Weltreise
mit drei Kindern

Vorbereitung

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Runter] 1. Januar 2008

Am Anfang (Kiel, Germany)

Seit etwa 3 Wochen steckten wir in ernsthaften Vorbereitungen für unsere Weltreise. Was mal mit einer spontanen Idee begann, nam langsam aber sicher Konturen an. Wer hätte das gedacht, dass wir so ein Vorhaben wirklich mal planen und dann auch hoffentlich in die Tat umsetzen würden.

"Wir" waren mein Mann Christian (31) , ich (Julia, 30), Lydia (10), Josua (6) und unser jüngster Spross Florian (1). Seit einem Jahr lebten wir in Kiel, in wohl einer der schönsten Altbauwohnungen die man sich nur erträumen konnte, so dass schnell die Frage auf kam, warum wir eigentlich eine Weltreise machen wollten, wenn wir es doch soo gemütlich haben? Die Antwort war enttäuschend banal: "Warum nicht?". Gemäß den Höhnern (kölsche Kultbend): "Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nicht hier, sag mir wo und wann? Wenn nicht wir, wer sonst? ..."

Nochmal zusammengefasst hieß die Antwort auf das "Warum", weil wir das Potenzial hatten so ein Vorhaben umzusetzen, einen besseren Zeitpunkt würde es nie geben und wir die finanziellen Möglichkeiten hatten. Und bevor dieses Geld, durch was für Gründe auch immer, verschwindet wollten wir es lieber selber mit unseren Kids auf den Kopf hauen.

Wir wussten zwar nicht, dass es in ein paar Monaten zur Weltwirtschaftskrise kommen würde, aber uns war klar, dass das System wie es jetzt lief irgendwann krepieren musste. Dass das so schnell passieren würde, damit konnte ja keiner rechnen. Insgeheim freuten wir uns aber, dass wir statt Aktien zu kaufen, was die Alternative Geldanlage gewesen wäre, aufs richtige Pferd gesetzt hatten.

Das Hauptproblem bei der Planung einer einjährigen Weltreise mit Kindern bestand darin, dass man diese nicht heimlich im stillen Kämmerlein vorbereiten konnte, sondern sehr viele Leute in seine Pläne einweihen musste, um möglichst viele Informationen zu erhalten. Leider stieß so ein Vorhaben nicht uneingeschränkt auf Gegenliebe. Das war dann auch die traurige Erfahrung die wir machen durften und dies bedauerlicher Weise auch noch durch die eigenen Eltern.

Das man dem ganzen nicht uneingeschränkt positiv gegenüber stehen musste und seine Ängste und Sorgen äußerte war absolut legitim, aber zu einem Generalschlag auszuholen, bei dem sachliche Argumente nicht mehr zählten und alles was wir machten auf einmal falsch war wurde dem Ganzen dann auch nicht gerecht.

Zum Glück gab es in unserer Umwelt auch Menschen, die durchweg positiv unserem Vorhaben gegenüber eingestellt waren. Nicht das auch hier gelegentlich darauf hingewiesen wurde, dass das ganze durchaus riskant sei und einer sehr guten Planung bedürfe, aber verurteilt worden sind wir bis dahin von niemanden. Ganz im Gegenteil, die Informationsmasse die uns erreicht hat, hat meine Erwartungen bei weitem überstiegen.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 2. Januar 2008

Wer wir eigentlich sind (Kiel, Germany)

Nach dieser kleinen Einführung in doch sehr unterschiedliche Meinungen bezüglich einer Weltreise mit Kindern, scheint es mir ganz sinnvoll uns kurz einmal vorzustellen. Mich persönlich interessiert es immer wer was macht, und welche persönlichen Voraussetzungen dem ganzen zu Grunde liegen. Wen das nicht die Bohne interessiert und ihr eigentlich nur die Reiseberichte lesen wollt, dann solltet ihr die nächsten Absätze einfach überspringen und auch wenn ihr nur an Katastrophen und unserem Scheitern teilhaben wollt, werde ich versuchen durch entsprechende Überschriften euch unnötiges Gesülze und Geschwalle zu ersparen.

That's us. (Sankt Augustin, Germany)

Am leichtesten ist es ja bei sich selber anzufangen, dass wirkt aber immer so egozentrisch. Christian wollte sich gar nicht selber vorstellen, er vertraute mir das ich das schon richtig mache. Passagen hinterher zu löschen war ja auch eine Form der Mitwirkung.

Und weil ich nicht so bin, fange ich beim Christian an.Christian hat Informatik in Bonn studiert, dann bei der photogrammetrie promoviert hat war nun Post Doc an der Kieler Uni. Ich habe Soziale Verhaltenswissenschaften und Erziehungswissenschaften an der FernUni Hagen studiert. Nett, aber sinnlos. Seit 1 1/2 Jahren versuchte ich nun eine Promotionsstelle zu bekommen, hatte aber leider bis dato kein Glück. Und auf Grund dessen, dass ich keine Promotionsstelle bekommen habe, sind wir aus der schönen Reihenhausidylle in Meckenheim bei Bonn, vor genau einem Jahr nach Kiel, in diese abgrundtief geile Jugendstilwohnung, gekommen. Der ursprüngliche Plan war eigentlich die andere Richtung, also Schweiz oder Österreich, aber Meer war ja auch ganz nett.

Nee, ganz ehrlich, von der Lebensqualität ist Kiel echt spitze und da sag noch einer mit diesen Norddeutschen sei es so schwer in Kontakt zu kommen. Wir konnten uns da echt nicht beschweren.

