren zwei Steine im Wasser, die auf dem Foto so imposant wirkten, in der Realität dann doch eher klein im Vergleich zu all den anderen Felsen waren. Als die Fahrt gerade am nettesten war, kam schon wieder jemand und fragte, ob wir nicht mit einem Ruderboot noch in eine Höhle fahren wollten. Das würde auch nur 150.000 Dong extra kosten. Sie konnten einen einfach nicht in Ruhe lassen.

Kurz nach elf waren wir wieder auf dem Festland. Da wir unser Gepäck mit an Bord hatten, ging es gleich weiter mit dem lokalen Bus zur großen Busstation. Von dort ohne große Verzögerung weiter nach Hanoi.

Flos Begeisterung, sich die Reisfelder aus dem Bus anzuschauen, erklärte Josua ganz trocken damit, dass es Florian nicht um das Reisfeld ginge, sondern um den Reis den es zu essen gilt.

n Hanoi an einer der vielen großen Busstationen eingetroffen, hatten wir ein paar Probleme einen Bus zu finden, der bis zum Bahnhof fuhr. Alle Nummern die wir uns aufgeschrieben hatten, fuhren nicht hier vorbei. Also sind wir erstmal raus aus dem Busterminal und zur öffentlichen Bushaltestelle, um dort den Busfahrplan mit praktischer Übersichtskarte zu studieren. Wir haben so einen Bus ausfindig machen können, der zwar nicht zum Bahnhof selbst fuhr, aber dicht daran vorbei.

Die Taxifahrer, die mal wieder um uns herumschwadronierten, waren diesmal aber auch so was von penetrant. Selbst unser Hinweis, dass wir an einer Bushaltestelle standen, ließ einen von ihnen kalt. Ständig rief er Taxi, Taxi. Irgendwann rief ich im selben Ton Taxi, Taxi, Taxi zurück. Die Kinder und selbst Christian griffen diesen Gegenangriff auf und zu viert riefen wir durcheinander Taxi, Taxi, Taxi.

Der Bus in die Innenstadt füllte sich zunehmend. An einer Haltestelle stürmte eine riesige Horde hysterisch schreiender Schulmädels auf den Bus zu und versuchte vollständig in den Bus zu kommen, was sie zu unserer Verwunderung auch schafften. War das eng! An den folgenden Busstationen ließ der Busfahrer schon keinen mehr rein, aber irgendjemand schaffte es dennoch immer noch zuzusteigen. Mit sehr, sehr viel Mühe schafften wir es an der gewünschten Stelle uns und unser Gepäck aus diesem Bus wieder heraus zu bekommen. Wäre es kein AirCon Bus gewesen, hätten wir das Fenster als möglichen Ausstieg in Betracht gezogen. So kämpften wir uns mitsamt der Kinder und den Rucksäcken unter lautem Gegröle der Schulklasse zur Tür durch.

Auf dem Weg zum Bahnhof dann nahmen Lydias Sehnenschmerzen im Unterschenkel so stark zu, dass ich ihren Rucksack übernommen und auf den Bauch gezogen habe. Ernsthafte Sehnenprobleme konnten wir jetzt echt nicht gebrauchen.

Am Bahnhof hatten wir einige Orientierungsprobleme, das richtige Nümmerchen für den sofortigen Reiseantritt innerhalb von zwei Stunden zu ziehen. Wir bekamen aber doch noch rechtzeitig unsere Tickets für den Nachtzug nach Hue. Wenn das nicht mal alles Reibungslos ineinander gegriffen hatte. Wir hatten ja schon damit gerechnet, noch eine Nacht in Hanoi bleiben zu müssen.

Nochmal Nochmal zur Erinnerung die Verkehrsmittel des heutigen Tages: Taxi, Boot, Linienbus, Langstreckenbus, wieder Linienbus, Bahn.

Und jetzt ging es Umstandslos heim in den sympathischen Süden Vietnams.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 13.September2008

Endlich wieder im Süden (Hue, Vietnam)

Für Florian hätten wir nichts mehr zu Essen kaufen brauchen. Was der nicht alles zugesteckt bekam. Von Obst über Wurst bis hin zu ganzen Milchpulverpackungen war diesmal alles dabei.