Jetzt habe ich den Christian und mich schon vorgestellt, aber da waren ja noch ein paar mehr. Das tolle ist Lydia kann schon schreiben und wollte sich gerne selber vorstellen: "Ich heiße Lydia, bin noch 9 Jahre alt und gehe in die fünfte Klasse eines Gymnasiums. Am liebsten kicke ich Bälle oder tummele mich im feuchten Nass. Je nach Stimmungslage eignen sich meine kleinen Brüder zum spielen, als auch zum ärgern. Der Plan einer Weltreise erscheint ganz OK, denn ein bisschen von der Welt sehen kann ja nicht schaden."

Josua war unsere Laberbacke. Wenn man da nicht aufpasste, dann hatte er einem die Welt noch einmal neu erklärt und so seltsam die Gedankengänge eines Fünfjährigen auch sein mögen, in sich waren seine Erklärungen schon stimmig. Vielleicht liegt das aber auch nur daran, dass man nach stundenlangen Hintergrundrauschen nicht mehr weiß was eigentlich der Ausgangspunkt der Erzählung war.

Und dann hatten wir da ja noch Florian, bei dessen Erwähnung jeder mit den Augen rollte, weil Babys (er war bei unserem Start dann auch schon 1 Jahr alt) nicht auf Weltreise durften. Ich fragte mich was aus pädagogischer Sicht falsch daran sei, wenn ein Kleinkind die Gelegenheit hat ein Jahr lang in intensiven Kontakt und das auch noch mit beiden Eltern, stehen zu dürfen. Die deutsche Pädagogik zeichnete sich noch nie durch besondere Eindeutigkeit aus, nur dass das was man tut und wie man es tut immer falsch ist. Also war es letztendlich egal was wir taten, falsch würde es in jedem Fall sein.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 16. Januar 2008

Am Anfang steht das Shoppen (Kiel, Germany)

Ich will ja nichts sagen, aber nicht jeder Mensch ist ein begnadeter Schreiber. Nicht das ich herausragend wäre, aber wenn Ihr total gelangweilt wäret, dann würdet ihr gar nicht bis hier hin im Text vorgedrungen sein.

Auf jeden Fall haben wir uns Literatur, also Erfahrungsberichte anderer besorgt, die schon eine Weltreise und auch mit Kindern gemacht haben. Man weiß ja nie ob andere nicht ganz nützliche Informationen oder Ideen für einen haben. Leider lasen sich einige Berichte wie Schüleraufsätze zum Thema "Mein schönstes Ferienerlebnis". Echt anstrengend, so etwas zu lesen.

Ich möchte wirklich niemanden zu nahe treten. Eine Weltreise zu machen und dann auch noch mit Kindern verdient meinen Respekt, aber ein bisschen mehr Emotion schadet nicht. Mich interessiert doch vor allem wie sich ein fremdes Land anfühlt und nicht wie es aussieht. Das kann ich mir in jedem Reisemagazin anschauen.

Selbst die Vorbereitungen zu so einem Abenteuer waren abenteuerlich. Da ist es mit einer Bemerkung wie "...und dann haben wir alles nötige fürs Reisegepäck besorgt" nicht wirklich getan.

Ich fand unseren Tripp in den ReiseShop Kiel Outdoor-Equipment eine durchaus erwähnenswerte Erfahrung. Haben Sie schon mal versucht in einem der namhaften Outdoorsupermärkten deutschlands spezielles Outdoorequipment zu bekommen, geschweige denn eine dazugehörige, qualifizierte Beratung? Wenn nicht, dann kann ich die Erfahrung auf jeden Fall empfehlen. Einkaufen müssen Sie die Klamotten dann doch wo anders, also dort wo sie auch angeboten werden und wo man nicht verzweifelt danach suchen muss. Das gehört aber vielleicht zum Konzept von den namhaften Outdoorsupermärkten, denn nach dem Personal sucht man auch verzweifelt. Aber kein echter Outdoor-Trecker der nicht wahre Verzweiflung kennen gelernt hat und wenn Sie diese Prüfung bei den namhaften Outdoorsupermärkten bestanden haben, dann haben Sie sich als würdig erwiesen auf die Wildnis losgelassen zu werden.

Ich fand unsere Shoppingtour echt netter. Ein persönlicher Berater, der sich Zeit nahm, um jeden Rucksack zu diskutieren, Tipps und eigene Erfahrungen mit den Materialien und Sachen weiter gab, die durchaus auch mal zu Ungunsten des teureren Produktes waren. Bei den Preisen war das letztendlich sowieso egal.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. Januar 2008

Noch nicht gestartet und schon fix und fertig (Kiel, Germany)

Ich war soo müde. Aus der momentanen Perspektive schien mir die Reise eine echte Erholungskur werden zu können. Ich war so entnervt vom ständigen mich rechtfertigen müssen, wie wir es wagen konnten mit drei Kindern eine Weltreise vorzuhaben.

Gut, andere Familien gehen bowlen oder Mini Golf spielen. Das ist ja vielleicht auch mal ganz nett, aber ich kann beidem nicht wirklich viel abgewinnen. Für mich läuft der Unterhaltungswert hier gegen Null und eine nennenswerte Bereicherung für mein Leben kann ich da auch nicht drin sehen. Das muss ja vielleicht auch nicht, aber so wenig ich solche Famielenaktivitäten verurteilen möchte, möchte ich auch nicht für unsere Familienaktivitäten verurteilt werden. Einige tun so, als ob wir unsere Kinder an Menschenhändler verkaufen wollten und die Kids dann für die namhaften Modelabels Klamotten besticken müssten.

Just harmless family activities. (Kiel, Germany)

So ein Quatsch! Dass das ganze ein gewisses Risiko barg war klar, aber tut das nicht das ganze Leben. Zum Beispiel hatte Josua vor kurzem den viel berüchtigten Magendarminfekt der zu der Zeit in Deutschland grassierte und das im ach so zivilisierten Deutschland. Im bolivianischen Urwald hätte ich das viel eher verstanden, aber vermutlich hatten die dort gar keinen Norovirus. Genauso wenig wie die Grippe, an der pro Jahr etliche Menschen in Deutschland sterben und trotzdem wäre niemand in Deutschland auf die Idee gekommen zu sagen, dass Deutschland aus Infektionsgesichtspunkten hoch risikoreich sei.

Nein, ich war nur total entnervt mir anhören zu müssen, wie wir es wagen konnten, unseren Kindern so etwas zuzumuten. Wobei ich es irgendwann unzumutbar fand ständig auf solche Menschen treffen zu müssen. Wenn denen das Leben zu gefährlich sei, dann sollten sie sich doch einfach die Kugel geben. Das hätte das Krankheitsrisiko auf Null reduziert. Außerdem muss ja niemand in Länder reisen vor denen er Angst hat, aber es dann auch allen anderen verbieten zu wollen fand ich bedenklich.

Ich hoffte nicht, dass wir fahrlässig reisen. Die letzten Tage hatte ich nichts anderes getan als mich über sämtliche mögliche Krankheiten, die in den von uns zu bereisenden Ländern vorkommen könnten, zu informieren und was man dagegen tut, sowohl vor als auch nach einer Infektion. Es gab bestimmte Spielregeln an die man sich halten musste. Sie waren zwar kein Garant, aber sie konnten das Risiko deutlich minimieren.

Übrigens, einige dieser schauerlichen Erkrankungen gab es sogar in Europa, nur gehört hatte ich davon noch nie etwas, also hatte ich bis jetzt auch keine Angst davor.

Wenn einer von uns sich eine dieser heiteren Tropenkrankheiten zuziehen sollte, dann wäre das echt Pech, aber uns deswegen einzusperren schien mir nicht das Mittel der Wahl. Eher gute Vorbereitung.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 31. Januar 2008

Wann eigentlich Wo? (Kiel, Germany)

Ne Weltreise machen zu wollen war ja ganz nett, aber welche Länder wollten wir eigentlich bereisen? Diese Frage war ja doch nahe liegend, denn die Welt war groß.

Ausgangspunkt für die Länderauswahl stellte zum einen unsere gewählte Reiseform dar. Bei der Reiseform war, ohne es wirklich je angesprochen zu haben, klar, dass wir mit Rucksack reisen, also möglichst wenig Gepäck und für jedes Kind einen eigenen Rucksack. Wobei Florian nicht selber trug, sondern sich tragen ließ, also ein echter Rucksacktourist.

Da Tragerucksäcke aber nicht gingen, da viel zu sperrig und unflexibel, waren wir aufs Tragetuch gekommen. Selbst genäht aus handgewebten Stoff aus Guatemala und Voala! Es sollte mit das wichtigste Gepäckstück unserer Reise werden.

A baby wrap around; one of the most important things we took with us. (North See, Germany)

Richtig wandern wollten wir mit dem Gesamtgepäck eigentlich nicht, aber es mussten die Distanzen von und zu öffentlichen Verkehrsmitteln überbrückt werden können.

Auch aufs Zelt verzichteten wir. Zu schwer und für Südostasien meiner Ansicht nach nicht erforderlich.

Bei der Länderauswahl war weiterhin entscheidend möglichst nah am Äquator zu bleiben, da durch die höheren Temperaturen weniger Gepäck benötigt würde. Ganz blieben wir dieser Linie nicht treu, aber weitestgehend.

Da kam die Frage nach bestimmten Ländern. Soll Indien mit in die Reiseroute oder nicht? Ich halte Indien für hoch spannend, aber alle Reiseführer, die ich dazu gelesen habe, konnten mich nicht überzeugen, dass Reisen mit Kindern durch Indien erstrebenswert sei. Nach dem dritten Reiseführer und persönlichen Berichten schon da gewesener, haben wir uns dagegen entschieden. Das spart einen Flug.

Practicing to eat on the floor. (Kiel, Germany)

Jetzt wollten wir im Juni in Thailand starten, über Kambodscha, Vietnam, Laos wieder nach Thailand, weiter nach Malaysia, Indonesien und von Bali aus, Januar nächsten Jahres, mit dem Flugzeug nach Australien hoppen. In Australien wollten wir einen Monat auf eine Farm und von dort aus sollte es dann weiter nach Chile in Südamerika. Hier wurde die Routenplanung jetzt immer schwammiger. Wir mussten nur rechtzeitig in Rio de Janeiro sein, um unseren Flieger zurück nach Europa zu bekommen.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 5. Februar 2008

Schule ist Pflicht (Kiel, Germany)

Viele fragten uns wie es denn eigentlich ginge, die Kids für ein Jahr aus der Schule zu nehmen. Ganz einfach. Man meldet sich ab und sagt, man verlässt das Land. Nicht mehr auf deutschen Staatsgebiet unterliegt man auch nicht mehr der deutschen Schulpflicht.