Und diesmal hatten wir für die Zugfahrt unsere Fliesjacken ausgepackt, so dass die eiskalten Temperaturen trotz gereichter Decken, gut erträglich waren.

Der Weg zu unserem Hotel war anstrengend, da Lydia humpelte und ich ihren Rucksack tragen musste. Der war auch nicht ganz leicht und Josuas neue Hose rutschte die ganze Zeit.

Im Hotel angekommen wurden wir begeistert empfangen und die erste Frage war natürlich, ob es Florian denn wieder besser ginge. Die Familie, die das Hotel betrieb, hatte Florian ja nur im kranken Zustand bis jetzt gesehen. Der grinste aber fröhlich vor sich hin und wurde sofort genommen und mit der gleichaltrigen Urenkelin bespielt.

A picture for the gods. (Hue, Vietnam)

Ansonsten hatten wir heute nicht mehr viel gemacht, außer gierig über unseren vermissten Reis mit Gemüse und Ei herzufallen, den es hier so gut gab. Genauso wie der Kaffee, der wieder genossen werden wollte. Und wie überall in Hue wurden wir auch in unserem Stammrestaurant (Phuong Nam Cafe, 38 Tran Cao Van, Hue) als erstes nach Florians Gesundheit gefragt und alle waren ganz begeistert, ihn mal in einem heiteren Zustand zu erleben.

Es war immer lustig, an einen Ort nochmal zurückzukommen, da es wirklich was von nach Hause kommen hatte.

Jetzt hatten wir noch ein paar Tage Pause und dann sollte es nach Laos über den Grenzübergang bei Lao Bao gehen.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 14. September 2008

Ruhe (Hue, Vietnam)

Hue war so angenehm entspannend. Das wildeste was hier einem passieren konnte, war ein galoppierender Bulle, der einem auf dem Weg zum Supermarkt entgegenstürmte.

m Moment war hier Mondfest oder so etwas ähnliches. Abends lagen ganze Straßenzüge flach, da riesiege Gruppen von Trommlern diese blockierten und Höllenlärm machten. Derweil tanzten vor allem Kinder mit Drachenkopfkostümen zu dem Getrommel.

Unsere schulischen Unterweisungen waren heute mal richtig erfolgreich. Josua durfte sich ein Buchstabenmemory basteln und Lydia schaffte es zunehmend, sich alleine mit neuen Themen zu befassen und die dazugehörigen Aufgaben selbständig anzugehen. Wir waren ganz begeistert. Das war vor ein paar Wochen noch undenkbar.

Die Guest-Haus-Familie war total süß und rührend, mit all ihrer Fürsorge für Flo. Ihr kleines Mädchen, welches ja im selben Alter wie Florian war, musste wie viele vietnamesische Babys die ständige Milchprozedur über sich ergehen lassen. Ich hatte sie noch nie gesehen, wo nicht jemand mit einer Spritze versuchte Milch in sie hinein zu bekommen.

Florian hatte für sich das Laufen mit einem vor sich her geschobenen Stuhl entdeckt und lief jetzt wie ein Besengter die Terrasse hoch und runter. Das war immer so süß zu beobachten, wenn er den Stuhl vor eine Wand schob, wie vorsichtig er sich dann um den Stuhl herum hangelte, um dann wieder in die andere Richtung zu laufen.

Interessant fanden wir, dass ganz viele deutsche Medizinstudenten in Hue ihre Fabulatur machten. Wir hätten nicht gedacht, dass ausgerechnet Hue dafür so ein Anlaufpunkt war.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 15.September2008

Noch mehr Ruhe (Hue, Vietnam)

Wäsche waschen, Schule, Essen besorgen und ganz viel leckerer Kaffe.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 16.September2008

Sonne und Strand (Hue, Vietnam)

Da ich zum wiederholten male beim "Department of Nutrition" meine Ansprechpartnerin verpasst hatte, habe ich es heute Morgen nochmal versucht. Diesmal war ich erfolgreich und die Institutsleiterin hatte sich etwas Zeit genommen, mir etwas über ihre Forschungsprojekte zu erzählen. Sie schien ganz angetan zu sein von meinen Nachfragen und fand die Idee ganz toll, mich in ihr Team aufzunehmen.