Wir hielten es so, wie bei der Durchsicht anderer Reisender mit Kindern es anscheinend alle tun. Wir unterrichteten selbst.

Auf den Punkt gebracht, es würde sich für uns nichts ändern. Das was die Schule nicht leistete, oder nicht leisten konnte, war schon immer Aufgabe der Eltern, diese Defizite mit den Kindern selbständig zu erarbeiten. Das Frustrierende daran war, dass es dabei selten ums Inhaltliche, als um allgemeine Lernkompetenzen ging.

Nach der ersten fünf im Vokabeltest habe ich Lydia gefragt, ob ihnen gezeigt wurde, wie man Vokabeln lernt. Die Antwort war ernüchternd.

Eigentlich wollten wir Lydia nach dem Jahr eine Klasse zurücknehemen, da sie mit fünf eingeschult wurde und sich jetzt doch zunehmend die unterschiedlichen Entwicklungen der Kinder zeigten. Dabei ging es jetzt gar nicht so um das Fachliche, sondern mehr um das Soziale.

Uns wurde von dieser Idee tunlichst abgeraten, denn der jüngere Jahrgang war hier in Schleswig-Holstein der erste G8 Jahrgang.

Was sollte das nun genau heißen? Das hieß, dass der Jahrgang in den Lydia dann kommen würde nur noch acht Jahre statt neun bis zum Abitur brauchen würde.

"Toll!", denkt sich jetzt der ein oder andere. "Dann macht Lydia mit ihren alten Klassenkameraden zusammen Abitur und hat nichts verloren". Das dachten wir auch, bis ich hörte zu welchen Preis das durchgedrückt werden sollte.

Schon in der sechsten Klasse sollte die zweite Fremdsprache kommen, was ja nicht falsch sein muss, aber mein Eindruck war, dass die Lehrer überhaupt nicht darauf vorbereitet waren, also gar nicht wussten wie sie diese gigantischen Lehrplananforderungen umsetzen sollten, ohne die Kinder komplett zu erdrücken.

Das hörte sich nach einem echt tollen Konzept an, welches darauf basierte, oder besser darauf hinaus zu laufen schien noch mehr Druck, noch mehr Selektion und noch mehr gebrochene Persönlichkeiten.

Allways in a rush to escape the German educational system. (Kiel, Germany)

Wir sind ja schon aus Nordrhein-Westfalen geflohen, da die Bildungspolitik dort sonst ein weiteres Kind auf ihrem Gewissen hätte. Horror was da abging und geholfen wurde damit meiner Ansicht nach niemanden. Nicht durch totale Kontrolle und Tests schon bei Kindergartenkindern, die wider dem natürlichen Verhalten von den Zwergen waren. Fremde Situation, unsympathische Person, da ist nichts mit Sprachtest, mit so jemanden würde ich auch nicht reden wollen.

Da erzählt danach das Kind zu Hause: "Du Mama, da war so ne komische Frau, die wollte sich die ganze Zeit mit mir unterhalten, aber du hast doch gesagt, dass ich mit fremden Leuten nicht reden soll." Der Argumentationslienie kann man nichts entgegensetzen. Nur das Bildungsministerium interessiert sich nicht die Bohne für natürliche Reaktionen der Kinder. Die sind ja auch nicht erwünscht. Kinder sollen nur funktionieren - aber bitte ganz individuell und nach den persönlichen Neigungen entsprechend des Kindes. Hää?!

Ich hatte es schon längst aufgegeben zu verstehen, was bei all den Bildungsreformen denn nun eigentlich raus kommen soll.

Reformen "Ja", aber bitte nicht auf Kosten sondern zu Gunsten der Kinder. Nicht, dass ich es beurteilen hätte können und schon gar nicht im Vorfeld, aber sämtliche Reformen die in den letzten Jahren über uns drüber gerollt waren und das waren echt viele, waren vielleicht gut gemeint, aber nach deutscher Manier, aufgrund all der Zugeständnisse und Kompromisse, absolut mangelhaft.

So jetzt habe ich genug gemotzt, jetzt hole ich mir erstmal die Lehrpläne für die erste und sechste Klasse aus dem Netz.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 10. Februar 2008

Wahnsinn (Kiel, Germany)

Es war echt unglaublich zu sehen wie viele Informationen und vor allem Adressen in den letzten Wochen bei uns eingegangen waren. Wir hatten mittlerweile für sämtliche Länder Ansprechpartner vor Ort.

Es war einfach Wahnsinn nach anfänglichen Frustrationen doch auf so viele nette Menschen zu treffen, die bereit waren, uns Ihre Kontakte zur Verfügung zu stellen. Auch hatte ich das Gefühl, dass der Zuspruch immer größer wurde.

Ich traf immer mehr Personen, die dem ganzen Vorhaben sehr positiv gegenüber standen, ja sogar regelrecht begeistert von der Idee waren.

Wobei die Begeisterung unserer beider Familien sich nachhaltig in Grenzen hielt.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 11. Februar 2008

Wo war noch mal Südostasien? (Kiel, Germany)

Uns war es ein Anliegen, die Kinder an der Planung mit teilhaben zu lassen und sie auch ein wenig auf das, was da kommen könnte, vorzubereiten.

Wie baute man das pädagogisch am klügsten auf?

Wir schauten uns immer mal wieder abends einzelne Länder unserer Reiseroute an. Dazu benutzten wir einen Kinderweltalmanach, wobei da Sachen drin standen, wo ich mich fragte, an welche Altersgruppe das eigentlich gerichtet war. Also Begriffe wie Kolonialisierung, Bürgerkrieg oder Putsch waren Wörter, die der Definition Kind nach oben hin einen weiten Spielraum offen ließen. Nur leider nicht nach unten.

Gerade für Josua (5) hatten wir versucht, möglichst viele Reiseführer und Zeitschriften mit vielen schönen Bildern zu den einzelnen Ländern zu finden.

Heute hatten wir dann das Thema Gesundheit aufgegriffen und über Hygiene rund ums Wasser und Lebensmittel, hin zum Mückenschutz alles mal diskutiert. Kein Leitungswasser trinken. Zum Zähneputzen Flaschenwasser nutzen, wenn man es ihnen sagt. Nicht immer und überall alles anfassen und auf keinen Fall die Finger ungewaschen immer in den Mund stecken.

Christian testing the sand at the beach to have a better basis for comparing the beaches of the world. (Kiel, Germany)
Auch Höflichkeit wie Lächeln und in Landessprache "Hallo" und "Danke" sagen zu können, war hilfreich. Und ganz ganz wichtig, gerade für kleine Zappelphillipe wie unseren Josua. Arme ruhig neben dem Körper und niemals über dem Kopf damit rumfuchteln. Mag im ersten Moment albern klingen, aber wir hatten eine extrem grenzwertige Erfahrung dies bezüglich und ich danke Gott dafür, dass der Wachmann im letzten Moment noch erkannt hat, dass es sich nur um ein zapelndes Kind handelte und seine Waffe wieder wegsteckte.

Was letztendlich von all den Informationen hängen bleiben würde weiß man ja nie, aber mir hat's Spaß gemacht und ich hatte auch eine Menge dabei gelernt.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 18. Februar 2008

Sinn, Unsinn, Wahnsinn!? (Kiel, Germany)

Ich fragte mich manchmal wirklich, ob unser Vorhaben totaler Schwachsinn sei. Auf der anderen Seite, was sollten wir sonst machen?

Traveling? Around the world? My parents must be crazy. (Kiel, Germany)

Christians Job war nichts für die Ewigkeit, zumindest hatte er keine Lust noch lange an der Uni zu bleiben. Schon allein die Arbeitskonditionen der Universitäten verdienten es, dass man diesem System den Rücken kehrte. Nicht, dass wir viel Wert auf Sicherheit legten, aber diese Kleckerverträge konnten einem echt auf den Sack gehen. Der letzte Vertrag ging von Anfang Januar bis Ende Januar und jetzt hatte Christian einen Vertrag bis Ende April.

Das kotzte mich echt an, denn im Klartext hieß das, sobald Frau schwanger wird ist sie raus, auch derjenige, der eine schwere Erkrankung erleidet, hat Pech gehabt und an Erziehungsurlaub war nicht zu denken. Unglaublich, dass die Länder Arbeitsrecht und -schutzgesetze einfach umgehen durften.

Da fragten wir uns echt, ob wir diesem System in irgendeiner Form noch beiwohnen wollten. Christian wäre ja echt gerne in Erziehungsurlaub gegangen, aber das hatte sich ja bis auf weiteres erübrigt.

Und das tolle daran war, wir alle bezahlten dieses unsoziale System auch noch. Da hätte wir uns eigentlich mal fragen müssen, ob wir das wirklich wollten.

Christian und ich wollten dies so vorerst nicht mehr, also was machen?

Vielleicht war die Weltreise auch nur ein Versuch vorübergehend den hiesigen Systemzwängen zu entfliehen und sich dafür anderen unterzuordnen. Ob das besser ist, bezweifle ich, aber es wäre mal was anderes und wir hatten sonst nichts vor. Für mich gab es keine Jobs, die auch nur annähernd eine Familie hätten finanzieren können.

Wie ich diese scheiß geschlechtsspezifischen Gesellschaftsrollen hasste. Frau studierte irgendetwas sozialorientiertes und durfte dann für Hungerlöhne oder noch besser Ehrenamtlich sich sozial aufopfern, dabei hätte das hiesige System ganz dringend ein bisschen mehr Soziales gebraucht. Und damit meinte ich nicht 10? mehr Kindergeld, sondern eine stärkere ethische Ausrichtung wieder am Menschen.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 8. März 2008

Gut Ding will Weile haben (Kiel, Germany)

Wenn man Erfahrungsberichte anderer Leute liest, kommt oft der Eindruck auf, dass bei denen immer alles reibungslos abläuft. Das liegt vermutlich daran, dass Berichte erst im nach hinein verfasst werden und all die kleinen Unwegsamkeiten, die überwunden werden mussten, ausgelassen wurden.

Um diesen Eindruck bei uns gar nicht erst aufkommen zu lassen, dachte ich, ich gebe einfach mal einen Einblick in die Langwierigkeit von Abläufen.

Nachdem wir beim Arzt geklärt hatten, was wir impfen wollen (28.01.08), wollte dieser uns einen zeitlichen Impfplan erstellen, doch immer wenn ich dort anrief, wusste leider keine der Angestellten bescheid. Man verpasste sich permanent telefonisch. Ich bin dann einfach so mal reingeschneit (18.02.08), um einfach die Rezepte ausstellen zu lassen, die dann wiederum bei der Apotheke eingereicht werden mussten, um dann den Impfstoff zu erhalten, mit den man dann wieder zum Arzt ging, um dann hoffentlich geimpft zu werden.