Auf jeden Fall habe ich wieder einige Visitenkarten mehr und somit konkrete Ansprechpartner.

Auf jeden Fall habe ich wieder einige Visitenkarten mehr und somit konkrete Ansprechpartner. Da wir in Hue bis jetzt kaum was gemacht hatten, außer uns erholt, musste heute unbedingt noch ein Trip zum circa 15 Kilometer entfernten Strand her. Mit dem Fahrrad ging es durch die sengende Sonne, die uns dann auch entsprechend verbrannt hat zum Strand. Unterwegs fiel Christians Schutzblech ab und wie aus dem Nichts tauchte jemand mit einem Draht auf und schon war das Fahrrad repariert. Der offizielle Thuan An Strand war eine aneinander Reihung von Restaurants und Leuten, die in ihren Restaurants hingen und uns als einzige Anwesende schon wieder anschrien "Yo! Yo!" und dann auch noch Parkgebühren für die Fahrräder wollten.

Wir sind zu dem im Netz empfohlenen Strand etwas weiter südlich gefahren.

Wenn man den Müll im Kiefernwald hinter dem Strand ausblendete und in Richtung Meer schaute, dann war dieser Strand ein absoluter Traumstrand. Kilometer weißer Sand mit kristallklarem Wasser und keine Menschenseele, außer ein paar einsamen Fischerbooten, die dem Strand eine wildromantische Note gaben.

Just us at the beach. (South of Thuan An beach, Vietnam)
And some lonley boats. (South of Thuan An beach, Vietnam)

Am Abend sind wir in unserem Guest-Haus zum ersten mal über Traveller gestolpert, die dort länger als für eine flüchtige Nacht waren. Aus irgend einem Grund kommen immer ganz viele Leute sich die Zimmer anschauen, um dann doch woanders hinzugehen. Das Guest-Haus war alt, ohne Frage, genau wie die Besitzer, aber das machte es ja so sympathisch im Gegensatz zu den sterilen Minihotels, die zwar mehr Luxus boten aber weniger Atmosphäre.

Das Pärchen reiste gerade auf dem Landweg von Europa nach Australien. Auch sie waren der Ansicht, dass die wirklich interessanten Traveller die man traf viel älter waren.

Wir litten nachhaltig darunter, dass wir auf unserer Reise immer nur winzige Aspekte und Ausschnitte sahen. Und so gut wir uns auch mit Händen und Füßen unterhalten konnten, es blieb immer ein Mangel an Kommunikation, welchen wir dann mit Mutmaßungen und wahrscheinlich auch mit europäischer Sichtweise zu füllen versuchten, um das Unverständliche verständlich zu machen. Das war echt misst.

Fazit Vietnam:

Vietnam war ein unglaublich schönes Land. Es geizte nicht an optischen Reizen. Dazu kam eine unglaubliche Kinderfreundlichkeit, die uns des öfteren Dinge hat zukommen lassen, welche uns als Alleinreisende vielleicht verschlossen geblieben wären. Des weiteren kam, dass Kinder stark vor den unangenehmen Anquatschern, Schleppern und Mofa-Taxis schützten. Wir haben Vietnam nicht annäherungsweise so extrem empfunden, wie es im Führer beschrieben wurde, noch wie uns Kambodscha erschien. Wobei dies auch der immer währenden Lernkurve geschuldet sein konnte.
Außer der Norden, der trotz Kinder unglaublich anstrengend war. Aber auch hier muss ich einschränkend hinzufügen, dass wir auch einfach Pech gehabt haben konnten, zur falschen Zeit, am falschen Ort zu sein.

Der Süden war für uns einfach Spitze.

Wenn jemand wirklich ein typisches Souvenir aus Vietnam mitbringen wollte, der sollte sich einen Stoffmundschutz, die hautfarbenden Handschuhe, die bis zum Oberarm gezogen wurden und die gleichfarbigen Strümpfe dazu besorgen. Das war das Straßenbild des Vietnams, welches wir besucht hatten. Die Mädels wollten angeblich nicht braun werden.

Fazit von Lydia:

Vietnam war schön, weil es so viel aufgeräumter war als Kambodscha und weil ich die Leute nett fand. Im Norden wurden sie dann aber immer unfreundlicher, aber die Baguettes in Hanoi waren wieder gut, im Gegensatz zu Hue. Dalat fand ich schön, weil es einfach schön war. Mit Hue waren das die besten Städte in Vietnam. Saigon war auch toll, weil ich das erste mal Kaffee trinken durfte.

In Hue war das Guest-Haus so nett, da wir da ganz viele Spiele spielen konnten, das Essen gut war und sonst war Hue unspektakulär. Es war toll, dass Carmen uns zum Schwimmen eingeladen hat.

Die beste Busfahrt hatten wir von Saigon nach Dallat, weil der Bus-Cowboy so wahnsinnig gefahren ist.

Quy Nohn war nicht so toll, wegen des blöden Hotels, wo wir ständig ausgeschimpft wurden und einmal sogar mit dem Besen verscheucht wurden. Der Stadtstrand war ganz nett und der, der Geld gekostet hat, war der schönste.

In Pleiku war es gut, weil wir dort Sandalen gekauft haben.

Fazit von Josua:

Ich fand Saigon ganz schön von der Stadt. Da konnte man in den großen Parks so rumlaufen, das war schön. Dalat fand ich auch ganz toll, aber die Baguettes nicht so. Hue, da fand ich die Baguettes auch nicht so gut, dafür gab es ganz große, leckere Portionen zum Mittag und Abendessen. Den Swimmingpool in Hue fand ich ganz gut. In Vietnam fand ich alle Städte gut, außer die Städte, wo wir nur noch Baguettes essen konnten (Hanoi), weil alles andere so teuer war. Das Boot auf der Halong Bucht fand ich ganz neckisch. Die Höhlen waren ganz gut, weil die so riesig waren und der Berg, um den wir rumgefahren sind, war ganz groß.

Spielen um die Welt:

n Chau Doc haben wir Polizei gespielt und die Bücher waren unsere Computer, in die wir alle wichtigen Informationen eingetippt haben.
In Saigon hatten wir so Plastikdeckel, die wir als Frisbees benutzt haben. Ziel war es, dass diese möglichst nicht den Boden berühren, da man sonst starb. Hier haben wir auch noch Tickets verkaufen für die Gruselachterbahn gespielt. "One Dollar!"
In Dalat hat Josua sich Spielzeugautos gekauft und war erstmal beschäftigt, wenn da nicht der kleine, nervige Bruder gewesen wäre. Ansonsten musste Florians Schildkröte (Stofftier) als Handball herhalten, um in ein Tor geworfen zu werden. Abends haben wir im Treppenhaus noch das Licht an und aus gemacht.
In Qui Nohn gab es Ärger mit den Hotelbetreibern, weil wir heruntergefallene Blätter über den Balkon geworfen haben. Die Alternative war so ein Fantasiespiel, wo wir bei so einem Film mitspielen.
In Hue spielten wir, dass wir eine Zentrale haben, da wir Lebensretter sind, die die Welt retten. Dafür konnten wir uns in Monster verwandeln und wenn ein Auftrag reinkam, dann klingelte so ein Handy.
In Hanoi haben wir nicht wirklich was gespielt. Josua hat entweder Polizist oder Ritter gespielt und ist diese verwinkelten Treppen hoch und runter gelaufen.
In Chai Bai haben wir so getan, als ob wir Detektive wären und haben die Leute von der Treppe aus beobachtet.
Hue die 2.: Genau das selbe wie in Bai Chai. Nur mit viel rennen, da wir uns als magische Figuren immer bekämpft haben.

Weiter geht's in Laos!



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