Das Problem war nur, dass der Tollwutimpfstoff zur Zeit nicht von der Apotheke bezogen werden konnte (22.02.08). Also wieder nichts mit Impfen.

Dazu kam, dass der Hausarzt unseren Schlumpf nicht impfen wollte, was ich durchaus verstehen konnte, aber für mich bedeutete dies, mich mit dem Kinderarzt auseinander zu setzen und der musste sich ja auch erstmal informieren (25.02.08) ... und ab dem Punkt hat es mir dann echt gereicht.

Discussion with Florian which vaccination he needs. (Kiel, Germany)

Am 27.02.08 hatte ich mich mit der Immunologie an der Uniklinik in Verbindung gesetzt. Die hatte ich bei meinen Anfänglichen Recherchen bezüglich eines Tropeninstituts in Kiel schon ausfindig gemacht. Nach kurzer Lagebesprechung am Telefon, was wir vor haben, ob Impfstoffe verfügbar seien und ob sie auch Babys impfen, waren wir dann endlich, endlich am 29.02.08 zu unserer ersten Tollwutimpfung. Wir haben Florian, unseren Schlumpf, auch mit geimpft, da er im laufe der Reise ein Alter erlangen würde, welches eine hohe Affinität zu Tieren erzeugt. Und bevor er ungeschützt von einem sabbernden Hund abgeschleckt wird, haben wir uns für die Impfung entschieden. Wobei uns im Institut gesagt wurde, dass Florian auf Grund seines Alters nicht gegen Typhus geimpft werden durfte. Beim Hausarzt ging das noch. Was nun eigentlich stimmte, weiß ich nicht. Ich hoffe, dass es egal ist und Florian sich kein Typhus holen würde.

Wie gut das wir zwischen unserer spontanen Endscheidung eine Weltreise zu machen und dem Startpunkt, ein halbes Jahr hatten, da das Impfen unerwartet viel Zeit in Anspruch genommen hat. Florian, unseren Jüngsten, brauchte neben den Tropenimpfungen auch noch reguläre Impfungen, so dass die Organisation dies bezüglich ungleich höher war, als bei allen anderen. Eine MMR-Impfung ließ sich dann auch nicht mehr unterbringen, so dass wir diese in Bangkok machen lassen mussten.

Das Problem war leider nur, dass da wo eine Wirkung ist, ist auch eine Nebenwirkung und unser Ömmes hatte es einfach nicht mit Impfungen. Schon bei seiner aller ersten Spritze kam der Eindruck auf, als ob er auf einmal wahres Leiden kennen gelernt hätte. Da sind wir wohl sehr verwöhnt worden bei unseren Großen. Die haben nie auf nur eine Impfung negativ reagiert. Wenigstens war es immer nur eine Nacht, die wir uns um die Ohren schlagen mussten und dann wussten wir es wieder zu schätzen, was durchschlafen bedeutet.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 20. März 2008

Flug fast verpasst (Kiel, Germany)

Nein, wir waren noch nicht gestartet, aber wir wunderten uns, welche Hürden wir zu überwinden hatten, nur um die Flugtickets zu besorgen.

Es war nicht so, dass wir uns nicht schon frühzeitig darum bemüht hätten die Travel-Around-The-World-Tickets zu besorgen. Nur im Januar gab es die Einschränkung, dass der Flug von Australien nach Chile noch nicht buchbar war. Flüge konnte man nur maximal 9 Monate im Voraus buchen. Als der Flug dann endlich freigeschaltet war, kam das Mädel im Reisebüro mit unseren recht freien Terminvorschlägen nicht klar, berücksichtigte unsere Angaben zum Abflughafen nicht und ließ uns sonst relativ wenige Informationen zukommen.

Und die Zeit verging und verging. Da ich kein sonderlich geduldiger Mensch bin, wurde ich zunehmend unruhiger.

Mitte März kam dann endlich das erste Angebot. Obwohl wir insistierten, dass wenn man früher fliegen würde, nach Aussage der Airline in einen günstigeren Tarif rutschen würde, bestand das Mädel im Reisebüro darauf, dass dem nicht so sei. Da man bei so teuren Produkten, wir sprechen hier von immerhin fast 9000?, nicht einfach kauft habe ich versucht das ganze auf die Schnelle noch mal gegenprüfen zu lassen.

Innerhalb von zwei Tagen hatte ich ein Angebot eines Reisebüros aus Bonn vorliegen, welches nicht nur um einige 100? günstiger war, denn früher fliegen war doch günstiger, sondern wo mir mitgeteilt wurde, dass ich unbedingt in den nächsten drei Tagen buchen müsse, da Quantas wohl seine Flugrouten neu strukturiert und der Flug von Australien nach Chile dann herausfalle. Das schien mir eine echt wichtige Information, denn sonst würde unsere gesamte Routenplanung zusammenbrechen.

Nach mehreren Telefonaten mit STA-Travel in Bonn zur Abklärung der Details blieb nur noch ein Tag, um die Anzahlung zu leisten. Das Problem war nur, wie zahlt man, wenn das Reisebüre 700km entfernt ist, das Kreditkartenlimit bei 500? liegt und eine Überweisung innerhalb eines Tages nicht unbedingt gewährleistet ist?

Panik!

Aber, es gab ja Gott sei Dank noch meine Mutter, die uns mittlerweile voll unterstützte.

Sie ist für uns zum Reisebüro (unser beider Familien lebten in Bonn) und hat die Anzahlung für uns gemacht. Puh, dass war echt knapp! Jetzt flogen wir noch zu den alten Konditionen und ein "Zurück" gab es jetzt auch nicht mehr.

Das Einzige, was wir nun noch zu tun hatten, war Ende Juli den Flug von Brasilien nach Deutschland umzubuchen, da der erstmal reserviert werden musste für das Travel-Around-The-World-Ticket.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. März 2008

Jetzt ist sie gekündigt (Kiel, Germany)

Schweren Herzens haben wir unsere Wohnung gekündigt, denn die ist einfach zu teuer und wer sagte, dass wir wieder nach Kiel zurückkommen würden. Die Hoffnung einen schönen Platz auf dieser Welt zu finden stirbt bekanntlich zuletzt.

Selbst das Problem, wohin mit unseren Klamotten hatte sich schon geklärt. Meine Mutter stellte uns Kellerkapazitäten zur Verfügung.

Es war schon seltsam zu sehen, wie sich so ein Vorhaben wie eine Weltreise langsam pusselte. Erst wollten wir ja nur mal für ein Jahr, uns in wenigen Ländern für längere Zeit aufhalten und dann wieder in unser altes Leben zurückkehren. Mittlerweile recherchieren wir nach Jobs und anderen Alternativen weltweit, denn wenn man schon mal da ist, dann kann man ja auch direkt mit den Leuten vor Ort mal reden.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 31. März 2008

Und noch mehr Impfen (Kiel, Germany)

Apropos Impfen, so böse wie Florian bei der letzten Tollwutimpfung den Arzt angeschaut hat, vermute ich, dass Flo mittlerweile ein frühkindliches Impftrauma hat, oder einer klassischen Konditionierung unterliegt, so dass er immer mit dem Schlimmsten rechnen muss, sobald er einen weißen Kittel sieht. Wenn Florian in der Pubertät ätzend werden sollte, dann werde ich ihn darauf hinweisen, dass das ganz normal sei, da er ja ein frühkindliches Impftrauma habe, welches sich nun zeige. Aber dagegen kann man etwas tun.

Als ich auf Grund Florians bitter bösen Blickes zum Arzt meinte, dass ich keine Chance mehr für sie sähe, dass die beiden dicke Freunde werden würden, musste der Arzt so kichern, dass ich schon Angst hatte, er würde die Spritze nicht mehr richtig gesetzt bekommen.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 19. Mai 2008

Es läppert sich (Kiel, Germany)

Wir haben eine ADAC-Mitgliedschaft abgeschlossen, da der ADAC der einzige Anbieter einer sinnvollen, ganzjährigen Auslandskrankenversicherung war. Die meisten Versicherungen boten nämlich nur 6 Wochen Urlaubsversicherungen an.

Wir haben auch noch neue Führerscheine beantragen müssen, da man erst einen neuen Führerschein brauchte, bevor man dann den internationalen beantragen konnte. Mir sollte es recht sein, denn diese rosa Lappen würden durch Monsunregen und Körperschweiß nicht schöner. Dafür waren die internationalen Führerscheine eine echte Zumutung. Statt rosa, graue, viel zu große Lappen.

Bei meiner Mutter haben wir den ersten Schwung Bücher hinterlegt, den sie uns dann peu-à-peu nachschicken kann.

Auch haben wir unseren Eltern Skype eingerichtet, um kostengünstig aus dem Ausland mit ihnen zu telefonieren.

Nachdem wir uns entschieden hatten eine hochwertige Filmkamera mitzunehemen, war der Schritt zum eigenen Laptop nicht weit, so dass wir dann auch einen EeePC (der wog weniger als 1 kg) mitnahmen, mit dem Resultat, dass wir im Moment sämtliche Sachen digitalisierten. Von Musik über Kinderhörspiele bis hin zu halben Büchern. Alles sollte mit, durfte aber nichts wiegen. Selbst Bücher, die wir in Papierform mitnehmen wollten trennten wir aus der Hardcover Ummantelung, um das Gewicht zu reduzieren.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 22. Mai 2008

Der Countdown läuft (Kiel, Germany)

Lydia hat uns einen rückwärts zählenden Kalender gebastelt.

Noch 40 Tage!

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. Mai 2008

Visa-Vis oder im Angesicht der Visa (Kiel, Germany)

Jetzt können wir unsere sieben Sachen packen und verschwinden. Wir haben letzte Woche einen Ausflug zum thailändischen Konsulat in Hamburg gemacht und uns "Double Entry - Visa" besorgt. Das war uns wichtig, da wir ja keinen Weiterflug von Thailand aus haben und uns damit möglicherweise Schwierigkeiten bei den Einreisen ersparen.

Gerechnet hatten wir mit mindestens 50 anderen Personen, die alle mit irgendwelchen Belangen beim Konsulat anstehen, aber außer einem einsamen Rentner der ein Dreijahresvisum haben wollte (Rentner müsste man sein) waren wir ganz alleine dort.

Und dann kam, was kommen musste: "Ich kann ihnen keine Visa ausstellen, da die Unterschrift beider Elternteile erforderlich ist und auf Grund ihrer unterschiedlichen Nachnamen (die Christian und ich trotz Ehe führen) ist nicht ersichtlich, wer der Vater der Kinder ist." An alles hatten wir gedacht, nur nicht an die Geburtsurkunden.

Gott sei Dank hatte Christian noch einen alten Pass, in dem Lydia und Josua eingetragen waren. Das wird heute leider nicht mehr gemacht.

Die Dame im Konsulat hielt es somit für glaubwürdig, dass Nummer drei auch den selben Vater hatte und hat uns dann doch noch die Visa in die Pässe gestempelt. Jetzt durften wir uns im nächsten halben Jahr zwei mal für jeweils 60 Tage in Thailand aufhalten.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 17. Juni 2008

Weltreise im kleinen - oder einmal durch Kieler Behörden, Institute und mehr (Kiel, Germany)

Hier kommt ein kleiner Überblick über die von uns angelaufenden Stellen. Für sich genommen schon eine kleine Weltreise durch die Baugeschichte Kiels. Neubauten, Altbauten und schöne 70er-Jahre-Bauten. Auf jeden Fall haben wir überall viel Papier zum mitnehmen bekommen.

On the 1st day he created passports at the city council. (Kiel, Germany)
On the 2nd day he created the diseases... (Kiel, Germany)
...and for better overview those funny yellow booklets (vaccination certificates) (Kiel, Germany)
...and in the 60ties he engaged in serious soul-searching and created international driving licences in a smoothy grey following the design paradigms of the time. You might call it artistic freedom. I call it "nasty". (Kiel, Germany)
On the 4th day he created travel regulations. Fortunatly we easily got a stamp into our passports at the embassy of Thailand, though. (Kiel, Germany)
On the 5th day he rememberd the diseases and thought a health insurance might be good. (Kiel, Germany)
On the 6th day he created international birth certificates. (Kiel, Germany)
On the 7th day he finally rested and saw that it was good. And we have to carry all those documents with us! "Good" is different. (Kiel, Germany)

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 27. Juni 2008

Jetzt wird’s an(ein)gepackt (Kiel, Germany)

Zwei Wochen non-stop Kisten packen, Möbel zerlegen und bloß nichts vergessen von den Dingen, die auf die Weltreise mit mussten.

Don't miss anything important to take with you on the journey. (Kiel, Germany)

Wir waren so im Packstress, dass es doch tatsächlich vorkam, dass uns der Josua verloren gegangen ist, dachten wir zumindest. Er war nirgends in der Wohnung zu finden und er hatte auch niemandem Bescheid gesagt, dass er auf den Spielplatz geht. Einige Kisten und zerlegte Kindermöbel später fanden wir ihn friedlich schlafend in seinem Bett, trotz Packlärm direkt daneben.

Time to say goodbye. (Kiel, Germany)
We had to renovate parts of the flat. (Kiel, Germany)

Teile der Wohnung mussten wir leider auch noch streichen, was bei fast fünf Meter hohen Decken eine echte sportliche Herausforderung war. Genau so wie den gesamten Kram aus dem dritten Stock Altbau runter zu schleppen.

Box by box leaving this wonderful flat. (Kiel, Germany)

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 28. Juni 2008

Abschied von Kiel (Kiel, Germany)

Der Abschied hat uns allen doch weh getan. Waren doch die letzten Wochen noch richtig Klasse. So viele nette Leute, vermutlich um uns zu ärgern... und diese Wohnung war ein Traum und wird es wohl auch für immer bleiben. Das bekommt man nur einmal im Leben. Das tolle war wir haben es bekommen.

Where has all the furniture gone? (Kiel, Germany)

Bei Lydia kullerten die Tränen, als wir die Tür der Wohnung hinter uns zuzogen.

Ich hatte meinen Tiefpunkt eine Woche früher, nachdem ich meinen letzten Arbeitstag hatte. Auch wenn der Krankentransport auf Dauer echt dröge wird, habe ich noch nie so viele nette, durchgeknallte Typen wie bei ClinoTrans kennen gelernt und so viel Spaß beim Arbeiten gehabt. Dennoch denke ich, dass ich nicht nur eine Firma verlassen, sondern eine Ära beendet habe. Fast zehn Jahre Krankentransport, ursprünglich geplant nur um mein Studium zu finanzieren, waren zu Ende gegangen. Das tat weh. Wer weiß schon was nach der Weltreise kommen würde.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 29. Juni 2008

Wenn`s mal wieder länger dauert (St. Augustin, Germany)

In Bonn mit dem Laster eingetroffen, hatten wir leider keine starken Männer mehr die uns half. Dafür fielen die vielen Treppen weg.

Unbelivable but we got all our stuff into that tiny little cellar room. (St. Augustin, Germany)

Nach 10 ½ Stunden haben Christian und ich es wirklich geschafft gehabt, den 7 ½ Tonner zu lehren und auch tatsächlich in diesen Kellerraum von meiner Mutter zu stopfen. Selbst die Fahrräder passten noch rein und es ist immer noch Platz übrig. Dabei hat dieser Raum gerade mal 2,5 x 4 x 2 Meter.

[Ganz Hoch] [Ganz Runter] [Hoch] [Runter] 30. Juni 2008

Packen wir´s (St. Augustin, Germany)

Als ich heute Morgen das Chaos sah, welches sich im Wohnzimmer meiner Mutter ausbreitete, konnte ich mir nicht vorstellen, wie das alles in die Rucksäcke sollte.

Incredible how much you can put into a rucksack. (St. Augustin, Germany)

Aber es ging und das Gewicht war auch überschaubar. Christian hatte ca. 15kg, ich etwa 13kg, Lydia 7kg, Josua den Rest und Florian immer noch nichtmals sich selber. Der hatte es nicht so mit dem Laufen.

Und Morgen ging es endlich los. Wahnsinn, dass wir soweit gekommen waren. Das konnte ich ja nachhaltig nicht glauben.

Weiter geht's in Thailand!



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